Gates-Foundation Großmacht der Weltverbesserer
Wie geht es zu im Inneren der finanzstärksten Stiftung der Welt? Eine Recherche in Seattle.
Eins vorab: Ja, die Gates-Foundation hat mittelbar mein Stipendium and der Harvard-University finanziert.
Die Journalistenstiftung Nieman-Foundation, die sich der Förderung des Qualitätsjournalismus verpflichtet fühlt, sollte mit Gates-Geld die Berichterstattung über Gesundheitsprobleme in Entwicklungsländern ankurbeln. Innerhalb von drei Jahren waren zu diesem Zweck jährlich drei Journalisten - jeweils aus den USA, einem Entwicklungsland und aus Europa - eingeladen, an der Harvard University für zehn Monate möglichst viel über Fragen der globalen Gesundheit zu lernen, anschließend für vier Monate in ein Entwicklungsland ihrer Wahl zu gehen und am Ort zu recherchieren.
Ein Traumprojekt, und ich gehörte zum ersten Trio. Während der gesamten Zeit und auch hinterher trat die Gates-Foundation mit keinem der Kursteilnehmer in Kontakt. Mein Ansprechpartner war die Nieman-Foundation. Ich selbst war es, der schließlich erfahren wollte, was es mit dieser geheimnisvollen Großmacht in Seattle auf sich hatte.
Es war nicht einfach, in Kontakt zu kommen. Mitte Februar lancierte ich die erste Anfrage an die Gates-Foundation. Es sollte ein halbes Jahr und viele, viele E-Mails dauern, bis es endlich so weit war und ich das Gebäude der Stiftung in Seattle betreten konnte. Immer wieder wollte man genaue Details wissen. Was exakt mich interessiere, wozu die Nachforschungen dienten, wen ich sprechen wollte?
Es war anstrengend, aber auf gewisse Weise auch verständlich, wollte die Stiftung doch offenbar mir, dem Weitgereisten, die richtigen Ansprechpartner zur Verfügung stellen. Alle Nachfragen gingen über Amanda Marlin von der Genfer Agentur Dynamics Group AG. Amanda war es, die immer wieder auch zerknirscht ob der Penetranz der Nachfragen bei mir anrief.
Wie nähert man sich einer Großorganisation, die sich selbst im besten Licht darstellen will und sicher kaum ihre problematischen Seiten offenbaren möchte?
Indem man das Umfeld befragt: Journalisten wie Tom Paulson vom Seattle Post Intelligencer, der die Gates-Foundation von ihren ersten Tagen her kennt; seine Kollegen Sandi Doughton von der Konkurrenz der Seattle Times; kritische Kollegen von der Los Angeles Times wie Charles Piller.
Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der ZEIT die große Analyse von Harro Albrecht: Monopol der Weltverbesserer. Wie die Gates-Stiftung mit vielen Milliarden Dollar Malaria, Aids und Tuberkulose bekämpft - und andere Helfer an den Rand drängt. Von Donnerstag an am Kiosk!
- Datum 25.09.2008 - 10:36 Uhr
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...zu zeichnen um dann als Stipendiat, der so kritisch ist seinem Gönner unliebsame Fragen zu stellen, ist ja sicherlich ganz investigativ-journalistisch romantisch, geht allerdings meiner Meinung nach komplett am Thema vorbei. Sich da einen, zugegeben den öffentlichkeitswirksamsten, Akteur zu nehmen und als Exempel an den Pranger zu stellen ist insofern irreführend als das es den Eindruck aufkommen lässt das die Probleme die hier angesprochen werden, Probleme der Gates Stiftung sind. Das Problem der Gates Stiftung in Punkto Ziellosigkeit und Schönrederei ist das Problem der Entwicklungshilfe generell, immerhin hat man sich das Personal das die Milliarden hüten und verteilen soll ja nicht vom Arbeitsamt geholt sondern mit lukrativen Gehältern von anderen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit wie der Weltbank, USAID, der CGIAR, etc. gelockt, die dafür sorgen das auch hier die selben Fehler wiederholt werden. Und vielleicht sollte man wenn man schon erwähnt das der Geldgeber nicht weiss was er will (was auch immer das für eine Organisation die Gelder aufgrund von Projektanträgen verteilt heissen soll) einmal nachfragen ob denn die Empfänger wissen was sie wollen. Schließlich wird in den wenigsten Projekten umgesetzt was im Antrag versprochen wurde. Die Analyse im online Artikel greift jedenfalls zu kurz, vielleicht ist die Perspektive in der Druckausgabe ja eine andere.
Jetzt muß ich mich als Autor wohl doch einmal melden. Es handelt sich bei dem Kurzartikel um einen Werkstatt-Bericht, eine Entstehungsgeschichte der Geschichte, die im Blatt selbst zu lesen ist. Es ging mit um Transparenz, denn ich wollte nicht verschweigen in welcher Beziehung ich zur Gates-Foundation stehe. Zweitens finde ich die Begleitung einer Dame aus der Kommunikationsabteilung der Foundation schon sehr befremdlich. Ich weiß, so etwas ist in Großunternehmen der Wirtschaft üblich und auch notwendig, weil es um Betriebsgeheimnisse geht. Die Gates-Foundation aber ist kein Wirtschafts-Unternehmen und in anderen Hilfsorganisationen habe ich dieselbe Art der "Überwachung" noch nicht erlebt. Tom Paulson übrigens sagte auch, dass bis vor kurzem der Zugang zu allen Abteilungsleitern problemlos möglich war. Ich sehe allerdings auch ein, dass diese Offenheit bei dem Umfang der Operationen bei gleichzeitig dünner Personaldecke nicht immer möglich ist. An den Pranger stellen möchte ich die Gates-Foundation als Ganzes schon gar nicht und ich hoffe, dass wird aus dem gedruckten Artikel deutlich. Wie gesagt: Dies hier ist nur ein Making of für den Hauptartikel.
Jetzt muß ich mich als Autor wohl doch einmal melden. Es handelt sich bei dem Kurzartikel um einen Werkstatt-Bericht, eine Entstehungsgeschichte der Geschichte, die im Blatt selbst zu lesen ist. Es ging mit um Transparenz, denn ich wollte nicht verschweigen in welcher Beziehung ich zur Gates-Foundation stehe. Zweitens finde ich die Begleitung einer Dame aus der Kommunikationsabteilung der Foundation schon sehr befremdlich. Ich weiß, so etwas ist in Großunternehmen der Wirtschaft üblich und auch notwendig, weil es um Betriebsgeheimnisse geht. Die Gates-Foundation aber ist kein Wirtschafts-Unternehmen und in anderen Hilfsorganisationen habe ich dieselbe Art der "Überwachung" noch nicht erlebt. Tom Paulson übrigens sagte auch, dass bis vor kurzem der Zugang zu allen Abteilungsleitern problemlos möglich war. Ich sehe allerdings auch ein, dass diese Offenheit bei dem Umfang der Operationen bei gleichzeitig dünner Personaldecke nicht immer möglich ist. An den Pranger stellen möchte ich die Gates-Foundation als Ganzes schon gar nicht und ich hoffe, dass wird aus dem gedruckten Artikel deutlich. Wie gesagt: Dies hier ist nur ein Making of für den Hauptartikel.
Mir ist leider gar nicht klar geworden, was denn Herr Albrecht eigentlich zum Ausdruck bringen möchte - außer, dass er alles irgendwie ein bisschen komisch findet. Warum er das tut wird mir als Leser nicht klar- er selbst nennt keine nachvollziehbaren Gründe. Auch durch einen Ausrutscher wie "Tom Paulson zum Beispiel, lässiges Kakihemd, Baseballkappe und Turnschuhe, nannte das Verhalten der Gates-Foundation im Gespräch stalinistisch" wird es nicht besser. Was soll denn bitte an der Gates Stiftung stalinistisch sein? Warum nicht fundamentalistisch, vielleicht geht auch amerikanistisch - nein, ich habs: journalistisch!
Nun ja, vielleicht hat er sich in Inhalt und Schreibstil der Gates Stiftung angeglichen - manches irgendwie ein bisschen undurchsichtig, vielleicht.
Ja also ich schliesse mich den ersten beiden Kommentatoren an mit einem weiteren Fragezeichen.
Was ist denn nun also so schlecht ist an der Gates Stiftung?
Die geschilderten negativen Punkte sind uebliche Vorgaenge egal wo.
Auch ein Journalist arbeitet ja mit einem Diktiergeraet und das es bei einer so grossen Organisation ein wenig laenger dauert bis man ans Ziel kommt ist normal. Ist doch eigentlich toll, dass man dann an dem Ziel fuer drei Tage ein eigenes Buero erhaelt, in dem man in Ruhe arbeiten kann. Finde ich ziemlich gut organisiert? War denn das Buero so gross, dass man sich da ohne Michelle immer verlaufen haette? In vielen Organisationen, Wirtschaftsunternehmen duerfen Betriebsfremde nicht alleine durch die Gaenge laufen. Es gibt naemlich so was wie Betriebsspionage und Hacker und Computerviren.
Der Artikel zieht alles ins Negative, aus mir unverstaendlichen Gruenden.
Mir persoenlich geht das staendige alles immer nur schlecht sehen und ins negative ziehen ziemlich auf den Keks. Darin sind wir Deutschen unbestreitbare Weltmeister! Nur Weltmeister sein macht eben manchmal so rein gar keinen Sinn, genauso wie dieser aktuelle Zustand des sich hoffentlich noch Arbeit befindenden Artikels.
Jetzt muß ich mich als Autor wohl doch einmal melden. Es handelt sich bei dem Kurzartikel um einen Werkstatt-Bericht, eine Entstehungsgeschichte der Geschichte, die im Blatt selbst zu lesen ist. Es ging mit um Transparenz, denn ich wollte nicht verschweigen in welcher Beziehung ich zur Gates-Foundation stehe. Zweitens finde ich die Begleitung einer Dame aus der Kommunikationsabteilung der Foundation schon sehr befremdlich. Ich weiß, so etwas ist in Großunternehmen der Wirtschaft üblich und auch notwendig, weil es um Betriebsgeheimnisse geht. Die Gates-Foundation aber ist kein Wirtschafts-Unternehmen und in anderen Hilfsorganisationen habe ich dieselbe Art der "Überwachung" noch nicht erlebt. Tom Paulson übrigens sagte auch, dass bis vor kurzem der Zugang zu allen Abteilungsleitern problemlos möglich war. Ich sehe allerdings auch ein, dass diese Offenheit bei dem Umfang der Operationen bei gleichzeitig dünner Personaldecke nicht immer möglich ist. An den Pranger stellen möchte ich die Gates-Foundation als Ganzes schon gar nicht und ich hoffe, dass wird aus dem gedruckten Artikel deutlich. Wie gesagt: Dies hier ist nur ein Making of für den Hauptartikel.
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