Finanzkrise Angst in der City
London ist das umsatzstärkste Finanzzentrum der Welt - das Chaos an der Wall Street trifft die britische Hauptstadt hart und kostet Tausende Arbeitsplätze
Einige Zeit bevor die Öffentlichkeit des Unheils gewahr wurde, das sich da an den internationalen Finanzmärkten zusammenbraute, war vielen Briten die lärmend-eitle Fernsehwerbung der HBOS, der Halifax Bank von Schottland, gehörig auf die Nerven gegangen. Das Publikum wählte sie zum unbeliebtesten TV Werbespot des Jahres.
Vielleicht war das schon eine Hinweis auf die kommende Krise, die in dieser Woche zum Absturz der mächtigen Hypothekenbank und ihrer dramatische Rettung durch TSB Lloyds führen sollte.
Die neue Superbank, die nun entstanden ist, kontrolliert ein gutes Drittel aller Hypothekenkredite und Girokonten in Großbritannien. Unter normalen Umständen hätte der Wettbewerbshüter die Übernahme untersagt. Doch dies sind keine normalen Zeiten.
Hinter den Kulissen ebnete die Regierung den Weg für die Rettung der HBOS. Was Premier Gordon Brown als Pluspunkt verbuchen darf, obwohl ihm das bei seinem Kampf ums politische Überleben kaum helfen dürfte.
Bis dahin war die Regierung Brown nur durch Zaudern und Entscheidungsschwäche aufgefallen. Sie hatte Monate gebraucht, bis sie sich endlich zur Rettung der Bank Northern Rock aufraffte. Im scharfen Kontrast dazu standen die Aktionen der Regierung von George W. Bush, die zwei große amerikanische Bausparkassen und die größte Versicherungsgesellschaft der Welt, AIG, verstaatlichte.
In Großbritannien aber grassiert nun die Angst. Die Verwerfungen der Finanzindustrie treffen nicht nur ein paar überbezahlte Banker, die mit undurchsichtigen Produkten spekulierten und denen es ganz recht geschieht, wenn sie nun auf der Straße sitzen.
Vielmehr muss sich jeder Sorgen machen, der einen Arbeitsplatz im bedeutsamen britischen Finanzsektor, eine Hypothek, einen privaten Pensionsanspruch oder ein Sparguthaben besitzt.
Niemand vermag mit Sicherheit vorauszusagen, dass es nicht morgen schon zu neuen Konkursen kommen wird. Fast jeder Tag bringt eine neue Hiobsbotschaft. Selbst die mächtigsten Giganten der Finanzindustrie können fallen, wie die Ereignisse der jüngsten Wochen demonstrierten.
London aber, das sich in den vergangenen 20 Jahren zum umsatzstärksten Finanzzentrum der Welt mauserte, ist von der Krise ohnehin hart betroffen. Die Folgen des Bankrotts der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers für die britische Hauptstadt sind enorm. Tausende von Arbeitsplätzen in der City, dem Bankenzentrum, gingen verloren. Vielen Dienstleistungsunternehmen, Taxibetriebe, Restaurants, Weinbars, Bekleidungsgeschäfte geht eine hochbezahlte und ausgabenfreudige Klientel verloren.
Nun aber ist die Lage noch weitaus bedrohlicher geworden. Arbeitsplatzverluste gesellen sich hinzu, die durch die Krise der heimischen Finanzinstitute entstehen. Bis zu 40.000 Jobs drohen durch die Übernahme von HBOS durch TSB Lloyds verloren zu gehen.
Das ist ein herber Schlag für die Betroffenen und hat Folgen für die gesamtwirtschaftliche Situation. Die Regierung befürchtet, dass die Zahl der Arbeitslosen bald schon die Grenze von zwei Millionen überschreiten wird. Wobei noch gar nicht abzusehen ist, wie weit die Krise auf die übrige Wirtschaft durchschlagen und die ohnehin drohende Rezession noch sehr viel tiefer und schmerzlicher ausfallen lassen wird.
Eines lässt sich schon jetzt feststellen. Binnen kürzester Frist hat die Krise zu erstaunlichen Entwicklungen geführt, die vor Kurzem noch für undenkbar gehalten wurden. Ein Beispiel sind die Verstaatlichungen amerikanischer Finanzinstitute durch die republikanische Regierung. Mancherorts wird das als der Beginn eines "neuen Kapitalismusmodells" gedeutet, in dem der Staat fortan eine größere Rolle spielen wird.
Auf jeden Fall beginnen sich die Umrisse einer neuen Ordnung herauszukristallisieren, mit neuen Spielern und neuen Zentren der Macht. Konservative Finanzinstitute, die sich nicht am Run auf immer komplexere, profitträchtige, aber fragwürdige Finanzprodukte eingelassen hatten und die ob ihrer altmodischen Gangart bespöttelt wurden von den smarten "Masters of the Universe" in Londons City und Wall Street, stehen nun auf einmal als die Gewinner da.
Zumal die Regierung Brown ankündigt, dass sie den Augias-Stall der Londoner City ausmisten und "verantwortungsloses Verhalten" der Banken ausmerzen wird.
Starke Worte, denen die Taten erst noch folgen müssen. Immerhin hat die britische Regierung nun das "short selling" unterbunden, also die Praxis, die es Spekulanten erlaubt, von fallenden Preisen zu profitieren. Diese weitverbreitete Methode hat erheblich zur finanziellen Destabilisierung beigetragen und führt immer wieder dazu, dass von Händlern gezielt Gerüchte in die Welt gesetzt werden über die Schwäche einer Bank oder eines Unternehmens, um Aktien möglichst billig kaufen und sie für einen saftigen Profit wieder verkaufen zu können.
Die Regierungen Großbritanniens und der Vereinigten Staaten haben durch ihre Handlungen demonstriert, dass sie nicht gewillt sind, Investment Banken in gleicher Weise zur Seite zu stehen wie kommerziellen Banken oder Bausparkassen, die Kleinkredite an Kleinkunden vergeben und von deren Kollaps Millionen von Menschen betroffen wären.
- Datum 04.05.2009 - 10:54 Uhr
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Aber seit Mitternacht ist auch im UK der Handel mit Leerverkaeufen untersagt! Das war eine entscheidung der britischen Finanzaufsicht FSA - und diese gilt bis 16/01/2009. Und wahrscheinlich wird die FSA dergleichen auch in Zukunft verbieten.
Im uebrigen hat der "credit crunch" in London auch sein Gutes: Die Hauspreise sind auf dem Weg zurueck in realistische Dimensionen.
>Aber seit Mitternacht ist auch im UK der Handel mit Leerverkaeufen untersagt!
Und warum hat man hier nicht untersagt, Firmen über Schuldenkredite zu kaufen, den die gekaufte - und bis dahin gesunde - Firma zu bedienen hat. Zusätzlich zu den quartalsmäßigen 25% Renditen. Ist das kein Leerverkauf? Aber da muss man solche Vorgänge diurchschauen und als Nepp erkennen. Und muss den Schneid haben, das gegen die Brutalo-Angelsachsen zu verbieten. Die verstehen das offensichtlich. Aber nur wenn es um die eigene Haut geht. Dann ist auch Sozialismus kein Problem mehr...
>Aber seit Mitternacht ist auch im UK der Handel mit Leerverkaeufen untersagt!
Und warum hat man hier nicht untersagt, Firmen über Schuldenkredite zu kaufen, den die gekaufte - und bis dahin gesunde - Firma zu bedienen hat. Zusätzlich zu den quartalsmäßigen 25% Renditen. Ist das kein Leerverkauf? Aber da muss man solche Vorgänge diurchschauen und als Nepp erkennen. Und muss den Schneid haben, das gegen die Brutalo-Angelsachsen zu verbieten. Die verstehen das offensichtlich. Aber nur wenn es um die eigene Haut geht. Dann ist auch Sozialismus kein Problem mehr...
>Aber seit Mitternacht ist auch im UK der Handel mit Leerverkaeufen untersagt!
Und warum hat man hier nicht untersagt, Firmen über Schuldenkredite zu kaufen, den die gekaufte - und bis dahin gesunde - Firma zu bedienen hat. Zusätzlich zu den quartalsmäßigen 25% Renditen. Ist das kein Leerverkauf? Aber da muss man solche Vorgänge diurchschauen und als Nepp erkennen. Und muss den Schneid haben, das gegen die Brutalo-Angelsachsen zu verbieten. Die verstehen das offensichtlich. Aber nur wenn es um die eigene Haut geht. Dann ist auch Sozialismus kein Problem mehr...
Ich mag den Kapitalismus nicht. Aber um zu ueberleben, muss man eben auch die Boersen im Auge behalten - z.B. wenn die Altersversorgung davon abhaengt.
Ich mag den Kapitalismus nicht. Aber um zu ueberleben, muss man eben auch die Boersen im Auge behalten - z.B. wenn die Altersversorgung davon abhaengt.
Es ist an der Zeit, das Spielcasino zu schließen! Kein Mitleid mit den Buchhaltern, die mit ihrer Gier die arbeitende Bevölkerung drangsalieren. Solange nicht begriffen wird, dass das Geschehen in der Finanzwirtschaft nichts mit marktwirtschaftlichen Regeln zu tun hat, werden sich die Exzesse immer wiederholen, inklusive der Sozialisierung der Verluste. Ich empfehle immer wieder das Buch "Geld arbeitet nicht" zu lesen. Darin wird aufgezeigt, dass die Finanzwirtschaft zu einem Spielcasino verkommen ist. Es werden nur Glücksspiele getätigt, getarnt als "Finanzinnovation". Die Berichte über das erneute Verbot (verboten war es schon immer, aber keiner hat sich drum gekümmert!) von "naked short selling" zeigen beispielhaft auf, was hier geschieht: "gehandelt" werden nicht existente Aktien! Gleiches gilt für all die schönen "Produkte" wie ABS, CDS, CDO etc. Das Perverse ist, dass bei diesem Glücksspiel erzielte "Renditen" den Unternehmen der Realwirtschaft als Sollrenditen vorgegeben werden. So kommen die berühmt-berüchtigten 25%+ zu Stande. Dagegen muss vorgegangen werden. Auf die Selbstheilungskräfte eines Marktes zu hoffen, wo es keinen Markt gibt sondern Glücksspiel betrieben wird, ist illusorisch. Ebensowenig hilft es, das Glücksspiel zu verstaatlichen. Es muss verboten werden! Sollen die "armen" Banker doch endlich mal einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen.
Ich mag den Kapitalismus nicht. Aber um zu ueberleben, muss man eben auch die Boersen im Auge behalten - z.B. wenn die Altersversorgung davon abhaengt.
und jetzt wird vielleicht für ein paar Jahre klar, das Geld nicht wirklich arbeitet, sondern nur unterschiedlich verteilt werden kann. Geldverleihen kann bei normalliquiden Schuldnern nur eine normale Rendite erwirtschaften. 25% ist reines Casino mit enormen Risiken Wer seine echt wertschöpfende Bevölkerung so einer Casinso-Wirtschaft aussetzt gegen die cleveren Angelsachsen, sitzt immer auf der Verliererseite und hat sein naiv-arbeitsames Volk nicht verdient. Ich würde hier mal ein paar Volkswirtschaftslehrstühle aufmachen. "Erkennen von angelsächsichen Hütchenspielen". Dann können wir vielleicht irgendwann auch wieder einmal konsumieren im immernoch produktiven Germanien.
und jetzt wird vielleicht für ein paar Jahre klar, das Geld nicht wirklich arbeitet, sondern nur unterschiedlich verteilt werden kann. Geldverleihen kann bei normalliquiden Schuldnern nur eine normale Rendite erwirtschaften. 25% ist reines Casino mit enormen Risiken Wer seine echt wertschöpfende Bevölkerung so einer Casinso-Wirtschaft aussetzt gegen die cleveren Angelsachsen, sitzt immer auf der Verliererseite und hat sein naiv-arbeitsames Volk nicht verdient. Ich würde hier mal ein paar Volkswirtschaftslehrstühle aufmachen. "Erkennen von angelsächsichen Hütchenspielen". Dann können wir vielleicht irgendwann auch wieder einmal konsumieren im immernoch produktiven Germanien.
und jetzt wird vielleicht für ein paar Jahre klar, das Geld nicht wirklich arbeitet, sondern nur unterschiedlich verteilt werden kann. Geldverleihen kann bei normalliquiden Schuldnern nur eine normale Rendite erwirtschaften. 25% ist reines Casino mit enormen Risiken Wer seine echt wertschöpfende Bevölkerung so einer Casinso-Wirtschaft aussetzt gegen die cleveren Angelsachsen, sitzt immer auf der Verliererseite und hat sein naiv-arbeitsames Volk nicht verdient. Ich würde hier mal ein paar Volkswirtschaftslehrstühle aufmachen. "Erkennen von angelsächsichen Hütchenspielen". Dann können wir vielleicht irgendwann auch wieder einmal konsumieren im immernoch produktiven Germanien.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das wir tumben Germanen am Ende wieder die Zeche Zahlen müssen. Die Angelsachsen werden sich innerhalb von 6 Monaten aufraffen, und damit weitermachen ausländische Firmen aufzukaufen, auszuschlachten und mit Gewinn wiederzuverkaufen; oder mit anderen windigen Geschäften die ich nicht verstehe das grosse Geld zu machen. In Deutschland werden auch weiterhin in harter Arbeit Spitzenprodukte produziert werden, während der Angelsächsische Banker nicht die Hände schmutzig macht, dafür aber die Kohle einstreicht. Um diese windigen Typen müssen wir uns wahrscheinlich niemals sorgen machen.
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