Helmut Schmidt "Ich habe keinen heutigen Politiker mit Hitler verglichen"
Der Altkanzler wehrt sich gegen Kritik der Linkspartei, die ihren Vorsitzenden Lafontaine von ihm angegriffen fühlt. Und legt nach
Der ZEIT -Herausgeber und ehemalige Bundeskanzler schränkt im ZEITmagazin seinen umstrittenen Hitler-Vergleich ein: "Ich habe keinen der heutigen Politiker mit Hitler verglichen. Wohl aber habe ich, über charismatisch begabte Politiker sprechend, einige namentlich genannt, von Franz Josef Strauß und Willy Brandt bis zu Obama, Hitler und Lafontaine. Der Kernsatz war: Man darf nicht vergessen, dass Charisma allein noch keinen guten Politiker macht."
Die Linkspartei hatte Schmidt aufgrund seiner Äußerungen empört vorgeworfen, er habe ihren Vorsitzenden Oskar Lafontaine auf eine Stufe mit Hitler gestellt.
Der Altkanzler sagt nun, die Linkspartei verdanke ihre Popularität auch ihren populistisch auftretenden Führungspersonen: „Sie wollen ihren Wählern gefällig sein und dafür mehr Geld ausgeben. Dafür sollen andere mehr zahlen oder sogar enteignet werden. Weil die Rechnung nicht aufgeht, ist eine höhere Staatsverschuldung eines der Ergebnisse."
Schmidt, der sich immer "ein paar Zentimeter links von der Mitte" sieht, missfällt grundsätzlich der Erfolg der Linken: "Die Linkspartei wird von ökonomischen Opportunisten geführt, wie wir sie in Deutschland nach 1945 bisher kaum erlebt haben." Den Aufstieg dieser Partei begründet er so: "In Deutschland gibt es sicherlich eine größere Bereitschaft zur Ängstigung als in den meisten anderen europäischen Staaten. Das hängt mit dem Bewusstsein zusammen, zwei Weltkriege angefangen und unter schrecklichen Verlusten verloren zu haben. Die Angst sitzt nicht in den Genen, sie ist ein kulturelles Erbe. Ein Erbe auch aus der Erfahrung des deutschen Völkermords an den europäischen Juden."
- Datum 24.09.2008 - 11:48 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 10
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"Die Linkspartei wird von ökonomischen Opportunisten geführt, wie wir sie in Deutschland nach 1945 bisher kaum erlebt haben."
...was sich natürlich signifikant von denjenigen ökonomischen opportunisten unterscheidet, die derzeit bei cdu, fdp, spd und den grünen herumspuken. warum dazu der rekurs auf 1945? soll da mit einem autoritäts-argument, also mit dem hinweis auf größere erfahrung, eine sachliche debatte verhindert werden?
Den Aufstieg [der partei 'die linke'] begründet er so: "In Deutschland gibt es sicherlich eine größere Bereitschaft zur Ängstigung als in den meisten anderen europäischen Staaten. Das hängt mit dem Bewusstsein zusammen, zwei Weltkriege angefangen und unter schrecklichen Verlusten verloren zu haben. Die Angst sitzt nicht in den Genen, sie ist ein kulturelles Erbe. Ein Erbe auch aus der Erfahrung des deutschen Völkermords an den europäischen Juden."
weiha. geht's vielleicht noch ein bisschen konfuser? das mit dem charisma war ja -aus gründen des takts und der klar zu erwartenden entrüstung- schon grenzwertig, trotz der nun folgenden mittelprächtigen relativierung. aber nun auch noch indirekt die erfolge der linkspartei mit dem holocaust zu abzuleiten?
zum thema linkspartei wäre es meiner meinung nach herrn schmidt insgesamt besser bekommen, wenn er dazu geschwiegen hätte. so wird er zu einem spielball eben jenes ökonomischen (und politischen) opportunismus, den er bei der linkspartei anprangert.
Sicherlich haben sie recht, dass die Formulierungen unseres Altbundeskanzlers sehr unglücklich waren.
Dennoch waren es auch möglich sie in seiner Auslegungsart zu verstehen. Das man dies natürlich nicht von den "getroffenen Hunden" erwarten kann versteht sich von selber.
Zum zweiten Zitat.
Er begründet den Aufstieg der Partei nicht nur mit diesen Antwortmöglichkeiten. Sicherlich wäre es eleganter gewesen historisch nicht so weit auszuholen. Jedoch steckt in dieser Ausage eine Wahrheit. Denn die "deutsche Angst" beruht sehr wohl mit auf unserer Geschichte.
Jedoch wäre die Kritik in einem weniger polemischen Schreibstil angemessener. Schließlich unterstellen sie ihm ja indirekt auch Polemik!
Ansonsten kann ich seine Ansicht bezüglich der Partei "die Linke" im Grundtenor teilen.
Eine vorwärtsschreitende Politik ist mit der Grundansicht der Partei nur schwer in Einklang zu bringen!
Altbundeskanzler Helmut Schmidt ist ja erfreulicherweise alt genug, um für sich selbst zu sprechen, und fehlgeleitete Interpretationen von sich abprallen zu lassen.
Alles in allem stelle ich mir den Frust des überwiegenden Teils der ZEIT-Redaktion vor, der sich mit Schmidt nun überhaupt nicht identifizieren kann, ihn aber als Mitherausgeber auch nicht in die Parade fahren darf. Schade, dass ich die genervten Gesichter der ZEIT-Redaktion nicht aus der Nähe betrachten kann.
Zumal Schmidt in der Sache absolut recht hat, denn die ideologischen Höhenflüge, die manche Zeitgenossen anstellen, um die von ganz links außen als die wahren Verfechter des Rechtsstaates darstellen zu lassen, sind einfach absurd.
Sicherlich haben sie recht, dass die Formulierungen unseres Altbundeskanzlers sehr unglücklich waren.
Dennoch waren es auch möglich sie in seiner Auslegungsart zu verstehen. Das man dies natürlich nicht von den "getroffenen Hunden" erwarten kann versteht sich von selber.
Zum zweiten Zitat.
Er begründet den Aufstieg der Partei nicht nur mit diesen Antwortmöglichkeiten. Sicherlich wäre es eleganter gewesen historisch nicht so weit auszuholen. Jedoch steckt in dieser Ausage eine Wahrheit. Denn die "deutsche Angst" beruht sehr wohl mit auf unserer Geschichte.
Jedoch wäre die Kritik in einem weniger polemischen Schreibstil angemessener. Schließlich unterstellen sie ihm ja indirekt auch Polemik!
Ansonsten kann ich seine Ansicht bezüglich der Partei "die Linke" im Grundtenor teilen.
Eine vorwärtsschreitende Politik ist mit der Grundansicht der Partei nur schwer in Einklang zu bringen!
Altbundeskanzler Helmut Schmidt ist ja erfreulicherweise alt genug, um für sich selbst zu sprechen, und fehlgeleitete Interpretationen von sich abprallen zu lassen.
Alles in allem stelle ich mir den Frust des überwiegenden Teils der ZEIT-Redaktion vor, der sich mit Schmidt nun überhaupt nicht identifizieren kann, ihn aber als Mitherausgeber auch nicht in die Parade fahren darf. Schade, dass ich die genervten Gesichter der ZEIT-Redaktion nicht aus der Nähe betrachten kann.
Zumal Schmidt in der Sache absolut recht hat, denn die ideologischen Höhenflüge, die manche Zeitgenossen anstellen, um die von ganz links außen als die wahren Verfechter des Rechtsstaates darstellen zu lassen, sind einfach absurd.
Sicherlich haben sie recht, dass die Formulierungen unseres Altbundeskanzlers sehr unglücklich waren.
Dennoch waren es auch möglich sie in seiner Auslegungsart zu verstehen. Das man dies natürlich nicht von den "getroffenen Hunden" erwarten kann versteht sich von selber.
Zum zweiten Zitat.
Er begründet den Aufstieg der Partei nicht nur mit diesen Antwortmöglichkeiten. Sicherlich wäre es eleganter gewesen historisch nicht so weit auszuholen. Jedoch steckt in dieser Ausage eine Wahrheit. Denn die "deutsche Angst" beruht sehr wohl mit auf unserer Geschichte.
Jedoch wäre die Kritik in einem weniger polemischen Schreibstil angemessener. Schließlich unterstellen sie ihm ja indirekt auch Polemik!
Ansonsten kann ich seine Ansicht bezüglich der Partei "die Linke" im Grundtenor teilen.
Eine vorwärtsschreitende Politik ist mit der Grundansicht der Partei nur schwer in Einklang zu bringen!
"Der Altkanzler wehrt sich gegen Kritik der Linkspartei"
überflüssige worte
"Der Altkanzler wehrt sich gegen Kritik" hätte gereicht.
kritik kann er nämlich nicht ab.
der altkanzler
Soll das ein Witz sein? Sämtliche Parteien und deren Mitglieder (außer der Linkspartei) haben sich von Lobbyisten einkaufen lassen.
Wen es interessiert, der kann ja mal auf
http://www.nebeneinkuenft...
und auf
http://www.parteispenden....
nachsehen, wer die Geldgeber sind.
Da mag es so manch einem Bürger, der die Politk der letzten Jahre vielleicht nicht verstanden hat, wie Schuppen von den Augen fallen. Die Volksparteien sind längst keine Vertreter des Volkes mehr...
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Bürger, sei wachsam!
Entweder ist es ein Pleonasmus: Ökonomen tun grundsätzlich das, was (ihnen) ökonomisch opportun erscheint (wobei sie gerade dieser Tage manchmal falsch liegen). Oder der Ausdruck ist mindestens erklärungsbedürftig und wahrscheinlich einfach konfus: "Klingt gut, was soll's"
vielleicht sind das solche, die sich in hinblick auf ihre privatökonomie politisch opportunistisch verhalten.
aber solche leute wären derzeit eher in der SPD als in der linkspartei zu finden. hm.
vielleicht sind das solche, die sich in hinblick auf ihre privatökonomie politisch opportunistisch verhalten.
aber solche leute wären derzeit eher in der SPD als in der linkspartei zu finden. hm.
vielleicht sind das solche, die sich in hinblick auf ihre privatökonomie politisch opportunistisch verhalten.
aber solche leute wären derzeit eher in der SPD als in der linkspartei zu finden. hm.
Altbundeskanzler Helmut Schmidt ist ja erfreulicherweise alt genug, um für sich selbst zu sprechen, und fehlgeleitete Interpretationen von sich abprallen zu lassen.
Alles in allem stelle ich mir den Frust des überwiegenden Teils der ZEIT-Redaktion vor, der sich mit Schmidt nun überhaupt nicht identifizieren kann, ihn aber als Mitherausgeber auch nicht in die Parade fahren darf. Schade, dass ich die genervten Gesichter der ZEIT-Redaktion nicht aus der Nähe betrachten kann.
Zumal Schmidt in der Sache absolut recht hat, denn die ideologischen Höhenflüge, die manche Zeitgenossen anstellen, um die von ganz links außen als die wahren Verfechter des Rechtsstaates darstellen zu lassen, sind einfach absurd.
umso bedauerlicher ist, dass gerade Linksaußen (zum Teil ehemalige SED-Mitglieder) diejenigen sind, die überhaupt noch um die Einhaltung der Verfassungsregeln kämpfen.
Die Verfassung kommt unseren Politikern ja immer nur dann in den Sinn, wenn es um die Verschuldung geht. Dann plötzlich....
Ansonsten inzwischen jede Regel und jedes Grundrecht mit Füßen getreten - nicht in Ausnahmefällen , sondern auf breiter Front.
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Bürger, sei wachsam!
umso bedauerlicher ist, dass gerade Linksaußen (zum Teil ehemalige SED-Mitglieder) diejenigen sind, die überhaupt noch um die Einhaltung der Verfassungsregeln kämpfen.
Die Verfassung kommt unseren Politikern ja immer nur dann in den Sinn, wenn es um die Verschuldung geht. Dann plötzlich....
Ansonsten inzwischen jede Regel und jedes Grundrecht mit Füßen getreten - nicht in Ausnahmefällen , sondern auf breiter Front.
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Bürger, sei wachsam!
umso bedauerlicher ist, dass gerade Linksaußen (zum Teil ehemalige SED-Mitglieder) diejenigen sind, die überhaupt noch um die Einhaltung der Verfassungsregeln kämpfen.
Die Verfassung kommt unseren Politikern ja immer nur dann in den Sinn, wenn es um die Verschuldung geht. Dann plötzlich....
Ansonsten inzwischen jede Regel und jedes Grundrecht mit Füßen getreten - nicht in Ausnahmefällen , sondern auf breiter Front.
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