Ägypten Fünf deutsche Touristen entführt
Mit den Deutschen sollen weitere sechs ausländische Feriengäste und acht Ägypter verschleppt worden sein. Ihre Entführer fordern offenbar Lösegeld
Nach unbestätigten Angaben aus Sicherheitskreisen sind unter den 19 Entführten neben den fünf Deutschen noch fünf Italiener, ein Rumäne und acht Ägypter. Bei den Ägyptern handelt es sich laut Polizei um die Fahrer der vier Geländewagen, mit denen die Reisegruppe unterwegs war, zwei Reiseführer, den Besitzer des ägyptischen Reiseveranstalters sowie einen Offizier der Armee, der den Touristen als Begleiter zugewiesen worden war. Die ägyptischen Behörden sollen erst von der Entführung erfahren haben, nachdem sich der Besitzer eines
kleinen Reiseunternehmens, mit dem die Touristen unterwegs waren, telefonisch bei seiner Frau gemeldet hatte.
Das Tourismusministerium in Kairo hatte zuvor die Entführung von 11 Touristen und vier Ägyptern bestätigt. In Sicherheitskreisen hieß es zunächst, die Touristen seien zuletzt am Sonntagabend in Assuan gesehen worden, das wegen seiner Sehenswürdigkeiten aus pharaonischer Zeit bei Reisenden sehr beliebt ist. Die Urlauber sollten demnach an einer Wüsten-Rallye teilnehmen. Später teilte die Polizei mit, die bewaffneten und maskierten Männer hätten die Touristen bereits am Freitag im Karkur Talh (auch Akaziental) nahe der sudanesischen Grenze angegriffen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin werden die Touristen bereits seit dem vergangenen Freitag vermisst. Der Krisenstab bemühe sich um eine rasche Lösung des Falls, sagte ein Sprecher des Amts.
Aus Polizeikreisen in Kairo hieß es derweil, die Entführer und ihre Opfer hielten sich sicher noch in Ägypten auf. Wahrscheinlich seien sie mit dem Fahrzeug der Entführten unterwegs. Berichte, wonach sie die Touristen bereits in den Sudan verschleppt haben sollen, wurden dementiert.
Die Verhandlungen mit den Entführern laufen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MENA bereits. Als Verhandlungsführer wurde Tourismusminister Suheir Garana ausgewählt. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte betonte, die Entführer seien Kriminelle und "keine Terroristen". Nach unbestätigten Berichten aus Sicherheitskreisen in Kairo sollen die Kidnapper sechs Millionen ägyptische Pfund (783 000 Euro) Lösegeld gefordert haben. In anderen Berichten war von 15 Millionen US-Dollar die Rede.
- Datum 22.09.2008 - 17:22 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, reuters
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