Terror in Pakistan Jederzeit und überall

Die Terroristen von Islamabad wollen Angst und Chaos auslösen. Ihre Bombe richtete sich gegen den Westen und Pakistans Eliten.

Terror in Islamabad: Das zerstörte Marriott-Hotel

Terror in Islamabad: Das zerstörte Marriott-Hotel

Am Samstag zerstörte eine 1000-Kilo-Bombe das Hotel Marriott in Islamabad. Das Attentat löste eine Schockwelle aus, die das ganze Land erfasste. Das Marriott war nicht irgendein Hotel, es war das Wahrzeichen der an Wahrzeichen sehr armen pakistanischen Hauptstadt. Hier traf sich alles, was wichtig war und sich für wichtig hielt. Das Marriott war für den durchschnittlichen Pakistaner ein fremder Planet, auf dem er nie einen Platz finden würde – es war ein Symbol für Reichtum, für Erfolg und westliche Lebensweise. Es ist so, als hätte jemand das Gesicht eines westlich orientierten Pakistans zerstört. Und er tat es mit unerhörter Gewalt: Die Bombe war die größte, die Attentäter bisher in Pakistan gezündet haben. Das muss man wissen, um die Bedeutung des Anschlags richtig einordnen zu können.

Es besteht die große Gefahr, dass lähmende Angst um sich greift – nicht nur in Pakistan. Gründe dafür gibt es. Immerhin haben die Drahtzieher des Attentats mit tödlicher Entschlossenheit  bewiesen, dass sie jederzeit und überall zuschlagen können. Es ist ihnen gelungen, die pakistanischen Sicherheitskräfte und den gerade erst gewählten Präsidenten Asif Zardari wie zahnlose Tiger vorzuführen. In manchen Kommentaren westlicher Medien ist schon von einer Auflösung pakistanischer Staatsstrukturen die Rede – ganz so, als stünde das Land vor dem Zusammenbruch. Das ist genau das, was die Attentäter erreichen wollen. Die Lage ist ernst, ohne Zweifel. Gerade deswegen aber muss man möglichst genau hinschauen.

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Es scheint ziemlich klar zu sein, dass al-Qaida hinter dem Anschlag steht. Al-Qaida betrachtet Pakistan derzeit als das wichtigste Schlachtfeld in ihrem Terrorkrieg. Das haben sie mit den Vereinigten Staaten gemeinsam. Auch die USA glauben inzwischen, dass ihr Krieg gegen den Terror vor allem in Pakistan ausgefochten werden muss. Deswegen sind vor mehreren Wochen zum ersten Mal US-Soldaten in Pakistan eingedrungen. Das hat in Pakistan große Empörung ausgelöst. Ganz im Sinne al-Qaidas stand die pakistanische Regierung in den Augen vieler Pakistaner als Büttel eines kriegslüsternen Amerikas da.

Die Regierung – besonders aber die pakistanische Armee – versuchen diesem Eindruck mit markigen Worten entgegenzuwirken. Der Generalstabschef Ashfaq Kayani sagte, dass seine Soldaten „die territoriale Integrität“ Pakistans um jeden Preis verteidigen werden. Wie ernst das gemeint ist, kann derzeit nicht gesagt werden. Pakistanische Soldaten aber haben nach offiziell unbestätigten Meldungen zwei Mal US-Hubschrauber beschossen, die den Luftraum verletzt haben. In diesem Kontext ist die Zerstörung des Marriott zu sehen. Es ist ein weiterer Schritt auf dieser nach oben offenen Eskalationsskala.

Der Rauch, der von dem Schlachtfeld Pakistan aufsteigt, verbirgt allerdings, dass es im Feld des Gegners große Unterschiede gibt. Der wichtigste davon ist: Al-Qaida ist nicht gleich Taliban. Jetzt, da in den Stammesgebieten ein regelrechter Krieg ausgefochten wird, vergisst man das leicht. Doch ist es immer noch so, dass al-Qaida im Gegensatz zu den Taliban ein internationales Ziel verfolgt. Al-Qaida will Chaos und Destabilisierung, sie will Amerika eine empfindliche Niederlage zufügen, die gottlosen Regierungen in Saudi-Arabien und andern arabischen Ländern stürzen und schließlich eine Kalifat errichten.

Al-Qaida ist für einen globalen Jihad. Die Taliban dagegen haben in ihrer Mehrheit nur nationale Ziele. Ihr Jihad richtet sich gegen die westlichen Truppen in Afghanistan und gegen die pakistanische Armee in den Stammesgebieten. Sie wollen den Abzug dieser Truppen erreichen. Und sie wollen auch, dass die Stammesgebiete Pakistans wieder so leben können, wie sie vor den Attentaten vom 11. September 2001 einst lebten. In Autonomie und tiefer Rückständigkeit. Das ist hässlich, aber es stellt zunächst mal keine strategische Herausforderung für den Westen dar. Dazu wird es erst, wenn sich beide - Taliban und al-Qaida - verbinden. Genau das ist vor dem 11. September geschehen – al-Qaida plante die Attentate, die Taliban boten ihnen dafür den Rückzugsraum.

Diese Verbindung muss unterbrochen werden. Das bedeutet, dass auf die Taliban anders reagiert werden muss als auf al-Qaida. Man muss ihnen Angebote machen und versuchen, sie einzubinden. Mit al-Qaida geht das nicht. Freilich, je öfter Bomben fallen, desto mehr werden die beiden Gruppierungen zusammengeschweißt – und irgendwann, in gar nicht so ferner Zeit, wird der Unterschied zwischen den beiden verschwunden sein. Mit kräftiger Mithilfe des Westens wird aus einer Gruppe Aufständischer mit einer lokalen Agenda ein internationaler Akteur geformt. Das wäre ein bedeutender Sieg für al-Qaida.

 
Leser-Kommentare
    • helgam
    • 22.09.2008 um 16:53 Uhr

    Ob das alles stimmt, kann niemand wissen. Auch die Geheimdienste des Westens , auch Think-thanks haben unsere öffentliche Meinung und die öffentliche Meinung des amerikanischen Volkes manipuliert (nicht nur 11.9.01), Unwahrheiten erfunden und in die hörigen Massenmedien gebracht , um im Volk Angst zu erzeugen und einen neuen Krieg wiederstandslos beginnen zu können.

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    Es war sicher der CİA mit unterstützung der Israelis ! Danke für diesen hilfreichen Hinweis!

    Es war sicher der CİA mit unterstützung der Israelis ! Danke für diesen hilfreichen Hinweis!

  1. die Herr Ladurner da vorschlägt - besser - er betätigt sich hier einmal mehr als Mahner in der pakistanisch-afghanischen Wüste. Doch - wird die Paranoia des Kulturkampfes und seiner Epigonen in Washington und sonstwo im Westen auch diesem klugen Wort wohl kaum in naher Zukunft Gehör schenken. Al Qaida und Taliban - lokale und globale Interessen - für die meisten hier wird dies eins bleiben. Der erforderliche Strategiewechsel - sollte er irgendwann kommen - er wird wohl in Anbetracht der allgemeinen Angst untergehen - auch wenn es zu hoffen wäre, dass dem nicht so sei.

    @shaef: Waren Sie denn am 11.9.01 in New York City ?

    • Walid
    • 23.09.2008 um 10:53 Uhr

    Ich finde ist sehr gut, dass Herr Laduner sich die Mühe gemacht hat, die Unterschiede zwischen den Taliban und al-Qaida zu verdeutlichen. Obwohl Krieg bleibt Krieg, gleichwohl von wem auch immer, er gegen das afghanische Volk durchgeführt wird. Dennoch finde ich wichtig festzustellen, dass die Afghanen nicht die gleichen Interessen in der Region verfolgen, wie die Alliierten und das al-Qaida.

    Doch jetzt zurück zu den Militäroperationen der Alliierten und der afghanischen Armee im Kernland der Paschtunen in Afghanistan und Pakistan: Nicht nur Taliban, sondern fast alle Paschtunen sehen in diesen Militärischenoperationen ein Komplott gegen die Paschtunen insgesamt. Eine weitere gefährliche Komponente stellt in diesem Krieg der Iran dar, der alle darisprechenden Afghanen gegen die Paschtunen ideologisch aufrüsten. Es gibt in den großen Städten fast kaum Schulen mehr, wo paschtunischen Kinder in ihrer Muttersprache unterrichtet werden können. International wird argumentiert, dass der Staatspräsident einen Paschtune sei, doch das genügt den Paschtunen nicht. Sie wollen nach den Regeln der Demokratie überall im Land an Medien, Schulen, Universitäten, Entwicklungshilfe etc. nach ihren Anteil an der Bevölkerung beteiligt werden. Iran importiert nach Afghanistan millionenfach Bücher Magazine, Zeitungen und etc. Dadurch haben die Paschtunen Angst, dass sie mit Hilfe der Alliierten und Pakistan nicht nur ihre Sprache und Kultur verlieren, sondern jetzt auch ihr Kernland.

    Heute kämpfen in Afghanistan nicht nur Taliban, sondern heute ist der Krieg in Afghanistan schon längst paschtuniesiert und darin haben die westliche Politiker und Medien ihren Anteil. Weil sie alle Paschtunen als al-Qaida und Taliban bezeichnen.

  2. Es war sicher der CİA mit unterstützung der Israelis ! Danke für diesen hilfreichen Hinweis!

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    Wollen Sie behaupten, dass die CIA und dieIsraelis fuer 9/11 verantwortlich sind?
    Oder das sie 9/11 erfunden haben?

    Oder was sonst?

    Wollen Sie behaupten, dass die CIA und dieIsraelis fuer 9/11 verantwortlich sind?
    Oder das sie 9/11 erfunden haben?

    Oder was sonst?

  3. Wollen Sie behaupten, dass die CIA und dieIsraelis fuer 9/11 verantwortlich sind?
    Oder das sie 9/11 erfunden haben?

    Oder was sonst?

    Antwort auf "genau "

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