Automobilindustrie Opel stoppt Produktion in Bochum und Eisenach

Finanzkrise, Konjunkturabschwung und schwächelnde Absatzmärkte zwingen auch Mercedes, BMW und VW, ihre Produktion zu drosseln

Die Auswirkungen der Finanzkrise haben die deutschen Autobauer vollends erreicht: Der schwächelnde Absatzmarkt zwingt jetzt auch den Rüsselsheimer Autobauer Opel zur Drosselung der Produktion. In den Werken in Bochum und Eisenach stünden vorübergehend die Bänder still, sagte ein Opel-Sprecher am Dienstag. "Die Finanzkrise führt dazu, dass die Menschen ihr Geld festhalten und weniger für Autos ausgeben." Betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch nicht geplant.

Im Werk in Bochum, wo rund 5000 Mitarbeiter beschäftigt sind, sei die Produktion zwei Wochen lang bis kommenden Montag unterbrochen. In Eisenach soll der Betrieb ab Montag sogar drei Wochen lang ruhen. Dort fertigen etwa 1900 Beschäftigte den neuen Opel Corsa. Sie müssten sich während der erzwungenen Werksferien auf "geringfügige Entgelteinbußen" einstellen, sagte der Sprecher.

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Auf deutlichere Einschnitte müssen sich die Opel-Mitarbeiter in Spanien gefasst machen. Im dortigen Werk in Zaragoza verhandelt der Autobauer derzeit mit dem Betriebsrat über die Aussetzung einer Nachtschicht für zwölf Monate. Auch in Großbritannien soll die Produktion gekürzt werden. An den Standorten in Rüsselsheim und Kaiserslautern seien hingegen keine Einschnitte geplant, hieß es.

Opel ist mit diesen Maßnahmen unter den deutschen Autoherstellern nicht allein. Wegen der schwindenden Nachfrage wollen auch Mercedes-Benz und BMW weniger Fahrzeuge bauen. Ebenso drosseln die VW-Töchter Seat und Skoda ihre Produktion.

VW teilte vergangenen Freitag mit, dass Ende dieses Jahres 750 Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt würden. Von Januar bis Juli 2009 trifft diese Maßnahme rund 500 Mitarbeiter. Zudem soll die Produktion einzelner Modelle bis Ende des Jahres an insgesamt 20 Tagen ruhen. Davon seien rund 3900 Beschäftigte betroffen. Nach Angaben der Gewerkschaften sollen rund 20.000 Fahrzeuge weniger gebaut werden.

Und auch BMW-Vorstand Norbert Reithofer behält sich weitere Produktionskürzungen vor, um auf eine eventuell sinkende Nachfrage reagieren zu können. "Wenn es nötig ist, werden wir noch mal an die Produktion rangehen." Weltweit sei der Absatz im September gesunken, sagte er, ohne jedoch Zahlen zu nennen.

Leser-Kommentare
  1. Also, das finde ich ja nun wirklich lächerlich: da geht es einer ganzen Branche wegen der total verfehlten Innovations-, Kapazitäts- und Finanzpolitik seit Jahren schlecht, und nun wird die aktuelle Bankenkrise zum Schuldigen gemacht.

    Meine Herren Spitzenmanager, das ist eine Milchmädchenrechnung. Wir sind nicht so blöd, euch solchen Unsinn abzunehmen.

    Ihr habt seit Jahren mögliche prinzipielle Innovationen gebremst (Hybridantrieb, Elektroauto etc.) und versucht, mit kleinen Änderungen und Verbesserungen (Modellpflege etc.) aus den vorhandenen drittbesten Produkten noch maximal Geld zu generieren; der dumme Verbraucher zahlt ja.
    Öffnet endlich eure Schubladen und holt die dort seit Jahren vor der Welt versteckten Lösungen heraus!

    In sinnlosem Vervielfältigungsdrang habt ihr Produktpaletten mit hunderten Modellen und Variationen geschaffen, angeblich um den individuellen Wünschen der Kunden zu entsprechen (Wünsche, die ihr selbst mit euren manipulativen Marketingstrategien erst hervorgerufen habt = bestes Beispiel sind die von euch erfundenen "Schwanzverlängerer", auch SUVs genannt).

    Durch Rabattschlachten in den sog. "Schlüsselmärkten" (USA) habt ihr die Renditen dort teilweise wieder verjuxt, die ihr den europäischen Kunden per überhöhter Preispolitik aus den Taschen gezogen hattet.

    Mit eurem ziellosen Fertigungsausbau habt ihr weltweit Überkapazitäten geschaffen, die in Menge und Struktur an den Naturnotwendigkeiten (Oil peak) und den wahren Kundenbedürfnissen (über 80% der täglichen Fahrten gehen nicht weiter als 100 km) total vorbeigehen.

    Nein, meine Herren, hier wird dichter Nebel verbreitet, um möglichst bequem die eigenen, hausgemachten Fehler der letzten 10 bis 15 Jahre zu kaschieren.
    Schämt euch, ihr Feiglinge!

    [Anmerkung: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

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