Krebs Ein Masterplan der Entartung
Erstmals haben US-Forscher umfassende Genkarten für zwei der aggressivsten Tumorerkrankungen vorgelegt. Es sind Pionierarbeiten, die den Kampf gegen den Krebs revolutionieren werden
Man kann sie testen, mit ihrer Hilfe vorsorgen, mutmaßlich auch besser therapieren – und fast täglich werden neue entdeckt: Krebsgene stehen seit längerem im Mittelpunkt des medizinischen Interesses. Vor allem bei Brustkrebs können anhand der Erbanlagen heute mehrere Typen unterschieden werden. Und das wirksame Blutkrebs-Medikament Imatinib (Glivec) wurde erst entwickelt, nachdem man 1984 den verantwortlichen Gendefekt gefunden hatte.
Doch Glivec blieb ein Einzelkind. Zu komplex ist die Biochemie der mehr als 200 bekannten Tumorarten, zu lückenhaft die Kenntnis ihrer genetischen Baupläne, als dass die Attacke auf einzelne Verdächtige im Erbgut der Geschwüre die gewünschte Wirkung entfaltete. Was fehlt, ist der biologische Masterplan des Krebses, die Blaupause der Zellen-Entartung.
Wie man diesen Plan findet? Indem man das Genom der Tumoren konsequent auseinandernimmt: In zwei Studien, die jetzt in Science erscheinen, stellen Wissenschaftler der Bostoner Johns Hopkins Universität erstmals umfassende genetische Landkarten der zwei bösartigsten Krebsarten vor – des Glioblastoma multiforme (des häufigsten Hirntumors bei Erwachsenen) und des Bauchspeicheldrüsenkarzinoms. Die Karten sollen neue Hinweise auf die Tumorentstehung und eine sinnvolle Strategie gegen den Krebs liefern.
Mehr als 20.000 Erbanlagen aus insgesamt rund 40 Tumorproben mussten die Forscher für die neuen Genkarten ausbuchstabieren - die Gesamtheit aller Gene, die vom Körper in funktionelle Eiweißprodukte umgesetzt wird. Möglich wurde das Mammutwerk durch moderne Sequenzierungstechniken. Außerdem untersuchten die Wissenschaftler, welche der Gene in den Geschwüren an- oder ausgeschaltet waren, und welche Spielarten der Veränderung sich in den Tumoren häuften.
Die Ergebnisse lassen bereits jetzt tief blicken. Klar wird vor allem, dass Krebs sich tatsächlich nicht auf einzelne Gendefekte reduzieren lässt. Im Durchschnitt fanden die Forscher je Tumorprobe rund 60 Genveränderungen. Doch selbst für ein und denselben Krebstyp waren diese Veränderungen nicht identisch. Übereinstimmungen wurden erst erkennbar, als man die Gene bestimmten Vorgängen in den Zellen zuordnete .
"Gene arbeiten nicht allein. Sie agieren in kleinen Gruppen, innerhalb von Signalwegen", erläutert Kenneth W. Kinzler, einer der Leiter der Bauchspeicheldrüsenkrebs-Studie. Krebs müsse daher als eine "Erkrankung von Signalwegen" betrachtet werden.
- Datum 04.02.2009 - 11:33 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Seit etwa 20 Jahren wird mindestens alle 2 Monate von irgendwo her ein entscheidender Durchbruch in der Tumorforschung gemeldet. Leider verschwinden die meisten dieser Ekenntnisse früher oder später wieder in der Versenkung.
Die regelmäßig vorhergesagten Revolutionen in der Behandlung sehen dann so aus, das für bestimmte Krebsarten eine durchschnittliche statistische Verlängerung der Überlebensrate erreicht wird, die sich zumeist in einigen Tagen bis Wochen bemisst. Schön und gut, aber Revolutionen sind wohl auch nicht mehr das, was sie früher mal waren.
Der molekulare Ansatz hat (Tyrosinkinaseinhibitoren und Viagra!) und wird die moderne Medizin wesentlich bereichern. Ist halt (leider) nur ein Fortschritt der sehr kleinen Schritte. Insofern ist das Warten auf den großen Durchbruch vielleicht einfach nur ein bisschen naiv.
Der molekulare Ansatz hat (Tyrosinkinaseinhibitoren und Viagra!) und wird die moderne Medizin wesentlich bereichern. Ist halt (leider) nur ein Fortschritt der sehr kleinen Schritte. Insofern ist das Warten auf den großen Durchbruch vielleicht einfach nur ein bisschen naiv.
Der molekulare Ansatz hat (Tyrosinkinaseinhibitoren und Viagra!) und wird die moderne Medizin wesentlich bereichern. Ist halt (leider) nur ein Fortschritt der sehr kleinen Schritte. Insofern ist das Warten auf den großen Durchbruch vielleicht einfach nur ein bisschen naiv.
so ist es. Deshalb eben meine Kritik an der überschwänglichen Wortwahl.
so ist es. Deshalb eben meine Kritik an der überschwänglichen Wortwahl.
so ist es. Deshalb eben meine Kritik an der überschwänglichen Wortwahl.
Nicht nur bei den Krebserkrankungen gibt es neben den verborgenen eine Reihe von sichtbaren Phänomenen, die deshalb ausgeklammert werden, weil sie der auf nachweisbare Fakten beschränkten Vorgehensweise zusätzliche Rätsel aufgeben. Sie können als zusätzliche Information genutzt werden, wie die inzwischen fortgeschrittene Erforschung des Placebo-Effektes mit beeindruckenden Ergebnissen beweist.
Wir sollten uns darauf einstellen, dass außerhalb unseres Wahrnehmungsfeldes alles andere als gähnende Leere herrscht und die beschränkten Möglichkeiten unseres Wahrnehmens und Denkens für neue und weitergehende Fragen nutzen. Geliebte "Erkenntnisse" können da ihre Plausibilität einbüßen. Das ist unangenehm und gleichzeitig eine Aufforderung, noch plausiblere Erklärungen zu suchen. Wir finden in der Regel, nur das was wir suchen, wenn wir nicht bereit sind, unsere Annahmen in Frage zu stellen.
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