Politische Einstellungen Fast alles nur Demokraten

Nach einer neuen Studie findet die überwältigende Mehrheit der Deutschen die Demokratie gut, rechtsextreme Tendenzen gehen zurück. Doch das liegt auch an den Fragen

Sinkende Wahlbeteiligung, schwindende Mitgliederzahlen bei den Parteien, Stimmengewinne für die Extremen: Die Behauptung, dass die Deutschen politikverdrossen sind, gilt mittlerweile als Gemeinplatz, den selbst der Bundespräsident immer wieder bemüht.

Verstärkt wurde dieser Eindruck erst unlängst durch eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Weil ein Drittel der Befragten auf die Frage, ob die Demokratie die wichtigen Probleme lösen könne, mit Nein antwortete, wurde ihnen Demokratieferne attestiert.

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Der Schreck war groß. Doch nun stellte das Forsa-Institut in Berlin eine Untersuchung vor, die die politische Einstellung der Deutschen weniger düster erscheinen lässt. Zwischen 90 und 95 Prozent der Deutschen befürworteten die Demokratie, so das Ergebnis der repräsentativen Untersuchung, für die von 2000 bis 2008 6000 Bürger ab 14 Jahren befragt wurden.

Ein differenzierteres Bild habe man liefern wollen, sagte der Berliner Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer, der die Untersuchung konzipierte. Deswegen wurde die Frage nach der Zustimmung zur Demokratie aufgesplittet.

Ergebnis: Nur vier Prozent der Deutschen könnten als Antidemokraten eingestuft werden. Sie lehnen sowohl die Idee der Demokratie, das konkrete demokratische System in der Bundesrepublik als auch die Verfassungswirklichkeit, also die alltägliche politische Praxis, ab. Jeder Sechste wünscht sich zwar Veränderungen am demokratischen System, ist prinzipiell aber durchaus für Demokratie.

Des Weiteren unterscheiden die Forscher eine Gruppe, die eher das politische Tagesgeschäft kritisiert. In dieser machen die Unzufriedenen schon 30 Prozent aus. 39 Prozent sind dagegen komplett zufrieden.

Leser-Kommentare
    • TDU
    • 25.09.2008 um 17:27 Uhr

    Vor einiger Zeit hatten wir eine Studie, wonach die Deutschen sehr ausländerfeindlich sind. Da wurde nach den Fragen nicht gefragt.

    Grundsätzlich sollte man doch davon ausgehen, dass nicht morgen die Neonazis an der Macht sind. Eher die Linke. Also kann man sich doch zugunsten der Sorgfalt und Analyse mehr Zeit lassen, oder?

    Viele Studien sind, noch mehr als auf den Auftraggeber auf die Klientel zugeschnitten und scheinen längst nicht mehr den Anspruch zu haben, dass auch nur im Geringsten alle oder die anderer Meinung sind, profitieren.

    Zumal ja auch schon in der Klimafrage Wissenschaftler zugegeben haben, zu verbiegen, um politische Wirkung zu erzielen. In einem solchen Umfeld wäre das Penicillin wahrscheinlich nicht erfunden worden.

  1. "Leider haben die Forscher nicht erhoben, welche Missstände die Menschen konkret bereinigt sehen wollen. Wollen sie mehr Volksbegehren oder eher einen autoritäreren Staat? Beide sehr gegensätzlichen Gruppen laufen in der Studie einfach unter „systemkritische Demokraten“."

    Ich gehöre zu der Gruppe, die zutiefst an das demokratische System glaubt und vorschlägt "mehr Demokratie wagen". Der Begriff Volksbegehren hat schon einen unangenehmen Klang in einer Welt der Euphemismen. Ich nenne es "Bürgerbeteiligung".

    Ich bin also ein "systemkritischer Demokrat".

    Solche Leute wie ich werden ganz subtil mit den Leuten aus der NPD in einem Atemzug gennant... Spannend. Ich habe also was mit Rechtsradikalen gemeinsam - Gut zu wissen... Schon wieder mal.

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    Ich halte nichts von zu viel Volksbegehren. Das Volk (der Durchschnittsdeutsche) hat meiner Meinung nach viel zu wenig Ahnung von Politik und lässt sich zu sehr von seinen Emotionen leiten, als von sinnvollen Entscheidungen. Er glaubt gerne den Bildern und hat keine Lust, zu Ende zu denken. Siehe auch "Medien für die Massen" auf: http://www.rhetorik.ch/Ma...

    Ich sehe schon wie die Bildzeitung zum extremen Meinungsmacher mutiert und über seine Leser Politik macht. Wie soll das denn gehen?

    "Wollen Sie die Ökosteuer abschaffen?" "Ja." - Ökosteuer abgeschafft, Benzin immer noch gleich teuer dank den Preistreibern bei den Ölunternehmen, toll geschafft. Geld nicht mehr in der Staatskasse, sondern in der Ölunternehmerkasse.

    Sind sowas die geforderten Volksbegehren, oder wie sollen die aussehen? Vieleicht habe ich es ja nur in den falschen Hals gekriegt...

    Ich jedenfalls finde das vorherrschende System gut, es ist definitiv nicht einfach, seine Meinung durchzusetzen und es ist natürlich auch verbesserungswürdig, wie alles, was Menschen herstellen, aber die Richtung ist eine andere, als mehr Volksentscheide. Es hat uns Frieden, weitestgehende Pressefreiheit und Meinungsfreiheit gebracht und wir sollten nur sehr vorsichtig daran herumwerkeln.

    Ich halte nichts von zu viel Volksbegehren. Das Volk (der Durchschnittsdeutsche) hat meiner Meinung nach viel zu wenig Ahnung von Politik und lässt sich zu sehr von seinen Emotionen leiten, als von sinnvollen Entscheidungen. Er glaubt gerne den Bildern und hat keine Lust, zu Ende zu denken. Siehe auch "Medien für die Massen" auf: http://www.rhetorik.ch/Ma...

    Ich sehe schon wie die Bildzeitung zum extremen Meinungsmacher mutiert und über seine Leser Politik macht. Wie soll das denn gehen?

    "Wollen Sie die Ökosteuer abschaffen?" "Ja." - Ökosteuer abgeschafft, Benzin immer noch gleich teuer dank den Preistreibern bei den Ölunternehmen, toll geschafft. Geld nicht mehr in der Staatskasse, sondern in der Ölunternehmerkasse.

    Sind sowas die geforderten Volksbegehren, oder wie sollen die aussehen? Vieleicht habe ich es ja nur in den falschen Hals gekriegt...

    Ich jedenfalls finde das vorherrschende System gut, es ist definitiv nicht einfach, seine Meinung durchzusetzen und es ist natürlich auch verbesserungswürdig, wie alles, was Menschen herstellen, aber die Richtung ist eine andere, als mehr Volksentscheide. Es hat uns Frieden, weitestgehende Pressefreiheit und Meinungsfreiheit gebracht und wir sollten nur sehr vorsichtig daran herumwerkeln.

  2. Ich halte nichts von zu viel Volksbegehren. Das Volk (der Durchschnittsdeutsche) hat meiner Meinung nach viel zu wenig Ahnung von Politik und lässt sich zu sehr von seinen Emotionen leiten, als von sinnvollen Entscheidungen. Er glaubt gerne den Bildern und hat keine Lust, zu Ende zu denken. Siehe auch "Medien für die Massen" auf: http://www.rhetorik.ch/Ma...

    Ich sehe schon wie die Bildzeitung zum extremen Meinungsmacher mutiert und über seine Leser Politik macht. Wie soll das denn gehen?

    "Wollen Sie die Ökosteuer abschaffen?" "Ja." - Ökosteuer abgeschafft, Benzin immer noch gleich teuer dank den Preistreibern bei den Ölunternehmen, toll geschafft. Geld nicht mehr in der Staatskasse, sondern in der Ölunternehmerkasse.

    Sind sowas die geforderten Volksbegehren, oder wie sollen die aussehen? Vieleicht habe ich es ja nur in den falschen Hals gekriegt...

    Ich jedenfalls finde das vorherrschende System gut, es ist definitiv nicht einfach, seine Meinung durchzusetzen und es ist natürlich auch verbesserungswürdig, wie alles, was Menschen herstellen, aber die Richtung ist eine andere, als mehr Volksentscheide. Es hat uns Frieden, weitestgehende Pressefreiheit und Meinungsfreiheit gebracht und wir sollten nur sehr vorsichtig daran herumwerkeln.

    Antwort auf "Demokratieverständnis"
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    • Rahab
    • 25.09.2008 um 18:33 Uhr

    dem durchschnittsdeutschen (also dem deutschen mann) das wahlrecht zu entziehen. viel zu emotional, die kerls und knödels! testosterongesteuert bis ins hohe alter und in allen bildungsschichten. hoffnungslos, absolut hoffnungslos!

    "es ist definitiv nicht einfach, seine Meinung durchzusetzen" -- Das ist in unserem System fast ausschließlich eine Frage des Geldes.

    Wer auf dem "demokratischen Weg" seine Meinung durchsetzen will, also eine Partei gründen oder eine existierende Partei programmatisch umstimmen, Wahlen gewinnen etc. der hat natürlich verloren.

    In Deutschland und mehr noch in der EU läuft das etwas anders: Man finanziere hochprofessionelle Drückerkolonnen ("Lobbyisten"), die *ausschließlich* auf Politiker und hochrangige Medienvertreter angesetzt werden, und dafür sorgen, daß die vorgesehene Meinung bei denen verfängt, die die tatsächliche Macht haben.

    Politiker, die Einfluß haben oder zu gewinnen drohen, sehen sich einem derartigen Lobbyistensperrfeuer ausgesetzt, daß sie, sofern sie keine Übermenschen sind, über kurz oder lang *wirklich* nicht mehr wissen, wofür sie eigentlich gewählt wurden. Dann glauben sie wirklich, daß man zum Beispiel den Reichen nur immer mehr Geld aus den Taschen der Armen geben muß, damit die Armen reich werden. Verrückt, aber sie glauben es wirklich.

    Und das soll das optimale "demokratische" System sein?

    Es wurde oft auf die Schweiz verwiesen, und sicher ist dort auch nicht alles perfekt, aber demokratischer als der Rest Europas ist es allemal -- und ganz ohne die üblichen Horrorszenarien der Vertreter der selbsternannten "demokratischen Parteien", mit denen sie Angst vor Demokratie machen wollen, wie Todesstrafe, Null-Steuern etc.

    • ttob
    • 26.09.2008 um 11:53 Uhr

    "Das Volk (der Durchschnittsdeutsche) hat meiner Meinung nach viel zu wenig Ahnung von Politik..."

    DU gehörst da natürlich nicht dazu, nicht wahr? Du bist Elite, nicht Volk? Und natürlich auf keinen Fall Durchschnitt!

    "Ich sehe schon wie die Bildzeitung zum extremen Meinungsmacher mutiert und über seine Leser Politik macht. Wie soll das denn gehen?"

    Die B**D -Zeitung erreicht maximal zwischen 5-10% der Bevölkerung, siehe auch meinen Beitrag unter diesem Artikel. Soweit zu der angeblichen *VOLKS*Zeitung, man sollte nicht jeder Werbung glauben.

    Darüberhinaus zeigen die Volksabstimmungen in der Schweiz, dass sich die Beteiligung so um die 40% einpendelt, das sind idR die Leute, die sich für das Thema interessieren und es einigermaßen durchdringen. Der allgemein gefrustete Unterschichten-B**D-Leser wird vermutlich weiterhin nörgeln und nichts tun, denn Alternativen bietet dieses Blatt ja nicht an und das tatsächliche Interesse an Politik ist dort eher gering.

    Zudem muß bei jeder Abstimmung für unabhängige Informationen gesorgt werden, z.B. über ein Pro-contra-Abstimmungsheft, allein auf die Medien sollte man sich nie verlassen.

    "Sind sowas die geforderten Volksbegehren, oder wie sollen die aussehen? Vieleicht habe ich es ja nur in den falschen Hals gekriegt..."

    Begehren und Abstimmungen sind zwei verschiedene Sachen. Beiden gemein ist aber die vorhergehende Diskussion und die Abwägung von Alternativen. Natürlich könnte man z.B. mal eben die Rente um 10% erhöhen, aber um die Diskussion wie das bezahlt werden soll, kommt man dann nicht herum. Ganz im Gegenteil zu jetzt. Jetzt kann man beliebig Sachen von Politikern fordern und wählt einfach die, die am meisten versprechen. Meistens halten genau die sich dann über die Finanzierung im Unklaren (man will ja keine Wähler verschrecken).

    "Es hat uns Frieden, weitestgehende Pressefreiheit und Meinungsfreiheit gebracht..."

    Nun ja, dass mit dem Frieden löst sich ja gerade in Wohlgefallen auf, ich sage nur Afghanistan, auch im Irak wären wir jetzt, wenn nicht zufällig gerade zu diesem Zeitpunkt eine Wahl gewesen wäre. Was Presse- und Meinungsfreiheit betrifft, na ja. Wieso sollte sich das mit Entscheiden ändern?

    • Isaidy
    • 26.09.2008 um 11:54 Uhr

    @masa.buana, werden aber mit dieser realistischen Einschätzung zu Volksentscheiden in diesem Forum keine guten Beurteilungen erhalten. Ich stimme Ihnen vollumfänglich zu. Komplizierte Sachverhalte der Bundespolitik auf eine schlichte dafür/dagegen-Abstimmung herunterzubrechen ist einfach absolut unmöglich. Ich selber denke, das Plebiszite auf kommunaler Ebene zu einigen Sachverhalten durchaus wünschenswert sind, sie sollten jedoch tunlichst aus der Bundespolitik herausgehalten werden, weil sonst - Sie sprachen es schon an - die Boulevardpresse in Deutschland die Politik bestimmt. Zu wenige Menschen würden sich die Mühe machen, wirklich zu hinterfragen, über was sie eigentlich abstimmen und wer würde sie auch objektiv darüber aufklären? Bestes Beispiel dafür ist Herr Koch, der mit seiner Volksabstimmung zur doppelten Staatsbürgerschaft in Hessen Stimmen sammelte, weil die Leute wissen wollten, "wo sie hier gegen Ausländer unterschreiben können". Derartige Plebiszite öffnen Polemik und Populismus sämtliche Türen. Auch ich bin im großen und ganzen mit der real existierenden parlamentarischen Demokratie in Deutschland zufrieden, hat sie uns doch seit Kriegsende vor jeder Art gesellschaftlicher Katastrophe bewahrt und uns einen hohen Lebensstandard ermöglicht. Eine Gerechtigkeit, in die sich jeder voll umfänglich einbezogen fühlt, wird es nie geben und die Deutschen klagen auf verdammt hohem Niveau.

    • Rahab
    • 25.09.2008 um 18:33 Uhr

    dem durchschnittsdeutschen (also dem deutschen mann) das wahlrecht zu entziehen. viel zu emotional, die kerls und knödels! testosterongesteuert bis ins hohe alter und in allen bildungsschichten. hoffnungslos, absolut hoffnungslos!

    "es ist definitiv nicht einfach, seine Meinung durchzusetzen" -- Das ist in unserem System fast ausschließlich eine Frage des Geldes.

    Wer auf dem "demokratischen Weg" seine Meinung durchsetzen will, also eine Partei gründen oder eine existierende Partei programmatisch umstimmen, Wahlen gewinnen etc. der hat natürlich verloren.

    In Deutschland und mehr noch in der EU läuft das etwas anders: Man finanziere hochprofessionelle Drückerkolonnen ("Lobbyisten"), die *ausschließlich* auf Politiker und hochrangige Medienvertreter angesetzt werden, und dafür sorgen, daß die vorgesehene Meinung bei denen verfängt, die die tatsächliche Macht haben.

    Politiker, die Einfluß haben oder zu gewinnen drohen, sehen sich einem derartigen Lobbyistensperrfeuer ausgesetzt, daß sie, sofern sie keine Übermenschen sind, über kurz oder lang *wirklich* nicht mehr wissen, wofür sie eigentlich gewählt wurden. Dann glauben sie wirklich, daß man zum Beispiel den Reichen nur immer mehr Geld aus den Taschen der Armen geben muß, damit die Armen reich werden. Verrückt, aber sie glauben es wirklich.

    Und das soll das optimale "demokratische" System sein?

    Es wurde oft auf die Schweiz verwiesen, und sicher ist dort auch nicht alles perfekt, aber demokratischer als der Rest Europas ist es allemal -- und ganz ohne die üblichen Horrorszenarien der Vertreter der selbsternannten "demokratischen Parteien", mit denen sie Angst vor Demokratie machen wollen, wie Todesstrafe, Null-Steuern etc.

    • ttob
    • 26.09.2008 um 11:53 Uhr

    "Das Volk (der Durchschnittsdeutsche) hat meiner Meinung nach viel zu wenig Ahnung von Politik..."

    DU gehörst da natürlich nicht dazu, nicht wahr? Du bist Elite, nicht Volk? Und natürlich auf keinen Fall Durchschnitt!

    "Ich sehe schon wie die Bildzeitung zum extremen Meinungsmacher mutiert und über seine Leser Politik macht. Wie soll das denn gehen?"

    Die B**D -Zeitung erreicht maximal zwischen 5-10% der Bevölkerung, siehe auch meinen Beitrag unter diesem Artikel. Soweit zu der angeblichen *VOLKS*Zeitung, man sollte nicht jeder Werbung glauben.

    Darüberhinaus zeigen die Volksabstimmungen in der Schweiz, dass sich die Beteiligung so um die 40% einpendelt, das sind idR die Leute, die sich für das Thema interessieren und es einigermaßen durchdringen. Der allgemein gefrustete Unterschichten-B**D-Leser wird vermutlich weiterhin nörgeln und nichts tun, denn Alternativen bietet dieses Blatt ja nicht an und das tatsächliche Interesse an Politik ist dort eher gering.

    Zudem muß bei jeder Abstimmung für unabhängige Informationen gesorgt werden, z.B. über ein Pro-contra-Abstimmungsheft, allein auf die Medien sollte man sich nie verlassen.

    "Sind sowas die geforderten Volksbegehren, oder wie sollen die aussehen? Vieleicht habe ich es ja nur in den falschen Hals gekriegt..."

    Begehren und Abstimmungen sind zwei verschiedene Sachen. Beiden gemein ist aber die vorhergehende Diskussion und die Abwägung von Alternativen. Natürlich könnte man z.B. mal eben die Rente um 10% erhöhen, aber um die Diskussion wie das bezahlt werden soll, kommt man dann nicht herum. Ganz im Gegenteil zu jetzt. Jetzt kann man beliebig Sachen von Politikern fordern und wählt einfach die, die am meisten versprechen. Meistens halten genau die sich dann über die Finanzierung im Unklaren (man will ja keine Wähler verschrecken).

    "Es hat uns Frieden, weitestgehende Pressefreiheit und Meinungsfreiheit gebracht..."

    Nun ja, dass mit dem Frieden löst sich ja gerade in Wohlgefallen auf, ich sage nur Afghanistan, auch im Irak wären wir jetzt, wenn nicht zufällig gerade zu diesem Zeitpunkt eine Wahl gewesen wäre. Was Presse- und Meinungsfreiheit betrifft, na ja. Wieso sollte sich das mit Entscheiden ändern?

    • Isaidy
    • 26.09.2008 um 11:54 Uhr

    @masa.buana, werden aber mit dieser realistischen Einschätzung zu Volksentscheiden in diesem Forum keine guten Beurteilungen erhalten. Ich stimme Ihnen vollumfänglich zu. Komplizierte Sachverhalte der Bundespolitik auf eine schlichte dafür/dagegen-Abstimmung herunterzubrechen ist einfach absolut unmöglich. Ich selber denke, das Plebiszite auf kommunaler Ebene zu einigen Sachverhalten durchaus wünschenswert sind, sie sollten jedoch tunlichst aus der Bundespolitik herausgehalten werden, weil sonst - Sie sprachen es schon an - die Boulevardpresse in Deutschland die Politik bestimmt. Zu wenige Menschen würden sich die Mühe machen, wirklich zu hinterfragen, über was sie eigentlich abstimmen und wer würde sie auch objektiv darüber aufklären? Bestes Beispiel dafür ist Herr Koch, der mit seiner Volksabstimmung zur doppelten Staatsbürgerschaft in Hessen Stimmen sammelte, weil die Leute wissen wollten, "wo sie hier gegen Ausländer unterschreiben können". Derartige Plebiszite öffnen Polemik und Populismus sämtliche Türen. Auch ich bin im großen und ganzen mit der real existierenden parlamentarischen Demokratie in Deutschland zufrieden, hat sie uns doch seit Kriegsende vor jeder Art gesellschaftlicher Katastrophe bewahrt und uns einen hohen Lebensstandard ermöglicht. Eine Gerechtigkeit, in die sich jeder voll umfänglich einbezogen fühlt, wird es nie geben und die Deutschen klagen auf verdammt hohem Niveau.

    • Rahab
    • 25.09.2008 um 18:33 Uhr

    dem durchschnittsdeutschen (also dem deutschen mann) das wahlrecht zu entziehen. viel zu emotional, die kerls und knödels! testosterongesteuert bis ins hohe alter und in allen bildungsschichten. hoffnungslos, absolut hoffnungslos!

    Antwort auf "Volksbegehren"
  3. "es ist definitiv nicht einfach, seine Meinung durchzusetzen" -- Das ist in unserem System fast ausschließlich eine Frage des Geldes.

    Wer auf dem "demokratischen Weg" seine Meinung durchsetzen will, also eine Partei gründen oder eine existierende Partei programmatisch umstimmen, Wahlen gewinnen etc. der hat natürlich verloren.

    In Deutschland und mehr noch in der EU läuft das etwas anders: Man finanziere hochprofessionelle Drückerkolonnen ("Lobbyisten"), die *ausschließlich* auf Politiker und hochrangige Medienvertreter angesetzt werden, und dafür sorgen, daß die vorgesehene Meinung bei denen verfängt, die die tatsächliche Macht haben.

    Politiker, die Einfluß haben oder zu gewinnen drohen, sehen sich einem derartigen Lobbyistensperrfeuer ausgesetzt, daß sie, sofern sie keine Übermenschen sind, über kurz oder lang *wirklich* nicht mehr wissen, wofür sie eigentlich gewählt wurden. Dann glauben sie wirklich, daß man zum Beispiel den Reichen nur immer mehr Geld aus den Taschen der Armen geben muß, damit die Armen reich werden. Verrückt, aber sie glauben es wirklich.

    Und das soll das optimale "demokratische" System sein?

    Es wurde oft auf die Schweiz verwiesen, und sicher ist dort auch nicht alles perfekt, aber demokratischer als der Rest Europas ist es allemal -- und ganz ohne die üblichen Horrorszenarien der Vertreter der selbsternannten "demokratischen Parteien", mit denen sie Angst vor Demokratie machen wollen, wie Todesstrafe, Null-Steuern etc.

    Antwort auf "Volksbegehren"
  4. Die Ergebnisse der Forsa-UMfrage sind sehr fragwürdig. Ganz abgesehen davon, dass man die Gläubwürdigkeit von Forsa generell infrage stellen muss (man beachte nur die Ergbnisse ihrer Sonntagsumfragen, die stets weit entfernt von denen anderer liegen - Forsa ist bekannt für seine unseriöse Arbeitsweise).
    Aber auch aus Sicht der Rechtsextremismusforschung sind die Ergebnisse eher zweifelhaft. Bereits in den siebziger Jahren haben Scheuch/Klingemann nachgewiesen, dass der soziale Wandel zur Entstehung von Rechtsextremismus beiträgt. Die Auflösung bisheriger Milieus und Strukturen, also die Individualisierung des Menschen führt bei einem Teil der Bevölkerung zu Orientierungslosigkeit und zur Ausbildung eines rigiden Denkstils. Die Globalisierung verschärft in vielfätiger Hinsicht diesen Prozess und schafft ebenso neue Probleme. Die REchtsextremisten greifen diese Orientierungslosigkeit mit einfach Erklärungsmustern und Feindbildern auf. Auch empirisch zeigen vielfältige Studien, unter anderem von Richard Stöss und dem Projekt "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit", andere Ergebnisse. Ich würde nicht zu viel auf diese Forsa-Umfrage geben.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich muss mich natürlich bei allen, die sich im Bereich der Rechtsextremismusforschung auskennen, für die nur sehr oberfläch angerissenen Erklärungen entschuldigen ;-)

    @Phistopheles - "Rechtsextremismusforschung"

    Könnten Sie definieren was diese "Forschung" eigentlich so forscht; mit unseren Steuergeldern?

    "Die REchtsextremisten greifen diese Orientierungslosigkeit mit einfach Erklärungsmustern und Feindbildern auf."

    Interessant! Haben Sie ein Beispiel zur Hand? Oder gehen Sie mit der Argumentation unserer verfassungsgemäßen Demokraten konform, daß dies alles so komplex ist, daß der kleine BRD-Bürger einfach die Schnauze halten soll, weil die etablierten Demokraten schon alles richtig machen?

    "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit"

    Hm, meinen Sie damit vielleicht das hier:

    http://de.youtube.com/wat...

    http://de.youtube.com/wat...

    Ich muss mich natürlich bei allen, die sich im Bereich der Rechtsextremismusforschung auskennen, für die nur sehr oberfläch angerissenen Erklärungen entschuldigen ;-)

    @Phistopheles - "Rechtsextremismusforschung"

    Könnten Sie definieren was diese "Forschung" eigentlich so forscht; mit unseren Steuergeldern?

    "Die REchtsextremisten greifen diese Orientierungslosigkeit mit einfach Erklärungsmustern und Feindbildern auf."

    Interessant! Haben Sie ein Beispiel zur Hand? Oder gehen Sie mit der Argumentation unserer verfassungsgemäßen Demokraten konform, daß dies alles so komplex ist, daß der kleine BRD-Bürger einfach die Schnauze halten soll, weil die etablierten Demokraten schon alles richtig machen?

    "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit"

    Hm, meinen Sie damit vielleicht das hier:

    http://de.youtube.com/wat...

    http://de.youtube.com/wat...

  5. Ich muss mich natürlich bei allen, die sich im Bereich der Rechtsextremismusforschung auskennen, für die nur sehr oberfläch angerissenen Erklärungen entschuldigen ;-)

  6. "Zwischen 90 und 95 Prozent der Deutschen befürworteten die Demokratie, ..."

    Und was sagt das aus? Selbst wer die Pseudodemokratie der BRD zum Kotzen findet wird kaum erklären, er sehne sich nach einer Diktatur. Die Aussagekraft des obigen Satzes ist daher gleich Null!

    Dann frage ich mich was eigentlich ein Antidemokrat ist. Fällt darunter auch jeder, der den Gesinnungsterrorparagraphen §130 StGB ablehnt? Dann wäre ich ein Antidemokrat! Und stolz darauf!

    "So sind rechtsextreme Einstellungen ..."

    Da stellt sich schon die nächste Frage, was zum Teufel ist denn nun eigentlich "rechtsextrem"? Nach unseren linken Medien wie etwa die @Zeit, Tagesspiegel, Spiegel, "öffentlich Rechtlichen"etc ist doch schon jeder der nicht links ist, rechtsextrem. Nicht rechts, oder national, nein, rechtsextrem! 1) Dagegen gibt es Linksextremismus für die Linksjournaille garnicht, und für die "Antifaschisten" hier auch nicht!. Deshalb fragt denn auch keiner hier, ob dieser denn demokratisch ist. - Was es angeblich nicht gibt, ist eben auch kein Problem.

    Und schließlich, die Wahlen in Brandenburg und Bayern werden wohl für die Nationalen nicht gut ausgehen. Weil man eben diese bösen Buben nicht wählt? Könnte es nicht vielleicht auch daran liegen, daß dort zur Zeit immer noch nichts wählbares vorhanden ist, keine Persönlichkeit(en)? Das gilt zwar auch für die "etablierten Demokraten", aber die wählt ein bestimmter Prozentsatz schon automatisch, so daß es halt reicht. Zum Beispiel regiert der rot-rote Senat in Berlin mit real nur ca. 24,7% aller möglichen Wählerstimmen. Wieso ist das eigentlich demokratisch? Schließlich ist diese "Regierung" von rund 75% aller Wähler nicht gewählt worden.

    Fazit: Trau keiner Studie die du nicht selbst zurechtgebogen hast!

    1) http://kommentare.zeit.de...

    @Redaktion - nach welchen Kriterien werden hier Beiträge "versteckt". Mit 137 Kommentaren müßte der doch eigentlich ziemlich weit oben rangieren.

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