Washington Mutual Größte Bankenpleite der US-Geschichte

Die Finanzkrise fordert das nächste Opfer: Washington Mutual ist zusammengebrochen. Die Sparkasse hatte sich auf dem Hypothekenmarkt verspekuliert

Inmitten des politischen Tauziehens um das staatliche Milliarden-Rettungspaket für die Bankenbranche hat die Finanzkrise einen neuen dramatischen Höhepunkt erreicht: Die einst führende amerikanische Sparkasse Washington Mutual (WaMu) ist unter den Lasten der Kreditkrise zusammengebrochen. Die Sparkasse mit Sitz in Seattle, Washington, erlitt in der Kreditkrise Milliardenverluste. Sie büßte in diesem Jahr mehr als 90 Prozent ihres Börsenwerts ein.

In einem Notverkauf werde das Institut nun zu weiten Teilen vom Finanzkonzern J.P. Morgan Chase übernommen, teilte die US-Sparkassenaufsicht in New York mit. J.P. Morgan Chase, die drittgrößte US-Großbank, zahlt 1,9 Milliarden Dollar für die von Washington Mutual übernommenen Einlagen und Filialen. Der Verkauf habe keine Auswirkungen für die Kunden und deren Einlagen von knapp 190 Milliarden Dollar, so die Aufsicht. Die Filialen würden am Freitag wie gewohnt ihre Türen öffnen. Aktionäre und Gläubiger der Sparkasse gehen den Angaben zufolge jedoch leer aus.

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An den Börsen dämpfte der Zusammenbruch die Hoffnung auf eine rasche Erholung der Märkte. Auch die Unsicherheit über das geplante US-Rettungspaket für die Finanzwirtschaft belastete die Aktienkurse. In Asien schlossen die Börsen im Minus. Der deutsche Aktienmarkt eröffnete am Freitag schwach, der Dax fiel zu Handelsbeginn um 1,36 Prozent. Mehrere Notenbanken kündigten an, ihre Liquiditätsspritzen für den Geldmarkt auszuweiten. Die Europäische Zentralbank (EZB), die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Bank of England arbeiteten zusammen, um gegen den gestiegenen Druck an den US-Dollar-Geldmärkten vorzugehen, teilten die Banken am Freitag mit. Ziel sei es, Liquidität in Dollar mit einer Laufzeit von einer Woche zur Verfügung zu stellen. Damit sollten Verspannungen über das Quartalsende hinaus angegangen werden. Die EZB kündigte ein Volumen von 35 Milliarden Dollar an.

WaMu habe keine ausreichende Liquidität mehr gehabt, teilte die Aufsicht mit. Die Sparkasse hatte sich während des Immobilienbooms massiv auf dem Hypothekenmarkt engagiert und verhoben. Zuletzt fielen der Aufsicht zufolge in drei Quartalen hintereinander insgesamt 6,1 Milliarden Dollar Verlust an. Verschärft wurden die Probleme durch den Kurssturz der Aktie und eine Herabstufung durch Ratingagenturen auf "Schrott"-Niveau. Am Schluss wurde die Lage lebensbedrohlich für die Bank: In den vergangenen zehn Tagen haben Kunden der Aufsicht zufolge scharenweise insgesamt 16,7 Milliarden Dollar an Guthaben abgehoben.

Dank der Übernahme werde der Einlagensicherungsfonds der Branche durch den Zusammenbruch nicht belastet, teilten die Behörden mit. Hätte sich kein Käufer für WaMu gefunden, hätte dies den Fonds mehr als 20 Milliarden Dollar kosten können, sagen Analysten.

WaMu hatte zuletzt eine Bilanzsumme von mehr als 300 Milliarden Dollar. Bei der zuvor größten US-Bankenpleite war im Jahr 1984 die Continental Illinois Corp. zusammengebrochen mit einem im Vergleich weit kleineren Vermögenswert von damals 40 Milliarden Dollar. Die Sparkasse beschäftigte zur Jahresmitte mehr als 43.000 Mitarbeiter in über 2.200 Zweigstellen verteilt auf 15 US-Bundesstaaten.

Leser-Kommentare
    • iDog
    • 26.09.2008 um 8:17 Uhr

    "Aktionäre und Gläubiger der Sparkasse gehen den Angaben zufolge jedoch leer aus." scheint der kernsatz hier zu sein . J.P. Morgan Chase er grosse gewinner der krise ? auf das die spitze immer spitzer werde.

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    • fönix
    • 26.09.2008 um 13:47 Uhr

    Jahrelang Mega-Fusionen und je größer die Firma, desto schöner der Synergieeffekt: Der Staat steht für die die Verluste ein! No risk, more fun?

    • fönix
    • 26.09.2008 um 13:47 Uhr

    Jahrelang Mega-Fusionen und je größer die Firma, desto schöner der Synergieeffekt: Der Staat steht für die die Verluste ein! No risk, more fun?

  1. Gibt des jemanden, der daran glaubt, dass es "Zufall" ist, dass vor kurzem in aller Ruhe zunächst die Rüsungsausgaben in Höhe von 612,5 Milliarden Dollar verabschiedet wurden - so dass diese unantastbar bleiben - und erst dann -jetzt - dass "700-Milliarden-Ding" angepackt wird ? Bitte melden !!!

  2. 3. Pigsty

    The "American Dream" turns into a nightmare. (It has always been a nightmare.)

    • fönix
    • 26.09.2008 um 13:07 Uhr

    zurückkehren! Die Gewinnauschüttungen jenseits der der 20% muss ja irgendwann einmal auch irgendwer bezahlen. Nämlich wir!

    • fönix
    • 26.09.2008 um 13:47 Uhr

    Jahrelang Mega-Fusionen und je größer die Firma, desto schöner der Synergieeffekt: Der Staat steht für die die Verluste ein! No risk, more fun?

    Antwort auf "J.P. Morgan Chase"
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    • iDog
    • 26.09.2008 um 17:13 Uhr

    ich wuerde sagen die banken die die faulen kredite haben werden das geld bekommmen , denn der staat kauft sie ihnen ab damit nicht alle banken pleite gehen und das finanzsystem ganz kollabiert (- es muss banken geben in diesem system , weil die oekonomie auf krdit laeuft - ) , verlangt aber anscheinend eine beteiligung an den banken = verstaatlichung. daher bleibt es fuer noch gesunde banken ( siehe japanische ) halbwegs interessant die assets der insolventen banken aufzukaufen , und die werte der papiere steigen wieder. bin abert auch kein experte diesbezueglich . unter www.weisgarnix.de gibts dauernd gute analysen und threads zum tagesgeschehen

    ... vermute wie gesagt allgemein eine weitere konzentrierung der finanziellen macht auf immer weniger grosse bankhaeuser. umverteilung von unten nach oben...

    eine andere betrachtungsweise koennte sein , dass hier absichtlich durch diese voellig irreale uebernahme der staat immer weiter verschuldet wird . die werte der us staatsanleihen sacken eh schon immer mehr durch und werden durch diese monsterschuldenaufnahme nochmal nachgeben in richtung staatspleite. da davon auszugehen ist, dass die wirklich reichen ihre vermoegenswerte gut abgesichert haben ( zB gold) laesst man es moeglicherweise auf eine waehrungsreform ankommen und ist einen haufen probleme los. der kleine mann hat natuerlich dadurch eine haufen probleme mehr. schonm jetzt werden die us staatsschulden soweit ich gehoert habe nicht mehr komplett vom staat bedient ....

    • iDog
    • 26.09.2008 um 17:13 Uhr

    ich wuerde sagen die banken die die faulen kredite haben werden das geld bekommmen , denn der staat kauft sie ihnen ab damit nicht alle banken pleite gehen und das finanzsystem ganz kollabiert (- es muss banken geben in diesem system , weil die oekonomie auf krdit laeuft - ) , verlangt aber anscheinend eine beteiligung an den banken = verstaatlichung. daher bleibt es fuer noch gesunde banken ( siehe japanische ) halbwegs interessant die assets der insolventen banken aufzukaufen , und die werte der papiere steigen wieder. bin abert auch kein experte diesbezueglich . unter www.weisgarnix.de gibts dauernd gute analysen und threads zum tagesgeschehen

    ... vermute wie gesagt allgemein eine weitere konzentrierung der finanziellen macht auf immer weniger grosse bankhaeuser. umverteilung von unten nach oben...

    eine andere betrachtungsweise koennte sein , dass hier absichtlich durch diese voellig irreale uebernahme der staat immer weiter verschuldet wird . die werte der us staatsanleihen sacken eh schon immer mehr durch und werden durch diese monsterschuldenaufnahme nochmal nachgeben in richtung staatspleite. da davon auszugehen ist, dass die wirklich reichen ihre vermoegenswerte gut abgesichert haben ( zB gold) laesst man es moeglicherweise auf eine waehrungsreform ankommen und ist einen haufen probleme los. der kleine mann hat natuerlich dadurch eine haufen probleme mehr. schonm jetzt werden die us staatsschulden soweit ich gehoert habe nicht mehr komplett vom staat bedient ....

    • iDog
    • 26.09.2008 um 17:13 Uhr

    ich wuerde sagen die banken die die faulen kredite haben werden das geld bekommmen , denn der staat kauft sie ihnen ab damit nicht alle banken pleite gehen und das finanzsystem ganz kollabiert (- es muss banken geben in diesem system , weil die oekonomie auf krdit laeuft - ) , verlangt aber anscheinend eine beteiligung an den banken = verstaatlichung. daher bleibt es fuer noch gesunde banken ( siehe japanische ) halbwegs interessant die assets der insolventen banken aufzukaufen , und die werte der papiere steigen wieder. bin abert auch kein experte diesbezueglich . unter www.weisgarnix.de gibts dauernd gute analysen und threads zum tagesgeschehen

    ... vermute wie gesagt allgemein eine weitere konzentrierung der finanziellen macht auf immer weniger grosse bankhaeuser. umverteilung von unten nach oben...

    eine andere betrachtungsweise koennte sein , dass hier absichtlich durch diese voellig irreale uebernahme der staat immer weiter verschuldet wird . die werte der us staatsanleihen sacken eh schon immer mehr durch und werden durch diese monsterschuldenaufnahme nochmal nachgeben in richtung staatspleite. da davon auszugehen ist, dass die wirklich reichen ihre vermoegenswerte gut abgesichert haben ( zB gold) laesst man es moeglicherweise auf eine waehrungsreform ankommen und ist einen haufen probleme los. der kleine mann hat natuerlich dadurch eine haufen probleme mehr. schonm jetzt werden die us staatsschulden soweit ich gehoert habe nicht mehr komplett vom staat bedient ....

    • phuter
    • 27.09.2008 um 9:57 Uhr

    Seit 10 Jahren sehne ich mich nach so einem Ereignis. Meine pathologische Abneigung gegenüber Banken, Versicherungen und Börsenspekulanten findet nun ihre schönste Bestätigung.
    Es ist mir eine Freude, die dummen Gesichter zu sehen, das Entsetzen in den Augen jener Menschen, deren Broterwerb darin bestand, andere Menschen zu belügen und auszusaugen, die ohne mit der Wimper zu zucken Tausende ins Verderben stürzten und dieses Verbrechen dann mit "Wettbewerbsfähigkeit" rechtfertigten, was nichts anderes bedeutete als ein paar Prozent mehr Gewinn.
    Es freut mich zu erleben, dass ich einfach recht hatte die letzten Jahre. So leid mir mein soziales Umfeld jetzt schon tut - aber all das ist eine kleine Entschädigung dafür, belächelt worden zu sein....
    Noch im Sommer wurde ich ausgelacht, als ich einem amerikanischen Bekannten erklärte, dass seine Dollars bald nichts mehr wert sein werden... ob er mich heute noch auslacht?

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