EM 2012 Korruption, Zweifel und das Hooliganproblem

Ob die Fußball-EM tatsächlich in Polen und der Ukraine stattfindet, ist ungewiss. Selbst Polens Fußballpräsident würde gern noch vier Jahre warten

Polens Sportminister Miroslaw Drzewiecki (links) bewundert das Modell des noch zu bauenden Nationalstadions in Warschau

Polens Sportminister Miroslaw Drzewiecki (links) bewundert das Modell des noch zu bauenden Nationalstadions in Warschau

Im Hausflur des polnischen Fußballverbands (PZPN) blättert der Putz von den Wänden. Präsident Listkiewicz wünscht sich vor allem mehr Zeit. „Wenn die EM erst 2016 stattfinden würde, hätten wir überhaupt kein Problem.“

Listkiewicz hatte - wie sein ukrainischer Kollege Grigorij Surkis - Michel Platini bei dessen Wahl zum Uefa-Präsidenten im Januar des vergangenen Jahres unterstützt. Drei Monate später fiel die Entscheidung zugunsten Polens und der Ukraine für 2012.

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Bei der Bekanntgabe in Cardiff tanzte Listkiewicz durch den Bankettsaal, umarmt von dem damaligen polnischen Sportminister Tomasz Lipiec, der kurz darauf wegen einer Korruptionsaffäre verhaftet wurde. Er soll bei der Auftragsvergabe zum Bau von Sportstätten bestochen worden sein.

Weil Michel Platini in der Vergangenheit von Zweifeln an den beiden Austragungsländern Polen und die Ukraine erfüllt wurde, unternahm er im Juli eine Kontrollfahrt nach Warschau und Kiew. Jetzt, am Donnerstag und Freitag, tagt das Exekutivkomitee der Uefa in Bordeaux, um über das Problem der EM 2012 zu beraten. Neben den Stadien und dem Verkehr treibt den Verband die Korruption und das Thema Sicherheit um. In beiden Ländern gibt es massive Probleme.

Die polnischen Ligen haben seit Monaten mit einem riesigen Korruptionsskandal zu kämpfen. Dutzende Trainer, Schiedsrichter und Funktionäre sind verwickelt. Es geht um zig verkaufte Spiele. Aber Listkiewicz sucht die Schuldigen für die Probleme lieber woanders: „In Danzig etwa gibt es beim Stadionbau Schwierigkeiten mit den Kleingärten“, im Stadtteil Letnica klagen die Hobbygärtner auf Entschädigung.

Witold Baginski kommen fast die Tränen, wenn er von den schönen Wochenenden in seiner Datscha erzählt. Seit die Bagger kamen, hat sich sein Leben geändert. Die EM 2012 ist ihm egal, die „Baltic Arena“, die auf dem Boden seines Kleingartens entstehen soll, sowieso, er will nur noch sein Geld.

Leser-Kommentare
  1. Lassen wir doch den guten Mann selbst zu Wort kommen:


    "To kompletna bzdura. Nic takiego nie powiedziałem i nie wiem dlaczego niemieckie media podpierały się moim nazwiskiem w tych spekulacjach - podkreślił Listkiewicz."

    Auf Deutsch: "das ist kompletter Schwachsinn. Nichts Derartiges habe ich gesagt und ich weiß nicht, warum sich die deutschen Medien hinsichtlich dieser Spekulationen auf meinen Nachnamen berufen - hob Listkiewicz hervor."

    Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

    1. schlampiges Arbeitsverständnis oder mangelnde Polnischkenntnisse des Schreiberlings

    2. bewusste Tatsachenfälschung des Schreiberlings

    Weiß nicht, was ich schlimmer und bedauernswerter finden soll.

    Abgesehen davon bin ich der festen Überzeugung, dass Polen/Ukraine die mit Abstand beste EM aller Zeiten ausrichten werden. Ein paar Autobahnen werden vielleicht nicht fertig, was aber wohl nichts mit dem sportlichen und menschlichen Wert dieser Veranstaltung zu tun haben wird, ebenso wenig wie die Anzahl der 5-Sterne-Hotels. Dort wird kein Fußballfan wohnen, sondern ausschließlich die Funktionäre und der restliche Schmeiß.

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    ist wohl Ihr Kommentar zu nennen! Was halten Sie von Möglichkeit Nr. 3:
    Der gute Herr Listkiewicz widerruft den Sermon, den er verzapft hat, nachdem er zuviel Gegenwind dafür geerntet hat und schiebt die Schuld den deutschen Medien in die Schuhe!

    Und da haben wir wieder einmal ein Beispiel für das derzeit so typische Verhalten polnischer Politiker. Sie glänzen durch totale Orientierungslosigkeit, gefolgt von der Erkenntnis, dass öffentliche Aussagen ja etwas mit Verantwortung zu tun haben (da hat wohl jemand genau zugehört) und dem sofortigen Leugnen und der Schuldzuweisung an unbeteiligte Dritte (besonders gerne an deutsche Schreiberlinge).

    Ich würde mir auch wünschen, dass die kommende EM in Polen und der Ukraine die beste EM aller Zeiten wird. Aber leider habe ich die Befürchtung, dass, solange Politiker wie Herr Listkiewicz, in entscheidender Position an der Realisierung beteiligt sind, dies ein schöner Wunschtraum bleiben wird.

    Dobranoc

    ist wohl Ihr Kommentar zu nennen! Was halten Sie von Möglichkeit Nr. 3:
    Der gute Herr Listkiewicz widerruft den Sermon, den er verzapft hat, nachdem er zuviel Gegenwind dafür geerntet hat und schiebt die Schuld den deutschen Medien in die Schuhe!

    Und da haben wir wieder einmal ein Beispiel für das derzeit so typische Verhalten polnischer Politiker. Sie glänzen durch totale Orientierungslosigkeit, gefolgt von der Erkenntnis, dass öffentliche Aussagen ja etwas mit Verantwortung zu tun haben (da hat wohl jemand genau zugehört) und dem sofortigen Leugnen und der Schuldzuweisung an unbeteiligte Dritte (besonders gerne an deutsche Schreiberlinge).

    Ich würde mir auch wünschen, dass die kommende EM in Polen und der Ukraine die beste EM aller Zeiten wird. Aber leider habe ich die Befürchtung, dass, solange Politiker wie Herr Listkiewicz, in entscheidender Position an der Realisierung beteiligt sind, dies ein schöner Wunschtraum bleiben wird.

    Dobranoc

  2. ist wohl Ihr Kommentar zu nennen! Was halten Sie von Möglichkeit Nr. 3:
    Der gute Herr Listkiewicz widerruft den Sermon, den er verzapft hat, nachdem er zuviel Gegenwind dafür geerntet hat und schiebt die Schuld den deutschen Medien in die Schuhe!

    Und da haben wir wieder einmal ein Beispiel für das derzeit so typische Verhalten polnischer Politiker. Sie glänzen durch totale Orientierungslosigkeit, gefolgt von der Erkenntnis, dass öffentliche Aussagen ja etwas mit Verantwortung zu tun haben (da hat wohl jemand genau zugehört) und dem sofortigen Leugnen und der Schuldzuweisung an unbeteiligte Dritte (besonders gerne an deutsche Schreiberlinge).

    Ich würde mir auch wünschen, dass die kommende EM in Polen und der Ukraine die beste EM aller Zeiten wird. Aber leider habe ich die Befürchtung, dass, solange Politiker wie Herr Listkiewicz, in entscheidender Position an der Realisierung beteiligt sind, dies ein schöner Wunschtraum bleiben wird.

    Dobranoc

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