Österreich-Wahl Ein Wiedersehen im Tal der Tränen
Wer gewinnt die vorgezogene Neuwahl in Österreich? Vor allem die Rechtspopulisten, steht zu befürchten. Denn die Volksparteien haben abgewirtschaftet. Eine Analyse
In der Galerie der Wissenschaft, einem Veranstaltungssaal im Gebäude der alten Jesuitenuniversität im Herzen der Wiener Innenstadt, tickt ein großer Countdown-Wecker an der Wand. Nicht mehr lange, dann werden am Sonntag die Wahllokale geschlossen und die Österreicher ein neues Parlament gewählt haben.
Für die konservative Volkspartei (ÖVP), die hier ihr Wahlkampffinale abhält, klingt das Klicken der digitalen Ziffern gefährlich wie ein Zeitzünder. Sie hat die ungeliebte Koalition mit den Sozialdemokraten vorzeitig aufgekündigt und dadurch Neuwahlen notwendig gemacht. Doch nun hinkt sie in allen Umfragen hinten nach.
Die Erwartungen der Funktionäre, die alle lustige Parteischals um den Hals geschlungen haben, sind gedämpft. Ein seltsamer Fatalismus hat sich ihrer bemächtig, der Endspurt lahmt.
„Man darf sich nicht selbst belügen“, sagt ein Mitarbeiter des Wahlkampfteams. Vielleicht werde es mit etwas Glück doch noch ganz knapp werden und die Last Minute-Entscheidung eines Großteils der verhältnismäßig vielen unentschlossenen Wahlberechtigten, angeblich um die zwölf Prozent, könne den Trend umkehren.
Vielleicht würde sich sogar auch ein kleines Wunder ereignen – wie vor zwei Jahren für die roten Widersacher. Zuversicht sieht anders aus. Daran kann auch die trotzige Anfeuerungsrede des farblosen Spitzenkandidaten, des bisherigen Vizekanzlers und Finanzministers Wilhelm Molterer, nichts ändern.
Zur gleichen Zeit auf der anderen Seite der Wiener City. In einem großen Festzelt neben dem Burgtheater drischt eine Rockband in die Gitarren. Rundum herrscht Volksfeststimmung. Es gibt Freibier, Hunderte roter Luftballons schaukeln neben dem Musentempel im kühlen Abendwind, Kinder hüpfen vergnügt auf einer Luftburg, einer Art aufblasbarem Trampolin, auf und ab.
Hierher haben die Sozialdemokraten geladen, um sich im Finish noch einmal Mut zu machen. Hausherr bei diesem Rummel ist eindeutig der gewichtige Wiener Bürgermeister Michael Häupl. Neben ihm verblasst auch der eigentliche Spitzenkandidat Werner Faymann, bisher Infrastrukturminister in der glücklosen Koalitionsregierung.
Häupl, der volkstümliche und wortgewitzte Stadtvater, überhäuft indes den Regierungspartner von Gestern mit Spott und Hohn. „Nicht wir, meine Freunde“, prophezeit er, „sondern die ÖVP wird am Sonntag im Tal der Tränen sein – und dort gehört sie auch hin“.
- Datum 28.09.2008 - 11:52 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die rechte Propaganda hatte schon einmal in der Geschichte ihren Probelauf in Österreich. Wachsamkeit ist gerade dann angesagt, wenn diese einfachen Menschen verachtenden Schnittmuster wieder Eindruck bei denen erwecken, die sich als Verlierer erleben.
von den schwarzen(övp)abgesehen agieren die parteien bei uns so,als gäbe es kein leben mehr nach den wahlen.ohne rücksicht auf verluste wird von den wahlstrategen -die roten voranreitend-das blaue vom himmel versprochen.wie schon beim letztenmal.dabei hat das damals schon nicht funktioniert.eh klar;woher nehmen und nicht stehlen.man kann nicht verteilen was nicht vorhanden ist.wo nichts ist hat auch der kaiser sein recht verloren.wenn man aber (wie die spö) den menschen über jahren vorgaukelt,österreich wäre eines der reichsten länder,dann glaubt man am schluss das selbst.dabei lebt österreich ähnlich vom pump wie die usa.wenn jetzt das füllhorn so grosszügig über uns ausgegossen wird,werden wir uns am ende,wenn uns die realität eingeholt hat, allesamt im tal der tränen wiederfinden.was die rechten angeht,erlaube ich mir zu denken,sind sie keine so grosse gefahr für die demokratie wie die linken in deutschland.wo die demokratie (demokratie ist die meinungsfreiheit des andersdenkenden)von den verantwortlichen,zugunsten linker gewalttäter, schmählich verraten wurde. g.w.
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