RAF Stefan Aust weiß, wie es wirklich war
Stefan Aust war Deutschlands mächtigster Journalist. Vor einem Jahr wurde seine Ablösung als Chefredakteur des "Spiegel" bekannt. Nun kommt die Verfilmung seines Standardwerks "Der Baader Meinhof Komplex" in die Kinos. Und Aust zieht im ZEITmagazin Bilanz
Stefan Aust war 14 Jahre lang Chefredakteur des Spiegel, bis er im März nach heftigen Auseinandersetzungen gehen musste.
Er wolle sich nicht empfindlich zeigen, sagte Aust jetzt dem ZEITmagazin, "selbst wenn es wirklich nicht lustig war." Zu der kürzlich verbreiteten Theorie, die SPD habe seine Absetzung betrieben, sagte Aust: "Völliger Quatsch. Meine Absetzung hat nur einer betrieben, der ist jetzt selbst nicht mehr da. Ich wusste vom ersten Moment an, der will mich loswerden". Aust meint Mario Frank, den neuen Geschäftsführer des Spiegel, der kürzlich abgelöst wurde.
Aust sagt, er denke freitags, kurz vor Redaktionsschluss des Spiegel, nicht mehr über das richtige Titelthema nach, "damit habe ich aufgehört am ersten Tag, an dem ich nicht mehr da war. Ich habe früher die ganze Woche darüber nachgedacht, und es war nie so, dass mir sonnenklar war, was wir machen sollten." Er habe den Titel oft kurz vor Schluss noch geändert.
Aust beobachtet den Kurs seiner Nachfolger, und er gibt ihnen einiges mit auf den Weg. "Du musst auf dem Titel eine Zeile haben, die den Lesern zu denken gibt, du musst einen gewissen Zauber auf die erste Seite bringen, der im Kopf des Lesers etwas auslöst." Wie bewertet er die Titel der neuen Chefredaktion? "Das Heft ist jetzt politically correct gemacht, und das wird eine ganze Weile gut gehen. Aber auf Dauer droht so Langeweile - der Spiegel muss immer wieder gegen den Strich bürsten, sonst bröckelt die Auflage."
Am 24. September läuft die Verfilmung seines Bestsellers Der Baader Meinhof Komplex in den Kinos an. Das Buch, erstmals 1985 veröffentlicht, ist soeben in überarbeiteter und erweiterter Fassung neu erschienen. Aust erzählt, wovor er am meisten Angst gehabt habe: "Dass sich eines Tages ein Regisseur an die Verfilmung macht, der dem Stoff nicht traut, eine Handlung dazuerfindet und irgendeine Beziehungskiste vor historischem Hintergrund erzählt, wie es zurzeit Mode ist." Er sei sehr froh, dass Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel etwas anderes daraus gemacht hätten.
Welche Rätsel der RAF er unbedingt noch lösen möchte, warum der Ohnesorg-Attentäter Kurras ebenso viel zum Entstehen der RAF beigetragen habe wie Ulrike Meinhof und wie er damit umgeht, durch Buch und Film auch den Ruhm der Terroristen zu nähren, sagt Stefan Aust im großen Gespräch mit dem ZEITmagazin, das am Donnerstag erscheint.
- Datum 23.01.2009 - 15:29 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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... vermag ich nicht zu beurteilen. Ich bezweifle es und wenn er es tatsächlich wüsste, sagte er es sicherlich nicht. Es erinnert sehr an "die Wahrheit über ..." und bei solchen Artikeln oder Büchern schenke ich mir die Lektüre.
"....der Spiegel muss immer wieder gegen den Strich bürsten, sonst bröckelt die Auflage."
Aust hat doch selbst maßgeblich zur FOCUSsierung des SPIEGEL auf Kosten des journalistischen Niveaus beigetragen.
Eine wunderbare Wortschöpfung.
Ich teile Ihre Aussage. "Der Spiegel" ist auf dem Weg zum besseren Polit-Boulevard: Masse, viele Bildchen, wenig Hintergrund. Gut, es gibt noch die journalistischen Highlights, aber sie werden weniger. Sehr schade.
Eine wunderbare Wortschöpfung.
Ich teile Ihre Aussage. "Der Spiegel" ist auf dem Weg zum besseren Polit-Boulevard: Masse, viele Bildchen, wenig Hintergrund. Gut, es gibt noch die journalistischen Highlights, aber sie werden weniger. Sehr schade.
Aust hat die mediale "Abbürstung der Sozialromantiker und Gutmenschen "auf hohem Niveau geleitet. Als einer der Propagandaminister des neoliberalen Mainstream gelang es ihm "den Spiegel" zum "Spieglein an der Wand" der marktradikalen Märchenerzähler inhaltlich umzukrempeln.
Die neue "bürgerliche RAFF" in den grünen Tarnanzügen mit dem roten Reverszeichen des Seeheimer Kreises gehörten zu den neuen Abonenten seines Feldzuges für eine rein ökonomisierte Gesellschaft.
Ob Aust bewusst ist, dass die "neue RAFF" auch schon mal als "ARMANI SOZIALISTEN" auftreten und eine Gefahr für den inneren Frieden darstellen?
Der Terror der wirtschaftsliberalen Vulgärökonomen hat schon viele Kollateralschäden verursacht.
Vielleicht kann Aust ja jetzt mal ein Buch über den neuen Terrorismus der RAFF schreiben.
Er weiß ja wies geht!
Neuland
Hi @ll
Mir ist unverständlich warum den MörderInnen der RAF überhaupt die Ehre zuteil wird Bücher über sie zu verfassen.
Was haben sie geleistet was dieses Tun rechtfertigt?
Woher kommt die Faszination für diese brutalen rücksichtslosen KillerInnen, die vollgestopft mit dumpfen Hass und blindem Fanatismus gnadenlos mordeten?
Während den Angehörigen der Opfer bis heute die Aufklärung der Verbrechen verweigert wird, werden diese nonkonformistischen Mitbürger regelrecht hofiert.
Gruss
Rene
Beim besten Willen waren vor allem die US hörigen Artikel, teilweise Titel Storys über den Terrorismus geradezu lächerlich was ein Stefan Aust da brachte. In welchem Solde er da wohl stand?
@neuland: full agree!!!
neben seinem schäbigen tageswerk verdient der gute aust auch noch seit jahren an der endgültigen zerfledderung der raf-geschichte. leute sterben, leute werden traumatisiert, leute sitzen jahrzentelang ein, leute begehen selbstmord und noch mal andere leute mehren ihren ruhm, indem sie das geschehen immer wieder neu deuten, hauptsache geschmeidig eng am zeitgeist längs gesegelt.
ein schrecklicher opportunist. selbsternannte experten sind schon so eine kaste für sich...
Eine wunderbare Wortschöpfung.
Ich teile Ihre Aussage. "Der Spiegel" ist auf dem Weg zum besseren Polit-Boulevard: Masse, viele Bildchen, wenig Hintergrund. Gut, es gibt noch die journalistischen Highlights, aber sie werden weniger. Sehr schade.
Weiß Aust wirklich mehr? Und der Spiegel auch?
Regisseur Uli Edel weiß anscheinend mehr...wie Focus meldet:
Uli Edel: "Ich kenne die Schleyer Mörder
Die befragten RAF-Täter wollten laut Edel alle Geld, bevor sie Auskunft gaben: „Nach Bezahlung einer bestimmten Summe bekam ich bereitwillig Auskunft“, so Edel. „Einige boten sich zudem als Berater am Set an“, sagte der in Amerika lebende Regisseur. „Als ich das strikt ablehnte, kam es auch zu Drohungen, sie würden dann in den Medien verbreiten, was ich da über sie verfilmt hätte, sei totaler Quatsch. Diese coole Selbsteinschätzung ihrer Macht in den Medien hat mir erst mal die Sprache verschlagen“, so Edel.
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