US-Republikaner
Ovationen für Sarah Palin
Die Antrittsrede von McCains Vize-Kandidatin war mit großer Spannung erwartet worden. Doch sie hat die Generalprobe glänzend bestanden. Sie griff Barack Obama scharf an

© Paul J. Richards/AFP/Getty Images
Sarah Palin, mit Ehemann Todd und ihrem fünften Kind
Es ist, als hätten die Republikaner auf ihrem Parteitag in Minneapolis pausenlos Red Bull getrunken. Sie fallen sich andauernd in die Arme, sie jubeln und jauchzen. Ihre Begeisterung gilt nicht ihrem Präsidentschaftskandidaten. Nein, ihre Herzen fliegen Sarah Palin zu, der Gouverneurin von Alaska und Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin. Seit die bis vor wenigen Tagen noch völlig unbekannte Dame aus dem hohen Norden plötzlich vom Himmel fiel, sind die Republikaner wie aufgeputscht. Alle wollen sie sehen, ihre Rede ist jetzt die wichtigste: für die Partei, für McCain, für seine Siegeschance – und nach den turbulenten vergangenen Tagen ebenso für Sarah Palin und ihre politische Zukunft.
Sie hat am Mittwochabend die Generalprobe glänzend bestanden. Palin war temperamentvoll und angriffslustig, einfühlsam und authentisch, unterhaltsam und ironisch. Die Parteibasis geriet außer Rand und Band, Sarah Palin ist eine Politikerin nach ihrem Geschmack. Und an diese republikanische Gefolgschaft war ihre Rede auch in erster Linie gerichtet. Die auf die große politische Bühne gestoßene Palin wollte und musste die Zweifler in ihrer Partei davon überzeugen, dass John McCain mit ihr die richtige Wahl getroffen hatte.
Der Ring ist frei und Palin hat gezeigt, wie sie kraftvoll kämpfen wird. Die Strategie gegen Barack Obama und die Demokraten ist klar: einfache Leute gegen elitäre Liberale, bodenständige Kleinstädter gegen abgehobene Großstädter, knallharte Bürgermeistererfahrung gegen schöne Rhetorik. Mit einem schmerzenden Seitenhieb auf den schwarzen Senator sagte sie: In der Politik gebe es Menschen, die mit dem Begriff "Wandel" allein die eigene Karriere förderten, aber ebenso Leute wie John McCain, die mit ihrer Karriere den Wandel beschleunigen wollten. Sarah Palin zollte Obama keinen Respekt, verlor kein lobendes Wort. Im Gegenteil, sie ließ kein gutes Haar an ihm und biss unaufhörlich zu. Sie machte sich sogar über seine Tätigkeit als Sozialarbeiter lustig und darüber, dass er eine Autobiografie geschrieben hat. "Diese Wahl," rief sie ihren frenetisch applaudierenden Anhängern zu, "sollte keine Reise der persönlichen Selbstentdeckung sein."
Damit ist allerdings auch die Schonzeit für Sarah Palin vorbei. Wenn sie morgen, nachdem der Jubel verebbt ist, aufwacht, wird sie schnell und hart erfahren: Es ist das eine, Begeisterungsstürme in der eigenen Partei auszulösen, aber etwas völlig anderes, die Nation für sich einzunehmen. Jetzt muss sie dem politischen Gegner auf Augenhöhe begegnen. Diese Prüfung steht ihr noch bevor, und niemand kann voraussehen, wie sie diesen zweiten, entscheidenden Test bestehen wird.
- Datum 22.1.2009 - 15:32 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Hillary Clinton hat mit Dreck auf Obama geworfen, bevor sie verloren hat, wie Bush senior Angst-Kampagnen gegen Bill Clinton gefahren hat, als er seinen Niedergang gespürt hat.... Wenn Palin gleich so anfängt: nicht gut für sie. Den independents wird das gar nicht gefallen. Und wenn Palin auch noch den Begriff "change" auf McCain und sich münzen will, zeigt das die ganz entscheidende Schwäche der "GOP": sie übernehmen die Sprache der Dems, sie machen sich zur Kopie. Die Kopie wird nie gewinnen. siehe auch cnn: "Poll gives Obama edge in two of three key states"
Mit einer solchen Aussage offenbart sie ihren Charakter und wahrscheinlich wird sie auch noch gewinnen, nur danach seid ihr endgültig pleite.
Ich leihe euch kein Geld mehr.
Gerhard Stenkamp
Eine angeblich aufgeklärte Gesellschaft bejubelt eine ehemalige Sportreporterin, die gerne auf Elche schießt, im Biologieunterricht den Kreationismus fördert und nicht an die vom Menschen verursachte globale Klimaerwärmung glaubt.
Eine unheimliche Welt ist das.
Nun ja, wenn die von Menschen verursachte Klimaerwärmung Glaubenssache ist, braucht sie auch nicht dran zu glauben, denn auch in USA gilt ja noch die Glaubensfreiheit. Und so wie in der Wirtschaft gilt auch bei den Meinungen noch das Konkurrenzprinzip, die Anhänger der Evolutionstrheorie haben auch was zu sagen und zu fördern.
Im Gegensatz zu Deutschland, wo man eigentlich die Herrschaft einer Sicht der Dinge bevorzugt und eine Konkurrenz der Meinungen immer mehr geringschätzt und zunehmend die einseitige Weltanschauung gefördert wird. Das ist natürlich nur gut und edel, denn wirtschaftliche und Machtinteressen spielen dabei in Deutschland natürlich keine Rolle. Selbstverständlich darf auch der aufgeklärte Mensch niemals auf Tiere schießen. Das Töten von Tieren zur Nahrungsaufnahme hat er gefälligst der organisierten Ausübung der Schlachthöfe zu überlassen.Und natürlich sind in Deutschland die Politiker in aller Regel akademische Spitzenkräfte, die Ihren Verstand an den kompliziertesten wissenschaftlichen Aufgaben gemessen haben. Mit freundlichen Grüßen, ein angeblich Aufgeklärter.
"nicht an die vom Menschen verursachte globale Klimaerwärmung glaubt."Wissenschaft muss man nicht "glauben". Und über den Beitrag der Menschheit zur Klimaerwärmung ist das letzte wissenschaftliche Wort noch nicht gesprochen.Was Sie stattdessen hätten erwähnen sollen: Ein großer Teil der US-Amerikaner negiert die Tatsache, dass es überhaupt wärmer auf der Erde wird. Und das ist pure Ignoranz.
http://marcambinder.theatlantic.com/archives/2008/09/mccain_campaign_touts_palins_p.php
Sarah Palin hat 86% Zustimmung in Alaska fuer Ihre Arbeit bekommen. 63% geben Ihr sogar eine hohe Zustimmung.
98% der Republicaner stehen hinter Ihr.
75% der Democraten unterstuetzen sie.
Irgendwas muss Sie schon richtig machen.
Herr Stenkamp. Mit solchen Aussagen spicht Sie die Sprache die fuer Deutsche oder Europaeische Ohren extrem klingt aber in Amerika durch aus ueblich ist. Glauben Sie nicht das die Demokraten so viel anders rueberkommen. Andere Laender andere Sitten.
Volvic. Da Change ja das Schluesselwort der Demokraten ist kann man ja davon ausgehen das die Republikaner das ein oder andere mal darauf eingehen werden,oder? Ausserdem ist es ja wohl legitim das was man als die schwaechen des Gegners ansieht anspricht. Palin hat den Handschuh geworfen und Ihre Position klargemacht.
ich bin aber sehr, sehr entäuscht, ich hatte gehofft, es gäbe jetzt endlich eine Wende.
Gerhard Stenkamp
palin sagt einerseits: obama ist zu jung und unerfahren, und andererseits strahlend: ich bin genauso wie er! :) das wird nix werden...
ich bin aber sehr, sehr entäuscht, ich hatte gehofft, es gäbe jetzt endlich eine Wende.
Gerhard Stenkamp
Es waere McCain gegenueber ungerecht ihn mit dem was Bush angerichtet hat in Verbindung zu bringen.Von da her gesehen weht auf alle Faelle ein anderer Wind. Ausserdem ist es noch zu frueh entauescht zu sein. Noch is nix gegessen.
Wenn eine Moslem sagen würde “Der Krieg gegen Amerika ist Gott gewollt“ der würde gleich nach Guantanamo verfrachtet. Der wird beschuldigt die Gesellschaft des schönen Westens zu Bekämpfen, den schönen “Freiheitlichen Demokratischen Grundordnung des Westen“. Wie soll man mit Frau Sarah Palin umgehen die in eine Kirche vor der Gemeinde den Krieg gegen Irak Gottgewollt bezeichnet. Achja Sie ist ja eine AMERIKANERIN; SORRRRRRRRRRY
vor so einer Weltmacht?
Aussagen über den Willen Gottes sind natürlich grundsätzlich fragwürdig (so sie nicht vom Papst persönlich kommen). Wie kann eine einzelne "Christin" für sich in Anspruch nehmen die Deutungshoheit über Gottes Willen zu besitzen? Sehr wahrscheinlich empfinden abermillionen Christen in aller Welt das Gegenteil als richtig. Nun, offensichtlich vertraut Palin darauf Gehör zu finden wenn sie nur laut genug spricht.Ich mache mir ernstlich Sorgen um dieses ehemals so fortschrittliche Land das mit großen Schritten in dunkle Zeitalter zurückmarschiert – die selbstgewählte Dumm- und Blindheit dieses Volkes wird nun nicht mehr von ein paar Spinnern in den Dörfern des Mittleren Westens propagiert, sie findet ihren Platz auf der größten Bühne des Landes. Es möge verhindert werden das sie in die Regierung eingeht.
palin sagt einerseits: obama ist zu jung und unerfahren, und andererseits strahlend: ich bin genauso wie er! :) das wird nix werden...
Mal abwarten. Auch auf konservativer Seite wird immer wieder darauf hingewiesen das jetzt nicht mehr mit Obamas Unerfahrenheit argumentiert werden kann. Aber... damit werden zwei Personen verglichen die sich fuer unterschiedliche Aemter bewerben. Der Praesidentschaftskandidat steht auf der gleichen Stufe wie der Vize. Also auf der einen Seite wird Unerfahrenheit vielleicht eine Rolle spielen falls McCain eine eventuelle Amtszeit nicht erfuellen kann, auf der anderen haben wir sie sofort. Presto
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