Barockmusik Stimme aus Rohr und Holz

Albrecht Mayer, der Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker, hat ein italienisches Album aufgenommen. Im Interview erzählt er von Vivaldi, Abbado und Venedig

ZEIT ONLINE: Herr Mayer, ist Italien trotz Müllskandals, Korruption und Berlusconi den Deutschen immer noch ein Sehnsuchtsland?

Albrecht Mayer: Ganz bestimmt. Die italienische Kultur übt seit jeher eine große Anziehungskraft auf uns aus. Wir bewundern das, was anders ist als bei uns. Während wir uns häufig Fertiggerichte aufwärmen, haben Essen und Feiern in Italien einen besonderen Stellenwert. Und das ist nicht das Einzige, das uns fasziniert. Wer sich mit dem Land auseinandersetzt, beschäftigt sich automatisch mit dem Gesamtpaket – mit den Menschen, der Kunst, der Literatur und natürlich mit der Musik.

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ZEIT ONLINE: Wann haben Sie Ihre Liebe zu Italien entdeckt?

Mayer: Das ist schon lange her. Als Kind machte ich mit meinen Eltern mehrmals dort Urlaub. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich als Acht- oder Zehnjähriger in einem Boot durch die Kanäle von Venedig fuhr und mit meiner kleinen Kamera Fotos schoss. Auch Musik war auf solchen Reisen immer präsent, wir sind in viele Konzerte gegangen.

ZEIT ONLINE: Ihre neue CD ist Venedig gewidmet. Nach welchen Kriterien haben Sie die Stücke ausgewählt?

Mayer: Auf dem Album In Venedig habe ich die am häufigsten gespielten venezianischen Oboenkonzerte aus der Barockzeit zusammengestellt. Neben Alessandro Marcello, Tomaso Albinoni und Antonio Vivaldi mit seinem wilden Oboenkonzert in C-Dur sind auch zwei weniger bekannte Komponisten vertreten.

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