Krisengipfel Bush lädt Obama und McCain ins Weiße Haus
Der US-Präsident warnte vor ernsten Konsequenzen der Finanzkrise, sollte der Rettungsplan nicht wie geplant umgesetzt werden. Dafür will er auch bei dem heutigen Treffen mit den beiden Senatoren werben

© NICHOLAS KAMM/AFP/Getty Images
Eine schwere Krise zum Ende seiner Amtszeit: Bush warnt vor einer Rezession der US-Wirtschaft
In einer überraschend einberufenen Fernsehansprache sagte US-Präsident George W. Bush: Falls sich Kongress und Regierung nicht "so schnell wie möglich" auf das vorgeschlagene 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket einigen könnten, drohe eine Rezession mit kaum absehbaren Folgen. "Unsere gesamte Wirtschaft ist in Gefahr, Millionen Amerikaner könnten ihren Arbeitsplatz verlieren. Zudem drohe Panik auf dem Finanzsektor.
"Ich bin ein starker Anhänger des freien Unternehmertums", sagte Bush weiter. Daher habe auch er zunächst Einwände gegen das staatliche Hilfsprogramm gehabt. "Aber derzeit herrschen keine normalen Bedingungen." Deshalb habe er sich für die geplanten Eingriffe der Zentralbank entschieden.
Zugleich lud Bush die beiden Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain heute zu einem Krisengespräch ins Weiße Haus ein. Ziel sei es, eine schnelle Verabschiedung des Rettungsplans zu erreichen. Wie der TV-Sender CNN meldete, haben beide Kandidaten bereits zugesagt, nach Washington zu kommen.
Nicht nur angesichts dieses Krisentreffens überschattet die Finanzkrise immer mehr den Präsidentschaftswahlkampf: Angesichts der ernsten Lage und der stockenden Beratungen über einen Rettungsplan unterbricht der republikanische US-Präsidentschaftskandidat McCain von heute an seinen Wahlkampf. Er werde sich persönlich in die Beratungen zwischen Kongress und Regierung einschalten.
"Lasst uns die Politik beiseite stellen", begründete McCain die Unterbrechung. "Es ist Zeit, dass beide Parteien zusammenkommen." Er verglich die derzeitige Finanzkrise mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Jetzt sei erneut Patriotismus und gemeinsames Zusammenrücken notwendig. Wie es heißt, will McCain "alle Parteiauftritte und TV-Werbespots" für die nächsten Tage aussetzen.
- Datum 04.05.2009 - 10:54 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 6
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Schon erstaunlich, wie sich Obama von Bush/McCain in die Falle locken lässt. Kaum wird er bei dieser Nummer als Gewinner herauskommen. Da geht nur die Wahlkampfstrategie der Republikaner auf.
Das TV-Duell verschieben?
Wie offensichtlich ist bes bitte, dass McCain die berechtigte Sorge umtreibt, dass er mit dem Polit- und Wirtschaftsklärschlamm des gegenwärtigen Amtsinhabers konfroniert wird - zu Recht, denn an welcher Stelle hat sich bitte ein McCain heldenhaft gegen den Staatsterror gewehrt, den seine Parteifreunde Bush, Perle, Wolfowitz, Libby, Cheney, Rove & Co. sowohl im Land wie auch global verbreitet haben - und wo bitte gegen deren globalen Finanz- und Wirtschaftsterror, der den Amerikanern und uns allen im Augenblick auf die Füße fällt.
Es ist nur zu offensichtlich, dass dieser alte Mann nicht mehr die Energie haben wird, die Verantwortung für die weitere Entwicklung zu übernehmen - und jemand, der sich schon im Vorfeld so offensichtlich wegduckt - wie soll das bitte erst sein, wenn er Präsident wäre.
Aber ich denke, dass die Amerikaner anfangen zu begreifen, wie sie von den Neocons systematisch betrogen wurden - und wenn Obama Präsident werden sollte, dann habe ich sogar etwas Hoffnung, dass es eine Aufarbeitung dieses sehr dunklen Kapitels der Weltgeschichte geben wird - so dass die USA doch noch "erhobenen Hauptes" in den Abstieg von der Wirtschaftsweltmacht geht und vielleicht in 10 oder 15 Jahren dann wieder zu den neuen Weltmächten aufschließen kann.
Wenn nicht, dann sehe ich tatsächlich die Gefahr, dass wir uns in Bälde an die gute Sitte von Care Paketen erinnern müssen und uns nach 70 Jahren für das bedanken können, was die Amerikaner uns gegeben haben ..
F. Mayer
kein weiterer Text ..
kein weiterer Text ..
kein weiterer Text ..
Obamas Werte schnellen nach oben, rhetorisch steckt er McCain in den Sack, McCain hat von der Economy keinen Schimmer (hat er selbst gesagt). Zu Deutsch, ihm geht die Düse. Da hilft Bush seinem Parteikollegen mit dieser Einladung gerne aus der Klemme.
Denn im Ernst: An der katastrophalen Situation der Finanzmärkte arbeiten Spezialisten die ihr Leben lang als Fachleute auf diesem Gebiet tätig waren, was wollen da Greenhorns wie McCain?
Die Absicht ist offensichtlich, aber nur für Europäer. Der US-Amerikaner hört: USA, Bedrohung, Zusammenstehen, Patriotismus und damit schaltet sich wie immer sein Gehirn ab. Schade. So verpasst man Chancen auf Besserung.
...hat Präsident Bush seinen nationalen Notstandsplan zur Umverteilung von unten nach oben.
1. Ausrufen eines nationalen Notstandes der sofortiges Handeln erzwingt.
2. Wer nicht mitzieht, wird sofort als unpatriotisch gebrandmarkt.
Wer will sich denn schon ausgerechnet in "God's own country", USA dieses Etikett quasi als Kainsmal auf die Stirn brennen lassen?
Aus SPIEGEL-online: http://www.spiegel.de/pol...
"Washington - Monatelang haben sie gegeneinander gekämpft, nun müssen die Rivalen zusammenrücken: Demokrat Barack Obama und Republikaner John McCain haben sich angesichts der US-Finanzkrise zur Zusammenarbeit entschlossen. In einer gemeinsamen Erklärung erklärten Obama und McCain, beide Seiten müssten nun gemeinsam versuchen, die USA aus der Wirtschaftskrise zu bringen."
In der "Nation" bezeichnete William Greider das Ganze als "Goldman Sachs Sozialimus".
Was aber noch viel bemerkenserter ist, ist sein Hinweis auf folgendes:
Wall Street put a gun to the head of the politicians and said, Give us the money--right now--or take the blame for whatever follows. The audacity of Treasury Secretary Henry Paulson's bailout proposal is reflected in what it refuses to say: no explanations of how the bailout will work, no demands on the bankers in exchange for the public's money. The Treasury's opaque, three-page summary of plan includes this chilling statement:
"Section 8. Review. Decisions by the Secretary pursuant to the authority of this Act are non-reviewable and committed to agency discretion, and may not be reviewed by any court of law or any administrative agency." In other words, no lawsuits allowed by aggrieved investors or American taxpayers. No complaints later from ignorant pols who didn't know what they voted for. Take it or leave it, suckers.
Nachzulesen hier: http://www.thenation.com/...
Es handelt sich hier um nichts anderes als einen "vorauseilenden Freispruch" der handelnden Politiker für alle Zukunft.
Paul Craig Roberts weist in einem bemerkenswerten Aufsatz ebenfalls darauf hin:
http://www.informationcle...
"A less appreciated feature of Paulson’s bailout plan is his demand for freedom from accountability. Congress balked at Paulson’s demand that the executive branch’s conduct of the bailout be non-reviewable by Congress or the courts: “Decisions by the Secretary pursuant to the authority of this Act are non-reviewable and committed to agency discretion.” However, Congress substituted for its own authority a “board” that possibly will consist of the bailed out parties, by which I mean Republican and Democratic constituencies. The control over the financial system that the bailout would give to the executive branch would mean, in effect, state capitalism or fascism."
Über die Ursachen und Auswirkungen der Krise sind in dem o.g. Aufsatz in aussergewöhnlich Deutlichkeit weitere Aussagen enthalten, die es verdient hätten, hierzulande einer grösseren Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Einige kleine Auszüge:
"The nice thing about 20th century recessions was that the jobs returned when the Federal Reserve lowered interest rates and consumer demand increased. In the 21st century, the jobs that have been moved offshore do not come back. More than three million U.S. manufacturing jobs have been lost while Bush was in the White House. Those jobs represent consumer income and career opportunities that America will never see again.
In the 21st century the US economy has produced net new jobs only in low paid domestic services, such as waitresses, bartenders, hospital orderlies, and retail clerks. The kind of jobs that provided ladders of upward mobility into the middle class are being exported abroad or filled by foreigners brought in on work visas. Today when you purchase an American name brand, you are supporting economic growth and consumer incomes in China and Indonesia, not in Detroit and Cincinnati.
In the 20th century, economic growth resulted from improved technologies, new investment, and increases in labor productivity, which raised consumers’ incomes and purchasing power. In contrast, in the 21st century, economic growth has resulted from debt expansion.
Most Americans have experienced little, if any, income growth in the 21st century. Instead, consumers have kept the economy going by maxing out their credit cards and refinancing their mortgages in order to consume the equity in their homes.
The income gains of the 21st century have gone to corporate chief executives, shareholders of offshoring corporations, and financial corporations."
Und:
"By replacing $20 an hour U.S. labor with $1 an hour Chinese labor, the profits of U.S. offshoring corporations have boomed, thus driving up share prices and “performance” bonuses for corporate CEOs. With Bush/Cheney, the Republicans have resurrected their policy of favoring the rich over the poor. John McCain captured today’s high income class with his quip that you are middle class if you have an annual income less than $5 million."
Es wäre an der Zeit, dass sich die europäischen Staaten von der Rolle als Domestiken der USA endlich emanzipieren.
Doch wohl nur Leute, die wissen, wie kriminell ihr Treiben ist. Was sollen wir uns noch alles ansehen, bis wir uns endlich unser Land und unsere Demokratie zurückholen von diesen Bankstern? A la bastille, messiersDames!
Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Doch wohl nur Leute, die wissen, wie kriminell ihr Treiben ist. Was sollen wir uns noch alles ansehen, bis wir uns endlich unser Land und unsere Demokratie zurückholen von diesen Bankstern? A la bastille, messiersDames!
Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Doch wohl nur Leute, die wissen, wie kriminell ihr Treiben ist. Was sollen wir uns noch alles ansehen, bis wir uns endlich unser Land und unsere Demokratie zurückholen von diesen Bankstern? A la bastille, messiersDames!
Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren