US-Finanzkrise 700 Milliarden für Banken

Die US-Regierung will vom Kongress die Bewilligung von 700 Milliarden Dollar zum Aufkauf fauler Kredite. Auf diese Weise sollen die angeschlagenen Banken unterstützt werden

Die New Yorker Börse

Die New Yorker Börse

Das geht aus einer Gesetzesvorlage hervor, die das Finanzministerium in der Nacht zum Samstag dem Abgeordnetenhaus und Senat zuleitete, wie das Wall Street Journal in seiner Online-Ausgabe berichtete. US-Präsident George W. Bush bekräftigte am Samstag, dass das Rettungsprogramm für die angeschlagene Finanzbranche so rasch wie möglich verabschiedet werden müsse. Er betonte erneut, dass der Plan trotz aller Risiken für die Steuerzahler «unerlässlich» sei.

Die amerikanische Regierung will der taumelnden Finanzbranche mit dem beispiellosen Rettungspaket zu Hilfe eilen. Unter dem massiven Einsatz von Steuergeldern sollen dabei die bedrängten Finanzinstitute von notleidenden Vermögenswerten befreit werden. US-Finanzminister Henry Paulson hatte bereits am Freitag angekündigt, es gehe in diesem Zusammenhang um «Hunderte von Milliarden Dollar». Er wolle während des Wochenendes mit dem US-Kongress an entsprechenden Gesetzesvorlagen arbeiten. Die Entwürfe sollten bereits in der nächsten Woche verabschiedet werden.

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Finanzberater des Weißen Hauses und des Kongresses wollten das ganze Wochenende über das Paket beraten, um einen Plan möglichst bis Ende kommender Woche verabschieden zu können. Der Chef des Wirtschaftsrats im Weißen Haus, Keith Hennessy, äußerte die Hoffnung, dass bei den Verhandlungen mit dem Kongress bis Sonntagabend Übereinstimmung in wesentlichen Punkten erzielt wird - rechtzeitig vor der Öffnung der Börsen am Montag. Am Freitag hatten die Börsen weltweit mit kräftigen Kurssprüngen auf die Pläne reagiert.

Dem Wall Street Journal zufolge will die Bush-Administration vom Kongress umfassende Befugnisse, den Aufkauf abzuwickeln. Demnach sollen spezielle Manager eingesetzt werden, und die Übernahme der Kreditlasten könnte in einer Art umgekehrter Auktion erfolgen. Das heißt, die Regierung würde von denjenigen Instituten kaufen, die ihre Vermögenswerte zum niedrigsten Preis anbieten. Nach weiteren Medienberichten soll das Programm zunächst auf zwei Jahre befristet werden.

Unklar blieb laut Wall Street Journal zunächst, welche Linie die US-Regierung beim Aufkauf verfolgen will: ob sie bereit ist, über dem Marktwert liegende Preise zu zahlen, was das Risiko von Steuergeld-Verlusten erhöhen würde, oder ob sie «hart» mit den Instituten verhandeln wird. Experten zufolge wird dies in den Gesprächen mit dem Kongress einer der «Knackpunkte» werden. Mehrere Senatoren wie der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama haben außerdem gefordert, dass eine Entlastung der Wall Street mit einem Programm für Erleichterungen zugunsten des «kleinen Mannes» verbunden wird. Bush seinerseits hat vor Versuchen gewarnt, den Rettungsplan mit zusätzlichen Programmen zu überfrachten und damit eine Verabschiedung zu verzögern.

Am Freitag hatte Finanzminister Henry Paulson betont, es sei «lebenswichtig», den durch notleidende Vermögenswerte bei den Banken abgewürgten Kreditfluss wiederherzustellen. Als Teil des Rettungsprogramms hatte die US-Regierung bereits zuvor eine Einlagensicherung für Geldmarktfonds eingerichtet. Außerdem wurden Börsenwetten auf fallende Kurse befristet verboten.

Leser-Kommentare
  1. Es wird die Grossbanken ermuntern weiter zu Wirtschaften als gaebe es kein Risiko!
    Haben Die Banken gut für den Republikanerwahlkampf gespendet ?
    Gibt es in den USA eigentlich einen Bund der Steuerzahler und wenn ja - was sagt der dazu?
    Na ja Amerikaner scheinen mir sowieso recht schmerzfrei sieht man schon an deren Praesidenten!

  2. 2. Woher?

    Wäre schön, wenn sich einmal jemand aus der ZEIT-Redaktion die Mühe machen würde, zu eruieren, woher eigentlich die US-Regierung diese Summe nehmen will! Einfach drucken? Dann würde Amerika seinen Niedergang nur beschleunigen. Kredite im Ausland aufnehmen? Wer leiht einem Bankrotteur denn noch solche Summen? Oder wollen sie vielleicht wie seinerzeit im alten Rom ihre National Guard mit Liktorenbündel ausstatten und auf die arbeitende Bevölkerung loslassen (die, nebenbei bemerkt auch ganz hübsch in der Kreide steht, was ja diese Krise erst ausgelöst hat).

    Also noch einmal ernsthaft gefragt: Woher soll das Geld kommen?

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    • PeKara
    • 20.09.2008 um 17:59 Uhr

    Nachden ich gesucht habe, was Liktorenbündel heisst (Rutenbündel), bin ich ganz auf Ihre Seite. Die Antwort auf Ihre Frage: Das Geld kommt aus der Druckerei (= Inflaktion). Woher sonst?

    • PeKara
    • 20.09.2008 um 17:59 Uhr

    Nachden ich gesucht habe, was Liktorenbündel heisst (Rutenbündel), bin ich ganz auf Ihre Seite. Die Antwort auf Ihre Frage: Das Geld kommt aus der Druckerei (= Inflaktion). Woher sonst?

    • PeKara
    • 20.09.2008 um 17:54 Uhr

    Die Konsequenzen der Haufen von Milliarden die welweit in das monetaire System gepumpt werden, sind überhaupt nicht vorherzusehen. Ohne Cassandra spielen zu wollen, befürchte ich, dass der inflationäre Schub, eingeschränkte Geldverfügbarkeit und schwächende Nachfrage zu einer starken wirtschaftliche Rezässion führen werden. Gesegnet die jenige, die nichts haben... sie haben nichts zu verlieren.

    • PeKara
    • 20.09.2008 um 17:59 Uhr

    Nachden ich gesucht habe, was Liktorenbündel heisst (Rutenbündel), bin ich ganz auf Ihre Seite. Die Antwort auf Ihre Frage: Das Geld kommt aus der Druckerei (= Inflaktion). Woher sonst?

    Antwort auf "Woher?"
  3. Jahrelang konnten Hedgefonds Millardengewinne machen, die sie umgehend an Managergehaeltern und Boni ausgezahlt haben. Substanz wurde nicht gebildet (denn sie wussten, wenn die Kurse fallen sind alle schnell erledigt, so oder so). Dabei haben Hedgefonds aufgrund ihrer Kapitalkraft ruecksichtslos Firmen im Ausland aufgekauft, Mitarbeiter im grossen Stil auf die Strasse gesetzt, und die profitablen Firmenbestandteile verkauft. Wir sind alle Zeugen dieses "Geschaeftsmodells" geworden.
    Hedgefonds haben 10 Jahre lang brutalen Finanzkapitalismus gelebt, ohne Ruecksicht auf Menschen und gewachsene Strukturen. Nun aber kommt die Stunde der Wahrheit, Mitleid mit diesen Finanzmonstern muss niemand haben. Das der Steuerzahler nun aber einspringen muss, um Hypothekenkredite von Leuten zu uebernehmen, die sich hoch verschuldet haben und nun nicht mehr zahlen koennen, zeigt, dass am Ende der Ehrliche der Dumme ist. Die Steuerzahler sehen ihre Steuern nie wieder, sie sehen dafuer keine Strassen gebaut, keine Schulen oder Krankenhaeuser. Stattdessen koennen sie nun die Schulden der gierigen Banker begleichen. Amerika - ein tolles Vorbild! Uebrigens, wer denkt dass das mit uns nichts zu tun hat, wird noch sehen, dass wenn 700 Millarden in der USA - Hauhaltskasse fehlen, die Weltwirtschaft, also auch Deutschland, davon betroffen sein wird.

    • Chi
    • 20.09.2008 um 18:33 Uhr

    Ob der durchschnittliche amerikanische Wähler eigentlich weiss, was es für ihn ganz persönlich bedeutet, wo die Einschnitte gemacht werden, worauf zu verzichten ist, was man sich nicht mehr leisten kann, welche Unterstützung nun auch noch wegfällt, welches Wahlversprechen damit schon im Vorfeld zu einer Lüge wird --- falls nicht tatsächlich die Druckermaschinen angeschmissen werden???

    Weiss er das tatsächlich?

    Und: Sind denn unsere eigenen Leute im Land drauf vorbereitet, wenn der Sog in den Abgrund (in einem Jahr?) schneller und schneller geht - Geld weniger wert sein wird und die brav gesammelten Billiönchen des Kleinen Mannes wie Eis in der Sommersonne schmelzen können?

    Vielleicht haben die Banken ja mal wieder Glück und die Phantasie für all das reicht beim gemeinen sparsamen Volk für die sehr wohl sehr denkbaren Szenarien einfach wieder nicht aus....

    Lesen heißt durch fremde Hand träumen. (F.Pessoa)

  4. Das ist eine laecherliche Aktion. 700 Milliarden sind der beruehmte Tropfen auf den heissen Stein.

    Das Handelsblatt hat berichtet, dass allein 110 Sparkassen und Banken vor der Pleite stehen. 16 Billionen = 16.000 Milliarden US-$ muessten aufgebracht werden, um diesen Melt Down zu verhindern.

    Wie hoch der US-Verbraucher verschuldet ist, weiss niemand so recht. Ich schlage daher vor, die Zillion in das Rechnungswesen fuer US-Schulden einzufuehren. Eine Zillion ist riesengross - aber eben unbestimmt. Das einzige, was sicher kommt, ist das "dicke Ende".

    Die USA sind pleite. Herrlich, dass ich das noch erleben durfte...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Chi
    • 20.09.2008 um 19:49 Uhr

    Wenn Sie diese Zahlen kennen und das offizielle Zahlen sind, frage ich mich ernsthaft was dieses dumme Spielchen der US-Regierung soll? Ich meine: die müssen doch auch ein klitzeklein bisschen rechnen können? Dazu gibt es doch auch in Amerika einen Haufen Psychologen, die Menschen mit sowohl dyskalkulatorischen wie auch noch ganz anderen Schwierigkeiten bei der EInschätzung der Märkte etwas Vernunft ins Hirn pauken könnten!?

    Und wenn Sie schon die Zillion andenken, seien Sie konsequent, bedenken Sie die gesammelte Bande weltwirtschaftlicher Abzocker und nehmen sie mindestens gleich die Zilliarde ins Visier!

    Lesen heißt durch fremde Hand träumen. (F.Pessoa)

    • Anonym
    • 21.09.2008 um 17:21 Uhr

    denn man wird den Rest der Welt zur Ader lassen, und wer steht wohl hinter diesem Finanzverbrechen?
    MfG Orpheus13437

    • Chi
    • 20.09.2008 um 19:49 Uhr

    Wenn Sie diese Zahlen kennen und das offizielle Zahlen sind, frage ich mich ernsthaft was dieses dumme Spielchen der US-Regierung soll? Ich meine: die müssen doch auch ein klitzeklein bisschen rechnen können? Dazu gibt es doch auch in Amerika einen Haufen Psychologen, die Menschen mit sowohl dyskalkulatorischen wie auch noch ganz anderen Schwierigkeiten bei der EInschätzung der Märkte etwas Vernunft ins Hirn pauken könnten!?

    Und wenn Sie schon die Zillion andenken, seien Sie konsequent, bedenken Sie die gesammelte Bande weltwirtschaftlicher Abzocker und nehmen sie mindestens gleich die Zilliarde ins Visier!

    Lesen heißt durch fremde Hand träumen. (F.Pessoa)

    • Anonym
    • 21.09.2008 um 17:21 Uhr

    denn man wird den Rest der Welt zur Ader lassen, und wer steht wohl hinter diesem Finanzverbrechen?
    MfG Orpheus13437

    • Chi
    • 20.09.2008 um 19:49 Uhr

    Wenn Sie diese Zahlen kennen und das offizielle Zahlen sind, frage ich mich ernsthaft was dieses dumme Spielchen der US-Regierung soll? Ich meine: die müssen doch auch ein klitzeklein bisschen rechnen können? Dazu gibt es doch auch in Amerika einen Haufen Psychologen, die Menschen mit sowohl dyskalkulatorischen wie auch noch ganz anderen Schwierigkeiten bei der EInschätzung der Märkte etwas Vernunft ins Hirn pauken könnten!?

    Und wenn Sie schon die Zillion andenken, seien Sie konsequent, bedenken Sie die gesammelte Bande weltwirtschaftlicher Abzocker und nehmen sie mindestens gleich die Zilliarde ins Visier!

    Lesen heißt durch fremde Hand träumen. (F.Pessoa)

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