Bayernwahl Revolte oder RettungSeite 3/3

Ob das aber Hubers Kopf retten wird? Im kommenden Jahr stehen Europa- und Bundestagswahlen an. Das könnte zum schnellen Handeln animieren. Die Brüssler CSU-Abgeordneten haben bereits signalisiert, dass ihnen vor einem erneuten Wahlkampf mit Huber an der Spitze graut und sie ihn gern so schnell wie möglich los wären. Denn die CSU könnte bei der Europawahl, bei der sie alleine antritt, bei einem erneut schlechten Ergebnis zum ersten Mal an der bundesweiten Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Auch in diesem Fall wäre Seehofer der erste Kandidat für den Parteichefposten.

III Ein Achtungserfolg stärkt die bislang glücklosen CSU-Spitzen

Die nervöse Stimmung in der Partei hat für Huber und Beckstein natürlich auch ein Gutes: Sie hat die Erwartungen kolossal gesenkt. Angesichts des Vorlaufs, der Umfragen, der Putschgerüchte wäre jedes CSU-Ergebnis über 50 Prozent schon ein Erfolg. Hätte man vor fünf Jahren bei, sagen wir: 53 Prozent in der CSU-Zentrale die Nase gerümpft und sich geschämt, wäre es dieses Mal ein Grund zum Jubeln.

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Zwar würde es auch diesmal einige giftige Analysen und böse Worte derer geben, die es dann nicht mehr in den Landtag geschafft haben. Aber eine Revolte hätte kaum einen Nährboden. Für jeden beteiligten Politiker könnte sie das politische Todesurteil bedeuten. Königsmörder haben für gewöhnlich keinen guten Ruf, schon gar nicht in der CSU, siehe Gabriele Pauli.

Ganz unwahrscheinlich ist eine Aufholjagd der CSU in der Schlussphase nicht. Immerhin zeigte jede der jüngsten Umfragen auch, dass fast die Hälfte der Bayern noch unentschlossen ist. Womöglich wird bei einigen der Groll gegen die CSU kleiner werden, je näher der Wahlsonntag rückt, und sie machen am Ende doch wieder das Kreuz beim Bewährten. Zumal die Alternativen nicht besonders großartig sind.

Schließlich, auch das zeigen die Umfragen, gibt es in Bayern keine wirkliche Wechselstimmung. Eher eine Denkzettel-Stimmung – und einen Denkzettel wird die CSU am Sonntag in jedem Fall verpasst bekommen.

 
Leser-Kommentare
    • Egon2
    • 26.09.2008 um 10:45 Uhr

    Also langsam langweil mich das echt, was ich in der Zeit und anderen Medien immer so lesen muss. Ihr wollt die CSU wegschreiben. Aber
    machts ned so, dass es jeder merkt. Also ich mach allein schon wegen dieser Berichterstattung aus Trotz mein Kreuz bei der CSU! Eines in diesem Bericht stimmt dann doch: Die andern machen es auch nicht besser!

  1. Damals, als er bei dem Ruf nach Berlin ganz schnell ganz kalte Füße bekommen hatte. Danach war in Bayern nichts mehr wie vorher: Stoiber (der vorher als MP sakrosant gewesen war) bekam plötzlich eine kalte Dusche nach der anderen. Nur Kritik. Sicher berechtigte Kritik. Aber auch Kritik, die seine Position auf Dauer schwächte.

    Mal ernsthaft: Welche Chancen hätte der Mann mit dem großen "Äh" heute noch in der politischen Großwetterlage, die für Berlin ganz klar auf Fortsetzung der Großen Koalition hinausläuft und daher irgendwelche bayrischen "tanzenden Derwische" so nötig braucht wie (...)? Er mag ja in "Zwoggl-Land" populär sein, aber reicht das für einen dauerhaften Aufschwung der CSU? Oder nur für ein Strohfeuer der Begeisterung? Letzteres könnte sich als noch gefährlicher erweisen als ein Putsch: Der ist immerhin mit einem Neuanfang verbunden...

  2. Oh ja, bitte, bitte, lasst den StoiBÄR wiederkommen.
    Mit dem hatten wir doch so viel Spaß! -> http://de.youtube.com/wat...

    • awaler
    • 26.09.2008 um 11:58 Uhr

    Stell Dir vor es ist Bayernwahl und keiner geht hin.

    Stoiber hat sich vom Attraktor für (Bundes)Protestwähler gegen Rotgrün zur Witzfigur entwickelt und seine Diadochen sind provinziell.
    Warum soll der Wähler zur Urne?
    Die anderen Parteien haben personell auch nichts zu bieten.
    Warum soll der Wähler zur Urne?

    Ich rechne mit einem Zufallsergebnis, bedingt durch eine miserable Wahlbeteiligung.

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