David Foster Wallace Bücher, die nach Seele klingenSeite 2/2

Seine Bücher waren bevölkert von traurigen Männern. Die kleinmütige Suche nach Freude, den Überfluss der Glücksangebote in Amerika – auch das trieb Wallace’ Prosa an. Er pflegte einen nahezu enzyklopädischen Stil, um den Vielklang der Gesellschaft darzustellen, und mit ihr das Böse und Düstere. So komisch seine Werke waren, so schnell fand man sich wieder in einem befremdlichen Sog der Absurdität. Wallace war ein Maximalist, sprengte die Grammatik, manche nannten ihn einen Angeber, andere schwärmten, Wallace habe "ein Wörterbuch verschluckt". Mit seinem nahezu Joyceschen Sprachwitz versetzte er das literarische Amerika in Erstaunen.

"Er war ein großes Talent, unser stärkster Autor", sagte Jonathan Franzen und beschrieb seinen Kollegen als nett und gemartert zugleich. Wallace war Professorensohn, später Tennisjungstar, er studierte Philosophie und Englisch, schloss summa cum laude ab. Danach entstand sein erstes Buch Der Besen im System. Seit 2002 war er Professor für Kreatives Schreiben am Pomona College in Kalifornien. Doch Wallace litt an Depressionen, nahm Medikamente, auch Drogen. Er befand sich stets im Kampf mit dem eigenen Ich. Auch davon erzählen seine Geschichten.

Seine frühen versammelte er in Bänden wie Kleines Mädchen mit komischen Haaren und Kurze Interviews mit fiesen Männern. In Infinite Jest, seinem Opus Magnum, hat er sich mehrfach porträtiert. Immer zeigte sich Wallace als Analyst einer selbstverlorenen Gesellschaft. Er beschrieb die Welt in einem psychotischen Realismus, der, wie Wallace sagte, nur einem Prinzip untergeben war: "Er soll klingen wie die Seele."

 
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