Bahn Geld zurück bei Verspätung
In Zukunft sollen Bahnkunden bessergestellt werden. Statt eines Gutscheines gibt es dann Bares
Bahnreisende in Deutschland können ab Mai 2009 mit einer umfassenderen Entschädigung für Zugverspätungen im Fernverkehr rechnen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde am Mittwoch im Kabinett beschlossen.
Auf diese Weise sollen die Kunden nicht mehr von der Kulanz der Bahn abhängig sein. „Ab einer Wartezeit von einer Stunde müssen Bahnunternehmen ihren Kunden 25 Prozent des Fahrpreises erstatten, bei mehr als zwei Stunden sogar die Hälfte“, erläuterte Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) die Pläne bei einem Pressegespräch. Mit diesem nationalen Gesetz würden die Fahrgastrechte hierzulande bereits vor dem Inkrafttreten einer entsprechenden EU-Regelungen gestärkt werden.
Reisende sollen fortan ein Anrecht auf eine Entschädigung in Bargeld erhalten. Gutschriften müssen dann nicht mehr akzeptiert werden. Ein weiterer Vorteil für den Kunden: Entscheidend soll die Verzögerung auf der gesamten Reisestrecke sein. Hat ein Nahverkehrszug beispielsweise 15 Minuten Verspätung und der Reisende verpasst dadurch seinen ICE-Anschlusszug, wird auch die dadurch entstehende Verzögerung einberechnet. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Wenn höhere Gewalt vorliegt – etwa eine Schafherde die Gleise blockiert – muss die Bahn nicht zahlen.
Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) hatte wie der Koalitionspartner CDU/CSU eine Fahrpreiserstattung bereits ab einer halben Stunde Verspätung gefordert. Die Bundesjustizministerin wollte jedoch den EU-Vorgaben entsprechen. Sie plane „kein Sonderrecht“ für Deutschland, sondern eine einheitliche Regelung für den Fernverkehr in Deutschland und Europa. Die entsprechende europäische Verordnung würde Ende 2009 ohnehin einen Schlussstrich unter Ausnahmeregeln setzen. Außerdem, so Zypries, würden allzu strenge Regeln provozieren, dass die Bahn ihre Kosten für Entschädigungen auf die Fahrpreise umlegt.
- Datum 02.10.2008 - 08:03 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, fg
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Die Bahn muss in Zukunft die Rechte der Kunden verbessern und höhere Entschädigungen bei Verspätungen zahlen als bisher wenn das Gesetz in Kraft getreten sein wird, auch in bar, nicht nur als Gutschein.
Was auf den ersten Blick besonders kundenfreundlich erscheint, wirft auf den zweiten Blick doch erhebliche Fragen auf. Als Wirtschaftsunternehmen hat die Bahn nur eine einzige Geldquelle, aus der alles, auch die Entschädigungen, gezahlt werden muss, nämlich den Kunden. Er wird für alle Wohltaten aufkommen müssen, die mit diesem geplanten Gesetz verbunden sind. Das Geld, welches dann verteilt wird, muss vorher über die Fahrpreise aufgebracht werden, d.h., der Bahn werden Gründe für eine weitere Fahrpreiserhöhung frei Haus geliefert.
Ich bin durchaus dafür, dass die Bahn Entschädigungen zahlen muss, wenn sie die Verspätung zu verantworten hat und dass die Kunden nicht mehr von der Kulanz der Bahn abhängig sind. Nach meinem Kenntnisstand ist das in den meisten Fällen nicht der Fall. Zu den Ursachen, die nicht im Verantwortungsbereich der Bahn liegen gehören z.B. Selbstmord, spielende Kinder auf den Gleisen, Unfälle an Bahnübergängen, Vandalismus an Einrichtungen der Bahn, gegebenenfalls Bergrutsche nach Regenfällen auf einigen Strecken, Naturkatastrophen wie Hochwasser und starke Schneefälle mit Vereisungen von Weichen und Oberleitungen. Zwar muss nach dem geplanten Gesetz die Bahn nicht zahlen, wenn höhere Gewalt vorliegt, die Frage ist nur, wie die höhere Gewalt definiert wird.
Man kann der Bahn natürlich auch eine verschuldensunabhängige Haftung auferlegen, aber dann frage ich mich, warum unser Verkehrsminister nicht auch die Autofahrer entschädigt, die z.B. bei einer Sperrung der Autobahn nach einem Unfall oder nach starken Schneefällen nur verspätet ihr Reiseziel erreichen.
Ein anderer Punkt ist die Bürokratie, die mit der Abwicklung der Entschädigung verbunden ist. Wie soll der Inhaber einer Netzkarte nachweisen, dass er in einem verspäteten Zug war, wenn sein Zielbahnhof nicht (mehr) besetzt ist? Werden auch alle Reisenden entschädigt, die in einen Zug einsteigen, der bereits erhebliche Verspätung hat? Diese Frage berührt insbesondere die Bahnkunden, die eine Fahrkarte ohne Zugbindung haben. Gibt es auch eine Entschädigung, wenn die Bahn vorher ankündigt, dass ein Zug Verspätung wegen einer Baustelle haben wird?
Natürlich wird mit diesem Gesetz auch etwas gegen die Arbeitslosigkeit getan: Über die neuen Regelungen soll das Eisenbahnbundesamt wachen. Außerdem wird eine Schlichtungsstelle eingerichtet.
Dass der Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) eine Fahrpreiserstattung bereits ab einer halben Stunde Verspätung gefordert hat, lässt sein Gespür für Populismus erkennen. Die breite Masse wird ihm zustimmen und nicht bedenken, dass sie selbst über den Fahrpreis für die entstehenden Kosten aufkommen muss.
Wenngleich ich grundsätzlich eine Entschädigung bei Verspätungen, die eindeutig im Verantwortungsbereich der Bahn liegen, befürworte, befürchte ich, dass mit diesem Gesetz der Trend in unserem Lande, dem Bürger jedes Lebensrisiko zu nehmen, grundsätzlich verstärkt und einer Infantilisierung der Gesellschaft Vorschub geleistet wird.
Warum muss es gegen alles ein Zwangsversicherung durch den Staat oder andere geben? Ist dem Bürger wirklich nicht zuzumuten, gewisse, minimale Risiken selbst zu tragen? Fühlt er sich wirklich nur dann wohl, wenn er durch ein Rundum-Sorglos-Paket abgesichert ist, auch gegen Verspätungen der Bahn?
Wenn die Bahn erst durch die Politik zu kundenfreundlichem Verhalten gebracht werden muß, so ist das schon bedenklich.
Es ist korrekt, daß immer der Kunde (und der Steuerzahler) die Zeche zahlen. Nur ist diese Sichtweise etwas kurzsichtig. Die Bahn ist eine Aktiengesellschaft, die Gewinne für ihre Aktionäre erwirtschaften soll. Bis jetzt braucht sie sich nicht groß um Verspätungen zu kümmern, daß ist Kundenrisiko. Das wird in Zukunft anders. Die Bahn muß dann zusehen, daß ihre Fahrpläne so erstellt werden, daß Verspätungen - auch durch höhere Gewalt, die es nur ganz selten wirklich gibt! - abgedeckt werden.
Dazu kann es erforderlich sein, daß beispielsweise die Taktzeiten länger werden, damit die Züge pünktlicher sind. Oder, im Nahverkehr müssen auch Nachts noch Züge fahren. Ich wohne in einer kleinen Stadt. Wenn ich in der nächsten größeren Stadt arbeite, dann habe ich beispielsweise keine Möglichkeit, nach 21:00Uhr mit der Bahn nach Hause zu kommen. Wenn ich dann noch den letzten Zug verpasse, wird es richtig teuer! Ich bin daher gezwungen, mit dem Auto zu fahren! Insbesonders deswegen, weil die Bahn häufig Verspätungen hat, so daß ich die Anschlußzüge verpasste.
Das Hauptproblem der Bahn und von Herrn Mehdorn ist, daß sie alles tun, damit die alte Jungfrau Bahn aufgehübscht teuer an Aktionäre verkauft werden kann. Darunter leiden die Pünktlichkeit, die Kundenfreundlichkeit und die Abdeckung der Regionen. Eigentlich sind das gerade Gründe, die gegen eine Privatisierung sprechen sollten.
Ich wünsche mir ein Bahn, die eine kalkulierbare Pünktlichkeit garantiert, deren Mitarbeiter kundenfreundlich sind, die ein einfache Preismodell bietet und die auch Regionalbereiche regelmäßig bedient. Es ist eigentlich ganz einfach, erst der Kunde (er bringt den Umsatz), dann die Region und erst zum Schluß die Aktionäre und Managementbonis.
Wenn die Bahn erst durch die Politik zu kundenfreundlichem Verhalten gebracht werden muß, so ist das schon bedenklich.
Es ist korrekt, daß immer der Kunde (und der Steuerzahler) die Zeche zahlen. Nur ist diese Sichtweise etwas kurzsichtig. Die Bahn ist eine Aktiengesellschaft, die Gewinne für ihre Aktionäre erwirtschaften soll. Bis jetzt braucht sie sich nicht groß um Verspätungen zu kümmern, daß ist Kundenrisiko. Das wird in Zukunft anders. Die Bahn muß dann zusehen, daß ihre Fahrpläne so erstellt werden, daß Verspätungen - auch durch höhere Gewalt, die es nur ganz selten wirklich gibt! - abgedeckt werden.
Dazu kann es erforderlich sein, daß beispielsweise die Taktzeiten länger werden, damit die Züge pünktlicher sind. Oder, im Nahverkehr müssen auch Nachts noch Züge fahren. Ich wohne in einer kleinen Stadt. Wenn ich in der nächsten größeren Stadt arbeite, dann habe ich beispielsweise keine Möglichkeit, nach 21:00Uhr mit der Bahn nach Hause zu kommen. Wenn ich dann noch den letzten Zug verpasse, wird es richtig teuer! Ich bin daher gezwungen, mit dem Auto zu fahren! Insbesonders deswegen, weil die Bahn häufig Verspätungen hat, so daß ich die Anschlußzüge verpasste.
Das Hauptproblem der Bahn und von Herrn Mehdorn ist, daß sie alles tun, damit die alte Jungfrau Bahn aufgehübscht teuer an Aktionäre verkauft werden kann. Darunter leiden die Pünktlichkeit, die Kundenfreundlichkeit und die Abdeckung der Regionen. Eigentlich sind das gerade Gründe, die gegen eine Privatisierung sprechen sollten.
Ich wünsche mir ein Bahn, die eine kalkulierbare Pünktlichkeit garantiert, deren Mitarbeiter kundenfreundlich sind, die ein einfache Preismodell bietet und die auch Regionalbereiche regelmäßig bedient. Es ist eigentlich ganz einfach, erst der Kunde (er bringt den Umsatz), dann die Region und erst zum Schluß die Aktionäre und Managementbonis.
Wenn die Bahn erst durch die Politik zu kundenfreundlichem Verhalten gebracht werden muß, so ist das schon bedenklich.
Es ist korrekt, daß immer der Kunde (und der Steuerzahler) die Zeche zahlen. Nur ist diese Sichtweise etwas kurzsichtig. Die Bahn ist eine Aktiengesellschaft, die Gewinne für ihre Aktionäre erwirtschaften soll. Bis jetzt braucht sie sich nicht groß um Verspätungen zu kümmern, daß ist Kundenrisiko. Das wird in Zukunft anders. Die Bahn muß dann zusehen, daß ihre Fahrpläne so erstellt werden, daß Verspätungen - auch durch höhere Gewalt, die es nur ganz selten wirklich gibt! - abgedeckt werden.
Dazu kann es erforderlich sein, daß beispielsweise die Taktzeiten länger werden, damit die Züge pünktlicher sind. Oder, im Nahverkehr müssen auch Nachts noch Züge fahren. Ich wohne in einer kleinen Stadt. Wenn ich in der nächsten größeren Stadt arbeite, dann habe ich beispielsweise keine Möglichkeit, nach 21:00Uhr mit der Bahn nach Hause zu kommen. Wenn ich dann noch den letzten Zug verpasse, wird es richtig teuer! Ich bin daher gezwungen, mit dem Auto zu fahren! Insbesonders deswegen, weil die Bahn häufig Verspätungen hat, so daß ich die Anschlußzüge verpasste.
Das Hauptproblem der Bahn und von Herrn Mehdorn ist, daß sie alles tun, damit die alte Jungfrau Bahn aufgehübscht teuer an Aktionäre verkauft werden kann. Darunter leiden die Pünktlichkeit, die Kundenfreundlichkeit und die Abdeckung der Regionen. Eigentlich sind das gerade Gründe, die gegen eine Privatisierung sprechen sollten.
Ich wünsche mir ein Bahn, die eine kalkulierbare Pünktlichkeit garantiert, deren Mitarbeiter kundenfreundlich sind, die ein einfache Preismodell bietet und die auch Regionalbereiche regelmäßig bedient. Es ist eigentlich ganz einfach, erst der Kunde (er bringt den Umsatz), dann die Region und erst zum Schluß die Aktionäre und Managementbonis.
Sie wird auf jeder Teilstrecke einfach fünf Minuten mehr Zeit berechnen, sie wird die Umsteigezeiten um 15 Minuten verlängern. Dann kommt jeder Zug pünktlich. Dann werden auch Einige pünktlicher kommen als früher, doch die große Masse wird länger brauchen, denn wenn Züge langsamer fahren, dann wir auch gleich noch teure Energie gespart.
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