Finanzkrise Deutschland lehnt Beteiligung an US-Hilfsfonds ab

Kanzlerin Merkel lehnt eine Beteiligung am US-Hilfsspaket ab, auch die G7-Staaten ziehen nicht mit. Die Notenbanken schleusten erneut Milliarden in den Markt

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte in Berlin: "Für uns gibt es in den Verantwortlichkeiten und in den Auswirkungen Unterschiede." Aus Sicht der Bundesregierung sei daher "eine solche Maßnahme, wie sie die USA jetzt getroffen haben", für Deutschland nicht notwendig.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück betonte, das US-Hilfspaket sei ein sehr wichtiger Beitrag zur Überwindung der Finanzmarktkrise. Außer den USA planten aber keine weiteren G7-Staaten ein Stützungsprogramm. Die Situation in den USA sei von ihrer Schärfe nicht mit der Lage in den anderen sechs Staaten vergleichbar.

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Der Finanzmarktexperte Jan Pieter Krahnen vom Center for Financial Studies in Frankfurt hielt im Gespräch mit ZEIT ONLINE eine deutsche Beteiligung am US-Rettungspaket hingegen für grundsätzlich richtig: "Deutschland sollte sich beteiligen, wenn dafür eine führende Rolle bei der Gestaltung der Weltbankenaufsicht gesichert werden kann“, sagte Krahnen. Dann sei ein „moderates Engagement“ vertretbar.

US-Finanzminister Henry Paulson hatte angekündigt, einen 700 Milliarden Dollar schweren Fonds zu gründen, der Krisen-Papiere der US-Banken aufkaufen soll. Er rief andere Länder auf, sich an der Rettung der schlingernden Finanzinstitute zu beteiligen. Steinbrück nannte das US-Hilfspaket ein bemerkenswertes Programm, widersprach aber zugleich Berichten über eine Kreditklemme in Deutschland. "Das ist nicht der Fall", sagte der SPD-Politiker nach einer 45-minütigen Telefonkonferenz mit seinen G7-Ministerkollegen und den Notenbankgouverneuren. Es gehe jetzt darum, weitere Maßnahmen zur Überwachung und Regulierung der Finanzmärkte umzusetzen. Dabei gehe es auch um Offenlegung und Transparenz.

Die Finanzminister und Notenbanker der G7-Staaten begrüßten die Initiative der US-Regierung. Die Zentralbanken und G7-Finanzminister arbeiteten besonders eng zusammen, um das Finanzsystem zu stabilisieren, teilte das US-Finanzministerium im Auftrag der G7 mit. "Wir sind bereit, die nötigen Schritte einzuleiten, einzeln und gemeinsam, um die Stabilität des internationalen Finanzsystems sicherzustellen." Zu den G7 gehören neben den USA und Deutschland auch Großbritannien, Kanada, Italien, Frankreich und Japan.

Auch die deutschen Banken und Sparkassen reagierten positiv auf den Plan der US-Regierung. "Das Zentrum der weltweiten Finanzmarktkrise liegt in den USA mit negativer Ausstrahlung auf die ganze Welt", erklärte der Verband der Volks- und Raiffeisenbanken. "Deshalb haben die dortigen Behörden und die Notenbank eine große Verantwortung, Domino-Effekte zu vermeiden und systemische Risiken so weit wie möglich zu begrenzen."Die Bundesbank warnte, insbesondere bei Großbanken, Landesbanken und den Zentralbanken der Genossenschaften drohten weitere Belastungen der Gewinne. Die negativen Auswirkungen der Marktturbulenzen würden ihre Ertragslage noch verschärfen, hieß es im Monatsbericht der Zentralbank.

Leser-Kommentare
    • TDU
    • 22.09.2008 um 18:31 Uhr

    Natürlich wird umgehend abgelehnt, sieht man doch, dass hierzulande zu erst die öffentlich geführten Banken gestützt werden mussten, die fehlinvestiert hatten, man traut also mit Recht den staatlichen Kollegen in USA nicht.

    Denn eine sachliche Begründung der Ablehnung habe ich bis jetzt nicht erkennen können, ausser, die anderen machens auch nicht.

    Vielleicht sollte man doch mal fragen, was ist gut für Deutschland und was nicht. Aber im Umgang mit den USA scheint das keine Rolle zu spielen. Und sollten wir mal Hilfe aus dem Ausland brauchen, haben wir ja in Russland einen soliden Fürsprecher. Nur weiter so, wir sehen ja, dass Ideologie und Ressentiment Deutschland und die Welt bisher am weitesten gebracht haben.

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    Deutschland und Russland sind starke Partner. Wir brauchen die USA nicht. Wozu auch?

    Deutschland und Russland sind starke Partner. Wir brauchen die USA nicht. Wozu auch?

    • TDU
    • 22.09.2008 um 18:40 Uhr

    muss es natürlich heissen. Wegen der Überschrift des Artikels stand es aber 1:1.

  1. Deutschland und Russland sind starke Partner. Wir brauchen die USA nicht. Wozu auch?

    Antwort auf "Reflebehaftet"
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    • TDU
    • 22.09.2008 um 20:41 Uhr

    wir mal die Franzosen.

    Wir sollten uns auf eine Zukunft mit neuen starken Partnern ausrichten. Die USA haben abgewirtschaftet und sind nurmehr ein alter Parasit, der schadet und zerstört.

    • TDU
    • 22.09.2008 um 20:41 Uhr

    wir mal die Franzosen.

    Wir sollten uns auf eine Zukunft mit neuen starken Partnern ausrichten. Die USA haben abgewirtschaftet und sind nurmehr ein alter Parasit, der schadet und zerstört.

    • TDU
    • 22.09.2008 um 20:41 Uhr
    4. Fragen

    wir mal die Franzosen.

    Antwort auf "Ich sehe das wie Sie: "
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    Sind doch wie die USA auch voellig pleite. Die brauchen wir eigentlich auch nicht.

    Sind doch wie die USA auch voellig pleite. Die brauchen wir eigentlich auch nicht.

  2. Sind doch wie die USA auch voellig pleite. Die brauchen wir eigentlich auch nicht.

    Antwort auf "Fragen"
  3. Jetzt haben die USA also ein Rettungspaket geschnuert fuer dieselben Banken, die den ganzen Schlamassel hauptsaechlich verursacht haben. Die geflossenen Investmentbonis an die Investmentverkaeufer und die Herren Geschaeftsfuehrer und Vorstaende und Aufsichtsraete usw. in den ganzen letzten Jahren in zigfacher Millionen- oder sogar Milliardenhoehe, basierend auf dieser Blase, die jetzt regelrecht zerplatzt ist, werden nicht angetastet. Die Yachten, Flugzeuge, Villen, Penthouses, Juwelen, Aktien, usw. die damit gekauft worden sind, werden ebenfalls nicht angeruehrt. Die Casinos und die Frauen, die von den Investmentbankern beglueckt worden, behalten ebenfalls ihr Geld. Aber der Steuerzahler muss jetzt all diese Dinge finanzieren. Die Banken bekommen ihre Risiken, die sie in die Pleite treiben wuerden, abgenommen und koennen fleissig weiter Gewinne machen, ohne in die Pflicht genommen zu werden. Der Steuerzahler, der normale Buerger, alle Buerger sind somit die Dummen.
    Aber muss das so sein ?
    Warum werden die Banken, die jetzt doch nur aufgrund der grosszuegigen Spende der Steuerzahler weiter existieren koennen, nicht in die Pflicht genommen und muessen zukuenftig ihre Gewinne ( oder einen Grossteil dieser Gewinne ), eben auch wieder an den Steuerzahler, der sie ja gerettet hat, dem sie also ihre weitere Existenz verdanken, abfuehren ? Das waere doch eigentlich dann der richtige Weg. So kaeme der Steuerzahler, der ja garnicht gefragt wurde, dann wenigstens in den Genuss seiner Rettungstat und es koennten Krankenversicherungen fuer alle Kinder, die in den USA noch keine haben, bezahlt werden. Kindergaerten, Schulen, soziale Einrichtungen und und und, eben alles, was dem Steuerzahler nuetzt, koennten dann ebenfalls damit bezahlt werden, ohne den Steuerzahler zusaetzlich zu belasten. Das waere doch eigentlich der richtige Weg und wuerde auch von jedem normalen Darlehensgeber so verlangt. Dann - und erst dann - waere der Kreislauf geschlossen.
    Aber was tut diese Regierung ( und laesst sich auch noch dafuer feiern, denn der Finanzminister wandert ja wohl von einer Talkshow zur anderen )? Sie laesst den Steuerzahler bluten, vielleicht sogar ausbluten.
    Denn das ist ja noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.
    Was passiert denn nun noch mit der KreditkartenBlase, die offenbar alle vergessen haben ( oder totgeschweigt wird, um weitere Panik zu verhindern ? ). Mit Hilfe der Kreditkarten wurden doch die meisten Dinge in den USA bezahlt. Der normale Einkauf ebenso wie das Auto oder die Urlaubsreise, ja eigentlich alles. Ein Amerikaner ohne CC, das gab es doch vor dieser Finanzkrise garnicht. Und was passiert jetzt mit dieser Blase, wenn durch die erste Krise die Kreditkarten Kredite nicht zurueck gezahlt werden koennen ? Noch scheinen die Kreditkartenfirmen ja still zu halten. Aber wie lange koennen sie das ? Bis auf einmal auch hier die Pleiten Schlange stehen.
    Wie lange wird es also dauern, bis die Kreditkartenkrise Amerika durchschuettelt ? Und wer wird dann diese Firmen retten ? Was wird noch passieren ? Wie wird es enden ? Und was muss die uebrige Welt noch mitmachen durch den Hochmut, die Ignoranz und den Groessenwahn der Amerikaner bzw. der derzeitigen Regierung? Wenn sie doch wenigstens einmal zugeben wuerden, dass sie Mist gebaut haben und kleine Broetchen backen wuerden. Aber dieses Gen scheint in diesem Menschenschlage komplett zu fehlen.

    • zetti
    • 23.09.2008 um 8:14 Uhr

    "Weltweit stützten die Notenbanken den Geldmarkt am Montag mit Milliardensummen. Die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank von England und die Schweizerische Notenbank (SNB) pumpten zusammen mehr als 76 Milliarden Dollar in den Markt..."

    76 Milliarden "frisches" Geld, das durch nicht als Schulden Gedeckt ist, nur um eine Bankenkrise zu vermeiden, das diese mit dem Geld Ihrer Sparer verursacht haben. .

    Für das Wörtchen und das Gefühl Sicherheit gibt ja der dumme deutsche Michel sein Geld auch für 0,5% der Bank um anschließend mit 3 % Inflation abgewascht zu werden. Und diese 76 Milliarden werden aus den 3 % schnell mal 4-6 % machen.

    Verspekuliert sich die Bank mit seinem magerem Spargroschen, darf der dumme Tropf noch mit seiner Steuer helfen, den Verlust (meißt nur geringerer Gewinn als prognostiziert) auszugleichen.

    Und wenn er dann sein "sicheres" Sparsümmchen in Händen hält, kann der Michel sich statt eine vernünftige Altersvorsorge bestenfalls ein Mittelklasseauto leisten, die Banken und Versicherungen haben in dieser Zeit mit seinem Geld neue Häuser* gebaut.

    Zetti

    Eigenkapitalrendite Deutsche Bank 2007: 40%
    dto. 3 Quartal 2008: 9,3 %

  4. Wir sollten uns auf eine Zukunft mit neuen starken Partnern ausrichten. Die USA haben abgewirtschaftet und sind nurmehr ein alter Parasit, der schadet und zerstört.

    Antwort auf "Ich sehe das wie Sie: "

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