GEA-Energietechnik Strom für Schwellenländer

In den aufstrebenden Staaten Osteuropas, Afrikas und Asiens herrscht ein gewaltiger Hunger nach Energie. GEA hilft, ihn zu stillen - und wächst dadurch. Teil vier unserer Serie "Wir bauen die Fabrik der Welt"

GEA-Dampfkondensatoren liefern aufstrebenden Ökonomien Energie

GEA-Dampfkondensatoren liefern aufstrebenden Ökonomien Energie

Was hier entsteht, sieht aus wie ein riesiger Autokühler. Zwei Kranarme tunken zehn Meter lange, mit Aluminium beschichtete Stahlrohre in eine brodelnde Reinigungsflüssigkeit. Dann werden ziehharmonikaartig gefaltete Aluminiumbänder auf die Röhren gelegt. Eine Maschine presst jeweils drei Rohre samt Alu zu einem gewaltigen Bündel, das in einem riesigen Ofen verschwindet. Nach wenigen Stunden, eingehenden Schweißarbeiten und einer sorgfältigen Qualitätsprüfung ist er fertig, der überdimensionierte Autokühler - der in Wahrheit ein Kondensator ist. Das 3,5-Tonnen-Teil ist ein zentrales Element, wenn es gilt, Kohlekraftwerke durch Luft zu kühlen.

Völlig abwegig ist der Vergleich mit der Automobiltechnik jedoch nicht. "Der Dampf aus dem Kraftwerk wird mittels Unterdruck durch den Kondensator gezogen. Ventilatoren führen Umgebungsluft außen an den Kondensatorrohren vorbei, wie beim Autokühler", erläutert der 41-jährige Dirk Schlichting. Er ist Marketing-Manager der GEA Energietechnik, eines weltweit agierenden Anlagenbauers aus Bochum, der den riesigen Kondensator herstellt. "Weil die Umgebungstemperatur kühler ist als der Dampf und die Aluminiumoberfläche durch die Falzung so groß, wird der Dampf abgekühlt. Er kondensiert und fließt ohne Verlust zurück in das Kraftwerk." 2000 Tonnen Dampf schafft der Kondensator eines 600-Megawatt-Kraftwerksblocks pro Stunde, sagt Schlichting stolz.

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Sein Unternehmen, die GEA Energietechnik, ist nur eine von 250 unabhängig wirtschaftenden Töchtern des GEA-Konzerns - ehemals MG Technologies - , des größten börsennotierten Maschinenbauunternehmens Europas. Doch es trägt einen wesentlichen Teil zu dessen Wachstum bei. "Wir sind sehr dezentral organisiert", sagt Jürg Oleas, der Vorstandsvorsitzende der Gruppe, dessen Büro in einem von Licht durchfluteten Glasbau auf einer alten Abraumhalde in Bochum liegt. "Unsere Kunden arbeiten mit unseren Tochterfirmen wie mit einem kleinen, schnell agierenden Unternehmen zusammen. Zugleich können sie sich aber auf die Sicherheit verlassen, die der Konzern dahinter bietet."

Energie ist ein Hauptgeschäftsfeld der Gruppe, Nahrung und Pharmatechnik sind zwei weitere. 50 Prozent des Umsatzes macht die GEA Group alleine im Lebensmittelbereich. Ein Viertel der weltweiten Milchproduktion läuft durch ihre Maschinen. Weitere 25 Prozent des Umsatzes erzielen die Produkte im Bereich Öl und Petrochemie. Zu den Kunden gehören Landwirte wie Energiekonzerne.

Alleine 4000 Kondensatoren der Energietechnik-Tochter sind für Südafrika bestimmt. Dort soll im Jahr 2012 das größte Kohlekraftwerk der Welt ans Netz gehen, mit einer Kapazität von sechs mal 790 Megawatt, gebaut auf einer Fläche von zehn Fußballfeldern. "Medupi" soll die Kraftwerkskapazität des Landes um zehn Prozent erhöhen. Die Kondensatoren für das Kraftwerk werden aus Südafrika kommen. GEA hat dort ein Tochterunternehmen gegründet, das mit der gleichen Technologie wie am Bochumer Stammsitz Wärmetauscher baut. Auf diese Art spart das Unternehmen teure Transportkosten. 15 solcher Werke betreibt die GEA-Division Prozesskühlung, die mit der GEA Energietechnik verbunden ist, weltweit.

Leser-Kommentare
  1. Hallo.

    Danke an die Stromlieferanten.
    Bei uns wird der "Saft" immer teurer.

    Liebe Energieriesen, denkt doch auch mal an die Leute von denen ihr euer Kapital habt.

    Viele Grüße von talkletts

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