Finanzkrise Kartenhäuser hinter Bankfassaden

Die Misere der Investment-Bank Lehman zeigt, wie schnell die Krise an die Kapitalmärkte zurückkehren kann. Eine Warnung für Anleger

Seismologen wissen es: Die ersten Tage kurz nach einem Erdbeben sind besonders gefährlich, weil Nachbeben bereits beschädigte Gebäude vollends zum Einsturz bringen können. Gleiches gilt für die Finanzmärkte, auch wenn dort die Reaktionszeiten zuweilen deutlich länger sind.

Seit dem Ausbruch der Bankenkrise ist gut ein Jahr vergangen, doch nach der ersten Erholungsphase hat es immer wieder Nachbeben am Kredit- und Aktienmarkt gegeben. Milliardenabschreibungen bei Citigroup und UBS, der Beinahe-Kollaps von Bear Stearns, die angekündigte Verstaatlichung der US-Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac – und nun die tiefe Krise bei der Investmentbank Lehman Brothers.

Allein schon die Tatsache, dass die Lehman-Aktie am Dienstag um 40 Prozent in die Tiefe rauschte und die Bank ihre Bilanzzahlen gezwungenermaßen früher als geplant veröffentlichte, belegt die Fragilität der ganzen Branche: Mit den wiederkehrenden Erschütterungen brachen wichtige Ertragssäulen weg, und es lässt sich kaum abschätzen, hinter welchen glitzernden Bankenfassaden sich ein einsturzgefährdetes Kartenhaus verbirgt.

Lehman Brothers blieb nur noch die Flucht nach vorn, um der Zahlungsunfähigkeit zu entrinnen. Die Veröffentlichung der Quartalszahlen wurde vorgezogen. Wobei der am Mittwoch publizierte Quartalsverlust von fast vier Milliarden Dollar wenig dazu beitrug, das verlorene Vertrauen der Investoren wiederzugewinnen.

Die Investment-Bank muss nun einen Teil ihrer Geschäftssparten verkaufen, um wieder auf die Beine zu kommen. Ob das gelingt oder ob der amerikanische Fiskus wie bei Bear Stearns, Fannie Mae und Freddie Mac mit einer staatlichen Kapitalspritze einspringen muss, ist derzeit noch ungewiss.

Leser-Kommentare
    • iDog
    • 11.09.2008 um 16:03 Uhr

    siehe meinen kommentar hierzu in einem anderen thraed !

    lehman ist doch nur eine von vielen , die zum ende des jahres wahrscheinlich abgewickelt werden . schauen sie das video an , das ich auch in dem verlinkten kommentar oben empfehle: grausig aussichten. hier zeigt sich einmal mehr, dass geldschoepfung nicht in die haende der privatwirtschaft gehoert - die hat der staat zu vollziehen, dann gibt es auch keine staatsverschuldung mehr gegenueber privatwirtschaftlichen kreditgebern. die usa muesen im moment 3 milliarden $ schulden pro tag neu aufnehmen .... keine ende in aussicht... ausser der kompletten pleite, waeghrungsreform oder flucht in den krieg. wie gesagt grausige aussichten. wir werden alle betroffen sein.

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    Die USA sind bilanztechnisch pleite. 100.000 Milliarden US-$ können nicht zurückbezahlt werden. So viele Karibus kann Frau Palin gar nicht schießen...

    Die Frage wird sein, wie Europa, insbesondere Deutschland, das Ganze wegstecken wird. Statt den engen Schulterschluss mit Russland zu suchen, legt sich die naive Frau Merkel lieber mit Putin und Nachfolger an. Das geht mit Sicherheit in die Hose.

    Aber vielleicht wird die sich abzeichnende Finanz-Tsunami, wenn sie erst einmal über den europäischen Kontinent hinwegrollt, auch Frau Merkel und die ganze reaktionäre CSU/CDU-Clique hinwegspülen.

    Der einzige deutsche Politiker, dem ich zutraue, das Schiff in schwerer See auf Kurs zu halten, ist Oskar Lafontaine. Das ist der einzige Politiker von Format, den dieses Land vorzuweisen hat! Ich halte eine Kanzlerschaft Lafontaines durchaus für möglich. Wenn die Weltwirtschaftskrise losbricht, werden sich die etablierten Parteien sehr wundern!

    Die deutschen Interessen liegen im Osten. Von dort kommt unsere Energie und dort liegen unsere Absatzmärkte. Eine enge Kooperation Russland/Deutschland kann die gesamte EU ökonomisch stabilisieren. Diesen Zusammenschluss der beiden mächtigsten Völker Europas fürchten die Angelsachsen wie der Teufel das Weihwasser! Alle grossen Konflikte des 20. Jahrhunderts hatten das Ziel, diesen Zusammenschluss zu verhindern! Wir befinden uns sozusagen ökonomisch/politisch im Mai 1945. Die Devise sollte also lauten: Zurück in die Zukunft!

    Die USA sind bilanztechnisch pleite. 100.000 Milliarden US-$ können nicht zurückbezahlt werden. So viele Karibus kann Frau Palin gar nicht schießen...

    Die Frage wird sein, wie Europa, insbesondere Deutschland, das Ganze wegstecken wird. Statt den engen Schulterschluss mit Russland zu suchen, legt sich die naive Frau Merkel lieber mit Putin und Nachfolger an. Das geht mit Sicherheit in die Hose.

    Aber vielleicht wird die sich abzeichnende Finanz-Tsunami, wenn sie erst einmal über den europäischen Kontinent hinwegrollt, auch Frau Merkel und die ganze reaktionäre CSU/CDU-Clique hinwegspülen.

    Der einzige deutsche Politiker, dem ich zutraue, das Schiff in schwerer See auf Kurs zu halten, ist Oskar Lafontaine. Das ist der einzige Politiker von Format, den dieses Land vorzuweisen hat! Ich halte eine Kanzlerschaft Lafontaines durchaus für möglich. Wenn die Weltwirtschaftskrise losbricht, werden sich die etablierten Parteien sehr wundern!

    Die deutschen Interessen liegen im Osten. Von dort kommt unsere Energie und dort liegen unsere Absatzmärkte. Eine enge Kooperation Russland/Deutschland kann die gesamte EU ökonomisch stabilisieren. Diesen Zusammenschluss der beiden mächtigsten Völker Europas fürchten die Angelsachsen wie der Teufel das Weihwasser! Alle grossen Konflikte des 20. Jahrhunderts hatten das Ziel, diesen Zusammenschluss zu verhindern! Wir befinden uns sozusagen ökonomisch/politisch im Mai 1945. Die Devise sollte also lauten: Zurück in die Zukunft!

  1. ... von SBS TV Australien (öffentlich-rechtlich).
    http://news.sbs.com.au/da...

    Hier einige kurze Anmerkungen zur Australischen Wirtschaft. Die Verschuldung der Bundesregierung beäuft sich derzeit um den Nullpunkt. Vielleicht sogar ein Vermögen von einigen zig-Milliarde AUD. Dies wurde allerdings zum Teil auf Kosten der Staaten erreicht und auch die Infrastruktur marodiert teils arg. Bspw. ÖPNV Sydney ist guten Teils auf Dritte Welt Niveau mit sich verlängernden Fahrzeiten, nicht hinreichender Bestückung, technischen Mängeln, etc. Fahrpläne sind zu einem Kompendium von Annäherungswerten verkommen. Regionale Energieversorgungsengpässe (das Land ist Nettoproduzent!) Weiteres Problem: die Auslandsverschuldung hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten verdreissigfacht.

    @ iDog

    Übrigens einer der, wenn nicht der Hauptgrund für die Rettung von Fannie und Fred, ist die Wahrung einer residuellen Kreditwürdigkeit der USA. China, Russland und beispielsweise viele Ölländer haben dort ihre USD Devisenreserven geparkt. Wenn F & F also zumachen sind die USA kein Anlageland mehr. Man kann dann mit US-Dollars nicht mehr viel machen. Konsequenzen: Währungsverfall, keine Möglichkeiten mehr zur Importfinanzierung, keine Geldaufnahmemöglichkeiten mehr für öffentliche Defizite mangels Binnensparquote, etc. Rush weg vom Geld zu Sachwerten = Megainflation.

    Auf der anderen Seite wird das wohl früher oder später doch so kommen müssen. Also raus aus Geldwerten und rein in die Sachwerte. So oder so werden die Zeiten eher recht interessant werden.

    Weitere Anmerkungen

    Ich persönlich habe seit den 1970er Jahren kein intellektuelles Verständnis für das expandierende Leben auf Pump in den westlichen Industriegesellschaften. Das es soweit gutgegangen ist ist halte ich eh schon für fast ein Wunder.

    Ein Problem ist dass nach der kleinen Depression ca. 1990/91 viel Staatsbesitz verscherbelt wurde (Telekom, Lufthansa, etc.). Da kann man bei einem neuen Krisenfall nicht mehr viel zusetzen.

    Megaproblem: hohe Immobilienpreise. steigende Immobilienpreise schaffen hohe beleihbare, Buchwerte. Bei einem Verfall geht aber die Finanzwirtschaft kaputt. Hohe Ommobilienpreise erfordern aber auch hohe Löhne und vermindern damit die Wettbewerbsfähigkeit einer Industriegesellschaft, was gut geht wenn man das einige Zeit lang mit hochpreisigen Dienstleistungen (Banken, IT) auffangen kann. Wenn qualifizierte Industriejobs aber nicht mehr nach oben mobil sind sondern zu Bullettenbrater- und Verkäuferjobs denigrieren hat es ein Problem.

    Deutschlands Aussichten:
    - schlecht: gigantische Staatsverschuldung (danke, lieber Einheitskanzler!)
    - gut: noch vorzeigbare Industriestrukturen (im Ggsatz zu bspw. GB und USA)

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    • iDog
    • 11.09.2008 um 23:58 Uhr

    die gefahr , dass jetzt die USA schon bis auf weiteres dh. bis nach den wahlen mindestens kein anlageland mehr ist sagen auch 2 von drei der im verlinkten video sprechenden amerikanischen experten explizit - haben sie es angeschaut? - und betonen , darin liege eine wenn nicht die grosse gefahr ...

    • iDog
    • 11.09.2008 um 23:58 Uhr

    die gefahr , dass jetzt die USA schon bis auf weiteres dh. bis nach den wahlen mindestens kein anlageland mehr ist sagen auch 2 von drei der im verlinkten video sprechenden amerikanischen experten explizit - haben sie es angeschaut? - und betonen , darin liege eine wenn nicht die grosse gefahr ...

    • Anonym
    • 11.09.2008 um 23:24 Uhr

    ... haben rein gar nichts miteinander zu tun. Genauso wenig trifft das auf Saismologie zu. Weshalb Kommentatoren Finanzen mystifizieren ist jedoch klar, sie haben selbst keinen Ueberblick. Angefangen hatte der Schlamasel mit einem einfachen Fehler im amerikanischen Recht. Denn am Anfang des Kapitalismus war es nicht vorstellbar, dass etwa auch Firmen Aktien anderer Firmen kaufen koennen. So war dies auch nicht verboten, mit der Folge, dass heutzutage eine Person beim Aktienkauf durch Konzerne ueberboten werden kann, was unrealistische Aussmasse annimmt. Die Leidtragenden bei einer zwangslaeufigen anschliessenden Talfahr sind die Arbeitnehmer, aber auch die "Kleinanleger".

    Nun wurden in der juengsten Geschichte des Dollar ganz willkuerlich gesetzliche Aenderungen herbeigefuehrt, damit Reiche noch schneller immer reicher werden. Die Finanzwelt wird nur von Aussen betrachtet immer komplexer, nicht jedoch fuer denjenigen dem sie nuetzen sollte. Dabei wuerde es ausreichen, aufzulisten, wer durch solche Aenderungen das meiste Geld gemacht hat und in welcher Weise. Dann wuerde jedem klar, dass Finanzpolitik jeden betrifft und man sich von Politikern nicht veraeppeln lassen sollte.

    • iDog
    • 11.09.2008 um 23:58 Uhr

    die gefahr , dass jetzt die USA schon bis auf weiteres dh. bis nach den wahlen mindestens kein anlageland mehr ist sagen auch 2 von drei der im verlinkten video sprechenden amerikanischen experten explizit - haben sie es angeschaut? - und betonen , darin liege eine wenn nicht die grosse gefahr ...

    • iDog
    • 12.09.2008 um 20:17 Uhr

    ist , dass man hier fürernst berichte und sachliche hinweise oder wenn man die amerikanischen experten der finanzscene : Nouriel Roubini (NY University), Gretchen Morgenson (NY Times), Floyd Norris (NY Times) und Mohamed El-Erian (PIMCO) zitiert , mit ganz miesen 5 x 1 stern abgeurteilt wird - kinder, kinder ihr seid ja nicht mehr zu retten - die experten haben also recht , wenn sie sagen , dass eine andere der wirklich grossen gefahren darin besteht , dass die krise abgeleugnet wird ,das man sie nicht wahrhaben will - moeglicherweise sogar so lange bis gar nichts mehr zu retten ist ... haaaaaaallooooo aufwachen .... aber vielleicht kommen die bewertungen ja auch mal wieder von unseren freunden den armageddon liebhabern aus dem fundamentalistisch-christlichen lager , die es gar nicht erwarten koennen zur rechten gottes zu sitzen mit iheren pleitegegenagen partenern und wertlosen geldbergen. haleluja ...

  2. haben recht. Das Kartenhaus der Finanzindustrie hat gerade erst angefangen zusammen zu brechen. Wenn ein Dominostein erst mal gefallen ist, folgen in dieser stark vernetzten und globalen Gemeinschaft noch weitere. Oder warum glauben Sie, dass Merrill Lynch auch gleich aufgekauft wurde? Wahrscheinlich mussten hier auch die Counterparty Risiken minimiert werden.

    Wie auch immer, ich weiss noch nicht ob wir eine heftige Deflation oder eine Hyperinflation bekommen. Das ist wohl von der Entschlossenheit der Staaten, insbesondere der US, abhaengig die Kreditblase wieder mit Luft zu fuellen. Allerdings koennte nun auch dem Letzten klar werden, dass die naechsten Jahre an Dramatik nicht zu ueberbieten sind.

    Hoffentlich wird es nicht so schlimm, dass die Menschen richtig verzweifeln. Denn die Geschichte beweist, dass auf jede echte Wirtschaftskrise ein grosser Krieg folgt. Heutzutage waere ein grosser Krieg fuer alle fatal. Die Lunte hat sich jedoch schon entzuendet (Georgien). Ich hoffe auf einen Blindgaenger.

  3. Die USA sind bilanztechnisch pleite. 100.000 Milliarden US-$ können nicht zurückbezahlt werden. So viele Karibus kann Frau Palin gar nicht schießen...

    Die Frage wird sein, wie Europa, insbesondere Deutschland, das Ganze wegstecken wird. Statt den engen Schulterschluss mit Russland zu suchen, legt sich die naive Frau Merkel lieber mit Putin und Nachfolger an. Das geht mit Sicherheit in die Hose.

    Aber vielleicht wird die sich abzeichnende Finanz-Tsunami, wenn sie erst einmal über den europäischen Kontinent hinwegrollt, auch Frau Merkel und die ganze reaktionäre CSU/CDU-Clique hinwegspülen.

    Der einzige deutsche Politiker, dem ich zutraue, das Schiff in schwerer See auf Kurs zu halten, ist Oskar Lafontaine. Das ist der einzige Politiker von Format, den dieses Land vorzuweisen hat! Ich halte eine Kanzlerschaft Lafontaines durchaus für möglich. Wenn die Weltwirtschaftskrise losbricht, werden sich die etablierten Parteien sehr wundern!

    Die deutschen Interessen liegen im Osten. Von dort kommt unsere Energie und dort liegen unsere Absatzmärkte. Eine enge Kooperation Russland/Deutschland kann die gesamte EU ökonomisch stabilisieren. Diesen Zusammenschluss der beiden mächtigsten Völker Europas fürchten die Angelsachsen wie der Teufel das Weihwasser! Alle grossen Konflikte des 20. Jahrhunderts hatten das Ziel, diesen Zusammenschluss zu verhindern! Wir befinden uns sozusagen ökonomisch/politisch im Mai 1945. Die Devise sollte also lauten: Zurück in die Zukunft!

    Antwort auf "rezession in der USA ?"

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