Musikpresse Iron Maiden am Steuerknüppel
Er gilt als bester Metalsänger der Welt und fliegt Boeing-Maschinen: Bruce Dickinson war wieder im Einsatz als Retter in der Luft. Außerdem spiegelt das Echolot den Abschied von Norman Whitfield und Neues von Oasis.
Es ist traurig: Ein Soul-Star nach dem anderen nimmt Abschied von der Welt. Auf Barry White, James Brown und Isaac Hayes folgte nun Norman Whitfield. Er galt als Erfinder des psychedelischen Soul. Klaus Walter erinnert in der taz an den Motown-Produzenten. Aber wer war Norman Whitfield eigentlich? "Berechtigte Frage, der Mann steht ja immer nur im Kleingedruckten. Also riskieren wir die große Lippe und behaupten: Norman Whitfield war so bedeutend wie Jimi Hendrix, Sly Stone und Curtis Mayfield", schreibt Walter.
Als Produzent und Komponist hat Whitfield die Ausweitung, die Extension des 3-Minuten-Formats vorangetrieben: "Alles wird länger und breiter. […] Vorbei die Zeit, da Motown-Acts in einer charm school auf den All American Look und gute Manieren gedrillt wurden." Unter Whitfields Leitung wurden die Lieder komplexer, die Texte politischer.
Er übertrug seine vom Gospel befeuerte Vision des afropsychedelischen Funk auf die braven Temptations. Mit ihnen nahm er 1972 das Lied Papa Was A Rolling Stone auf. Es wurde sein größter Hit: "Der Text ist die dystopische Antwort auf einen fröhlichen Motown-Hit aus den optimistischen Frühsechzigern", schreibt Klaus Walter. "So explizit und eindringlich wie nie zuvor spricht der Song das afroamerikanische Dilemma der vaterlosen Gesellschaft an."
Zur Belohnung darf sich Whitfield mit der Gruppe The Undisputed Truth austoben. Im "Spiel-ohne-Grenzen-Modus" produziert Whitfield "prachtvolle Intros, ausgiebige Call & Response-Passagen, repetitive Rhythmen, der Himmel voller Geigen, die Tiefe des Raums", schreibt Klaus Walter.
Der Great Extender starb am 16. September an den Folgen seiner Diabetes-Erkrankung im Alter von 68 Jahren in Los Angeles. Die passenden Abschiedsworte findet Jonathan Fischer auf Spiegel Online: "Wünschen wir dem Mann, der dem psychedelischen Soul einst seine Seele gab, eine weiche Landung auf Cloud Nine."
- Datum 22.09.2008 - 11:54 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren