KfW-Krise Rechnungshof kritisiert Bundesregierung massiv

Schwere Vorwürfe gegen Finanz- und Wirtschaftsministerium: Beide sollen das Engagement der KfW bei der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB mangelhaft kontrolliert haben

Die Krise der KfW hält an

Die Krise der KfW hält an

Der Bericht des Bundesrechnungshofs zum Engagement der KfW bei der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB belastet die Bundesregierung stärker als bisher bekannt.

Zwar hatten Koalitionskreise in den vergangenen Tagen wiederholt betont, die Rechnungsprüfer hätten kein Fehlverhalten der Regierung bei der Aufsicht über die KfW feststellen können.

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Nach Informationen von ZEIT ONLINE aber kritisiert der Bundesrechnungshof die mangelnde Kontrolle durch das Bundesfinanzministerium (BMF) und das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) in deutlichen Worten: „Die im Aufsichtsleitfaden des BMF vorgegebenen Berichtspflichten der KfW“ seien „nicht umgesetzt“ worden, schreibt der Bundesrechnungshof. „Auch eine aktive Wahrnehmung der gesetzlich geregelten Aufsichtsmöglichkeiten gegenüber der KfW durch das BMWi konnte der Bundesrechnungshof in den Unterlagen nicht nachvollziehen.“

Der Bundesrechnungshof hatte im Auftrag des Bundestags das Risikomanagement der KfW zwischen 2001 und Mitte 2007 untersucht. Der Bericht, dessen Entwurf zur Stellungnahme in den beiden betroffenen Ministerien liegt, wirft nun ein Schlaglicht auf die organisatorischen Probleme bei der Kontrolle der staatseigenen KfW durch die formal zuständigen Ministerien.

Leser-Kommentare
  1. Ist doch wirklich jedes mal das Selbe. (Oder nur das Gleiche??) Zuerst wird wild rumgepöbelt, alle möglichen Minister wollen eine brutalstmögliche Aufklärung, es wird viel rumgetobt und ein paar Köpfe sollen rollen. ( Oder werden zumindest erst mal für ein paar Tage aus der Schusslinie der regierungstreuen Medien genommen, damit es nicht zu sehr auffällt, dass sowieso nichts wirklich passiert )

    Und nach einer Woche hat Lieschen Müller das Theater schon wieder vergessen, weil bereits der nächste Saustall durch den Fernseher getrieben wird. Das in der Lohntüte eh kaum noch was übrigbleibt und immer weniger wird, hat sicher ganz bestimmt nichts mit den Millionen und Millarden zu tun, die mal wieder durch unsere Regierung verbraten werden. Wer mag, kann ja mal rechnen, wieviel Geld schon verpulvert wurde. Wer dann noch lachen kann, nimmt die richtigen Drogen.

  2. Welchen "Zweck" hatten denn die "Gesellschaften" bei denen man sich "mit milliardenschweren, außerhalb der Bilanz geführten Zweckgesellschaften verhoben" hat?
    Und wie kommt es zu Geschäftsaktivitäten die "außerhalb der Bilanz" geführt werden?

    Ist das in Deutschland üblich?
    Oder ist das zwingend ein Straftatbestand?

  3. Wie immer hat der Minister "reagiert" und erst mal zwei Bauernopfer der "Meute" zum Fraß vorgeworfen. Aber warum nimmt Steinbrück nicht den Hut?

    Er ist der verantwortliche Minister. Und die merkwürdige Verkaufsnummer, die er gemeinsam mit Merz eingestielt haben soll haben die Verluste für den Steuerzahler kaum minnimiert.

    Steinbrück muss seinen Hut nehmen!
    Neuland

    • Anonym
    • 19.09.2008 um 17:31 Uhr


    war schon immer das Markenzeichen des Bundesrechnungshofes. Die Institution, wie viele andere auch ist ein Instrument der Politik um nach Aussen den demokratischen Ansprüchen, die sie ja selbst (vermeintlich)erhebt und formuliert einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen, der sie sich
    inhaltlich nicht beugt - und nicht erst seit KfW und Steinbrück. Herr Eichel ist hier ein gutes Beispiel.

    Weder wird die Kritik etwas bewegen, noch zukünftig Ähnliches zu verhindern wissen, noch in der politischen Verantwortung eine inhaltliche Verantwortung installieren.
    Politik und politisches Fehlhandeln, auch das fahrlässige ist und bleibt in diesem Lande konsequenzlos; das Schlimem daran ist dass ein Steinbrück und auch seine Vorgänger immer Härte gegen Andere verlangen, auch dann wenn die Steuernachzahlung von Herrn Zumwinekl, großer Triumph wie wir uns Alle nach erinnern können, nun auf Umwegen und aufgrund Fahrlässigkeit bei einer illiquiden Bank gelandet ist. Wen stört das in der Politik? Niemand.
    Die Entrüstung ist notwendig aber nicht Ausdruck eines Entsetzens welches gerade den Herrn BMF nahezu täglich erfassen müsste würde er denn für die Fehlhandlungen innerhalb seines Verantwortungsbereiches bis hin zur strafrechtlich relevanten Aktivität von Steuerbehörden, e.g. Finanzämtern verantwortlich behandeln.

    Da machen wir uns nichts vor, die Politik weiß ihre schwarzen Schafe zu schützen und dies auch mit zunächst rechtsstaatlichen Mitteln aber in unrechtmäßiger und verantwortungsloser Form.

    Non omne quod licet honestum est.

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    • mexi42
    • 19.09.2008 um 17:45 Uhr

    Hier müsste das StGB mit expliziten §§ greifen.
    Das wird nie geschehen. Das Theater geht weiter.
    Undbfindungen gibt es auch...

    • mexi42
    • 19.09.2008 um 17:45 Uhr

    Hier müsste das StGB mit expliziten §§ greifen.
    Das wird nie geschehen. Das Theater geht weiter.
    Undbfindungen gibt es auch...

    • mexi42
    • 19.09.2008 um 17:45 Uhr
    5. Strafe

    Hier müsste das StGB mit expliziten §§ greifen.
    Das wird nie geschehen. Das Theater geht weiter.
    Undbfindungen gibt es auch...

    Antwort auf "Kritik ohne Wirkung"
    • zetti
    • 19.09.2008 um 18:31 Uhr

    Bundespolitiker früherer Generationen wußten noch, daß Geld nicht auf den Bäumen wächst, sondern von Unternehmen "erarbeitet" werden muß. Nur dort findet Wertschöpfung statt. Die wußten auch, daß es einen Unterschied zwischen Brutto- und Nettoverdienst gibt und mit letzterem der Arbeitnehmer auskommen muß.

    Im Gegensatz zu unserer aktuellen Führungsriege.

    Verantwortlicher Umgang mit Geld, insbesondere dem tatsächlich vorhandenen? Nicht wirklich. Genaugenommen gar nicht! Ist ja auch nicht Ihres.

    Aus jedem Projekt, das ich kenne und Politiker was zu sagen, zu entscheiden oder zu kontrollieren haben, wurde ein Zuschußunternehmen, wenn nicht gar ein Fass ohne Boden.

    Einige Beispiele? Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Krankenversicherung, Atommülllagerstätten, IKB-Bank, Wackersdorf, Wiedervereinigung, Umzug nach Berlin, diverse Bauruinen, ect. ect.

    Aufsichtsratsposten sind ein beliebtes Austragsstüberl für "verdiente" Politiker, die sich dadurch noch ein kleines Handgeld zur üppigen Pension hinzuverdienen dürfen. Qualifikation ist nicht erwünscht, die könnten ja der Unternehmensleitung, sprich dem Vorstand durch Wahrnehmung der Aufsichtsratspflichten ja in die Suppe spucken.

    Dieser in 60 Jahren gewachsene Filz aus Lobbyarbeit, Pöstchenvergabe und "eine Hand schmiert die andere-Mentalität" kostet den Deutschen Steuerzahler und Endverbraucher sicher mehr als er dem Staat offiziell an Lohn- und Einkommensteuer abgibt.

    Selten ist es in so einer Größenordnung sichtbar geworden, als wie jetzt die Geldverweser in Ihrer Gier selbst in die Bredouille gekommen sind. Und auch hier ist vom verbrannten Geld nur die Spitze zu sehen- was in den Büchern noch an Abschreibungen steht werden wir nie erfahren.

    Den Inflationsschub durch das Anwerfen der Gelddruckmaschinen und das hineinpumpen von Milliardenbeträgen zur Deckung von durch nichts gedeckten Schulden werden wir erst im Laufe des nächsten Jahres an unserem Geldbeutel bemerken.

    Es werden sicher ein paar Schuldige ausgekuckt, deren "Köpfe rollen müssen"

    Nur mit Sicherheit nicht die der wirklich Verantwortlichen.
    Zetti

  4. "Die KfW-Tochter IKB hatte sich mit milliardenschweren, außerhalb der Bilanz geführten Zweckgesellschaften verhoben." Den Satz muß man auf sich wirken lassen.

    Dann muß man sich als steuerzahlender Bürger fragen, warum wird in dem Fall nicht genauestens kontrolliert?
    Bei den Bürgern, die auf Hartz IV angewiesen sind, verlangt man doch auch die Offenlegung ihrer Konten.
    Mich würde interessieren, ob man insgesamt auf eine "milliardenschwere" Summe kommt, wenn man sämtliche Guthaben der Konten von Menschen, die Hartz IV-Leistungen erhalten, zusammenrechnet?

    Es ist für mich als Staatsbürger unerträglich, wenn man immer wieder ohnmächtig zu sehen muß, wie die Herren verfahren. Deren Arroganz ist unverschämt.

    • Anonym
    • 19.09.2008 um 19:02 Uhr

    die kleinen hängt man, die großen läßt man laufen.

    andersrum wär' besser.

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    • gayorg
    • 20.09.2008 um 13:16 Uhr

    Nie und Nimmer

    • gayorg
    • 20.09.2008 um 13:16 Uhr

    Nie und Nimmer

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