Klimaschutz Streit um die "grüne Kohle"
Der Energiekonzern Vattenfall nimmt mit großem Pomp die erste Pilotanlage für ein CO2-freies Kohlekraftwerk in Betrieb. Kritiker sprechen jedoch von Schönfärberei
So sauber war es am Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe im südbrandenburgischen Spremberg wohl noch nie. Blitzeblank in weißer Zeltburg und auf ausgerolltem blauen Teppich präsentiert sich Vattenfall Europe als weltweiter Spitzenreiter in der CO2-Technologieentwicklung. Statt im Blaumann tummeln sich Mitarbeiter des Energiekonzerns an diesem Dienstag in weißen Anzügen und mit sonnengelben Schutzhelmen. Das Bild wird nur getrübt durch einige wenige Umweltschützer, die sich vor der Anlage postiert haben und grüngefärbte Kohlenstücke in die Kameras der Presseleute halten.
Vattenfall feiert die Inbetriebnahme seiner 70 Millionen Euro teuren Pilotanlage für ein Kohlekraftwerk, das in Zukunft den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids fast komplett vermeiden soll. Das Verfahren nennt sich CCS (Carbon Capture and Storage, also Kohlestoff-Abspaltung und -Lagerung). Anstatt das Treibhausgas, das bei der Kohleverbrennung entsteht, einfach in die Luft zu pusten, wird es aus dem Rauch abgetrennt und anschließend verflüssigt. Tanklaster sollen es anschließend zur unterirdischen Lagerung in einem Erdgasspeicher in die über 300 Kilometer entfernte Altmark transportieren. Nach Angaben von Vattenfall Europe erreiche die Anlage eine CO2-Abscheidung von über 90 Prozent.
In den ersten drei Jahren soll das Pilotprojekt 100.000 Tonnen des verdichteten Treibhausgases zur Speicherung in der Altmark produzieren. Zum Vergleich: Das Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe stößt derzeit jährlich etwa 70 Millionen Tonnen CO2 aus. Bis frühestens 2015 plant Vattenfall zudem den Bau zweier sogenannter Demonstrationskraftwerke in Deutschland und Dänemark. Bis spätestens 2020 soll die CCS-Technik dann auch großtechnisch in Kohlekraftwerken zum Einsatz kommen.
Das wäre für die Energieunternehmen von enormer Bedeutung. Denn ließe sich das CO2 tatsächlich im großen Maßstab abspalten und einlagern, könnten neue Kohlekraftwerke gebaut werden, ohne die Umwelt zu belasten und den Klimaschutzzielen der Regierung zuwiderzulaufen.
Die Pilotanlage, die der brandenburgische Ministerpräsident Platzeck und Kanzleramtsminister Thomas de Maizière symbolisch mit einem Knopfdruck zum Laufen brachten, ist allerdings äußerst umstritten. Als grünen Anstrich für den Energiekonzern Vattenfall, der stark auf Kohlekraftwerke und Atomenergie setzt, sehen Gegner das Projekt. Als Feigenblatt bezeichnet etwa der Bund für Umwelt und Naturschutz die Anlage und weist darauf hin, dass der Energieriese mit Hilfe der CCS-Technik neue klimaschädliche Kohlekraftwerke durchsetzen will.
Dieser Meinung ist auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag Bärbel Höhn. Sie kritisierte die CO2-Speicherung als "ineffizient, unausgereift und teuer" und forderte ein Neubau-Moratorium für Kohlekraftwerke.
- Datum 18.08.2009 - 15:33 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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diese Überschrift ist falsch! Sie wollen das CO2 nur ,wie den Atommüll ,unter die Erde bringen und die Folgen kennen wir wohl. Der Bürger bezahlt teure Einergiepreise und die entstehende Umweltverschmutzung über Steuern noch einmal. Zuviele Energielobbyisten in der Regierung?
Bösartige Kritiker sprechen sogar von Augenwischerei!Wenn das in Bergwerke oder Höhlen gepumpte Kohlendioxid in wenigen Monaten dann noch zur Tropfsteinhöhle mutiert ist, lässt sich die elegante Aufbewahrungsform des "sogenannten Klimagases" Zeh-Oooh!-zwei! auch noch touristisch ausschlachten. Das nenne ich mal unternehmerisches Denken!Das neue Unternehmensmotto:Vattenfall - Stalagtiten für die Unterwelt!
Aus Kohlendioxid wird nicht plötzlich Calciumcarbonat. Und um Kohlendioxid in den Festzustand zu überführen, wird ein sehr hoher Druch benötigt. Wenn der nachläßt, verdampft das Kohlendioxid wieder. Da es schwerer als Luft ist, dauert es vielleicht eine Weile, bis es wieder in der Luft ist. Wie in Pyrmont sollte man keine Hunde mit in die Hühle nehmen, weil niedrig atmende Geschöpfe zuerst benommen sein werden.
Aus Kohlendioxid wird nicht plötzlich Calciumcarbonat. Und um Kohlendioxid in den Festzustand zu überführen, wird ein sehr hoher Druch benötigt. Wenn der nachläßt, verdampft das Kohlendioxid wieder. Da es schwerer als Luft ist, dauert es vielleicht eine Weile, bis es wieder in der Luft ist. Wie in Pyrmont sollte man keine Hunde mit in die Hühle nehmen, weil niedrig atmende Geschöpfe zuerst benommen sein werden.
1. CO2 wird erst bei -79°C flüssig, ich möchte mal wissen wieviel von der erzeugten Energie dafür drauf geht CO2 zu flüssig zu machen. 2. Die LKW Kolone die das CO2 dann 300km quer durch Deutschland transportiert wird ma wieder nicht einbezogen. Die produziert ja auch kein CO2...3. Welche Auswirkungen (Langzeit) hat die einlagerung von CO2 auf die Umwelt.Das einzig Positive ist, das CO2 nicht in den Boden sickert, sondern nach oben steigt.little by little we gave you everything you ever dreamed of
Auch mich würde interessieren, wie hoch der Energiebedarf für die Abtrennung und Verflüssigung des CO2 ist und mit welchen Folgekosten für die Überwachung einer CO2-Deponie zu rechnen ist. Da CO2 unter den Bedingungen der Lagerung nicht zerfällt oder chemisch umgewandelt wird, fallen diese Kosten bis zum Jüngsten Gericht an. Ob es irgendeinem Politiker gelingt, die dafür benötigten Rückstellungen sicher in einer Kasse zu bewahren, erscheint mir noch unwahrscheinlicher, als dass ein Schwarm hungriger Piranhas eine mögliche Beute unangetastet lässt.Es wäre nicht auszudenken, falls das unter hohem Druck stehende Gas irgendwann, z.B. nach einem Erbeben, austreten würde. Für die Menschen in der Umgebung der Deponie wäre dies das Todesurteil. Aus Sicht der Betroffenen ist es durchaus nicht positiv, „ das CO2 nicht in den Boden sickert, sondern nach oben steigt.“In einem Kohlekraftwerk mit einem Verbrauch von 4 Mio t Steinkohle pro Jahr fallen ca. 12 Mio t CO2 an, die abgetrennt, verflüssigt, unter Druck transportiert und schließlich eingelagert werden müssen, alles energieintensive Prozesse. Für den Transport dieser CO2-Menge wird jede Minute 1 Spezial-LKW mit einer Kapazität von 20 t benötigt, an 365 Tagen im Jahr, jeden Tag 24 Stunden lang, alternativ wäre natürlich der Abtransport per Bahn möglich – eine echte logistische Herausforderung.
Auch mich würde interessieren, wie hoch der Energiebedarf für die Abtrennung und Verflüssigung des CO2 ist und mit welchen Folgekosten für die Überwachung einer CO2-Deponie zu rechnen ist. Da CO2 unter den Bedingungen der Lagerung nicht zerfällt oder chemisch umgewandelt wird, fallen diese Kosten bis zum Jüngsten Gericht an. Ob es irgendeinem Politiker gelingt, die dafür benötigten Rückstellungen sicher in einer Kasse zu bewahren, erscheint mir noch unwahrscheinlicher, als dass ein Schwarm hungriger Piranhas eine mögliche Beute unangetastet lässt.Es wäre nicht auszudenken, falls das unter hohem Druck stehende Gas irgendwann, z.B. nach einem Erbeben, austreten würde. Für die Menschen in der Umgebung der Deponie wäre dies das Todesurteil. Aus Sicht der Betroffenen ist es durchaus nicht positiv, „ das CO2 nicht in den Boden sickert, sondern nach oben steigt.“In einem Kohlekraftwerk mit einem Verbrauch von 4 Mio t Steinkohle pro Jahr fallen ca. 12 Mio t CO2 an, die abgetrennt, verflüssigt, unter Druck transportiert und schließlich eingelagert werden müssen, alles energieintensive Prozesse. Für den Transport dieser CO2-Menge wird jede Minute 1 Spezial-LKW mit einer Kapazität von 20 t benötigt, an 365 Tagen im Jahr, jeden Tag 24 Stunden lang, alternativ wäre natürlich der Abtransport per Bahn möglich – eine echte logistische Herausforderung.
CO2 oder Kohlenstoffdioxid sublimiert bei Normaldruck (1013 hPa) bei etwa -78°C, d.h. es geht vom festen in den gasförmigen Zustand über. Das ist das sogenannte Trockeneis. Unter Druck sieht das etwas anders aus. Unterhalb der kritischen Temperatur von 31°C kann man Kohlenstoffdioxid zu einer Flüssigkeit verdichten, oberhalb dieser Temperatur nicht mehr. Trockeneis wird ab einer Temperatur von 31°C schlagartig gasförmig.In Bergwerken herrscht bis zu einer Tiefe von 25 Metern eine Temperatur von ca. 9°C. Geht man tiefer, steigt die Temperatur pro 100 Meter um etwa 3°C.Das heißt ab einer Tiefe von etwa 700 m ist CO2 immer gasförmig.Realistisch läßt sich das CO2 also am besten in stillgelegten U-Bahnschächten lagern. Wie will Vattenfall eigentlich sicherstellen, dass die CO2 Speicher, die ja nicht sehr klein sein können, eigentlich gasdicht sind oder stets auf mindestens -78°C oder darunter gehalten werden? Ersparen Sie mir auszurechnen, wieviel Energie dafür nötig ist. In letzter Konsequenz ist der "echte" Wirkungsgrad dieses Pilot-Kraftwerkes so schlecht, dass es jedem Kühlturm spottet. Eine Einlagerung als Feststoff in Form eines Carbonates wäre eine überdenkenswerte Alternative - dann wären wir wieder bei den Tropfsteinhöhlen und den Stalagtiten.Vattenfall - Tropfsteinhöhlen für Jedermann.
Wie wollen Sie denn das CO2 „in stillgelegten U-Bahnschächten lagern“? Unter Druck oder bei -78°C? Beide Varianten sind absolut unrealistisch, ganz abgesehen davon, dass die benötigten, stillgelegten U-Bahnschächte nicht verfügbar sind.Auch Ihr Hinweis, „Eine Einlagerung als Feststoff in Form eines Carbonates wäre eine überdenkenswerte Alternative“ erscheint mir absurd. Wo nehmen Sie denn die dafür benötigte basische Komponente her? Natronlauge aus Elektrolyse von NaCl oder wollen Sie Kalk brennen? Dabei wird soviel CO2 freigesetzt, wie Sie anschließend wieder binden können. Das kann wohl nicht die Lösung sein.
Wie wollen Sie denn das CO2 „in stillgelegten U-Bahnschächten lagern“? Unter Druck oder bei -78°C? Beide Varianten sind absolut unrealistisch, ganz abgesehen davon, dass die benötigten, stillgelegten U-Bahnschächte nicht verfügbar sind.Auch Ihr Hinweis, „Eine Einlagerung als Feststoff in Form eines Carbonates wäre eine überdenkenswerte Alternative“ erscheint mir absurd. Wo nehmen Sie denn die dafür benötigte basische Komponente her? Natronlauge aus Elektrolyse von NaCl oder wollen Sie Kalk brennen? Dabei wird soviel CO2 freigesetzt, wie Sie anschließend wieder binden können. Das kann wohl nicht die Lösung sein.
Auch mich würde interessieren, wie hoch der Energiebedarf für die Abtrennung und Verflüssigung des CO2 ist und mit welchen Folgekosten für die Überwachung einer CO2-Deponie zu rechnen ist. Da CO2 unter den Bedingungen der Lagerung nicht zerfällt oder chemisch umgewandelt wird, fallen diese Kosten bis zum Jüngsten Gericht an. Ob es irgendeinem Politiker gelingt, die dafür benötigten Rückstellungen sicher in einer Kasse zu bewahren, erscheint mir noch unwahrscheinlicher, als dass ein Schwarm hungriger Piranhas eine mögliche Beute unangetastet lässt.Es wäre nicht auszudenken, falls das unter hohem Druck stehende Gas irgendwann, z.B. nach einem Erbeben, austreten würde. Für die Menschen in der Umgebung der Deponie wäre dies das Todesurteil. Aus Sicht der Betroffenen ist es durchaus nicht positiv, „ das CO2 nicht in den Boden sickert, sondern nach oben steigt.“In einem Kohlekraftwerk mit einem Verbrauch von 4 Mio t Steinkohle pro Jahr fallen ca. 12 Mio t CO2 an, die abgetrennt, verflüssigt, unter Druck transportiert und schließlich eingelagert werden müssen, alles energieintensive Prozesse. Für den Transport dieser CO2-Menge wird jede Minute 1 Spezial-LKW mit einer Kapazität von 20 t benötigt, an 365 Tagen im Jahr, jeden Tag 24 Stunden lang, alternativ wäre natürlich der Abtransport per Bahn möglich – eine echte logistische Herausforderung.
WENN es wirklich funktionieren würde, also wenn man das CO2 dauerhaft in Kohleflözen und Erdgas- oder Öllagerstätten binden könnte, wäre es ja schon eine gute Möglichkeit, auch für einen längeren Übergangszeitraum weiter auf Kohle zu setzen. Ich habe jedoch gelesen, daß durch das Abscheiden des CO2 der Wirkungsgrad der Kraftwerke so stark absinkt und das ganze dadurch so teuer wird, daß viele Kritiker, nicht nur aus dem grünen Lager, einen wirtschaftlichen Betrieb für unwahrscheinlich halten. Aber mal sehen, ist ja erstmal nur eine Pilotanlage, ich würd dem ganzen erstmal eine Chance geben anstatt alles schon im Vorraus niederzumachen, nur weil´s mit "Vattenfall" und "Kohle" zu tun hat. --------------------------------------------------------------------
"Die Bürokratie wurde geschaffen, um die Bedürfnisse der Bürokratie zu stillen."
Wie wollen Sie denn das CO2 „in stillgelegten U-Bahnschächten lagern“? Unter Druck oder bei -78°C? Beide Varianten sind absolut unrealistisch, ganz abgesehen davon, dass die benötigten, stillgelegten U-Bahnschächte nicht verfügbar sind.Auch Ihr Hinweis, „Eine Einlagerung als Feststoff in Form eines Carbonates wäre eine überdenkenswerte Alternative“ erscheint mir absurd. Wo nehmen Sie denn die dafür benötigte basische Komponente her? Natronlauge aus Elektrolyse von NaCl oder wollen Sie Kalk brennen? Dabei wird soviel CO2 freigesetzt, wie Sie anschließend wieder binden können. Das kann wohl nicht die Lösung sein.
Danke für Ihren freundlichen Hinweis. Absolut ist übrigens eine Vodka-Marke, kein Argument.Ich hatte nicht vor, CO2 in U-Bahnschächten zu lagern; zum einen, weil ich keine U-Bahnschächte besitze, zum anderen weil ich in einer für den U-Bahnbau ungünstigen Gegend wohne. Ich habe lediglich festgestellt, dass eine energetisch günstige Tiefe etwa auf der Höhe von U-Bahnschächten liegt.Meine Vorschläge sind mindestens so realistisch und zukunftsweisend oder absurd wie das Vattenfall-Konzept. Die Absurdität der Einlagerung von CO2 als Carbonat hält sich hingegen in Grenzen.Das Entfernen von CO2 aus der Luft läuft über das Calciumbicarbonat / Calciumcarbonat-Gleichgewicht und das Überschreiten von Sättigungsgrenzen con Carbonat durch Erhöhung des pH-Wertes (beispielsweise durch Ammoniak produzierende Bakterien).
Danke für Ihren freundlichen Hinweis. Absolut ist übrigens eine Vodka-Marke, kein Argument.Ich hatte nicht vor, CO2 in U-Bahnschächten zu lagern; zum einen, weil ich keine U-Bahnschächte besitze, zum anderen weil ich in einer für den U-Bahnbau ungünstigen Gegend wohne. Ich habe lediglich festgestellt, dass eine energetisch günstige Tiefe etwa auf der Höhe von U-Bahnschächten liegt.Meine Vorschläge sind mindestens so realistisch und zukunftsweisend oder absurd wie das Vattenfall-Konzept. Die Absurdität der Einlagerung von CO2 als Carbonat hält sich hingegen in Grenzen.Das Entfernen von CO2 aus der Luft läuft über das Calciumbicarbonat / Calciumcarbonat-Gleichgewicht und das Überschreiten von Sättigungsgrenzen con Carbonat durch Erhöhung des pH-Wertes (beispielsweise durch Ammoniak produzierende Bakterien).
In der Dunkelheit haben die Zwillinge mit Nachnamen Oxygen keinen Bock mehr auf ihren Kumpel Carbonium in ihrer Mitte und lassen den unten zurück um wieder aus dem Dreck zu diffundieren. Und der dann allein gebliebene ehemalige Bindungspartner sucht sich aus lauter Verlegenheit Kumpels seiner Bauart und Vattenfall läßt die Carbonium-Kumpels in nicht allzu ferner Zukunft wieder ans Licht, damit sie durch ihre früheren Zwillinge Oxygen wieder beidseitig eingehakelt werden!Und wenn sie nicht gestorben sind...
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