Ein geflügeltes Wort im Englischen besagt: "24 hours is a long time in politics" – in der Politik sind 24 Stunden eine Ewigkeit. Ganz trivial ausgedrückt: Die Dinge ändern sich schnell, und wie schnell, zeigt die jüngste Gallup-Umfrage. Diese hat eine schier unglaubliche Überraschung zu Tage gefördert: Jetzt könnten die Republikaner nicht nur das Weiße Hause, sondern auch den Kongress erobern.

Dass John McCain den Barack Obama überholt hat und mit 2,5 Punkten vorne liegt, ist inzwischen keine News mehr. Diese Umkehrung hat sich bereits Anfang September angekündigt – mit der Ernennung von Sarah "Barracuda" Palin als Vize-Kandidatin.

Die Revolution, wenn sie denn keine Eintagsfliege ist, bezieht sich auf die Machtverhältnisse im kommenden Kongress. Hier führten die Demokraten viele Monate lang vor den Republikanern, und zwar mit doppelstelligem Vorsprung. Gallup hat nun herausgefunden, dass es unter den "wahrscheinlichen Wählern" (also denen, die bekunden, am 4. November an die Urnen gehen zu wollen) plötzlich 50 zu 45 für die Republikaner steht.

Bei den "registrierten Wählern" (bereits im Wahlregister eingetragen) sind die Demokraten noch immer vorn: 48 zu 45. Nur zeugt das von einer dramatischen Schrumpfung ihres Vorsprungs, der das ganze Jahr 2008 über eben doppelstellig war. Egal, ob Obama gewinnen würde oder nicht: Im Senat wie im Repräsentantenhaus winkte den Demokraten die Mehrheit.

Fazit der Gallup-Organisation: "Wenn sich solche Zahlen bis zum 4. November halten – das ist ein großes Wenn – , könnten die Republikaner wieder die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen."