Internetwerbung Angst vor bösen CookiesSeite 2/2

Wie groß der Anteil der privaten Blocker mit Hilfe des IE 8 am Ende tatsächlich sein wird, liegt jetzt nicht zuletzt in der Hand von Microsoft. Werbefachmann Zaneis etwa verlangt, dass die Option niemals zur automatischen Voreinstellung des neuen IE wird. Microsoft legt sich da noch nicht fest. „Der Internet Explorer liegt in der zweiten Vorab-Version (Beta 2) vor, was bedeutet, dass wir heute noch nicht genau wissen, wie das Feature implementiert sein wird - als Default, also Voreinstellung, oder nicht. Wir erwarten hier natürlich auch noch das Feedback der Tester“, sagt Melanchthon. Er verweist darauf, dass auch die Mozilla Foundation und Apple bereits ähnliche Tools haben oder daran arbeiten. “Das Thema ist eindeutig ein industrieweites Anliegen.”

Google gibt sich gelassen. „Das stellt für uns zurzeit überhaupt keine Probleme dar“, sagt Google-Sprecher Keuchel. Die Zahl der Nutzer, die Ads ausblenden oder Cookies blockieren, ist verschwindend gering, die Techniken für den Durchschnitts-User viel zu unkomfortabel, um dem größten Online-Werbeunternehmen der Welt Probleme zu bereiten. „Aber wenn das von einer breiten Masse getan werden würde, müsste man sicher überlegen, ob man das Modell technisch ändert.“ Cookies sind nicht die einzige Methode, das Verhalten eines Nutzers auf den Seiten zu verfolgen. Allerdings sind die Alternativen technisch ungenauer. Und da schließt sich der Kreis: Wer weniger störende, weil kontextrelevante Werbung anbieten will, muss dafür zwangsläufig die Wünsche seiner Nutzer kennen. Das wiederum ist der Grund für Googles Datenhunger, der so vielen Unbehagen bereitet.

Personalisierte Werbung heißt zudem: ständige Verführung. Theoretisch wäre es zum Beispiel möglich, einem seit Monaten nach Diätprodukten Suchenden im perfekten Moment eine Anzeige für einen Schweinebraten-Lieferservice unter die Nase zu halten. Es ist anzunehmen, dass Google sogar Informationen darüber generieren könnte, wann seine Diätflucht am wahrscheinlichsten wäre - inklusive der richtigen Tageszeit.

„Ich glaube ganz fest an den mündigen, selbstverantwortlichen Konsumenten“, hält Mario Fischer diesem Argument entgegen. Der darf dann bitte aber auch entscheiden, wann er wegschaltet.
 

 
Leser-Kommentare
  1. > „Ich glaube ganz fest an den mündigen, selbstverantwortlichen
    > Konsumenten“

    Bwahahaha!!!

    Ich warte bis heute auf die mündigen, selbstverantwortlichen Windows-Nutzer, die begreifen wieviel Verantwortung sie selber für Milliarden Spam-Mails, Trojaner- Phishing- und Viren-Attacken sie selber tragen.

    Denn ja - werte Windows-Nutzer, die Ihr zu 80+% mit Administrator-Rechten unterwegs seid - es ist auch Eure schuld, dass ihr eben so verantwortungslos seid, immer mit vollen Admininstrator-Rechten unterwegs zu sein - aber das begreift ihr natürlich nicht.

    Und genau so wenig begreift ihr bzw. habt ihr begriffen, dass Microsoft die Unsicherheit Eurer Windows-Kisten zum Geschäftsmodell gemacht hat. Denn wie kann man anders auch nur ansatzweise verstehen, dass Windows so angreifbar ist, wie es ist? Es ist das Zusatz-Geschäft! Es ist die Kohle, die man dadurch verdienen kann, dass man erst verkrüppelt unsicher Software zum Standard erhebt, hierfür schon reichlich abkassiert und dann sichere Systeme noch von teuren Beratern aufsetzen und pflegen lässt. Das dumme Volk bekommt dann seine Virenscanner und seine personal Firewall und wähnt sich in Sicherheit (LOL).

    Und diese 90+% "dummen IT-Nutzer" sollen nun mit einem mal mündig und verantwortungsvoll werden? All diese Nutzer die seit Jahren wie dumme Ochsen den Karren von Firmen wie Microsoft, Oracle und SAP ziehen sollen nun mit einem mal mündig werden? Da glaubt aber jemand an den Weihnachtsmann ..

    F. Mayer

  2. „Wir von Microsoft denken auch, dass zielgerichtete Werbung eine Menge Vorteile hat. Aber wir glauben einfach, dass die Nutzer das Recht haben, zu erfahren, was passiert. Und dass sie vorher um ihre Zustimmung gefragt werden sollten.“

    Ja, ja, Microsoft ist sehr besorgt darüber, dass der Kunde ständig mit Werbung zugedonnert wird. Mir scheint es naheliegener, dass Microsoft mit den Cookies die Archillesferse seines grössten Konkurrenten Google ausgemacht hat. Wenn Google dann erst einmal weg vom Fenster ist, geht der Spass unter neuem Namen weiter.

  3. Wenn man mal seine Firewall so einstellt, das sie keine Cookies durchlässt, ist man erschrocken wie oft man Warnungen erhält, dass ein Cookie geblockt wurde.

    little by little we gave you everything you ever dreamed of

  4. Es wäre sicherlich für alle Mentschen entspannter wenn jeder genau wüste welche Geräte ich zu Hause hab um mir dann temenbezogene Werbung zuzschiken. Nur machen die Mentschen schon bei der Post einen Strich durch die Rechung in dem sie "Werbung Verboten" aufkleber an die Briefkästen kleben. Nun sagt man also im Internett soll man doch bitte die "Kekse" wieder zulassen da Kekse doch recht leker sind und nie und nimmer schädlich.

    Man könnte sich auch fragen warum man nicht Betiebssysteme entwikelt in denen der Normal Benutzer mit seinen Admin-Dauer-Acconut zwar am Rechner arbeiten kann, aber man dennoch dasinternett hinterfragt und nur gefiltert zulässt. Man kann den Filter dann ja abschalten " was eh 90% nicht tun ".
    Aber so werden wir es wohl noch erleben das die ersten internett Häuser einen 1% oder 1 Promill ( Das Zeichen sieht eh fast gleich aus ) Rabatt gewähren wenn man Cookies zulässt und die Siete auf Vertrauensvoll schaltet.

    Und das schlimme ist: die Leute werden es machen auch für 1 Promill da sie das Zeichen en nicht ausenanderhalten können und Rabatt immer gut klingt.

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