Bereits seit zwei Tagen blockieren mehr als 10.000 Anhänger der Oppositionspartei "Volksallianz für Demokratie" (PAD) den Gebäudekomplex mit dem Büro des Regierungschefs Samak Sundaravej. Samak kündigte an, die Besetzung noch heute zu beenden, und ließ die Polizei mit mehr als 100 Bussen anrücken. Sie solle zunächst versuchen, die Demonstranten zum Abzug zu bewegen. Andernfalls würden sie jedoch mit Gewalt vertrieben.

Die Volksallianz für Demokratie strebt ungeachtet ihres Namens eine stärkere Rolle des thailändischen Militärs in der Innenpolitik an. Ihre Anhänger wollen die Regierung stürzen, die sie als Marionette des im September 2006 vom Militär unblutig aus dem Amt gejagten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra betrachten.

Thaksin befindet sich im Exil. Bei einer Rückkehr nach Thailand müsste sich der Politiker, der das Land während seiner Amtszeit zutiefst gespalten hatte, gemeinsam mit seiner Frau wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten. Seine Anhänger hatten die jüngsten Parlamentswahlen gewonnen und stellen derzeit die Regierung, gegen die die PAD seit Januar protestiert. Ministerpräsident Samak wollte zuletzt Verfassungsänderungen durchsetzen, mit denen die Vorwürfe gegen Thaksin entkräftet worden wären.

Am Dienstag hatten mit Pistolen, Golfschlägern und Messern bewaffnete Demonstranten den staatlichen Fernsehsender NBT gestürmt. Die Polizei nahm rund 80 Personen fest. Gleichzeitig umstellten Anhänger der PAD den Regierungssitz, um das Kabinett an seiner wöchentlichen Sitzung zu hindern. Regierungschef Samak verlegte die Sitzung daraufhin in das Hauptquartier der thailändischen Armee.

Gestern verhängte ein Gericht Haftbefehle gegen neun Führer der PAD wegen Anstiftung zum Aufstand und versuchten Sturzes der Regierung. Einer von ihnen, General a. D. Chamlong Srimuang, sprach heute von einem Sieg, weil die Polizei das Gelände über Nacht nicht gewaltsam geräumt hatte. Er kündigte eine Fortsetzung der Proteste an, bis die Regierung zurücktritt. Er rief die Demonstranten zum Durchhalten auf. Die Polizei könne nicht alle Teilnehmer des Protests festnehmen, sagte er. So viele Gefängnisse gebe es gar nicht.