Staatliche Hilfspakete Keine Stütze für die Banken
Ob in den USA oder in Deutschland: Der Staat hilft den Geldhäusern mit Milliarden. Das mag die Krise lindern, Rettung bringt es nicht.

© Chip Somodevilla/Getty Images
Vergangene Woche warben US-Finanzminister Henry Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke vor dem Parlament für ihren Rettungsplan. Jetzt haben sie ihn durchgesetzt - doch er alleine bändigt die Krise nicht
Sind die Banken noch zu retten? Länger als eine Woche rangen die Kongressabgeordneten und US-Regierung in Washington um die Details des milliardenschweren Rettungspakets für die taumelnden Geldhäuser. Jetzt sind sie sich endlich einig. Doch schon in den Stunden ihrer Übereinkunft wurde der Welt vor Augen geführt, dass sich das eilig zusammengestrickte Auffangnetz für die maroden Institute als zu grobmaschig erweisen könnte.
Die jüngsten Nachrichten zeigen es deutlich: Selbst Hilfen in der astronomische Höhe von 700 Milliarden Dollar werden nicht ausreichen, um die Krise zu beenden.
In den USA steht die Großbank Wachovia kurz vor der Pleite und wird von der Citigroup übernommen, in Großbritannien wird die Hypothekenbank Bradford & Bingley verstaatlicht, in Belgien die Fortis-Bank vor dem Zusammenbruch gerettet – und in Deutschland muss der Bund mit Milliardenbeträgen für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate bürgen, damit dieser überlebt.
Längst stecken auch europäische Banken tief in der Klemme. Inwieweit ihnen die US-Milliarden helfen, ist völlig unklar. So sieht es auch die Börse: An den europäischen Aktienmärkten ließen die neuen Hiobsbotschaften am Montag Bankaktien abstürzen.
Dabei sah es zunächst so aus, als habe der Kongress vieles richtig gemacht. Sein Plan sieht zwar vor, dass der Steuerzahler mit einem Riesenbetrag einspringt, um die maroden Banken zu stabilisieren. Dass auf diese Art gigantische Verluste sozialisiert werden, mag man zu Recht kritisieren.
Doch zugleich räumt das Paket dem Staat Kontrollmöglichkeiten ein, die in der ursprünglichen Fassung so nicht vorgesehen waren. Es beschneidet die Verdienstmöglichkeiten der Bankchefs, die von den Staatsgeldern profitieren, und sichert der Regierung zumindest die vage Möglichkeit, an etwaigen künftigen Gewinnen der Institute teilzuhaben.
- Datum 04.05.2009 - 10:53 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 7
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Staundendes Kopfschütteln über den Aktionismus der Bundesregierung und der Vorbehaltlosen Rettung von Spekulationsbanken auf Kosten des Steuerzahlers.
Privatanleger haben es da nicht so einfach. Kommen Sie, wenn sie betrogen werden, dann lacht man ihnen ins Gesicht.
Ich erinnere an den Fall der Argentinischen Staatsanleihen. Argentinien zahlt einfach nicht und die Bundesregierung lachten den Anlegern nur ins Gesicht, als diese lediglich um diplomatische Unterstützung baten. Privatangelegenheit Leute. Kein systemisches Risiko. 100000 Anlager sind einzlen wurscht. Eine IKB oder KfW oder HRE muss rausgehauen werden, da Bank und Bosse.
Im Fall Argentinien hat der Staat versagt, weil er keine effiziente Judikative hat, eine in Finanzangelegenheiten unbedarfte Legislative und eine aktionistische Exekutive mit Spezltum.
Schreibe ich also heute mal wieder einen Leserbrief.
Langfristig gesehen werden durch die in diesen Tagen geschehenden Dinge einige Millionen Menschen gewisse Dinge und Personen schwer hinterfragen.
das diese Mia. von Steuergeldern nicht die Fundamente ändern auf denen die Raffgeier (25% Renditen sind für mich eine der Hauptursachen die nicht nur die Finanzindustrie leiden lassen) ihre Profite gebunkert haben... Dafür, so hoffe/erwarte ich sollen sich mal die Keynesianer in den wohlverdienten Vordergrund rücken während die Friedmänner in den hinteren Reihen endlich mal bescheiden zuhöhren...
Was aber bestimmt helfen würde die Konjunktur am laufen zu halten währen saftige Lohnerhöhungen und auch die erhöhung der HArz IV Gelder. So sollen wenigstens die Standardangestellten auch etwas am noch unverhofftenGeldsegen teilnehmen auf das die Binnenkonjunktur wenigstens nicht auch noch völlig abstirbt...
Interessant trotz allem die Aussage von Arthur Schlesinger : „Linke Zyklen, so dachte der Er, beugen sich dem verderblichen Einfluss der Macht, konservative Zyklen dem verderblichen Einfluss des Geldes.
Soll da nicht bald auch noch die DB privatisiert werden? Auf welcher Hoffung basiert wohl dieses Festhalten an der gefällten Entscheidung?
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
a
in mir kocht die Wut hoch, die Herren in Nadelstreifen mit Ihren bombastischen Gehaeltern haben sich abgesichert. Sie fahren sich mit ihrer Unfaehigkeit fest und haben dabei noch immer flotte Sprueche bereit. Alle anderen haben immer Schuld, sie haben ja nichts gewusst von der enormen Geldgier und Schweigen wohlweislich sich darueber aus was sie in den Hinterzimmern derweil fuer Kurzweil getrieben haben. Es ist ja so schoen ueber viele tausende Mitarbeiter der unantastbare Boss zu sein. Holt diese Herren herunter von ihren weichen Ledersesseln oder setzt sie auf Dornensesseln damit sie ihre Arbeit wieder ernst nehmen wie, lieber weniger aber sicher, sich einsetzen fuer Ihre Mitarbeiter, Spekulationen in den Muelleimer usw.
Steuergelder fuer Bankensanierungen sollten tabu sein. Macht den Weg frei fuer Neugruendungen von Banken mit neuen Inhabern. Milliardendiebe duerfen keine neue Chance bekommen! Bitte polizeiliches Fuehrungszeugnis ist erwuenscht auch mit kleineren Delikten.
Wie will man noch von Vertrauen in einen Staat aufbauen, der über Nacht 35 Milliarden für marode Banken locker macht und einer Rentnerin mit Grundsicherung die 8 Euro für die Sterbekasse nicht zusätzlich bezahlt, weil sie ihr Kindern nicht zur Last fallen will wenn sie einmal stirbt?
Wie will man noch Vertrauen in einen Staat aufbauen der eine ganze Herde an Beamten beschäftigt, die für 2, 50 Euro zu viel gezahlter Stütze einen Prozess gegen den Bedürftigen führt, weil er schon am 20. kein Geld mehr hat und der IKB 10 Milliarden hinterherwirft?
Wie müssen sich Menschen fühlen, die Hartz IV erhalten und aus diesem Grund den Kindern 20 Euro abgenommen werden, weil diese in den Ferien gearbeitet haben und damit über dem Regelsatz sind, während den IKB Vorstandsvorsitzenden noch die Boni in mehreren hunderttausenden ausbezahlt werden?
Vertrauen in die Banken? Vertauen in die Finanzsysteme?
Der gesellschaftliche Schaden, den unsere politische Klasse und die Elite zu verantworten haben wird noch viel schlimmer ausfallen.
Die ganzen neoliberalen Brandstifter, die die Freiheit der Märkte besungen haben, werden nicht aus der Verantwortung gelassen. Steinbrück, Schröder, Eichel, Merz, Westerwelle, Merkel usw.,usw.
Alle gehören abgestraft.
Neuland
... die blökende Herde der beschissenen Kleinanleger
Ja, ja, immer die neoliberalen Eliten!
Und wer hat sie denn gewählt, hmmm?
Letztendlich hat dieses ganze Finazdebakel doch mit mehreren typischen Medien-Hypes zu tun:
1.
Leichtfertig wurden Kredite vergeben und ein Bauboom ausgelöst, der eine Wertblase erzeugte. Es wurden fiktive Renditen dargestellt, die durch diesen Hype begründet wurden und allen wurde empfohlen darin zu investieren.
2.
Wurde mit dem Erkennen des Risikos eine völlig falsche "Rettungspolitik" gefahren, in dem die Zinsen erhöht wurden und somit eine Rückzahlung unwahrscheinlich wurde. Parallel schlug die drastische Erhöhung der Lebenshaltungskosten "Energie" zu, was gerade im Energieverbraucherland USA schwerer wiegt, als man glaubt.
3.
Glaubten die Leitenden irgendwann ihren Pressemitteilungen, obwohl sie es eigentlich anders besser wissen sollten. Renditen müssen erwirtschaftet werden, d.h. durch Arbeit wird ein Wert geschaffen. An den Börsen sind das alles "Relativwerte" wie übrigen jede Ware mehrere Werte hat, einen Marktwert, einen Materialwert, einen Herstellwert.
Konsequenz ist im Moment, das alle Anleger - egal ob Groß ob Klein - die auf diese "Finanzprodukte" setzen, nun Jahre an Ertrag verlieren werden, manche sogar ihre Einlage, da das Unternehmen entwertet wurde, in dem investiert wurde.
Nachdenklich stimmt mich aber, das alle glaubten, amn könnte ohne Arbeit Renditen von mehr als 10% erzielen. Den alle vergasen, das hohe Renditen mit hohem Risiko einher gehen... jetzt ist Zahltag!
Die wenigsten verstehen wohl die komplexen Zusammenhänge vollständig. Ein Bauchgefühl haben jedoch die meisten Leser gemeinsam: Das ist doch alles total krank!
Rettungspakete in Milliarden- oder gar Billionenumfang in ein undurchschaubares wie auch unmenschliches System zu pumpen mit äußerst fragwürdigem Ausgang erinnert mich eher an die letzten Monate des dritten Reiches, denn an seriöse Wirtschaftspolitik. Der Volkssturm in Gestalt staatlicher Beihilfen soll schnell noch für den Endsieg sorgen und das Trugbild vom Wohlstand für alle aufrechterhalten. -
Da kommen mir immer ein paar Fragen hoch, die vielleicht naiv erscheinen, aber sicherlich viele von uns bewegen:
1. Wo ist das ganze verspekulierte Geld der Banken hin?
2. Was heißt eigentlich die Banken leihen sich gegenseitig Geld (oder jetzt auch nicht mehr)? Sicherlich leiht sich Bear Stearns kein Geld von Lehman, denn die zocken ja beide mit geliehenem Geld. Von den Geschäftsbanken? Von den Zentralbanken? Die können ja als einzige das Zeug drucken. Also wo kommt das neue Geld wirklich her?
3. Welche Rolle spielt der Staat, ergo die Bürger/Steuerzahler? 700 Mrd. aus dem Staatssäckel zuzuschießen heißt ganz klar: höhere Neuverschuldung. Bei wem verschuldet sich der Staat da? Richtig, Banken und welche? Zentralbanken? Wenn ja, dann müssen die Geld drucken, die Zentralbanken sind ja schließlich kein unerschöpfliches Reservoir.
4. Un d welcher Wert steht diesem Geld gegenüber, wo doch Geld als Tauschobjekt des Warenhandels anzusehen ist?
Fragen über Fragen, die ich gerne mal beantwortet hätte. Vielleicht kann das hier versammelte (Halb-)Wissen Antworten finden. Die Menschen brauchen diese Antworten, glaube ich.
Achso, und was man alles mit soviel Geld an sinnvollen Dingen tun könnte. Die Welt geht ja außer im Finanzsektor auf vielen anderen Gebieten ebenfalls krachen. Wäre es nicht sinnvoll mit dem Geld endlich mal innovatives Engagement im ganz großen Stil zu finanzieren, um beispielsweise die WIRKLICH ERDRÜCKENDEN Probleme dieses Planeten und seiner Bewohner zu lösen? Ich muß diese Probleme wohl nicht alle aufzählen.
Vielen Dank, werte Mitleser und Mitdenker!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren