Android Smart telefonieren mit Google
Sergej Brin und Larry Page wollen Apples iPhone Konkurrenz machen. Ab 2009 soll ihr "G1" in Deutschland zu haben sein
Den Auftritt müssen sich die beiden Silicon-Valley-Stars von Steve Jobs abgeguckt haben: Als Sergej Brin und Larry Page, die legendären, übrigens erstaunlich jungen Google-Gründer auf ihren Rollerskates im New Yorker Edelrestaurant Gustavinos einrollen, donnert Applaus. Dann hält Brin das neue Smartphone hoch, das G1, das nach seinem Betriebssystem Android genannt wird. "Jeder, der Lust hat, kann dafür Applikationen schreiben", sagt Brin. Er habe auch schon seine erste Addition programmiert: "Ich habe den Android in die Luft geworfen, und meine Applikation hat die Zeit gemessen, wie lange er oben geblieben ist."
Dass das neue Smartphone ein Google-Produkt ist, ist unübersehbar. Der Browser basiert auf der gleichen Technik wie Googles Browser Chrome — der neulich unter Beschuss geriet, weil er Nutzerdaten an den Google-Server liefert. Auch Googles E-Mail-Dienst GMail ist darauf zu finden, daneben Google Search, die Google-Tochter YouTube, Google Chat (immerhin auch Yahoo, Windows und AOL-Chat), der Google-Kalender und Google Maps, dazu Googles Street View. Wer nun im Dschungel der Großstadt verloren geht, kann nicht nur seine Adresse google-mappen, sondern sich auch ein Foto der Straße angucken, auf der er gerade steht, und das Foto auch noch mit der Hilfe eines digitalen Kompasses so lange herumdrehen, bis er weiß, wohin er guckt.
Wem das nicht reicht, kann ShopSavvy nutzen, das Preisschilder scannt und eine billigere Fendi-Handtasche oder Manolo-Blahnik-Schuhe sucht. Theoretisch lassen sich mit Android auch Microsoft Word-Dokumente lesen, sobald sich ein Freiwilliger gefunden hat, der die Applikation entwickelt. Auch Musik spielt das Gerät ab, sogar verschiedene Formate, und auch eine Verbindung zu Amazons MP3 Store ist fest installiert. Wer allerdings in der MacWorld lebt, dürfte damit fremdeln, denn iTunes bietet Android nicht. Dafür aber PacMan. Und es hat Bluetooth, wenngleich der Stereostecker fehlt. Als Modem für den Laptop lässt es sich hingegen nicht verwenden. Immerhin ist eine Drei-Megapixel-Kamera eingebaut.
- Datum 16.02.2009 - 17:45 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...passen als Spezialisten im Ausspionieren und Abhören prima zusammen. Ein Telefon, das nicht nur Standort und Wege registriert, sondern auch noch wann und wo ich mit wem telefoniert habe und welche Preisschilder ich gescannt habe (also sehr präzise Aussagen über mein Kaufverhalten), würde ich um keinen Preis benutzen. Auch noch Geld dafür zu zahlen ist der reine Wahnsinn.
Man sollte da auch jeden Fall differenzieren. Während die einen an Daten über einen bestimmten Benutzer interessiert sind, interessiert sich Google für anonymisierte Verhaltensmuster, um präzisere Werbung einblenden zu können. Wenn man in der Lage ist, beides zu differenzieren, kann man sich nun Argumente überlegen, warum man das letztere nicht möchte. Wichtig ist jedoch der Unterschied.
"Während die einen an Daten über einen bestimmten Benutzer interessiert sind, interessiert sich Google für anonymisierte Verhaltensmuster, um präzisere Werbung einblenden zu können"
Wer garantiert das? Selbst wenn, wie ich gerne annehme, Sie offenbar Einblick in die Interna von Google's Strategie besitzen fällt es schwer, Google auf Jahre hinaus (2 Jahres-Providervertrag) im voraus zu vertrauen, dass sie diese Strategie nicht ändern.
Google's Motto "don't be evil" klingt viel zu sehr nach den zahlreichen anderen Motti, die exakt das Gegenteil der Wahrheit beschreiben, um einfachere Geister von dieser abzulenken. Siehe Deutsche Demokratische Republik (wie demokratisch war die gleich noch mal?)", "Volksrepublik Nordkorea", "Partei zur nationalen Rettung" etc.
Inmitten des leichtfüßig dahererzählten Textes Banker aus dem Fenster springen zu lassen, mag aus Sicht des Autors gut gemeint sein: Humor, lieber beiläufig eingeworfen als krampfhaft konstruiert (wie so oft in der Zeit).
Doch der Versuch verkommt lediglich zur Geschmacklosigkeit.
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