Bankenkrise Senat stimmt über Rettungspaket ab

Das Gremium will noch heute über den nachgebesserten Hilfsplan für die Finanzbranche entscheiden. Das neue Paket enthält mehr Sicherheiten für Sparer. Der IWF fordert einen Krisenplan für Europa

Der Mehrheitsführer des Senats, der Demokrat Harry Reid, hat das Einverständnis aller Mitglieder für eine Abstimmung über das nachgebesserte Hilfspaket erhalten.

Der Mehrheitsführer des Senats, der Demokrat Harry Reid, hat das Einverständnis aller Mitglieder für eine Abstimmung über das nachgebesserte Hilfspaket erhalten.

Die Führer im Senat haben die Abstimmung über das 700 Milliarden schwere Hilfspaket für US-Banken für heute Abend angesetzt, nachdem die Regierung das Paket überarbeitet hat. Der Plan sieht nun weitere Sicherheiten für Sparer vor. Die Garantien, die der Staat für jedes Konto übernimmt, betragen in der neuen Fassung 250.000 Dollar statt wie bisher 100.000 Dollar. Das soll die Kritik entkräften, der Staat greife den Banken unter die Arme, lasse die Sparer jedoch mit den Folgen der Krise allein. Sowohl der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Barack Obama, als auch sein Konkurrent John McCain hatten diesen Schritt gefordert.

Die US-Regierung will mit dem Rettungspaket rund 700 Milliarden Dollar für den Aufkauf fauler Kredite bereitstellen und damit den Zusammenbruch weiterer Institute sowie eine Verschärfung der Krise verhindern. Jüngsten Umfragen zufolge unterstützen nur 45 Prozent der Amerikaner den Plan, 38 Prozent sind dagegen. Das US-Repräsentantenhaus hatte am Montag überraschend eine erste Fassung des Hilfsprogramms abgelehnt und damit weltweit Panik an den Börsen ausgelöst.

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US-Präsident George W. Bush forderte das Parlament am Dienstag zu einem zügigen Handeln auf. Vertreter von Demokraten und Republikaner äußerten sich optimistisch, dass das Paket noch in dieser Woche von beiden Kammern genehmigt wird. Ein klares Ja des Senats dürfte den Druck auf das Repräsentantenhaus erhöhen, das am Donnerstag wieder zusammentritt.

Die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain warben ebenfalls für das Rettungspaket und riefen zu einer schnellen Zustimmung auf. "Nichts zu tun ist keine Alternative", sagte McCain, aus dessen Partei am Vortag bei der überraschenden Ablehnung im Repräsentantenhaus die meisten Gegenstimmen gekommen waren. "Das ist nicht die Zeit, sich als Politiker Sorgen um die nächste Wahl zu machen", erklärte auch Obama. "Es ist für uns alle Zeit, uns Sorgen um die Zukunft des Landes zu machen, das wir lieben. Es ist Zeit zu handeln."

McCain nannte als Grund für das Nein des Repräsentantenhauses ein grundlegendes Missverständnis: "Es ist noch nicht richtig verstanden worden, dass die Krise die große Masse der Menschen trifft, die kleinen Unternehmen, die Leute, die der Motor unserer Wirtschaft sind." Vielen Abgeordneten schlägt in ihren Wahlkreisen scharfe Kritik an den geplanten Hilfen im Umfang von 700 Milliarden Dollar für die Banken entgegen, während sich viele Hausbesitzer mit ihren Schulden alleingelassen fühlen.

Leser-Kommentare
  1. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Senat das Rettungspaket mit nachgebesserten Hilfeplan abnicken auf Kosten der kleinen Leute. Leider wird damit auch der Samen gelegt
    für die nächste Krisis in den nächsten 10 Jahren. Die Superreichen mit ihren gut bezahlten Wachhunden im Hintergrund des Senats sind die Strippenzieher, sie spielen noch einwenig Theater, dann läuft aber alles ab in ihren Sinne. Ein offenes Geheimnis,
    ist aber tabu darüber zu sprechen.

  2. Das verzockte Geld liegt illegal in den Finanzoasen der Welt gelagert, die Staatengemeinschaft sollte doch stark genug sein das Kapital das in Steueroasen angelegt ist, seiner richtigen Bestimmung zuzuführen. Ansonsten sollten sie den Rechtsstaat ad akta legen und das Zeitalter des unbegrenzten Betrugs ausrufen und ganz verschwinden, damit Chancengleichheit für alle, am Betrug herrschen. Mafiöse Verhältnisse brauchen keine Demokratien oder Rechtssysteme, sie ernähren sich in unserem Handelssytem. Schwarzarbeit und Betrug für alle wäre dann die wahre Bestimmung für einen demokratischen Staat, der heute nur die großen Betrüger stützt und die kleinen Ladendiebe und Schwarzarbeiter bestraft.

  3. Ich wage es, hier nochmal meinen fragenden Beitrag aus "Keine Stütze für die Banken" zu platzieren:
    Die wenigsten verstehen wohl die komplexen Zusammenhänge vollständig. Ein Bauchgefühl haben jedoch die meisten Leser gemeinsam: Das ist doch alles total krank!
    Rettungspakete in Milliarden- oder gar Billionenumfang in ein undurchschaubares wie auch unmenschliches System zu pumpen mit äußerst fragwürdigem Ausgang erinnert mich eher an die letzten Monate des dritten Reiches, denn an seriöse Wirtschaftspolitik. Der Volkssturm in Gestalt staatlicher Beihilfen soll schnell noch für den Endsieg sorgen und das Trugbild vom Wohlstand für alle aufrechterhalten. -
    Da kommen mir immer ein paar Fragen hoch, die vielleicht naiv erscheinen, aber sicherlich viele von uns bewegen:
    1. Wo ist das ganze verspekulierte Geld der Banken hin?
    2. Was heißt eigentlich die Banken leihen sich gegenseitig Geld (oder jetzt auch nicht mehr)? Sicherlich leiht sich Bear Stearns kein Geld von Lehman, denn die zocken ja beide mit geliehenem Geld. Von den Geschäftsbanken? Von den Zentralbanken? Die können ja als einzige das Zeug drucken. Also wo kommt das neue Geld wirklich her?
    3. Welche Rolle spielt der Staat, ergo die Bürger/Steuerzahler? 700 Mrd. aus dem Staatssäckel zuzuschießen heißt ganz klar: höhere Neuverschuldung. Bei wem verschuldet sich der Staat da? Richtig, Banken und welche? Zentralbanken? Wenn ja, dann müssen die Geld drucken, die Zentralbanken sind ja schließlich kein unerschöpfliches Reservoir.
    4. Un d welcher Wert steht diesem Geld gegenüber, wo doch Geld als Tauschobjekt des Warenhandels anzusehen ist?
    Fragen über Fragen, die ich gerne mal beantwortet hätte. Vielleicht kann das hier versammelte (Halb-)Wissen Antworten finden. Die Menschen brauchen diese Antworten, glaube ich.
    Achso, und was man alles mit soviel Geld an sinnvollen Dingen tun könnte. Die Welt geht ja außer im Finanzsektor auf vielen anderen Gebieten ebenfalls krachen. Wäre es nicht sinnvoll mit dem Geld endlich mal innovatives Engagement im ganz großen Stil zu finanzieren, um beispielsweise die WIRKLICH ERDRÜCKENDEN Probleme dieses Planeten und seiner Bewohner zu lösen? Ich muß diese Probleme wohl nicht alle aufzählen.
    Vielen Dank, werte Mitleser und Mitdenker!

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    Wenn zum Beispiel jemand einen Kredit aufnimmt, dann sind die Werte, die den Kredit decken, noch gar nicht da - sie müssen erst noch in Zukunft geschaffen werden. Jeder Kredit stellt praktisch eine Anleihe an die Zukunft dar - es wird Geld ausgegeben, dem noch gar kein reeller materieller Wert gegenüber steht.

    Das kann sinnvoll sein, wenn Kredite gut angelegt werden: Wenn zum Beispiel eine Firma einen Kredit für eine Produktionsmaschine aufnimmt, der in der Zukunft dafür sorgt, dass die Produktivität und damit der allgemeine Wohlstand wächst.
    Ein Problem im jetzigen System ist es eben, dass Wachstum nur über Kredite finanziert werden kann.

    Ein interessanter Beitrag mit guten Erklärungen hier

    http://www.videogold.de/w...

    Wo ist das verspekulierte Geld der Banken? Ja, darüber habe ich mir auch schon viele Gedanken gemacht. Was während der Subprime-Krise geschehen ist, ist folgendes:
    Man hat eigentlich nicht kreditwürdigen (da ohne Sicherheiten) Leuten Kredite angedreht, die Risiken gegen eine Gebühr ausgelagert, die Kredite gebündelt und weiterverkauft.
    Auf jeden Fall müssten doch die Banken, die die Kredite als erstes verkauft haben, eine Menge Geld gemacht haben. Sie waren das Risiko los und hatten eine Menge Geld verdient.

    Gut erklärt ist der Sachverhalt in einem Buch, das ich in einer privaten Nachricht gern empfehlen kann. Man darf ja jetzt keine Buchtips mehr geben, weil es als "Werbung" gilt.

    __________________________________________________________________

    Bürger, sei wachsam!

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    Das kann sinnvoll sein, wenn Kredite gut angelegt werden: Wenn zum Beispiel eine Firma einen Kredit für eine Produktionsmaschine aufnimmt, der in der Zukunft dafür sorgt, dass die Produktivität und damit der allgemeine Wohlstand wächst.
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    Auf jeden Fall müssten doch die Banken, die die Kredite als erstes verkauft haben, eine Menge Geld gemacht haben. Sie waren das Risiko los und hatten eine Menge Geld verdient.

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    Das kann sinnvoll sein, wenn Kredite gut angelegt werden: Wenn zum Beispiel eine Firma einen Kredit für eine Produktionsmaschine aufnimmt, der in der Zukunft dafür sorgt, dass die Produktivität und damit der allgemeine Wohlstand wächst.
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    Auf jeden Fall müssten doch die Banken, die die Kredite als erstes verkauft haben, eine Menge Geld gemacht haben. Sie waren das Risiko los und hatten eine Menge Geld verdient.

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