Mädchentag Schülerinnen und Fußballerinnen

Das Kinderhilfswerk Plan International hat für den 22. September einen Internationalen Mädchentag ausgerufen. Selbsthilfeprojekte sollen Mädchen weltweit stärken

In Deutschland sorgt man sich inzwischen mehr um die Jungen als um die Mädchen. Die Männer ziehen zwar nach wie vor die Fäden. Doch in der Schule sind Jungen das benachteiligte Geschlecht. Sie haben die schlechteren Noten und beenden die Schule oft ohne Abschluss. Doch in vielen Ländern sieht es noch ganz anders aus. Mädchen haben dort manchmal gar nicht die Chance, die Jungen zu überflügeln, denn sie werden gar nicht zur Schule geschickt oder nur so lange, bis sie zum Geldverdienen gebraucht oder viel zu früh verheiratet werden.

Das Kinderhilfswerk Plan International hat einen Internationalen Mädchentag ins Leben gerufen. «Für dieses Jahr haben wir bewusst das Motto 'Mädchen in die Schulen' gewählt, denn Bildung ist das Fundament für eine selbstbestimmte Zukunft und Grundvoraussetzung für das gesamte weitere Leben», sagte Plan-Chefin Marianne Raven in Berlin. «Ein solcher Tag war längst überfällig. Die Welt muss endlich gerechter für Mädchen werden.»

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Viele Mädchen in Entwicklungsländern lebten in Armut, würden diskriminiert und seien Gewalt oft schutzlos ausgeliefert. Daher engagiert sich Plan im Kampf gegen die Genitalverstümmelung, Kinderhandel und frühe Heiraten. Außerdem sollen die Mädchen in ihrem Selbstvertrauen gestärkt werden. Deshalb unterstützt das Kinderhilfswerk zum Beispiel Fußball-Projekte für Mädchen in Ghana, Brasilien und Togo.

Die deutsche Fußball-Weltmeisterin Sonja Fuss übernahm die Schirmherrschaft in Ghana. «Fußball steht dort für viel mehr als das Spiel», sagt die 29-Jährige, die selbst schon mit den Spielerinnen trainiert hat. Ihre Eindrücke aus Ghana kann sie nur schwer in Worte fassen. «Plötzlich bekommen diese Mädchen dort Aufmerksamkeit - ein Gefühl, das sie kaum kennen.»

Es geht um mehr als Sport: Neben dem Training lernen die Mädchen etwas über Themen wie Erste Hilfe, Aids und frühe Schwangerschaften. «Die Mädchen dort bekommen sehr früh Nachwuchs, zum Teil mit elf Jahren schon. Sie werden nicht aufgeklärt, erfahren nichts über Verhütung», erzählt Fuss.

Mit dem jährlichen Aktionstag am 22. September sollen unbequeme Fakten über Mädchen ans Licht gebracht werden. «Grundbildung für alle ist eines der Millenniumsziele der UN, die bis 2015 erfüllt sein sollen. Doch gerade bei Mädchen sind wir weit von diesem Entwicklungsziel entfernt», sagte die Plan-Chefin.

Leser-Kommentare
    • Rellem
    • 22.09.2008 um 20:14 Uhr

    Hi @ll
    Zitat aus dem Artikel
    *Viele Mädchen in Entwicklungsländern lebten in Armut, würden diskriminiert und seien Gewalt oft schutzlos ausgeliefert.*
    Zitat Ende
    Nicht nur Mädchen sondern auch Jungen leben in
    -Armut
    -werden diskriminiert
    -sind Gewalt ausgeliefert
    Warum bitte werden dann bei solchen Programmen die Jungen ignoriert?
    Steht Sexismus nicht auf der "roten Liste", oder ist es egal solange es die Jungen betrifft?
    Aber wie sagte doch schon Alice Schwarzer
    "Wenn wir wollen das es unseren Töchtern besser geht, dann müssen wir dafür sorgen das es unseren Söhnen schlechter geht".
    Dieser Geschlechter-Rassismus der mit solchen "Hilfs-Programmen" gefördert wird, ist schlicht zum k****n.
    Gruss
    Rene

  1. @Rellem: Das Zitat ist aus der Emma, aber nicht von Schwarzer. (Und richtig geht es so: "Wenn wir wirklich wollen, dass es unsere Töchter einmal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwer machen.")
    Was allerdings ihre Kritik an dieser Aktion von Plan angeht, so haben sie recht. So schreibt z. B. Plan selber unter Gewalt gegen Mädchen und Frauen:
    - "246 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren müssen arbeiten. 46 Prozent davon sind Mädchen, die in illegalen und informellen Arbeitsverhältnissen extremer Ausbeutung ausgesetzt sind."
    - "Schätzungen zufolge leben weltweit mindestens 100 Millionen Kinder auf der Straße, davon sind bis zu 30 Prozent Mädchen."
    - "Von den 250.000 bis 300.000 Kindersoldaten, die weltweit kämpfen müssen, sind etwa ein Drittel Mädchen."

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    • Rellem
    • 23.09.2008 um 17:29 Uhr

    Hi @ll
    THX für die Korrektur des Zitates und die Zahlen dieser "Hilfsorganisation".
    Gruss
    Rene

    • Rellem
    • 23.09.2008 um 17:29 Uhr

    Hi @ll
    THX für die Korrektur des Zitates und die Zahlen dieser "Hilfsorganisation".
    Gruss
    Rene

    • Rellem
    • 23.09.2008 um 17:29 Uhr

    Hi @ll
    THX für die Korrektur des Zitates und die Zahlen dieser "Hilfsorganisation".
    Gruss
    Rene

  2. Ich finde es soll allen geholfen werden . Mädchen / Frauen sowie auch Jungen/Männern, wer sich nur auf ein Geschlecht beschränkt handelt falsch.
    Man kann nicht 54 % der Kinder ausschließen .

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    • yuval
    • 25.09.2008 um 9:24 Uhr

    ...bevor man kommentiert. Plan und andere Kinderhilfsorganisationen auch helfen sowohl Jungs als auch Mädchen - der internationale Mädchentag, der in diesem Jahr erstmals ausgerufen wurde, soll auf die besonderen Benachteiligungen, denen Mädchen in den genannten Regionen ausgesetzt sind, hinweisen und keinem wie auch immer gearteten "Geschlechterrassismus" Vorschub leisten. Dass das im - zugegebenermaßen ziemlich lieblos hingeklatschten - Zeit Online-Artikel nicht rüberkommt, ist äußerst unglücklich - aber dass darüber gemotzt wird, dass mit einer Sonderaktion auf ausschließlich Mädchen betreffende Problematiken aufmerksam gemacht werden soll, ja, wovon zeugt das eigentlich? Ich spar mir die Antwort.

    • yuval
    • 25.09.2008 um 9:24 Uhr

    ...bevor man kommentiert. Plan und andere Kinderhilfsorganisationen auch helfen sowohl Jungs als auch Mädchen - der internationale Mädchentag, der in diesem Jahr erstmals ausgerufen wurde, soll auf die besonderen Benachteiligungen, denen Mädchen in den genannten Regionen ausgesetzt sind, hinweisen und keinem wie auch immer gearteten "Geschlechterrassismus" Vorschub leisten. Dass das im - zugegebenermaßen ziemlich lieblos hingeklatschten - Zeit Online-Artikel nicht rüberkommt, ist äußerst unglücklich - aber dass darüber gemotzt wird, dass mit einer Sonderaktion auf ausschließlich Mädchen betreffende Problematiken aufmerksam gemacht werden soll, ja, wovon zeugt das eigentlich? Ich spar mir die Antwort.

    • yuval
    • 25.09.2008 um 9:24 Uhr

    ...bevor man kommentiert. Plan und andere Kinderhilfsorganisationen auch helfen sowohl Jungs als auch Mädchen - der internationale Mädchentag, der in diesem Jahr erstmals ausgerufen wurde, soll auf die besonderen Benachteiligungen, denen Mädchen in den genannten Regionen ausgesetzt sind, hinweisen und keinem wie auch immer gearteten "Geschlechterrassismus" Vorschub leisten. Dass das im - zugegebenermaßen ziemlich lieblos hingeklatschten - Zeit Online-Artikel nicht rüberkommt, ist äußerst unglücklich - aber dass darüber gemotzt wird, dass mit einer Sonderaktion auf ausschließlich Mädchen betreffende Problematiken aufmerksam gemacht werden soll, ja, wovon zeugt das eigentlich? Ich spar mir die Antwort.

    Antwort auf "Hilfe rür alle"

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