Finanzmärkte Diese Krise ist viel schlimmer

Die Angst an den Börsen ist so groß wie in der Zeit nach dem 11. September. Damals brachte die Panik die Wende. Diesmal könnte es anders sein, sagt das Börs-o-Meter

Proteste gegen das Milliardenrettungspaket auf der Wall Street: Ein Schild fordert die Banker auf, aus dem Fenster zu springen

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Mit jeder Woche erreicht die Krise einen neuen Höhepunkt. Jede Bankenpleite scheint teurer zu werden, die Summen steigen ähnlich schnell wie vor wenigen Wochen die Weltrekorde bei den olympischen Schwimmwettbewerben. Wie lange kann das noch weitergehen? 

Es ist schwierig, die aktuelle Situation einzuschätzen. Eine ganze Reihe an Investoren ist in Sorge. Sie verweisen vor allem darauf, dass die Krise inzwischen immer weitere Kreise zieht. Nur vom Subprime-Sektor, dem Markt für Schrott-Hypotheken, redet kaum noch einer. Inzwischen geht es um das Finanzsystem als Ganzes. Zugleich geraten immer neue Teil-Märkte in den Sog der Krise. Kreditkarten oder Unternehmensanleihen fangen gerade erst an, Schwierigkeiten zu bereiten. 

Es gibt inzwischen aber auch eine ganze Reihe von Analysten und Investoren, die aufgrund der erreichten Extreme, die viele Indikatoren erreicht haben, die Krise auf ihrem Höhepunkt sehen. Ihrer Meinung zufolge stehen wir unmittelbar vor einem heftigen Kursanstieg.

Ausgangspunkt ihrer Argumente ist die Beobachtung, dass in der Vergangenheit Krisen immer dann zu Ende waren, wenn die Panik besonders hoch war und die Stimmung am Boden. Beides kann man messen, etwa mit dem deutschen sentix-Indikator oder der Kennziffer, welche die American Association of Individual Investors (AAII) veröffentlicht. Alle Stimmungsindikatoren erreichten in den vergangenen Wochen Extremwerte, auf die in der Vergangenheit in der Regel ein Kursaufschwung folgte.

Solche Indikatoren zu analysieren und mit historischen Werten zu vergleichen ist eine sinnvolle und häufig erfolgreiche Methode der Finanzmarktanalyse. "Repräsentativheuristik" nennt das die Behavioral Finance. In normalen Situationen ist sie sehr hilfreich - aber sie birgt auch die Gefahr, entscheidende Dinge zu übersehen. Zumal sich im Moment eher die Frage stellt, ob es in der jüngeren Vergangenheit überhaupt eine vergleichbare Krise gab. 

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Leser-Kommentare
  1. Das ist schon Mega-Real bei Hypo-Real:

    Marktkapital von Hypo Real Estate heute : 789,46 Mio. EUR Kurs: 3,74
    Marktkapital von H........vor 2 1/2 Jahren : 12.000,00 Mio. Eur Kurs: 57,00

    Wieviel Jahre Knast gibt es für Geldwäsche in diesen Größenordnungen? Von deutschen Richtern keines. Deshalb ist geht es demnächst mit Kurserholungen und dummen Kleinanlegern in die nächste Runde. Das Geld ist vom Anleger ist weg, wird den Geldhäusern noch mal in den Hintern geschoben (Bürgschaften etc.), und die Konten der Dealer bleiben gefüllt. Kein Wunder, daß selbst in Bayern keiner mehr zur Wahl geht.

  2. Mir scheint das die Angst und Panik Analyse, ist ja nur eine der X existierenden Charttechniken, die zur präziseren Vorhersage der Kurse führen soll.... was mich daran sehr stört ist (wie auch an vielen anderen Chartanalysen) , das wieder nur auf steigende oder fallende Kurse geschielt wird ohne die wirklichen Fundamente die schlussendlich und eigentlich den Wert eines Marktes, einer Branche, eines Unternehmens und der sich daraus ergebenden Aktie genauer anzuschauen... Wie währe es zur Abwechslung mal damit !!! Die scheinen wirklich nicht's gelernt zu haben...

    Dann, nur dann hat man eine Chance sein Geld einigermassen "intelligent" zu investieren. Aber diese Art von Analysen sind langwierig weil man sehr viele Daten, also einiges mehr als ein paar Charts übereinander zu legen, verarbeiten muss... Lesen, Lesen und noch mal Lesen...

    Achja, und solange ein Markt quasi nur steigenden Kurse aufweist, solange kann man fast bedenkenlos investieren und gewinnt... zu leicht wird dabei aber übersehen das die Investitionen nicht auf eigenem Verständis basieren sondern eben, auf einem generellen Trend.

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
    a

    • RalphS
    • 29.09.2008 um 19:37 Uhr

    Alles halb so schlimm, wenn nichts mehr hilft, machen wir eine Währungsreform wie 1948 und 80% der Bevölkerung welche eh kaum Eigentum hat, wird sich freuen, wenn alles wieder fast bei Null beginnt und jeder neues 100 EURO2 Kopfgeld in der Hand hält.
    .
    Wie in Wikipedia beschrieben starten wir dann so :
    Mit dem Stichtag der Währungsreform erlöschen alle alten Zahlungsmittel außer dem Kleingeld bis 1 Euro, das zu einem Zehntel seines Nennwertes vorerst noch gültig bleibt. Die Zeit bis zur allgemeinen Umstellung wird überbrückt durch die Sofortausstattung der Bevölkerung, Wirtschaft und Öffentlichen Hand mit dem neuen Euro2.
    Für die Umstellung gilt u.a. : Schuldverschreibungen, Hypotheken und sonstige Forderungen und Verbindlichkeiten werden im Verhältnis 10:1 umgestellt. Löhne und Mieten im Kurs 1:1
    .
    Für mich persönlich würde das bedeuten : Freibier für alle, Hura ich bin dank Deregulierung und Neoliberalismus meine Hypotheken los und für den Staat : Die Staatsverschuldung könnte Steinbrück in ein paar Jahren vollständig aus der Portokasse zurück bezahlen. Die Steuern könnten für die Arbeitnehmer extem gesenkt werden, z.b. könnte die Mehrwertsteuer abgeschafft werden, da der Staat dann ja keine Schulden zurückzahlen muss und über die anderen Steuereinnahmen Geld im Überfluss hat. Verschwiegen werden darf allerdings nicht, dass für ein paar Jahre die Arbeitslosigkeit wahrscheinlich ansteigen würde. Aber mit neuer Arbeit würde neues Geld geschaffen. Infrastruktur, Industrie unser KnowHow und alles was die Wirtschaft ausmacht würde ja nicht verschwinden.
    .
    Dieser Ground Zero, welcher eine erneute Währungsreform erforderlich macht, wird aber so schnell nicht erreicht. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings nicht Null und die Zeit nach einer neuen Währungsreform muss nicht so positiv ablaufen wie damals unter Ludwig Erhard, denn den haben wir leider nicht mehr und Helmut Schmidt ist zu meinem Bedauern leider (angeblich) AUSSER DIENST.

  3. Moin Moin,

    in dem Artikel steht:
    "..dass in der Vergangenheit Krisen immer dann zu Ende waren, wenn die Panik besonders hoch war und die Stimmung am Boden..."
    Steht da wirklich im Artikel die groooße Weisheit, dass die Krise abflaut wenn der Höhepunkt der Krise überschritten ist? Das ist in Dreiteufelsnamen die Definition eines Höhepunktes und keine Erklärung!
    Und komme man mir nicht mit Chartanalysen. Diese Unterstützungslinien, Widerstandslinien etc. sind nur zu einem geeignet: Um zu erklären warum es kam wie es kommen mußte!
    Ist das alles? Jungs, dieser Kaiser hat keine Kleider an.

    Gruß,

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