US-Wahlkampf Die Codewörter der RassenfrageSeite 2/2
Andere Konservative versuchen, Obama — ein gebürtiger Amerikaner, Christ, aufgezogen von einer weißen evangelischen Familie Mutter in Amerika — als Muslim darzustellen. Die Republikaner und ihre willigen Helfer in den Medien haben eine solche Flüsterkampagne aufgelegt — so behauptete der rechte Radiotalker Rush Limbaugh, Obama sei ein ethnischer Araber. Es zirkulieren anonyme E-Mails, in denen behauptet wird, Obama habe seinen Eid als Senator auf den Koran abgelegt. Dies zeigt Wirkung: Ein Drittel der Amerikaner glaubt, Obama könne Muslim sein. "Es gibt eine Kampagne, ihn zum 'Anderen' zu machen", stellte der New York Times -Kolumnist Nicholas Kristof fest. Dabei sei Religion ein Platzhalter für Rasse. "Es ist in der Öffentlichkeit nicht mehr akzeptabel, Reservationen gegen eine Hautfarbe zu artikulieren, deshalb wird darüber geredet, ob Obama auch christlich genug ist."
Aber mehr als Worte könnten Obama die Bilder schaden, die die McCain-Kampagne verbreiten lässt: Da ist der Fernsehspot, der ihn mit Britney Spears und Paris Hilton zeigt, zwei weiße, blonde, spärlich bekleidete Frauen. Oder eine TV-Anzeige, in der einem süffisant grinsenden Obama vorgeworfen wird, er wolle "Sex-Erziehung für Kindergarten-Kinder". Und Matt Drudge, der Internet-Pitbull ohne Lippenstift, stellte kürzlich ein Foto auf seinen DrudgeReport.com, auf dem Obama die weiße Frau seines potenziellen Vizes Joe Biden nach einem gemeinsamen Diner auf die Wange küsst, während Biden Michelle Obama umarmt. Das Foto schreit förmlich "Rassenschande!"
Das Schweigen rührt letztlich daher, dass Amerika die Rassenfrage nicht bewältigt, sondern nur aus der veröffentlichten Meinung verdrängt hat — während Weiße innerlich grummeln, dass ihnen Schuldgefühle gegenüber den Schwarzen aufgenötigt würden. Gemeinsamkeiten gibt es wenige. Nach wie vor sind Kirchengemeinden auffallend in schwarz und weiß geteilt. In Stadtteilen, wo die Bevölkerung gemischt ist, schicken die meisten weißen Eltern ihre Kinder auf Privatschulen — auch die weißen Journalisten, die ihren Lesern gerne versichern, in Amerika gebe es keinen Rassismus mehr. Und selbst in US-Fernsehserien leben schwarze und weiße Familien getrennt, noch bis heute sind Paare tabu, bei denen der Mann schwarz und die Frau weiß ist.
Statt seine fast 400-jährige Geschichte von Sklaverei und Segregation, von Lynchungen und rassistischer Hetze aufzuarbeiten, schreibt Amerika sie einfach um. Als Disney 2001 Pearl Harbor ins Kino brachte, kämpften dort schwarze und weiße Gis gemeinsam — tatsächlich gab es in der Armee im Zweiten Weltkrieg Rassentrennung. Aber die unbewältigte Vergangenheit beherrscht Amerikas Unterbewusstsein, und sie bricht immer wieder hervor, wie die Seelen der toten Indianer in Steven Spielbergs Poltergeist . Deshalb fällt es auch McCain so leicht, eine Kampagne zu fahren, die lediglich an der Oberfläche nicht rassistisch ist — weil doch jeder die Codewörter kennt.
- Datum 22.01.2009 - 15:33 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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nur noch entjejenhalten: Mensch, kannste nit richtig kieken. Mit Brille wär det nischt passiert. Jut'n Abend Mr. McCain und Kotwörter
Ich war letztes Jahr für einige Monate in den USA - und ich bin absolut sicher: Obama wird nicht US-Präsident.
Wir Deutsche haben ja erstaunlicheiweise eine Kanzlerin, das katholische Spanien stellt die Rechte von Homos zur Ehe gleich - das sind alles europäische Beispiele für kleine Revolutionen.
Aber man möge nicht denken, dass dies in den USA möglich wäre. Viele Amis leben in ihrem Land mit überaus vielen Kulturen, aber es schert sie einen Dreck, was bei uns für selbstverständlich gehalten wird: Integration, Toleranz usw. Offene Auseinandersetzungen werden vermieden. The show must go on.
Und der Rassismus, Konservativismus und christliche Fundamentalismus sitzen in den USA viel tiefer als sich das liberale Europäer vorstellen können.
... unterschlägt, dass 90% der Schwarzen nicht McCain wählen - natürlich spielt da auch Rassismus eine Rolle.
Außerdem verschweigt die Autorin, dass Barack Hussein Obamas Vater ein Muslim war und für viele Muslime der Sohn auch automatisch ein Muslim ist - und IMMER bleibt. So äußerte sich ja auch kürzlich Gaddafi und die Hamas: sie würden Obama als Präsident begrüßen, weil damit ein Muslim im Weissen Haus säße, sagten sie ...
(Überschrift entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)
hätte noch tausende Seiten schreiben müssen, um alle Facetten dieser Geschichte zu beleuchten. Dass sie es nicht getan hat, mag man ihr vorwerfen, aber sie hat doch ein Recht auf ihren richtigen Namen!
Das wirklich Bösartige an dem Beitrag von Leonas3 ist aber, dass eine Scheinsymmetrie zwischen Unterdrückten und Unterdrückern (bzw. deren Nachfahren) konstruiert wird.
Das ist dann wohl genau die perfide Methode von der die Autorin spricht: Erstens den sozial an den Rand gedrängten und politisch marginalisierten Schwarzen, von denen viele- sei es aus Resignation oder nicht unbedingt selbst verschuldeter Unwissenheit nicht zur Wahl gehen- Rassismus unterstellen, weil sie angeblich nicht für einen weißen Kandidaten stimmen würden. Damit sind dann auch im Handumdrehen die eigenen Ressentiments legitimiert.
Zweitens: Weil Obama von einem (eindeutig nicht arabischen) Muslim gezeugt wurde, selbst aber nie sein Haupt gen Mekka neigte, ihm unterstellen er sei selbst Muslim per Geburt. Ein Halbmuslim, was seine Kinder zu Viertelmuslimen macht (klingelt's?). Das muss nicht explizit gesagt werden. Man muss ihn dafür nur genüsslich Barrack HUSSEIN Obama nennen. Oder Ghaddafi, und die Hamas zu seinen Unterstützern erklären( um deren Wahlempfehlung er gewiss nicht gebeten hat). Damit wären dann flugs sämtliche antimuslimischen Clichees der weißen, christlichen moral majority gegen ihn mobilisiert. Wie ,wenn nicht so funktioniert Rassismus?
hätte noch tausende Seiten schreiben müssen, um alle Facetten dieser Geschichte zu beleuchten. Dass sie es nicht getan hat, mag man ihr vorwerfen, aber sie hat doch ein Recht auf ihren richtigen Namen!
Das wirklich Bösartige an dem Beitrag von Leonas3 ist aber, dass eine Scheinsymmetrie zwischen Unterdrückten und Unterdrückern (bzw. deren Nachfahren) konstruiert wird.
Das ist dann wohl genau die perfide Methode von der die Autorin spricht: Erstens den sozial an den Rand gedrängten und politisch marginalisierten Schwarzen, von denen viele- sei es aus Resignation oder nicht unbedingt selbst verschuldeter Unwissenheit nicht zur Wahl gehen- Rassismus unterstellen, weil sie angeblich nicht für einen weißen Kandidaten stimmen würden. Damit sind dann auch im Handumdrehen die eigenen Ressentiments legitimiert.
Zweitens: Weil Obama von einem (eindeutig nicht arabischen) Muslim gezeugt wurde, selbst aber nie sein Haupt gen Mekka neigte, ihm unterstellen er sei selbst Muslim per Geburt. Ein Halbmuslim, was seine Kinder zu Viertelmuslimen macht (klingelt's?). Das muss nicht explizit gesagt werden. Man muss ihn dafür nur genüsslich Barrack HUSSEIN Obama nennen. Oder Ghaddafi, und die Hamas zu seinen Unterstützern erklären( um deren Wahlempfehlung er gewiss nicht gebeten hat). Damit wären dann flugs sämtliche antimuslimischen Clichees der weißen, christlichen moral majority gegen ihn mobilisiert. Wie ,wenn nicht so funktioniert Rassismus?
Punkt sind sie doch gleich. Sie wählen nicht so wie sie sich in Umfragen Äußern.
Der Wahlkampf ist eine Farce. Es geht weder um den Irak, noch um die Wirtschaft, noch um die Krankenversicherung, auch wenn diese Sachthemen noch zur Debatte stehen.
Felix4u kann man nur zustimmen. Ein [...] wird nicht Präsident werden. McCain wird - wenn kein Wunder geschieht - mit großem Vorsprung gewinnen.
Vor mehr als 120 Jahren haben die Amerikaner schon einmal einen "Kriegshelden" gewählt. Ulysses S. Grant war 8 Jahre im Amt und liegt im Wettbewerb "worst president ever" in der Spitzengruppe, der bekanntlich auch ein bekannter Kriegstreiber namens GWB angehört.
Schlimmer als diese beiden wird es McCain nicht machen, aber er wird dazu beitragen, dass das Zeitalter der amerikanischen Dominanz der Welt schneller zu Ende geht als gedacht.
[Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Vielen Dank. / Die Redaktion as.]
# Silberschnur.
Nämlich schon in 5 Wochen!
Auf der Höhe bleibt, wen die Wellen der ZEIT erreichen.
# Silberschnur.
Nämlich schon in 5 Wochen!
Auf der Höhe bleibt, wen die Wellen der ZEIT erreichen.
schreibt dochmal was ueber den faschismus in den usa ! der ist auch weit verbreitet und will sich noch breiter machen.
Der Artikel ist vollkommen korrekt. Obamas Hautfarbe ist ein Politikum erster Ordnung. Selbst liberale Amerikaner sind vom Virus des Rassismus befallen. In diesem Land kann man nicht frei atmen. [...]
Wenn ich heute mit meiner afrikanischen Fau meine Familie in den USA besuche, herrscht immer eine unterschwellige Spannung. Meine Frau ist eine Schönheit, charmant, zugewandt, gebildet, eine Yoruba-Prinzessin. Aber es nützt alles nichts. Daher ziehe ich es vor, in Nigeria zu bleiben - wo mich bisher noch keiner meiner amerikanischen Verwandten trotz häufiger Einladungen besucht hat. (Und obwohl ich sicher in Verhältnissen lebe, für die der Ausdruck luxeriös masslos untertrieben wäre.)
[Gekürzt, bitte verzichten Sie auf diskriminierende Pauschalisierungen. Danke. /Die Redaktion pt.]
richtig Luft
... da wo die Muslime schon mal Christen wegen den Mohammed Karikaturen ermorden ... Ja, da muss es schön sein - und ganz ohne Rassismus.
wen oder was haben Sie denn dieses mal pauschal diskriminiert?
doch nicht etwa weiße? - Sie scheinen mir ja ein ganz schlimmer finger zu sein!
Das ist keine Pauschalisierung, sondern eine Tatsache. Vielleicht leben Sie mal ein paar Jahre in diesem Sumpf, in dem ich gelebt habe. Man kann dort nicht frei atmen.
Amerika krankt am Rassismus - auch vierzig Jahre nach der Ermordung von Martin Luther King.
Diskriminierung und Marginalisierung der Indianer gehoert ebenso hierher wie die Perzeption der Latinos als hypersexuelle, gewalttaetige, faule Machos. Ebenso weit verbreitet ist Antisemitismus. Augenblicklich haben es Iraner schwer - wie mir ein in den USA taetiger Kollege juengst berichtete.
Im Jahre 2007 gab es im Kongress eine Anhoerung, die vom Abgeordneten Bobby Rush initiiert worden war und das Bild der Afroamerikaner in den Medien kritisch unter die Lupe nahm: "From Imus to Industry: The Business of Stereotypes and Degrading Images".
Also kommen Sie mir hier nicht mit dem Vorwurf der Pauschalisierung. Kein Land der Welt hat ein groesseres Problem mit Rassismus.
richtig Luft
... da wo die Muslime schon mal Christen wegen den Mohammed Karikaturen ermorden ... Ja, da muss es schön sein - und ganz ohne Rassismus.
wen oder was haben Sie denn dieses mal pauschal diskriminiert?
doch nicht etwa weiße? - Sie scheinen mir ja ein ganz schlimmer finger zu sein!
Das ist keine Pauschalisierung, sondern eine Tatsache. Vielleicht leben Sie mal ein paar Jahre in diesem Sumpf, in dem ich gelebt habe. Man kann dort nicht frei atmen.
Amerika krankt am Rassismus - auch vierzig Jahre nach der Ermordung von Martin Luther King.
Diskriminierung und Marginalisierung der Indianer gehoert ebenso hierher wie die Perzeption der Latinos als hypersexuelle, gewalttaetige, faule Machos. Ebenso weit verbreitet ist Antisemitismus. Augenblicklich haben es Iraner schwer - wie mir ein in den USA taetiger Kollege juengst berichtete.
Im Jahre 2007 gab es im Kongress eine Anhoerung, die vom Abgeordneten Bobby Rush initiiert worden war und das Bild der Afroamerikaner in den Medien kritisch unter die Lupe nahm: "From Imus to Industry: The Business of Stereotypes and Degrading Images".
Also kommen Sie mir hier nicht mit dem Vorwurf der Pauschalisierung. Kein Land der Welt hat ein groesseres Problem mit Rassismus.
... es hier für den Großteil der Bevölkerung kein "unterschwelliges Thema" wäre, wenn z.B. ein Deutscher türkischer Herkunft für ein hohes Amt kanditieren würde...
Ich glaube nicht, dass diesbezüglich ein Volk wesentlich besser ist, als ein anderes. In Japan würde wohl auch kein Gaijin Premier werden, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen.
Nur wenige Jahrzehnte nachdem die ersten türkischen Zuwanderer nach Deutschland kamen, und zwar nicht einmal als richtige Einwanderer, sondern dem Verständnis nach als nur vorübergehende Gastarbeiter, sind Menscher dieser Herkunft bereits für alle Parteien (außer rechtsextreme) in deutschen Parlamenten aller Ebenen vertreten. Bei aller Kritik, die man an der Situation in Deutschland üben kann, ist das kein als schlecht bewertbares Faktum. Dass dabei kein Mensch "mit Migrationshintergrund" bisher Spitzenämter im deutschen Staat innehatte, ist eher eine Frage der Wahrscheinlichkeit und des Alters der möglichen Kandidaten.
Die vorherrschende und gesellschaftsfähige Ideologie in Japan würde man, nach unserer Lesart, als "völkisch" bezeichnen. Sorry, auch zu den USA bestehen Unterschiede, aber Japan ist fast ein anderer Planet. Das können Sie gar nicht vergleichen.
Nur wenige Jahrzehnte nachdem die ersten türkischen Zuwanderer nach Deutschland kamen, und zwar nicht einmal als richtige Einwanderer, sondern dem Verständnis nach als nur vorübergehende Gastarbeiter, sind Menscher dieser Herkunft bereits für alle Parteien (außer rechtsextreme) in deutschen Parlamenten aller Ebenen vertreten. Bei aller Kritik, die man an der Situation in Deutschland üben kann, ist das kein als schlecht bewertbares Faktum. Dass dabei kein Mensch "mit Migrationshintergrund" bisher Spitzenämter im deutschen Staat innehatte, ist eher eine Frage der Wahrscheinlichkeit und des Alters der möglichen Kandidaten.
Die vorherrschende und gesellschaftsfähige Ideologie in Japan würde man, nach unserer Lesart, als "völkisch" bezeichnen. Sorry, auch zu den USA bestehen Unterschiede, aber Japan ist fast ein anderer Planet. Das können Sie gar nicht vergleichen.
richtig Luft
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