Bankenkrise Die Welle rollt weiter
Der Notverkauf der größten Sparkasse der USA, Washington Mutual, an JP Morgan hat vorerst Schlimmeres verhindert. Doch die Retter werden rar

© Chris Hondros/Getty Images
Die Zentrale von JP Morgan Chase in New York. Die Investmentbank sichert sich das Filialgeschäft und das Hypothekenportfolio der Washington Mutual - und schwingt sich zur größten Bank der Vereinigten Staaten auf
Am Ende reichte die Zeit für Alan Fishman nicht. Erst Anfang September war der Manager an die Spitze der größten US-Sparkasse Washington Mutual (WaMu) gerückt, um das Unternehmen in ruhigeres Fahrwasser zu führen. Nun bricht die Bank unter der Last ihrer Verpflichtungen zusammen. Am Donnerstagabend schloss die US-Aufsichtsbehörde OTS das Institut. Die Investmentbank JP Morgan Chase übernimmt für 1,9 Milliarden Dollar die Filialen und Einlagen, das Geschäft soll zunächst weitergehen.
Es ist der größte Zusammenbruch einer Bank in der US-Geschichte und er war seit Tagen befürchtet worden. Seit dem Beginn der Finanzkrise kämpft Washington Mutual mit hohen Kreditausfällen. Der größte Finanzierer privater Eigenheime in den USA hatte sich stark im Geschäft mit US-Ramschhypotheken engagiert und Kredite teils ohne genaue Prüfung vergeben. Zuletzt befand sich die Sparkasse auf der verzweifelten Suche nach Investoren, der Aktienkurs brach seit Jahresbeginn um 90 Prozent ein. Seit Mitte des Monats waren 16,7 Milliarden Dollar an Einlagen abgeflossen, teilte OTS mit – die Bank war nicht mehr zu halten.
Der Einstieg von JP Morgan Chase hat nun vorerst das Schlimmste verhindert. "Wäre niemand eingesprungen, hätten wir es mit einer Riesenlawine zu tun gehabt, die Stabilität des Finanzsystems wäre in Gefahr gewesen", sagt der Bankenexperte Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim. Der Einlagensicherungsfonds FDIC versichert Guthaben bis 100.000 Dollar pro Kunde. Wäre das Institut vollends Pleite gegangen, hätte der Fonds mit 143 Milliarden Dollar einspringen müssen. Dieser verfügt aber nach dem Kollaps von neun Regionalbanken in diesem Jahr nur noch über ein Drittel der Summe. Am Ende hätten womöglich die Steuerzahler in den USA für die Pleite aufkommen müssen.
Wohl auch deshalb werteten einige Kommentatoren den Einstieg von JP Morgan als ein Signal der Hoffnung darauf, dass die Finanzbranche sich derzeit noch selbst stützen kann. Auch für den Finanzmarktexperten Burghof zeigt das Geschäft, "dass die Finanzbranche – anders als im Fall Lehman - in die Verantwortung genommen wird."
Geht die Finanzkrise halbwegs glimpflich aus, könnte das Geschäft für JP Morgan sogar ein großer Coup sein. Durch den Deal wird das Institut nach Einlagen die größte Bank der USA und erreicht durch die neu hinzugekommenen Filialen rund 42 Prozent der US-Bevölkerung. Die Bank wird damit zu einer starken Kraft im Geschäft mit Privatkunden. "WaMu ist ein tolles Unternehmen. Wir bekommen es zu einem Preis, der uns schützt, selbst wenn wir falsch liegen sollten", sagte JP Morgan-Chef Jamie Dimon. Dennoch bleibt das Risiko für den Retter gewaltig: Washington Mutual hat Hypothekenkredite in Höhe von 176 Milliarden in den Büchern – viele davon gelten als riskant. Auch deshalb hat JP Morgan bereits 31 Milliarden zusätzlich abgeschrieben und eine Kapitalerhöhung von acht Milliarden Dollar angekündigt - das Geschäft ist also weitaus teurer als es auf den ersten Blick scheint.
Sicher ist: JP Morgan hat erstmal so viel zu tun, dass die Bank in Zukunft kaum ein weiteres Mal als Retter in der Not auftreten kann. Erst im März übernahm das New Yorker Institut den angeschlagenen Wertpapierhändler Bear Stearns. Nun muss es mit gleich zwei Sorgenfällen auskommen und diese integrieren. "Es bleiben nicht mehr viele Banken, die in der Lage wären, einzuspringen", sagt Bankenexperte Burghof.
- Datum 26.09.2008 - 17:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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um die Schulden der USA zu begleichen.
Ich bleibe dabei: die USA sind pleite. Oeffentliche und private Schulden belaufen sich auf 100.000 Milliarden US-$.
Da beisst die Maus kein Faden ab.
Was Obama und McCain heute nacht erzählen -- vergesst es.
Hört lieber auf den US-amerikanischen Zentralbanchef HELGE SCHNEIDER,
der morgen um 12:00 p.m. (Ortszeit New York) erklären wird, wie er die Weltwirtschaft zu retten gedenkt.
Vorsichtig sollte im Moment jeder sein, der sich bei Schadenfreude aufgrund dieser Entwicklung erwischt. Wenn große Wirtschaftssysteme im Jahr 2008 wanken, egal ob USA, Euro-Land, China oder Japan, dann spüren wir die Auswirkungen bis nach Deutschalnd oder gar bis in den kleinsten Ort. Nicht nur der Arbeitsmarkt wurde globalisiert, sondern auch der Problemträger von globalisierten Playern.
Auch sollte sich niemand in Sicherheit wiegen. Die Europäer haben - so denke ich - aus gutem Grund derzeit der USA nicht geholfen, weil das Bild der Konsequenzen für das eigene Land noch völlig unsicher ist. Wird man nur leicht getroffen oder stärker. Zentral ist im Moment, dass ja selbst die deutschen Genossenschaftsbanken und Sparkassen bereits betroffen sind.
Die Situation läßt sich vielleicht mit folgendem Bild vergleichen. Auf einem See sind sehr, sehr viele Sandtürme, an deren Fundamenten das Wasser gerade Sandauswäscht. Jeder fallende Turm schlägt neue Wellen, die den "nahestehenden Türmen" wieder Sand aus den Fundamenten nimmt. Welche Fundamente haltenwerden wir erst in den nächsten Monaten erfahren.
Diese Krise wird wohl die Finanzwelt nachhaltig verändern. Ich bin gespannt was noch kommt!
Das hat mit Schadenfreude nichts zu tun. Dass andere Volkswirtschaften betroffen sein werden, ist genauso klar.
Das hat mit Schadenfreude nichts zu tun. Dass andere Volkswirtschaften betroffen sein werden, ist genauso klar.
...berichtet die ZEIT nicht vollständig.
Die Verlierer des Zusammenbruchs der Washington Mutual stehen derweil schon fest: die Aktionäre und Gläubiger der Sparkasse – vor allem aber die Beteiligungsgesellschaft TPG. Die Private-Equity-Firma beteiligte sich erst vor wenigen Monaten mit zwei Milliarden Dollar an einer Kapitalerhöhung um sieben Milliarden Euro für das angeschlagene Institut. Das Geld ist unwiderruflich verbrannt.
Man könnte hier zum Beispiel fragen, wo TPG die 2.000.000.000 (2000 Millionen $) her hat. Die Antwort ist auf der ersten Suchergebnis-Seite von Google mit einem Klick zu finden: Staatliche Pensions-Fonds.
TPG Capital is facing the dire prospect of seeing its $2bn (€1.3bn) investment in Washington Mutual completely wiped out, if US’ largest savings and loan fails to secure a buyer.
Limited partners in the buyout giant’s various funds will be the most affected, with the $52bn Washington State Investment Board having a $1.5bn exposure to two TPG funds that are part of the WaMu investment.
Other investors include the New York State Common Retirement System, the New Jersey State Investment Council and the Pennsylvania Public Schools Employees Retirement System.
http://www.efinancialnews.com/usedition/index/content/2451961073
Mit anderen Worten: da sind gerade 2 Milliarden Dollar RENTEN-Gelder verzockt worden - es lebe die Privatisierung der Altervorsorge!
Zufall, oder Absicht, daß hier solche Informationen unterschlagen werden?
Das hat mit Schadenfreude nichts zu tun. Dass andere Volkswirtschaften betroffen sein werden, ist genauso klar.
[entfernt, auch wenn Ihr Posting sehr interessant ist: Einmal reicht/ Redaktion; svb]
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