Eine Dämlichkeit. Viel mehr fällt auch gewogenen Beobachtern nicht mehr zu dem erst großartig angekündigten, dann modifizierten und nun ganz zurückgenommenen Bedienzuschlag ein, mit dem die Deutsche Bahn Kunden bestrafen wollte, die ihre Fahrkarte noch immer am Schalter statt am Automaten oder im Internet kaufen.

Abermals präsentiert sich die Bahn als ein Konzern, der zwar als Global Player wahrgenommen werden möchte, aber von vielen Bürgern eher als Rumpelladen gesehen wird: schlecht organisiert, unfreundlich, dafür ständig teurer.

Und dieses Gebilde soll nun – vermutlich Ende Oktober - an die Börse gehen. Schon haben Investoren bis nach China Interesse geäußert.

Doch wird sich der Streit um den Bedienzuschlag auf diesen von Bahnchef Hartmut Mehdorn so lange herbeigesehnten Moment negativ auswirken? Die Antwort lautet: Ja und nein.

Nein, weil Investoren sich von einem einzelnen Managementfehler nicht so leicht abschrecken lassen. Sie interessieren sich für andere Ziffern.

Die lasen sich in der Bilanz für das erste Halbjahr 2008 gut: Der Konzerngewinn vor Zinsen, Steuern und ohne positive Sondereffekte aus Verkäufen erhöhte sich auf 1,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich kletterte der Gewinn auf 915 Millionen Euro. Auch der Umsatz legte zu, auf 16,6 Milliarden Euro.