Finanzkrise Morgan Stanley sucht Partner in China

Die zweitgrößte US-Investmentbank spricht mit der Wachovia-Bank, gleichzeitig sucht sie Kapital im Ausland. Der dramatische Vertrauensverlust an der Börse zwingt das Traditionshaus zu Verhandlungen

Die Finanzkrise zwingt die Investmentbank Morgan Stanley zu Verhandlungen

Die Finanzkrise zwingt die Investmentbank Morgan Stanley zu Verhandlungen

Die zweitgrößte US-Investmentbank Morgan Stanley verfolgt neben den Fusionsverhandlungen mit der US-Regionalbank Wachovia auch andere Optionen. Sie bemühe sich gleichzeitig um zusätzliches Kapital aus China, um den Sturm zu überstehen, sagte eine mit den Absichten der Firma vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Grundsätzlich wolle Morgan Stanley unabhängig bleiben, verfolge jedoch mehrere Optionen. Neben Wachovia spreche das Institut mit einer Reihe von anderen Finanzinstitutionen, hieß es weiter.

Das Institut musste sich hierbei offenbar der US-Regionalbank Wachovia zuwenden, nachdem es von der Citigroup einen Korb bekommen hatte. Auch die mittlerweile weltgrößte britische Bank, die von China kontrollierte CITIC sowie ein Staatsfonds aus Singapur wurden als mögliche Käufer genannt. Börsianer blieben skeptisch: Die Morgan-Stanley-Aktie konnte sich an der Wall Street am Donnerstag nicht von ihren dramatischen Vortagesverlusten erholen.

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Der New York Times zufolge fürchtet auch Morgan-Stanley-Chef John Mack um das Überleben seiner Bank. Er habe Citigroup-Chef Vikram Pandit am Telefon gesagt: "Wir brauchen einen Fusionspartner, sonst schaffen wir es nicht." Die Citigroup dementierte zwar umgehend, dass eine solche Äußerung fiel, bestritt jedoch das Gespräch an sich nicht.

Ein Verkauf des Traditionshauses würde den radikalsten Umbruch der US-Finanzbranche seit der Weltwirtschaftskrise fortsetzen. Von den ehemals fünf großen US-Investmentbanken sind mittlerweile nur noch zwei übrig geblieben: Morgan Stanley und Branchenprimus Goldman Sachs. Auch Goldman-Sachs-Aktien erholten sich nicht von ihren Vortagesverlusten. Morgan-Stanley-Chef Mack machte kurzfristig orientierte Spekulanten für den "irrationalen" Kursverfall verantwortlich.

Wie Reuters erfuhr, waren die Gespräche zwischen Morgan Stanley und Wachovia am Donnerstag bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Gleichzeitig setze das Geldhaus jedoch seine Bemühungen fort, sich Kapital aus China zu besorgen. Morgan Stanley erwäge verschiedene Optionen zur Bewältigung der Krise, hieß es.

Einige Branchenexperten meldeten bereits Zweifel an, ob eine Verbindung der Geldhäuser überhaupt sinnvoll wäre, da beide von der Finanzkrise mitgenommen sind. "Zweimal Minus macht nicht Plus", sagte ein Fondsmanager. Auch S&P urteilte, eine solche Fusion mache "keinen Sinn", da auch in der Wachovia-Bilanz Gefahren schlummerten.

Leser-Kommentare
  1. Arbeitnehmer nach 40 Jahren Berufsleben in den Vorruhestand gehen zu lassen- kosten im Jahr 1,2 Milliarden Euro. Eine Unsumme - laut Politik. Mal eben 5 Milliarden in eine Bankenlandschaft zu schütten, das geschieht ohne Wimpern zucken. Keine Sitzung wurde im Vorfeld einberufen um diesen Wahnsinn abzusegnen. Es geschah einfach . Selbst Meldungen aus der Tageszeitung wurden ignoriert. In eine Konkursbank wurde wenige Stunden vor dem Konkurs 300 Millionen Euro aus dem Deutschen Steuertopf überwiesen. Wohin fliesen diese Milliarden? Ein schwarzes Loch scheint es nicht zu sein. Das Geld versickert nicht ins Nirvana und ist weg. Es fliesst aus der Tasche der Steuerzahler in die Taschen von Spekulanten. Wie lange noch fragt sich der Wähler doch zurecht. Wie lange noch unterstützen unsere Volksvertreter in den Verwaltungräten der Banken( dotiert mit hunterttausenden Euros im Jahr) die Geldscheffeleien von Spekulanten. An dem Bankencrash verdienen- Banken. Nur lassen Sie sich das Minusgeschäft auf der einen Seite durch den Steuerzahler finanzieren und behalten aber die Gewinne der anderen Seite. Ackermänner verdienen jedes jahr mehr und mehr. Trotz Hiobsbotschaften. Denn diese Hiobsbotschaften übernimmt der Steuerzahler.

    An jedem Crash verdient Ackermann wieder. Der dumme Steuerzahler hat ja keinen Einfluss drauf- wohin sein Geld fliesst.
    Und ein posten im Verwaltungsrat ist Lohn genug für den geldsegen des Staates.

    Eine Seite weiter in der zeitung liest sich dann ein Artikel besonders erschreckend. Europa stellt verbilligte Lebensmittel für die ärmsten der armen zur Verfügung- Deutschland ist zwar der grösste Einzahler in die Europakasse- aber Deutschland erhebt als einziges land in EU keinen Anspruch auf verbilligte EU Lebensmittel.

    Auf gut Deutsch: Das Volk ist unseren Politiker scheiss egal. Die Banken sind wichtig.

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