SPD Schröder bestreitet Intrige gegen Beck

Der Altkanzler weist in der ZEIT den Verdacht des zurückgetretenen SPD-Vorsitzenden zurück, er habe zu dessen Amtsverzicht beigetragen

„Intrige? Das ist Quatsch“, sagt Gerhard Schröder der ZEIT . Erst am 10. September, also drei Tage nach dem Rücktritt von Kurt Beck, habe er mit dem Spiegel über die Vorgänge in der SPD gesprochen. „Zu dem Zeitpunkt war die Messe am Schwielowsee bereits gelesen“, sagt Schröder. Am Rücktrittstag selbst, dem 7. September, hätte er zusammen mit seiner Frau Doris die Ereignisse am Fernsehen verfolgt. „Und wir wussten nicht, was los ist.“

In seiner Autobiografie , die an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt wird, schreibt Beck, über die „Kandidatenfrage“ sei im Vorfeld der offiziellen Verkündung in Einzelheiten berichtet worden, „die neben Beteiligten auch auf Gerhard Schröder verwiesen“. Im Gespräch mit der ZEIT wundert sich Schröder über diese Darstellung. Er verweist auf einen an ihn gerichteten Brief Becks vom 10. September. Von einer Spur, die auf ihn verweise, sei darin nicht die Rede. Vielmehr dankte Beck „für die Unterstützung und den Rat“.

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Vehement widerspricht der Altkanzler zudem Vermutungen, sein Comeback stehe bevor. Die „operative Politik ist vorbei, für alle Zeiten definitiv“, sagt Schröder, „auch wenn es der wichtigste Teil meines beruflichen Lebens war“. Auch in den kommenden Bundestagswahlkampf werde er nur sehr zurückhaltend eingreifen. Wenn jemand Rat haben wolle, bekäme er ihn, „aber ich dränge mich keinem auf“.

Schröder verteidigt sich im Gespräch mit der ZEIT außerdem gegen Kritik an seinem Einsatz zu Gunsten der deutsch-russischen Gaspipeline durch die Ostsee. Er sei sich sicher, wenn er sich für ein europäisch-amerikanisches Joint Venture eingesetzt hätte, wäre er „nur gelobt worden“.

Der Altkanzler bekräftigt in dem Zusammenhang auch sein Recht, sich zu Fragen der Außenpolitik zu äußern. „Ich darf mir ein politisches Urteil erlauben, vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrung. Ich muss nicht schauen, welche Wirkung es hat, was ich zu Russland sage.“

Leser-Kommentare
  1. ...gut, dass sie das schröder-interview als vorwarnung an alle ankündigen, die ggf. vorhätten, am donnerstag eine ausgabe der zeit zu kaufen.

    die kurze inhaltsangabe macht jedenfalls lust auf...auf...naja...äh, auf was eigentlich? politikerwischiwaschi, dreifach redigiert, geföhnt, gebügelt und gefaltet, damit ja keine widersprüchlichen, unerwünschten aussagen in den text kommen könnten?

    nein, es gab keine intrige. nein, ich will nicht in die politik zurück. ja, ich will der spd im wahlkampf 09 mit rat zur seite stehen. ja, aber nur dann, wenn sie das auch wirklich, wirklich wollen. nein, am pipelineprojekt gibt es nichts auszusetzen.

    mal ganz ehrlich, gibt es in dieser zusammenfassung eigentlich irgendwas an inhalt, was mir als aufmerksamen, aber nicht allwissenden leser, in punkto SPD und schröder nicht schon mal über'n weg gelaufen ist? oder was irgendwie überraschend käme? was licht in das dunkel der angelegenheiten um beck, die steinis und deren konsorten bringen könnte?

    • Viva2
    • 24.09.2008 um 12:31 Uhr

    "Vehement widerspricht der Altkanzler zudem Vermutungen, sein Comeback stehe bevor. Die „operative Politik ist vorbei, für alle Zeiten definitiv“, sagt Schröder"

    Das kann ja, aller Erfahrung nach, nur bedeuten, dass er spätestens nächstes Jahr wieder ganz vorne mitmischen will........

  2. Sozialdemokraten!

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