Müntefering und Steinmeier Auf Friedenskurs
Das neue Führungsduo der SPD präsentiert sich in Berlin, nimmt die Bundestagswahl ins Visier und versucht, den alten innerparteilichen Konflikten aus dem Weg zu gehen
Franz Müntefering ist wieder da. Ein bisschen schmaler ist er im Gesicht, aber sonst ist er ganz der Alte. Am Sonntag um 12.40 Uhr wurde er gefragt, ob er noch einmal SPD-Vorsitzender werden wolle, zehn Minuten später hat er ja gesagt.
Einen Tag nach den dramatischen Ereignissen am Schwielowsee, dem Rücktritt von Kurt Beck und der missglückten Kür des Kanzlerkandidaten, steht nun sein designierter Nachfolger in der Berliner Parteizentrale. Franz Müntefering trägt einen grauen Anzug mit einem kleinen SPD-Logo am Revers und begrüßt die vielen Journalisten mit den Worten: „Ich freue mich, mal wieder hier zu stehen.“
Neben ihm steht der Außenminister, der frisch gekürte Kanzlerkandidat und Parteivize Franz-Walter Steinmeier. Nach dem unrühmlichen Abgang von Beck führt er kommissarisch die Geschäfte in der SPD. Auch er freut sich, „dass Franz Müntefering wieder da ist“. Aber er blickt nachdenklicher drein als üblich. Die „dramatischen Stunden“ des Vortages haben bei ihm offenbar Spuren hinterlassen.
Business as usual will das neue Führungsduo nach dem Chaos-Sonntag demonstrieren. Der Putsch, wenn es denn einer war, soll keine Rolle mehr spielen. Den Intrigen-Vorwürfen von Beck begegnet Steinmeier mit der Versicherung, er bedauere, dass es bei seiner Verabredung mit Beck über die Kandidatenkür nicht geblieben sei.
Eine intensive Aussprache habe es im Parteivorstand gegeben, räumt er ein, was nichts anderes heißt, dass es ziemlich heftig und hitzig zuging. Aber jetzt gelte es, „Geschlossenheit zu zeigen“.
Steinmeier versucht vor den versammelten Journalisten, einen Sieg bei der Bundestagswahl 2009 ins Visier zu nehmen, etwas, woran weder im Saal noch in der Partei im Moment jemand glaubt. Er wisse, was auf ihn zukomme, sagt er. Er kenne das Kanzleramt ja von innen und er spiele „nicht auf Platz, sondern auf Sieg“. Wie ein politischer Aufbruch klingt das noch nicht, Siegesgewissheit hört sich anders an. Aber immerhin verkündet Steinmeier dann noch: „Die Aufholjagd beginnt“.
Franz Müntefering hingegen strahlt. Eine Gegenstimme gab es bei seiner Nominierung im Parteivorstand und fünf Enthaltungen. Ein „ordentliches, gutes Ergebnis" nennt er dies. Statt sich mit den innerparteilichen Turbulenzen weiter zu beschäftigen, greift er lieber die politische Konkurrenz an. Er nennt die CDU „ziemlich zerrissen“ und reklamiert die „politische Meinungsführerschaft in Deutschland“ für die Sozialdemokratie. Mit Blick auf die Bundestagswahl in zwölf Monaten erklärt er keck: „Wir haben eine echte Chance“, noch sei die Wahl 2009 nicht entschieden. „Ein bisschen können wir Wahlkampf“, sagt er dann noch selbstbewusst, und irgendwie verbreitet er mit solchen einfachen Sätzen schnell den Eindruck, als sei er nie weg gewesen, als sei er nicht vor neun Monaten als Arbeitsminister und Vizekanzler zurückgetreten, um seine todkranke Frau bis zum Ende zu pflegen.
Müntefering will es noch einmal wissen. Noch ist er nur designierter Parteichef, bis zu seiner Wahl auf einem Sonderparteitag am 18. Oktober in Berlin will er sich deshalb „mit öffentlichen Äußerungen zurückhalten“. Doch wer hätte vor ein paar Wochen gedacht, dass ausgerechnet ein 68-Jähriger, der sein Politikerleben schon hinter sich zu haben schien, zu einem sozialdemokratischen Hoffnungsträger avancieren könnte.
- Datum 09.09.2008 - 12:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die Beschlüsse des Hamburger Parteitages und das neue Grundsatzprogramm gelten. Korrekturen an der Reform-Agenda 2010 sind möglich. Anders als bei Rot Grün kann man seine Vorstellungen aufzeigen ohne dass sofort eine Blockade und Verschärfung durch den Bundesrat erfolgt. Und die Union mit ihrer bellafigura müssen endlich einmal sagen, wie sie sich die Zukunft vorstellen und können sich nicht wie bisher immer hinter der SPD verstecken. Vielleicht kommt dann auch die Zerrissenheit in der Union etwas mehr zu Tage. Man muss nur mal zur Kenntnis nehmen z.Zt. haben große Teile der Unionsfraktion in Sachen Pendlerpauschale eine andere Meinung wie Frau Merkel.
mindestens vierdimensional, denn zwei und zwei, det macht dooooch vier
Jetzt wollen Muentefering und Steinmeier also ploetzlich Frieden, nachdem sie Beck zuvor so lange mit verdecktem Krieg ueberzogen haben? Fuer diese beiden Herren heisst Parteidisziplin anscheinend, dass der linke Fluegel stillzuhalten hat, wenn sich Partei-Rechte an die Macht putschen, dass Partei-Rechte aber aus der Deckung schiessen duerfen, wenn Partei-Linke gerade an der Macht sind.
Ähnlich habe ich mich zu einem anderen Artikel auch schon geäußert.Ruhe verlangt man immer, wenn man etwas zu verbergen hat.Der clementsche Ruf nach Meinungsfreiheit wird nun nicht mehr gelten, da fortan ja der linke Flügel der SPD, diese Freiheit beanspruchen will.Die Intriganten haben zugeschlagen und nun schreien beide Herren nach Ruhe.Es wird keine Ruhe geben und das ist gut so. MfG Orpheus13437
Ähnlich habe ich mich zu einem anderen Artikel auch schon geäußert.Ruhe verlangt man immer, wenn man etwas zu verbergen hat.Der clementsche Ruf nach Meinungsfreiheit wird nun nicht mehr gelten, da fortan ja der linke Flügel der SPD, diese Freiheit beanspruchen will.Die Intriganten haben zugeschlagen und nun schreien beide Herren nach Ruhe.Es wird keine Ruhe geben und das ist gut so. MfG Orpheus13437
Die Häutung der SPD wird weitergehen. Der soziale Weizen wird sich von der Agenda-Spreu trennen - Halm um Halm, Fuhre um Fuhre, Ernte um Ernte. Der Altbauer Lafontaine wird sie einfahren.Die eigentliche Frage ist aber: Was geschieht dann - in unserer Mit- und Umwelt, mit Ihnen? Wo sind die Führungsvisionen einer Tausendfüßler-Revolution (Ulrich Beck) von OBEN und von UNTEN? Hin zu einem intrinsischen Politikwandel, der Natur und Mensch in den Mittelpunkt stellt? "It´s the economy!" war gestern, solange und soweit sich diese nicht einbetten lässt in soziale und ökologische Ziele. Und solange die Vorstände aller mit dieser Aufgabe handgreiflich überforderten Parteien nicht lernen, den Menschen eine echte und ernste TEILHABE zu gewähren. Bei der gemeinsamen Suche nach Lösungen der komplexen Gegenwarts- und Zukunftsfragen.Die Politik mit ihren Protagonisten und Lautsprechern verfolgen (Macht)Rituale des vergangenen Jahrhunderts - wenn kümmert es wirklich?Und der Bürger wendet sich im Graus ....
In schlechter Tradition hat nun die SPÖ nach dem Egomanen und charakterlosen Ehrgeizling Gerhard Schröder einen neuen Kanzlerkandidaten gleichen Zuschnitts: karrieregeil und machtversessen und nicht im mindesten dran interessiert, wie es den Menschen in Deutschland geht. MfG Theobald Tiger
Ähnlich habe ich mich zu einem anderen Artikel auch schon geäußert.Ruhe verlangt man immer, wenn man etwas zu verbergen hat.Der clementsche Ruf nach Meinungsfreiheit wird nun nicht mehr gelten, da fortan ja der linke Flügel der SPD, diese Freiheit beanspruchen will.Die Intriganten haben zugeschlagen und nun schreien beide Herren nach Ruhe.Es wird keine Ruhe geben und das ist gut so. MfG Orpheus13437
Ich Frage mich wie kann man nach solch einer Aktion noch SPD Anfänger sein? Die Menschen müssen von dem Image wegkommen, das die SPD eine Arbeiterpartei ist. Das ist sie Bundespolitisch schon lange nicht mehr. Mit der Agenda 2010 wurde geziehlt der Mittelstand in Deutschland ruiniert.Es gibt kaum en Mittelständisches Unternehmen, welches nicht unter der Agenda zu leiden hat. Das Resultat dieser Politik sind Insolvenzen und Konkurse. Und das ist soweit ich weiß nicht im Interesse der Arbeitnehmer.Müntefering und Steinmeier sind für die Politik, wie Pest und Cholera für den Menschen. Beides Tötlich. Beides zusammen =Tot².Frau Ypsilanti darf mittlerweile in Hessen mit den Linken zusammen eine Regierung bilden. dabei bricht sie ihr Wahlkampfversprechen und niemanden interessiert es. Ist ja nun auch schon nen paar Monate her....Da darft man das ja.Genau so wird es auch mit dem neuen Führungsduo der SPD ablaufen, Grundsatzprogramm? Beschlüsse von Hamburg??? "Ich habe keine ahnng wovon sie Reden." Das S in SPD steht für Sozial, der Abgang von Kurt Beck zeigte was unter Sozial mittlerweile in der SPD verstanden wird.little by little we gave you everything you ever dreamed of
An alle diejenigen, die neue SPD-Führung als zu rechts kritisieren und Herrn Schröder für den Untergang der Partei verantwortlich machen:Wie sähe denn ein Alternativvorschlag aus ? Frau Nahles Vorsitzende und Ottmar Schreiner Kanzlerkandidat ? Oder die Partei gleich ganz auflösen und geschlossen in die PDS eintreten ?Die Art und Weise, wie die Personalentscheidungen getroffen wurde, war nicht schön, inhaltlich sind sie jedoch richtig.Steinmeier ist bestimmt der einzige mögliche Kandidat der SPD, der der Popularität von Frau Merkel etwas entgegen zu setzen hat, und Müntefering der einzige Vorsitzende, der über genug Autorität verfügt, Ruhe in die Partei zu bringen.Und von denen, die jetzt hier klagen, das sei das endgültige Ende der SPD, sind die meisten doch eh schon längst zu Herrn Lafontain übergelaufen und würden auch unter einem anderen Führungsduo ihr Kreuz nicht mehr bei den Sozialdemokraten machen.Auch wenn ich sicher bin, dass Herr Steinmeier nicht Bundeskanzler wird, so wird die SPD - wenn Schreiner und Konsorten nicht gegen die eigene Partei Opposition betreiben - sich doch von ihrem 20%-Tief erholen können.
Also das mit dem ganz auflösen ist nen guter Vorschlag...
Alternative?? In der Politik gbt es keine Alternative!!! Wählen heißt, sich für das kleinere Übel entscheiden.!!!
little by little we gave you everything you ever dreamed of
Also das mit dem ganz auflösen ist nen guter Vorschlag...
Alternative?? In der Politik gbt es keine Alternative!!! Wählen heißt, sich für das kleinere Übel entscheiden.!!!
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