Finanzkrise Banken fordern Hilfe von der EU

Deutsche Banker warnen vor einem europäischen "Flickenteppich". EU-Politiker sollen gemeinsam auf die Krise reagieren. Doch die deutsche Regierung sperrt sich

Nicolas Sarkozy ist mit seinem Plan, ein EU-Hilfspaket zu schnüren, an Großbritannien und Deutschland gescheitert

Nicolas Sarkozy ist mit seinem Plan, ein EU-Hilfspaket zu schnüren, an Großbritannien und Deutschland gescheitert

Frankreich ist mit Überlegungen zu einem EU-Hilfepaket für die Finanzbranche bei wichtigen europäischen Partnern abgeblitzt. Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde kündigte an, das Thema werde mit Sicherheit bei einem Spitzentreffen der vier europäischen G-7-Länder am Samstag erörtert. Ein Sprecher von Großbritanniens Premier Gordon Brown widersprach dem. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker lehnten ein EU-Hilfsprogramm nach US-Muster ab.

Gemeinsame Standards und Regeln für die Finanzmärkte sind ein weiteres Thema bei dem Mini-Gipfel, zu dem Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Donnerstag einlud. An dem Krisentreffen in Paris sollen neben den Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien der Präsident der EU-Kommission, Jose Manuel Barroso, Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker sowie der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet teilnehmen. Im Vorfeld des G-7-Finanzministertreffens anlässlich der Herbsttagung des Internationalem Währungsfonds (IWF) in der nächsten Woche soll eine gemeinsame Linie im Umgang mit der Krise gesucht werden.

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Dazu brachte Frankreich ein umfassendes europäisches Hilfspaket in Anlehnung an das US-Programm über rund 700 Milliarden Dollar ins Gespräch. Lagarde sprach in einem Handelsblatt-Interview von einer "Idee", über die man diskutieren müsse. Ein Berater von Sarkozy unterstrich aber, einen konkreten Vorschlag über einen Sicherungsfonds von 300 Milliarden Euro, von dem in europäischen Regierungskreisen die Rede war, habe es von Frankreich nicht gegeben.

Eurogruppenchef Juncker sagte im Deutschlandradio Kultur: "Ich sehe nicht die Notwendigkeit, dass wir in Europa ein solches Programm auflegen müssen". Steinbrück äußerte sich im Wall Street Journal. Er sehe keinen Sinn, dass Deutschland drei oder vier Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in ein solches Programm einzahle, ohne zu wissen, was mit dem Geld geschehe und ob damit Probleme gelöst würden.

In der deutschen Bankenbranche wird genau das aber anders gesehen. "Europa muss auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und darf sich einem solchen Plan daher nicht verschließen", erklärte der Sparkassenverband DSGV. Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hatte zuvor ebenfalls für ein solches EU-Programm plädiert. Bankenverbands-Präsident Klaus-Peter Müller sprach sich gegenüber der Wirtschaftswoche für staatliche Garantien in Deutschland ähnlich denen in anderen Ländern der Europäischen Union aus. Prominente Ökonomen aus den USA und Europa forderten die europäischen Regierungen zu einem gemeinsamen Ansatz zur Krisenbekämpfung auf, ehe die Probleme außer Kontrolle geraten.

Heftig diskutiert werden zudem bessere Regeln für die Finanzmärkte. Das war auch ein Thema beim deutsch-russischen Wirtschaftsgipfel in St. Petersburg. "Wir können uns nicht alle Jahre eine solche Krise leisten", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nötig sei eine "neue Architektur", eine bessere Risikoabschirmung der Banken und mehr Transparenz. Russlands Präsident Dmitri Medwedew plädierte für gemeinsame Regeln.

Leser-Kommentare
  1. Die Forderung lautet:
    Jeder Euro, der den Finanzterroristen in den Hals geworfen wird, wird durch einen zweiten Euro kompensiert, der in den sozialen Bereich des Staates fliesst.

    Es kann einfach nicht sein, dass Angestellte und Arbeiter, Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen und Arbeitslose jetzt noch den Terror-Knaben aus Wirtschaft und Politik noch die Rechnung durch eine galoppierende Inflation, noch enger geschnallten Gürtel und noch schlechtere Arbeitskonditionen zahlen. Und wenn von dem Geld dann Schulen, Kindergärten (und -tagesstätten), Schulen und Hochschulen gesteckt wird, wenn Arbeitslose wieder genügend Geld zum Leben erhalten und wenn sie vor allem mal echte Qualifikationsmöglichkeiten erhielten, dann könnte man der Kriese fast etwas Positives abgewinnen.

    Der Staat hat an dieser Stelle für einen gerechten Ausgleich zu sorgen! Und wenn er nun noch die 25% Kapitalmarkt-Rendite aus der Vergangenheit Absolution erteilt, dann wird kein Lerneffekt bei den Kriminellen erzeugt. Der Lerneffekt muss aber sein, dass sich Kriminalität und blindes Mitläufertum (hallo Politik..) nicht lohnen..

    F. Mayer

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • self22
    • 03.10.2008 um 13:46 Uhr

    frankmayer, Sie haben im Prinzip recht!

    Es steht nur eines dagegen. Das ist hier alles kein Spaß. Jede Nation versucht auch in dieser Krise die Weichen für einen möglichst großen Einfluss im Weltfinanzsystem in der Zukunft zu finden. Die Amis möchten ihre Weltwährung weiter behalten, um ihre Probleme weiterhin mit der Druckmaschine lösen zu können. Auch ihre Fondsvermögen möchten weiter durch die Welt vagabundieren und 25+-Renditen einstreichen. Auch europäische Nationen wie Irland, Frankreich u.a. möchten gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Deshalb ist ihnen allen kein Geld zu schade, um als erste aus dieser Krise heraus zu kommen. Falls wir als einzige Deppen wieder einmal die reine Lehre umsetzen, glaube ich nicht, dass wir langfristig einen Vorteil davon haben. Sie werden uns letztlich wieder für ihre Renditen arbeiten lassen.

    • self22
    • 03.10.2008 um 13:46 Uhr

    frankmayer, Sie haben im Prinzip recht!

    Es steht nur eines dagegen. Das ist hier alles kein Spaß. Jede Nation versucht auch in dieser Krise die Weichen für einen möglichst großen Einfluss im Weltfinanzsystem in der Zukunft zu finden. Die Amis möchten ihre Weltwährung weiter behalten, um ihre Probleme weiterhin mit der Druckmaschine lösen zu können. Auch ihre Fondsvermögen möchten weiter durch die Welt vagabundieren und 25+-Renditen einstreichen. Auch europäische Nationen wie Irland, Frankreich u.a. möchten gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Deshalb ist ihnen allen kein Geld zu schade, um als erste aus dieser Krise heraus zu kommen. Falls wir als einzige Deppen wieder einmal die reine Lehre umsetzen, glaube ich nicht, dass wir langfristig einen Vorteil davon haben. Sie werden uns letztlich wieder für ihre Renditen arbeiten lassen.

    • self22
    • 03.10.2008 um 13:46 Uhr

    frankmayer, Sie haben im Prinzip recht!

    Es steht nur eines dagegen. Das ist hier alles kein Spaß. Jede Nation versucht auch in dieser Krise die Weichen für einen möglichst großen Einfluss im Weltfinanzsystem in der Zukunft zu finden. Die Amis möchten ihre Weltwährung weiter behalten, um ihre Probleme weiterhin mit der Druckmaschine lösen zu können. Auch ihre Fondsvermögen möchten weiter durch die Welt vagabundieren und 25+-Renditen einstreichen. Auch europäische Nationen wie Irland, Frankreich u.a. möchten gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Deshalb ist ihnen allen kein Geld zu schade, um als erste aus dieser Krise heraus zu kommen. Falls wir als einzige Deppen wieder einmal die reine Lehre umsetzen, glaube ich nicht, dass wir langfristig einen Vorteil davon haben. Sie werden uns letztlich wieder für ihre Renditen arbeiten lassen.

    Antwort auf "Euro gegen Euro!"
    • bobom
    • 04.10.2008 um 9:36 Uhr

    die Hauptursache für diese Krise liegt in unserem instabilen Währungssystem. die Notenbank sind gezwungen die Geldmenge immer mehr auszweiten, damit es zumindest eine kleine Inflation gibt. dafür sind aber immer mehr Schuldner nötig, die es aber irgendwann nicht mehr gibt und die Krise ins Rollen bringen. deshalb suchen sie endlich nach einer verdammten Lösung unsere Währung stabil zu halten! 2% Inflation jährlich sind nicht stabil.

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