Pop aus Schweden Visionärin vielleicht?Seite 2/2

Zurzeit aber steht die Musik im Vordergrund. Seit ihr Debütalbum im vergangenen Jahr in Schweden erschienen ist, reist sie fast ununterbrochen auf Tour umher. Das ist nichts Neues für Lykke Li. Mit ihren Eltern, die „durch eine ziemlich hippiemäßige Phase gegangen sind“, lebte sie fünf Jahre lang in Portugal, später in Indien, Marokko und Nepal. „Das hat mich wohl etwas ruhelos gemacht“, sagt sie. „Ich finde nur schwer einen Ort, an dem ich mich zu Hause fühle.“

In New York könne sie allerdings schon leben. Mit 19 ging sie auf eigene Faust dorthin, versuchte sich im Improvisationstheater und ließ sich und ihre Lieder bei Open-Mic-Abenden ausbuhen. „Es ist ein Ort, an dem jeder darum kämpft, das zu erreichen, was er sich wünscht. Oder einfach ums Überleben. Davon geht eine ungeheure Energie aus. Es dreht sich alles ums Arbeiten.“

Lykke Li ging zum Arbeiten dann doch erstmal nach Schweden zurück. Sie veröffentlichte ihre Musik bei MySpace und erregte damit irgendwann die Aufmerksamkeit Björn Yttlings. Der Bassist und Keyboarder der Indie-Band Peter, Björn & John, die 2006 den pfeifenden Radiohit Young Folks hatten, wurde ihr Produzent. So entstand in den legendären Stockholmer Atlantic-Studios – ABBA fabrizierten dort dereinst ihre ersten Hits – ein hinreißendes, souveränes Debütalbum.

Mal schluchzt eine einsame Violine, mal rumpelt ein geschlagener Kontrabass, röhrt ein Tenorsaxofon durch die Stücke. Durchgedrehter Folkpop wechselt sich ab mit elektronischen Tanzrhythmen und Sixties-Girlgroup-Klängen nach Phil Spectors Art. Zwischen all dem singt Lykke Li von Sehnsucht, Angst, Verlassenwerden und Einsamkeit.

Nette Liedchen übers Partymachen sind von ihr nicht zu erwarten. In Everybody But Me singt sie davon, wie es ist, inmitten vergnügungssüchtiger Menschen amüsierunwillig zu sein. „Everybody's drinking – I don't want to“. Im Moment, sagt sie, treffe das allerdings auf sie selbst nicht zu. „Wenn ich jeden Abend ein Konzert habe, muss ich mich irgendwie entspannen. Deshalb mag ich Whisky.“

Das Album Youth Novels ist erschienen bei Warner Music

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Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 10.09.2008 um 19:34 Uhr

    eine popklatsche kindischster klänge

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