Entführung in Ägypten Rätsel um die Freilassung

Erste Berichte über die Freilassung der Gruppe, zu der auch fünf Deutsche gehören, konnten in der Nacht offiziell nicht bestätigt werden

Die "Inselberge" ungefähr 400 Kilometer südwestlich von Kairo. In ihrer Nähe wurden die Urlauber offenbar entführt

Die "Inselberge" ungefähr 400 Kilometer südwestlich von Kairo. In ihrer Nähe wurden die Urlauber offenbar entführt

Weder das Auswärtige Amt in Berlin noch das ägyptische Außenministerium in Kairo konnte die Freilassung bestätigen. Die fünf Deutschen, fünf Italiener, eine Rumänin und ihre acht ägytischen Begleiter waren am Freitag während einer Wüstensafari im ägyptisch-sudanesischen Grenzgebiet verschleppt worden.

Ein Beamter der Provinzverwaltung in der südägyptischen Stadt Assuan sagte am Abend, die elf europäischen Touristen und ihre acht ägyptischen Begleiter würden spätestens am Dienstagmorgen in der Stadt Abu Simbel erwartet. Später sagte der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit, der sich am Montag in New York aufhielt, die Entführten seien alle freigekommen und "in guter Verfassung".

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Dies wurde kurz darauf von Gheits Sprecher Hossam Zeki widerrufen, der sagte, sein Minister sei falsch zitiert worden. Es gebe noch keine offizielle Bestätigung für die Freilassung der elf Touristen und ihrer ägyptischen Begleiter, betonte Hossam Zeki. Alle Berichte über eine Freilassung seien "unbestätigt und ungenau".

Auch dem Auswärtigen Amt in Berlin lag keine Bestätigung vor. "Wir gehen den Meldungen nach, sind weiterhin um eine rasche Lösung bemüht", sagte eine Sprecherin am Dienstagmorgen.

Die Teilnehmer einer Wüstensafari waren am Freitag während einer mehrtägigen Tour in der Region des Gilf al-Kebir von Kriminellen überfallen und verschleppt worden. Behördenvertreter in Assuan erklärten, die elf Safari-Teilnehmer aus Europa und ihre ägyptischen Begleiter hätten versehentlich die Grenze zum Sudan überquert. Dort seien sie von bewaffneten Angehörigen eines Stammes überfallen und ausgeraubt worden. In anderen Berichten war von Lösegeldforderungern zwischen sechs Millionen ägyptischen Pfund (783 000 Euro) und 15 Millionen US-Dollar die Rede gewesen.

In den meisten Gebieten Oberägyptens dürfen Touristen nur in Begleitung der Polizei mit dem Auto oder mit dem Bus reisen. Diese Sicherheitsbestimmungen gelten seit den Anschlägen islamistischer Terroristen in Ägypten in den 90er Jahren. Für Wüstensafaris in entlegenen Gebieten ist oft eine Sondergenehmigung notwendig.

 
Leser-Kommentare
  1. Somalia, Sudan, Afghanistan: Wenn das Entführen von Deutschen zu einem Erwerbszweig wird, ist es an der Zeit, im Nachgang eine Eliteeinheit in Bewegung zu bringen, die den deutschen Standpunkt zu derlei kriminellen Treiben unmissverständlich erklärt.
    Wenn das nicht geschieht, ist bald jeder Deutsche ausserhalb Europas ein wandelnder Millionenscheck.

    Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
    Ludwig Wittgenstein

    • Rahab
    • 23.09.2008 um 11:35 Uhr

    dass entführer sich zu entführende aussuchen, deren entführung sich auszahlt.
    es könnte sich allerdings auch um eine anti-entführungs-initiative handeln. schließlich interessiert es niemanden, wenn arme schweine entführt werden. das bringt keine schlagzeilen. nicht mal den armen schweinen selbst. weshalb die uninteressierte öffentlichkeit ja auch nie etwas über deren schicksal erfährt.

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