Finanzkrise und Heidschnucken Die Bankenwelt ist keine abseitige Sandstraße
Wie ist der Finanzkrise beizukommen? Altkanzler Helmut Schmidt fordert schärfere Regeln; Finanzminister Peer Steinbrück tut es ihm gleich. "Anders als damals die Heidschnucken"

© Vera Tammen für DIE ZEIT
Altkanzler Schmidt und Finanzminister Steinbrück im Gespräch, moderiert von Editor-at-Large Theo Sommer
Gerade einmal eine Woche ist es her, dass das Finanzsystem der Vereinigten Staaten schwer erschüttert wurde. Noch immer suchen Fachleute nach Erklärungen.
Helmut Schmidt, ehemaliger Bundeskanzler und Finanzpolitiker, interpretierte die Lage am Sonntag während einer ZEIT-Matinee im Gespräch mit Finanzminister Peer Steinbrück so: "Eine der Ursachen liegt darin, dass einerseits der internationale Finanzverkehr sich über die ganze Welt grenzenlos ohne Rücksicht auf souveräne Staatsgrenzen ausgebreitet hat." Andererseits werde dieser Verkehr aber nach wie vor national kontrolliert – und das zum Teil unzureichend.
Um das zu erklären, bemühte Schmidt einen einfachen Vergleich. "Wenn man sich einmal die Lüneburger Heide vorstellt, heute vor 100 Jahren. Da gab es keine Chaussee, die etwa asphaltiert gewesen wäre, sondern das waren Sandwege, und jeden Tag kam einmal eine Heidschnucken-Herde vorbei. Infolgedessen brauchte man keine Verkehrsregeln."
Mittlerweile sei das komplizierter. "Heutzutage ist die Straße bei Soltau längst asphaltiert, daneben läuft eine Autobahn mit Geschwindigkeitsbegrenzungen", sagte Schmidt. Und, "anders als damals die Heidschnucken", müssen Autos zum TÜV, auf der Straße regeln Ampeln den Verkehr.
"Je dichter der Verkehr wird, umso mehr Verkehrsregeln und -aufsichten und Verkehrspolizei braucht man", so Schmidt. "Und das gleiche gilt für den internationalen Finanzverkehr."
Doch diese Regeln funktionieren je nach Ort sehr unterschiedlich. "Jedes Land hat das ein bisschen anders gemacht", sagte Schmidt. "Und man muss leider sagen: Amerika hat das ziemlich am schlechtesten gemacht."
- Datum 04.05.2009 - 10:54 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, chl
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Der InterAction Council ehemaliger Staats- und Regierungschefs, zu dem auch Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker gehören, hat nach seinem Meeting vom Juni 2008 in Stockholm Empfehlungen zur dringend notwendigen Regulierung des Weltfinanzsystems gegeben.
Siehe http://www.interactioncou... dort unter Expert - Meetings
Nun sind diese Empfehlungen zur Zähmung des Raubtierkapitalismus aktueller denn je!
Die international abgestimmte Schließung der "Steuroasen" und der "Steuerparadiese" und die Erhebung einer globalen Finanztransaktionssteuer wären höchst effektive und effiziente, sehr schnell umsetzbare Regelungsmaßnahmen. Es fehlt nur der politische Wille und eine "aggressive" (Henry Paulman ) Strategie !
Steueroasen haben nicht die Bankenkrise verursacht.
Steueroasen haben nicht die Bankenkrise verursacht.
Sowohl Schmidt als auch Steinbrück haben recht, wir brauchen neue Regeln.
Die Krise gibt uns zusätzlich die Chance dazu, weil alle Akteure nun bereit sind dafür und diese Realität anerkennen müssen.
Solange die Märkte nicht zusammnebrechenn ist es sehr schwierig, i.d.R. sogar unmöglich tiefgreifend in die Spielregeln einzugreifen.
Es ist wie in der Schule, wenn Schüler sich verabreden gemeinsam den Lehrer auf einen Mißstand aufmerksam zu machen.
Ist der Moment gekommen, sind alle Treuschwüre nichtig, meistens steht dann einer alleine da und hat Mühe den nötigen Rückhalt zu bekommen.
Um wieviel schwieriger ist es, den Mahner zu Mimen oder diesen zu unterstützen, wenn es um Existenzen und Autoritäten in internationalen Finanzmärkten geht?
Wenn das Fehlen bestimmter Regeln wegen veränderter oder neuer Erfordernisse erst mal so drastische Fehlentwicklungen ermöglichen, ist es fast nie im vorhinein möglich korrigierend einzugreifen.
Daran ändert auch die selbstgerechte Darstellung Einiger nichts, die behaupten, sie hätten es schon immer gesagt oder gewust. Egal ob es stimmt oder nicht.
Schon gar nicht die unqualifizierten und populistischen Äußerungen aus der Linkspartei, deren Diagnosen zwar meistens richtig, aber deren Therapie dermaßen abstrus ist, daswir unsauch gleich in die Steinzeit verabschieden können.
Berthold Grabe
Mir hat das Bild, das Helmut Schmidt von der Bankenkrise gezeichnet hat, gut gefallen.
Die Heuschrecken, die über die Lüneburger Heide geflogen sind, sind in Mach2-Geschwindigkeit geflogen. Und haben dabei fast das gesamte Heidekraut verbrannt! Jetzt können weltweit die Baumschulen (= Finanzministerien) dieser Welt (die Amerikaner schauen verdächtig oft in Richtung Europa) wieder mit der Neupflanzung beginnen.
Vielleicht sollte man die neu anzupflanzenden Bäume in der Wall Street besonders hegen und pflegen. Also unter Kontrolle halten...
Steueroasen haben nicht die Bankenkrise verursacht.
Die Problemlösung besteht in einer Gesamtregelung des globalen Finanzsystems. Die Entkoppelung vor Staat und Wirtschaft nach neoliberaler ist vor einigen Tagen ausgerechnet von den Neoliberalen in den USA durch einen "Staatssozialismus" (Süddeutsche Zeitung) aufgehoben, der durch die Steuern der "Normalbürger" finanziert werden soll. Mit den "Steuern" auf das in Steueroasen geflüchtete Kapital ließe sich dies leicht finanzieren. Global betrachtet haben die 10 Millionen Reichsten im letzten Jahr 3 000 Milliarden Dollar Zugewinn gemacht! Welcher Teil davon wird zur Lösung der Finanzprobleme herangezogen ?
siehe: "Sozialismus à la George W. Bush!"
http://www.zeit.de/online...
..nur nationale Lösungsversuche, wenn überhaupt.
Insoweit passt das schon dazu! Denn auf diesem Wege werden Gewinne "punktgenau" privatisiert.
Wenn dann mal wieder Verluste kommen, werden die dann im Ursprungsland ausgekippt. Am besten beim Steuerzahler, wie immer...
Die Problemlösung besteht in einer Gesamtregelung des globalen Finanzsystems. Die Entkoppelung vor Staat und Wirtschaft nach neoliberaler ist vor einigen Tagen ausgerechnet von den Neoliberalen in den USA durch einen "Staatssozialismus" (Süddeutsche Zeitung) aufgehoben, der durch die Steuern der "Normalbürger" finanziert werden soll. Mit den "Steuern" auf das in Steueroasen geflüchtete Kapital ließe sich dies leicht finanzieren. Global betrachtet haben die 10 Millionen Reichsten im letzten Jahr 3 000 Milliarden Dollar Zugewinn gemacht! Welcher Teil davon wird zur Lösung der Finanzprobleme herangezogen ?
siehe: "Sozialismus à la George W. Bush!"
http://www.zeit.de/online...
..nur nationale Lösungsversuche, wenn überhaupt.
Insoweit passt das schon dazu! Denn auf diesem Wege werden Gewinne "punktgenau" privatisiert.
Wenn dann mal wieder Verluste kommen, werden die dann im Ursprungsland ausgekippt. Am besten beim Steuerzahler, wie immer...
Leider gibt es von der BaFin keinerlei eine Unterstützung bei der Bewertung von Wertpapieren. Es werden noch nicht einmal die Beschreibungen der Wertpapiere geliefert.
Ich würde mir vorstellen, dass für jedes Wertpapier, das an einer deutschen Börse gehandelt werden darf, zumindest die Beschreibung bei der BaFin hinterlegt werden muss und dort über Internet abgerufen werden kann.
Für viele Standardwertpapiere (Aktie, Anleihe mit festem, jährlichen Zins ohne Kündigungsrecht) würde natürlich der Typ reichen. Für diesen Typ würde eine zentrale Beschreibung reichen. Aber bei den Millionen von "Finanzinnovationen" müsste eine vollständige Beschreibung erhältlich sein. Die BaFin hätte dafür zu sorgen, dass in der Beschreibung die Risiken wahrheitsgemäß und vollständig beschrieben sind. Wer wieder ein Zertifikat auf den Markt bringt, das keiner versteht, muss mit der Zulassung warten, bis zumindest die BaFin das Zertifikat verstanden hat.
Solange die Gesetze so schlecht sind, dass sogar bei der Berechnung des Effektivzinses gemogelt werden kann, solange liegt in Deutschland viel im Argen.
Die Problemlösung besteht in einer Gesamtregelung des globalen Finanzsystems. Die Entkoppelung vor Staat und Wirtschaft nach neoliberaler ist vor einigen Tagen ausgerechnet von den Neoliberalen in den USA durch einen "Staatssozialismus" (Süddeutsche Zeitung) aufgehoben, der durch die Steuern der "Normalbürger" finanziert werden soll. Mit den "Steuern" auf das in Steueroasen geflüchtete Kapital ließe sich dies leicht finanzieren. Global betrachtet haben die 10 Millionen Reichsten im letzten Jahr 3 000 Milliarden Dollar Zugewinn gemacht! Welcher Teil davon wird zur Lösung der Finanzprobleme herangezogen ?
siehe: "Sozialismus à la George W. Bush!"
http://www.zeit.de/online...
..nur nationale Lösungsversuche, wenn überhaupt.
Insoweit passt das schon dazu! Denn auf diesem Wege werden Gewinne "punktgenau" privatisiert.
Wenn dann mal wieder Verluste kommen, werden die dann im Ursprungsland ausgekippt. Am besten beim Steuerzahler, wie immer...
Gerade die Amerikaner haben ja, soweit möglich, die Verluste eben nicht sozialisiert.
Hätten Sie es getan, hätte es keine Pleite gegeben.
Sozialisierung von Verlusten ist eher ein europäisches Phänomen!
Das was die Amerikaner machen tun sie notgedrungen, ob dabei der Steuerzahler real zur Kasse gebeten werden wird, kann man heute noch gar nicht feststellen, obwohl dies bei diesen Summen wahrscheinlich ist.
Aber selbst wenn, das Kollektiv haftet immer für das Versagen des Kollektivs, hier der Glaube der Mehrheit (der Amerikaner) an "freie" Finanzmärkte und die Unfähigkeit die Fehler in den Spielregeln wahrzunehmen.
Das ist schließlich nicht allein auf dem Mist der Banken gewachsen, sondern in Summe auch auf der Einstellungen anderer Beteiligter. Von der Wissenschaft über die Politik bis zum Verbraucher.
Die einseitige Schuldzuweisung ist immer einfach, vor allem hinterher.
Berthold Grabe
Gerade die Amerikaner haben ja, soweit möglich, die Verluste eben nicht sozialisiert.
Hätten Sie es getan, hätte es keine Pleite gegeben.
Sozialisierung von Verlusten ist eher ein europäisches Phänomen!
Das was die Amerikaner machen tun sie notgedrungen, ob dabei der Steuerzahler real zur Kasse gebeten werden wird, kann man heute noch gar nicht feststellen, obwohl dies bei diesen Summen wahrscheinlich ist.
Aber selbst wenn, das Kollektiv haftet immer für das Versagen des Kollektivs, hier der Glaube der Mehrheit (der Amerikaner) an "freie" Finanzmärkte und die Unfähigkeit die Fehler in den Spielregeln wahrzunehmen.
Das ist schließlich nicht allein auf dem Mist der Banken gewachsen, sondern in Summe auch auf der Einstellungen anderer Beteiligter. Von der Wissenschaft über die Politik bis zum Verbraucher.
Die einseitige Schuldzuweisung ist immer einfach, vor allem hinterher.
Berthold Grabe
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