Lexikon Gebundene Netz-WeisheitSeite 2/2

Der Entstehungsprozess des neuen Lexikons generiert allerdings auch merkwürdige Effekte. So beantwortet das Wikipedia-Lexikon die Frage, warum Pferde unterschiedliche Fellfarben haben. Sicher interessant – doch wer würde für diese Information unter dem Stichwort „Fellfarben der Pferde“ nachschlagen? Im Eintrag über Pferde findet der Leser jedenfalls keinen Verweis auf den sonderbaren Eintrag. Eine Suchfunktion, die bei der Online-Ausgabe der Wikipedia selbstverständlich integriert ist, fehlt dem Print-Lexikon. Auch Querverweise – eins der Haupt-Charakteristiken der Wikipedia – sind Mangelware. Mit dem Original kann die Print-Ausgabe also kaum konkurrieren.

Trotzdem ist Bertelsmann mit dem Wikipedia-Lexikon ein interessanter Wurf gelungen. Natürlich stellt sich die Frage, ob ein zwei Kilo schweres Nachschlagewerk im Zeitalter von iPhone und Eee-PC noch zeitgemäß ist – wer in der Wikipedia nachschlagen will, kann dies im Original tun. Um den Verkaufserfolg muss sich WissenMedia aber kaum Sorgen machen: Mit knapp 20 Euro ist das Buch noch immer günstiger als die Konkurrenzprodukte. Und andere Lexikon-Verlage bekommen einen Anreiz, ihre angestaubten Wissensschätze um Inhalte zu erweitern, die die Leser wirklich interessieren.
 

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 18.09.2008 um 15:44 Uhr

    Der Begriff "Weisheit" in Ihrer Überschrift ist nicht dasselbe wie "Wissen" oder gar bloß "Information". Hokmah ist, so glaube ich, die reine Weisheit. Hokmah und Wikipedia sind aber nicht dasselbe. Wikipedia könnte man ob als Internetpalttform oder Druckerzeugnis als gebündeltes Datenwissen in Erklärungen, Darlegungen, Abhandlungen, Beschreibungen und Vergleichungen etc. bezeichnen. Wikipedia ist so etwas wie ein Informationslieferant zu vielen Themen, Fragen und Begriffen. Aber auch nicht frei von Unzulänglichkeiten und Fehlern.

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