Bei den beiden Männern handelt es sich um den 23-jährigen Somalier Omar D. und den in Mogadischu geborenen 24 Jahre alten Deutschen Abdirazak B., sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen. Die Männer stünden im Verdacht, sich am "Dschihad" ("Heiligen Krieg") und möglichen Anschlägen beteiligen zu wollen.

Die Festnahme sei völlig unspektakulär abgelaufen, hieß es beim LKA. Die unbewaffneten Männer saßen bereits in einer Maschine der Fluggesellschaft KLM, als die Polizei kurz vor 7 Uhr zugriff. Nach Angaben des Flughafensprechers waren sie ohne Auffälligkeiten durch die Sicherheitsschleusen gelangt. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Entführung des Flugzeugs geplant war. Die Maschine der niederländischen Fluggesellschaft sollte von Köln-Bonn nach Amsterdam fliegen.

Nach Angaben der Fluggesellschaft hatte die mit 40 Passagieren besetzte Maschine schon die Startfreigabe erhalten. Unmittelbar danach sei die Starterlaubnis für den Flug KL1804 auf Anweisung der Polizei aber wieder zurückgenommen worden, sagte eine KLM-Sprecherin in Amsterdam.

Alle Passagiere hätten nach der Festnahme der beiden Verdächtigen das Flugzeug wieder verlassen und ihr Gepäck identifizieren müssen. Dies sei aber immer üblich, wenn ein Passagier unmittelbar vor dem Start ein Flugzeug verlasse, sagte der Flughafensprecher. Die Gepäckstücke der Festgenommenen seien fortgebracht worden, so die KLM. Schließlich habe die Maschine mit einer Verspätung von einer Stunde und zehn Minuten Richtung Amsterdam abheben können.

Nach den Festnahmen sieht die Bundesanwaltschaft bisher keinen Ansatzpunkt für eine Übernahme der Ermittlungen. Bei dem Zugriff auf dem Flughafen handele es sich um eine Aktion in der Zuständigkeit der dortigen Polizei und Staatsanwaltschaft, sagte ein Sprecher.

De Verdächtigen sollen bereits Abschiedsbriefe hinterlassen haben. Nähere Angaben wollte der LKA-Sprecher nicht machen. Medienberichten zufolge fanden Ermittler die Briefe in der Wohnung der Männer, die auf terroristische Absichten hindeuteten. Die Festgenommenen standen offenbar seit Monaten unter Beobachtung.