CSU Das lustlose Original
Nach der Rückkehr von Franz Müntefering greift nun auch Edmund Stoiber in den bayerischen Wahlkampf ein. Er kritisiert seine Nachfolger, ist aber von seiner Bestform weit entfernt.
Fast ist alles wie früher. Edmund Stoiber marschiert in das große Festzelt in Freising ein, er macht Wahlkampf für die CSU in Bayern. Stoiber wird vom Trachtenverein und einigen Nonnen begrüßt, eine Blaskapelle spielt den „Bayrischen Defiliermarsch“. Einzelne „Edmund“-Rufe hallen durch das Bierzelt. Eine alte Frau in Faltenrock und Stützstrümpfen klatscht besonders energisch zum Takt der Musik mit. Der örtliche CSU-Landtagskandidat kündigt Stoiber sogar als „bayrischen Ministerpräsident“ an.
Doch die Zeiten sind vorbei. Stoiber ist seit einem Jahr nicht mehr Ministerpräsident, nicht mehr CSU-Chef. Er hat keine Rolle mehr in der ersten Reihe der Politik. Er arbeitet jetzt als EU-Beauftragter für Bürokratieabbau, und niemand weiß so recht, was er in Brüssel macht. Und Stoiber ist „Ehrenspielführer der CSU“, wie er sich selber nennt. Das heißt im Klartext: Seine ungeliebten Nachfolger Günther Beckstein und Erwin Huber werden regelmäßig in die Schranken gewiesen. So richtig verziehen hat er ihnen bis heute nicht, dass ihn alle gedrängt haben zu gehen.
Umso selbstbewusster legt er im Freisinger Bierzelt los: „Hier spricht das Original“, ruft Stoiber in die Menge und grinst. Es ist seine erste große Rede seit seinem Abschied, und er will zeigen, dass er noch da ist. Er redet vom Erfolg der CSU und betont das konservative Profil seiner Partei. „Wir müssen die Tradition pflegen und den Fortschritt gestalten“, beschwört Stoiber die Zuhörer. Schnell kritisiert er die eigene Schwesterpartei. Die CDU sei in Berlin „viel zu glatt gebügelt“. Niemand außer seiner bayrischen CSU stehe für konservative Werte.
Sofort wird klar, dass Stoiber mit der Arbeit seiner Nachfolger nicht zufrieden ist. Die CSU müsse „selbstbewusst und erfolgreich auftreten“, wiederholt er Mantra-artig, und nicht mit „hängenden Schultern“. Dann setzt er die Messlatte, die über Sieg oder Niederlage bei der Landtagswahl entscheiden soll: „49 Prozent ist nicht der Mythos der CSU.“ Die Zuschauer klatschen artig, aber Euphorie kommt nicht auf. Zwar hatten die CSU-Veranstalter im Vorfeld 6000 Besucher und „deftige Aschermittwochs-Sprüche“ versprochen. Doch viele Bierbänke sind leer geblieben.
Stoiber grast in einem politischen Rundumschlag alle Themen ab, die ihm wichtig scheinen: Bildungs- und Energiepolitik, Innere Sicherheit und Integration. Wild springt er von Thema zu Thema, gestikuliert mit den Armen, verhaspelt sich, verschluckt Worte. Dann kommt es zu einem seiner berühmten kleinen Patzer: Stoiber sagt, dass seine Nachfolger die Politik der CSU fortsetzen sollen. „Erwin Huber und … äh, Günther Beckstein.“ Für einen Moment war ihm der Name des neuen Ministerpräsidenten entfallen. Die Leute lachen.
Kurz darauf kommt Stoiber auf SPD-Mann Franz Müntefering zu sprechen, nennt ihn seinen alten „Mitstreiter“. Das Gemurmel im Saal, besonders in den Reihen der CSU-Politiker, verstummt. Müntefering hatte sich vor zwei Wochen mit einer krachenden Rede im Münchner Hofbräukeller zurückgemeldet. Am Wochenende danach trat SPD-Chef Kurt Beck zurück, nun soll Müntefering wieder Vorsitzender der SPD werden.
- Datum 18.09.2008 - 10:09 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...die Rückkehr des Gerhard Schröder und des Wolfgang Clement auf die politische Bühne, dann ist der Murks komplett und alle Größtmöglichen Murksmacher sind wieder im politischen Tagesgeschäft. Erbärmlich.
Sie haben den Dicken aus Ludwigshafen vergessen...
Sie haben den Dicken aus Ludwigshafen vergessen...
Jetzt seid mal nicht so hart, man kann ja nicht jeden Tag eine Transrapid-Rede verlangen!
Nach den furiosen Jahren des staatlich gesponserten und subventionierten Aufbaus der Korruptionssysteme a la Siemens und dem real-existierenden Zusammenbruch des Handwerks und des Mittelstandes qua finanzieller Erdrosselung und administativer Strangulierung, wird auch die Amigorepublik im Alpenvorland wieder Szenen erleben, wie sie einst Realität waren, als die erste Räterepublik Deutschlands in Bayern ausgerufen wurde.
Damals war der Zusammenbruch des monarchistischen Vettern- und Gunstlingswirtschaftssystems in der Folge der militaristischen Allmachtsvisionen die Basis dafür, dass es in Bayern hieß "Wir sind das Volk!"
Demnächst wird es der Zusammenbruch der finanzfeudalistischen Günstlings- und Bescheißersystem in Politik, Wirtschaft und Administration es sein, der beim Durchschnittsbürger wieder die Rückbesinnung auf die fundamentale Wahrheit "essen kommt von arbeiten" bewirken wird.
Und "arbeiten", nun ja, "arbeiten" das ist ja nun wahrlich kein Kernkompetenz unserer Eliten und schon gar nicht unserer Exzellenzeliten.
Deren Kernkompetenzen bestehen nur im Anscheinerwecken und Abzocken. So wie im Bank- und Finanzwesen auch.
...bewertet werden kann...
Aus der ZEIT: Nach der Rückkehr von Franz Müntefering greift nun auch Edmund Stoiber in den bayrischen Wahlkampf ein.Von seiner Bestform ist er weit entfernt.
Heute in SPIEGEL-online: Freising - Edmund Stoiber ist wieder da. "Ein Jahr ausgeruht, topfit, Sie sehen es ja selbst", ruft er ins Festzelt von Freising. Und grinst. Grinst sehr breit. Rechte Hand lässig in der Hosentasche. Von den Bänken rufen sie schon mal vorsorglich "Bravo!".
Die ZEIT: Doch einen Vorwurf werden ihm seine Parteifreunde nach diesem Auftritt sicher wieder machen: Dass er eigentlich gar nicht will, dass Günther Beckstein und Erwin Huber die Wahl gewinnen.
SPIEGEL-online: Stoiber fuchtelt mit beiden Zeigefingern. Stoiber schwitzt. Stoiber wirft das Mikro fast um. Es ist wie früher, der Mann fühlt sich wohl. "Bravo", rufen sie ihm zu.
Die ZEIT: Man wird schließlich nicht für die Politik der Vergangenheit gewählt“, sagt er und will noch schnell ein paar „Visionen für die Zukunft“ nennen. Was er nennt, ist der Namen Franz Josef Strauß. Und dessen Agrarpolitik der sechziger Jahre. „Stinklangweilig“, ruft ein Mann.
Man könnte meinen. die Männer von ZEIT und SPIEGEL waren bei unterschiedlichen Veranstaltungen.
Oder wurde einer der beiden das Opfer seiner Vorurteile?...-:)
Der Ordnung halber: Der Link zum SPIEGEL
http://www.spiegel.de/pol...
Man kann ja durchaus Reden und Auftritte unterschiedlich bewerten. Das ist redlich. Sowohl im SPIEGEL als auch in der ZEIT. Wer weiß, was über den Stoiber-Auftritt im Bayern-Kurier zu lesen ist...
In Brüssel erklärt man - hinter vorgehaltener Hand - den Unterschied zwischen Edmund Stoiber und einem Zironenfalter so: Wer glaubt, Stoiber würde hier Bürokratie abbauen, der würde wohl auch glauben, ein Zitonenfalter falte Zitronen...
Man kann ja durchaus Reden und Auftritte unterschiedlich bewerten. Das ist redlich. Sowohl im SPIEGEL als auch in der ZEIT. Wer weiß, was über den Stoiber-Auftritt im Bayern-Kurier zu lesen ist...
In Brüssel erklärt man - hinter vorgehaltener Hand - den Unterschied zwischen Edmund Stoiber und einem Zironenfalter so: Wer glaubt, Stoiber würde hier Bürokratie abbauen, der würde wohl auch glauben, ein Zitonenfalter falte Zitronen...
... was Herr Stoiber auf jeden Fall gut bewies, als er sich um die Frage des Ausbaus der dritten Startbahn herumdrückte und auf dein "einzigartigen Josef Strauss" verwies, der schon damals 1990 gesagt habe, mann müsse "auch mal über den Atlantik fliegen um den asiatischen Markt zu erschließen"...
Großen Applaus dafür aber den Autor dieses Artikels, Hernr Steinhäuser, Sie haben den Grundtenor für die gestrige Stimmung exakt getroffen. Von einem Thema zum nächsten springend, ohne ein wirklich ernstes und handfestes Statement abzugeben.
Wie kann ein Herr Stoiber in die Stadt Freising kommen, dem nach seinen Worten "schwierigsten Wahlkreis" im Bayernlande und behaupten, er stehe nicht hinter den lokalen Kandidaten, da diese den Ausbau der dritten Startbahn des Münchner Flughafens angeblich "nicht unterstützen"...
Kurz gesagt: ein langwieriger Abend, der wenig überzeugte und das Bild des "lustlosen Originals" zu Tage förderte.
...gesagt habe..."
Franz Josef Strauß ist doch 1988 schon verstorben?!? Edmund Stoiber war wohl mal wieder in voller Transrapid Form?!? Hat er auch was vom Gärtner und seiner Frau erzählt? Vielleicht hat der Spiegel Journalist eine Mordsgaudi gehabt und deswegen alles etwas positiver bewertet. Wer weiss?
...gesagt habe..."
Franz Josef Strauß ist doch 1988 schon verstorben?!? Edmund Stoiber war wohl mal wieder in voller Transrapid Form?!? Hat er auch was vom Gärtner und seiner Frau erzählt? Vielleicht hat der Spiegel Journalist eine Mordsgaudi gehabt und deswegen alles etwas positiver bewertet. Wer weiss?
Bei allem Humor, den Dr. Stoiber durch seine rhetorischen Ausfälle uns bescherrt haben mag, so sind seine politischen Leistungen für unser Bayernland nicht zu unterschätzen.
Das wir heute von allen Bundesländern die geringste Arbeitslosenquote haben (3,6%), dass wir mit Baden-Württemberg die geringste Kriminalitätsrate und dabei die höchste Aufklärungsquote aufweisen können und bei PISA unter den besten acht waren, während beispielsweise SPD-Länder mit Gesamtschulen bei den Entwicklungsländern am Ende rangierten.
Es liegt mir fern in Hohn und Spott über die SPD-Bildungspolitik herzufallen, doch sollten alle Parteien die ideologischen Scheuklappen entfernen. Auch die CSU sollte eine bessere Durchlässigkeit anstreben um noch besser zu werden. Darum bin ich auf froh, dass unsere Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel diese Bildungstour gemacht hat.
Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass unter der CSU das ehemalige Agrarland zu einer der weltweit grössten High-Tech Standorte heranwuchs und dass Bayern heute weltweit mit den grössten Unternehmen vernetzt ist, welche Arbeitsplätze für die bayerische Bevölkerung bringen.
*Zu meinem Namen: Ich bin ein bekennender Homosexueller und engagiere mich für die schwulen CSU - Landtagskandidaten in Bayern, die in diesem Jahr doch einige sind!
Gesamtschulen haben Finnland an die Spitze gebracht bei PISA. Sie funktionieren in Deutschland dennoch nicht, weil rechtskonservative Unbelehrbarkeit zur Destruktion der Gesamtschule geführt hat.
Hat man eine klare Wahl, ist die Gesamtschule unschlagbar, hat man das dreizügige System stattdessen, kriegt man immer noch erträgliche Ergebnisse. Hat man aber - wie fast überall, wo es sie gibt - Gesamtschulen und, als Ergebnis blinder rechter Propaganda, gleichzeitig ein dreizügiges System, so hat man das totale Desaster. So hat rechter Ungeist ein grossartiges Schulprojekt zu einem segrgativen Alptraum werden lassen: Oberschichtkinder exklusiv auf Gymnasien, der doofe Rest auf der Gesamtschule. Das passt zum elitaristischen, vordemokratischen Weltbild der konservativen Nicht-Denker, für einen überzeugten Demokraten, der Chancengleichheit selbstverständlich für ein Staatsziel hält, muss derlei Unfug unerträglich sein.
Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Gesamtschulen haben Finnland an die Spitze gebracht bei PISA. Sie funktionieren in Deutschland dennoch nicht, weil rechtskonservative Unbelehrbarkeit zur Destruktion der Gesamtschule geführt hat.
Hat man eine klare Wahl, ist die Gesamtschule unschlagbar, hat man das dreizügige System stattdessen, kriegt man immer noch erträgliche Ergebnisse. Hat man aber - wie fast überall, wo es sie gibt - Gesamtschulen und, als Ergebnis blinder rechter Propaganda, gleichzeitig ein dreizügiges System, so hat man das totale Desaster. So hat rechter Ungeist ein grossartiges Schulprojekt zu einem segrgativen Alptraum werden lassen: Oberschichtkinder exklusiv auf Gymnasien, der doofe Rest auf der Gesamtschule. Das passt zum elitaristischen, vordemokratischen Weltbild der konservativen Nicht-Denker, für einen überzeugten Demokraten, der Chancengleichheit selbstverständlich für ein Staatsziel hält, muss derlei Unfug unerträglich sein.
Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Also ich finde auch, dass die Stimmung gestern im Festzelt eher mies war. Keine deftigen Sprüche, wirres Gerede. Was auch immer bei Spiegel Online steht, in diesem Artikel wird die Stimmung gut eingefangen. Vielleicht saß da ein Journalist zu nah bei den CSU-Leuten?
Bei anderen Bierzeltreden hier in Bayern ist jedenfalls deutlich mehr los.
Gesamtschulen haben Finnland an die Spitze gebracht bei PISA. Sie funktionieren in Deutschland dennoch nicht, weil rechtskonservative Unbelehrbarkeit zur Destruktion der Gesamtschule geführt hat.
Hat man eine klare Wahl, ist die Gesamtschule unschlagbar, hat man das dreizügige System stattdessen, kriegt man immer noch erträgliche Ergebnisse. Hat man aber - wie fast überall, wo es sie gibt - Gesamtschulen und, als Ergebnis blinder rechter Propaganda, gleichzeitig ein dreizügiges System, so hat man das totale Desaster. So hat rechter Ungeist ein grossartiges Schulprojekt zu einem segrgativen Alptraum werden lassen: Oberschichtkinder exklusiv auf Gymnasien, der doofe Rest auf der Gesamtschule. Das passt zum elitaristischen, vordemokratischen Weltbild der konservativen Nicht-Denker, für einen überzeugten Demokraten, der Chancengleichheit selbstverständlich für ein Staatsziel hält, muss derlei Unfug unerträglich sein.
Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
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