KfW-Krise Millionenüberweisung kein Versehen
Manager der staatseigenen Förderbank KfW haben mit vollen Bewusstsein 350 Millionen Euro an die bankrotte Investmentbank Lehman überwiesen
Die Millionen-Überweisung der Staatsbank KfW an die insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers war offenbar kein Versehen.
Diese Interpretation legen nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erste interne Auswertungen des Vorfalls nahe, die Basis für die Entscheidungen des Verwaltungsrats am vergangenen Donnerstag waren.
Zwei Vorstände und der Bereichsleiter für das Risikocontrolling waren daraufhin suspendiert worden. Die Überweisungspanne könnte die KfW bis zu 350 Millionen Euro kosten.
Wie die Zeitung berichtet, hatten am Freitag vorvergangener Woche KfW-Mitarbeiter über die Entwicklung von Lehman und die anstehende Zahlung beraten.
Während dieser Gespräche habe man festgestellt, dass „Lehman nicht so gut aussieht“, aber die Entscheidung getroffen, die Überweisung noch auszuführen. Neugeschäfte sollten aber nicht mehr eingegangen werden.
Über das Wochenende hatte sich die Lage von Lehman zugespitzt, in der Nacht von Sonntag auf Montag wurde über die Insolvenz berichtet.
- Datum 04.05.2009 - 11:04 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Man könnte wirklich zu dem Schluss kommen, dass die(se) Manager nicht nur gierig, sondern auch wenig vorausschauend sind.
M.E. müssten die Headhunter künftig ganz neue Kriterien anlegen, um Manager für solche Positionen auszuwählen.
Moral und Ethik brauchen eine neue Renaissance
Moral und Ethik müssen in dieser Republik einen völlig neuen Stellenwert erhalten. Was in den Vorstandsetagen einiger Landes- und Investmentbanken möglich war, darf sich nicht wiederholen. Auch, wenn das vielen Verantwortlichen gar nicht gefallen wird, da sie zukünftig ihren Verantwortungsbereich nicht mehr "nach Gutsherrenart" führen können.
Prof. Hickel hat es ja richtig formuliert: Wer mit Milliarden jongliert, der muss sich bei seinem Tun auch auf die Finger schauen lassen. Oder er soll die Hände von solchen Geschäften lassen.
Der Artikel macht hinten und vorne keinen Sinn. Zu Anfang wird von 50 Millionen Euro gesprochen, dann 350, dann die sehr ungewoehnliche Feststellung, ueber den Wechselkurs seien 50 Millionen (zusaetzlich zu den 300 Millionen Euros) verloren gegangen. Auch welche Ueberlegungen und vor allem Verpflichtungen fuer die Ueberweisung selbst vorlagen. Bitte gehen Sie mit Berichten ueber solche Zusammenhaenge sorgfaeltiger um. Ich schaetze Sie naemlich als Leser sonst sehr.
Es sollte endlich Schluß sein mit diesem (scheiß)liberalen Weltexperiment. Selbstregulierung der Märkte hat zu Konzentration der Wirtschaftsmacht und Unkontrollierbarkeit der Akteure geführt und eskaliert weiter. Das gilt für den Finanzmarkt wie für den Energiemarkt. Und die ZEIT erdreistet sich, den Crash in Amerika/der Welt platt für (erklärbar) zu erklären - und die Divergenz zwischen dramatisch sinkenden Rohölpreisen und stabil hohen Treibstoffpreisen an den Tankstellen als nicht böse gemeint zu beschreiben. Als Arbeitgeber würde ich fragen, von wem die SchreiberInnen eigentlich bezahlt werden ...
500.000 Monate
könnte 1 Mensch auf ALG2 Niveau,
von diesem Geld leben,
oder etwa 41.000 Menschen für 1 Jahr.
Irgendwo in den Büchern des Haushalts ist es nun beerdingt,
abgeschrieben als hoffnungslose Forderung.
In ein paar Tagen wird dann wieder diskutiert
darüber, das wir uns es nicht leisten können,
Menschen 80 Euro mehr im Monat
für ein würdigeres Leben zu zahlen.
Allein dieser kleine Fehler des Risikomanagments hätte dies
für mehr als 360.000 Personenjahre ermöglicht
Schönes Neues Deutschland :)
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren