TV-Duell Biden-Palin Wie Palin Amerika neu erobert
Charmant und gleichzeitig volkstümlich: Sarah Palin konnte ihr ramponiertes Image aufpolieren. Kontrahent Joe Biden konzentrierte sich ganz auf McCain

© David McNew/Getty Images
Angriffslustig wie die Vize-Kandidaten im TV-Duell: Adler auf dem Logo der Debatten-Kommission
Am Donnerstag abend hat Amerika die Wiederauferstehung der Sarah Palin erlebt. Was hat die Frau, die aus dem Nichts kam, in den vergangenen Wochen alles über sich ergehen lassen müssen? Und welch schwere Wunden hat sie sich selbst zugefügt? So stolpernd, so stotternd waren ihre Auftritte in den jüngsten Fernsehinterviews, dass sie zum Dauergespött der Late Night Shows geworden war. Eine Comic-Figur, die für die eigene Partei inzwischen zur Belastung zu werden drohte. Republikanische Strategen forderten sogar, sie solle ihre Kandidatur für das Amt der Vize-Präsidentin zurück ziehen. Drum erwartete das halbe Land, die Fernseh-Debatte werde zur öffentlichen Schlachtung der Sarah Palin werden.
Genau das geschah nicht. Stattdessen sah das Land in Sarah Palin wieder jene Unbekümmertheit und jenes Selbstvertrauen, die sie in den ersten Tagen ihrer Kandidatur zum Instant-Star gemacht hatten, die ihr danach aber abhanden gekommen war. Anders als während ihrer katastrophalen Interviews brach ihre Stimme nicht. Pahlin gab sich entspannt und zugleich angriffslustig, sie zwinkerte Publikum und Fernsehnation mitten im Satz zu. Als charmant und zugleich volkstümlich erschien sie, und erkärte sich zur "Eishockey-Mutti", die sich mit dem gewöhnlichen "Joe Sixpack" verbünden und auf Washington marschieren wolle. Sarah Palin gelang es erneut, "eine von uns" zu sein. Eine Politikerin, nein, eine Anti-Politikerin zum Anfassen.
Sicher, Tiefgang und traumwandlerische Sicherheit in allen politischen Fragen durfte man nicht erwarten. Es waren die bekannten Positionen, die sie vortrug: Steuersenkungen als Allheilmittel für die Ökonomie, Reform des politischen Systems in Washington, Ölbohren in Alaska und anderswo. Aber Pahlin brach nicht ein. Der eine peinliche Moment, der all ihr Unwissen entlarven würde und sie dem Gespött der politischen Eliten aussetzen würde, blieb aus. Ihr schlimmster Fehler bestand darin, den kommandierenden General im Afghanistan falsch ausgesprochen zu haben. Man wird es ihr nachsehen. Insgesamt hielt sie sich sogar in der Außenpolitik beachtlich.
Jahrzehntelang saß ihr Kontrahent im Auswärtigen Ausschuss des Senats. Und doch war es Palin, die in die Offensive ging. Auch in der Wirtschaftspolitik konnte Palin punkten. Zwei Wochen lang, inmitten der Finanzkrise, hatte John McCain wie der Kandidat der Wall-Street-Bankiers geklungen. Mit Sarah Pahlin präsentierte sich plötzlich eine republikanische Partei, die den kleinen Mann versteht. Sogar der Demokratische Stratege Paul Begala räumte hinterher ein: "Sarah Palin hat ihr Image repariert".
- Datum 22.01.2009 - 15:33 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Sie schlagen also in die selbe Kerbe wie Ihr Spezi Joffe: Welch Weltwunder, dass sich Sarah Palin nach tagelangem Debattier-Training nicht (wieder) bis auf die Knochen blamierte!
Nach dem Interview gab eine große Mehrheit der Amerikaner bekannt, dass die Biden für geeigneter hält. Wenn man daraus folgert, Palin habe Amerila "neu erobert", gehört dazu schon ein gehöriger Wille zur Tatsachenverdrehung.
Sollte Palin nach und aufgrund dieser Debatte Amerika "erobern", so waere das mindestens ebenso peinlich fuer die USA wie die Wiederwahl von George W. Bush! Hat Herr Kleine-Brockhoff die Debatte tatsaechlich selbst gesehen oder war er waehrend derselben sanft entschlummert und schrieb seinen Artikel darueber basierend auf einer getraeumten Debatte?
Biden lieferte klare (soweit das bei einem Politiker moeglich ist), realistische und zivilisierte Antworten und Beitraege. Palin erschien plump, realitaetsfern, unwissend und formelhaft in ihren Antworten. Mit Inhalten konnet Palin also nicht ueberzeugen, aber auch ihr Stil war alles andere als praesidial. Ihre schrille Stimme kontrastierte unangenehm mit Bidens gemessenem Ton und ihre kumpelhaften Anwandelungen waren ausgesprochen abstossend. Den groessten Schaden aber erlitt ihre Praesentation durch den inflationaeren Gebrauch des Wortes "also" (auch), das sie zu allem Uebel meistens auch noch an das Ende ihrer Saetze bugsierte, im Englischen gehoert dort eigentlich das Woertchen "too" hin. Gewiss kann man, wenns denn sein muss, "also" auch mal ans Satzende plazieren, es stoert aber den Redefluss erheblich, wenn dies bei jedem zweiten Satz geschieht.
Eines hat Palin bei dieser Debatte klar bewiesen: sie ist der Kleinste Gemeinsame Nenner!
In Anbetracht der ungleichen Verteilung des Reichtums in den USA ist mir dann doch der größte gemeinsame Teiler lieber als der kleinste gemeinsame Nenner.
In Anbetracht der ungleichen Verteilung des Reichtums in den USA ist mir dann doch der größte gemeinsame Teiler lieber als der kleinste gemeinsame Nenner.
In Anbetracht der ungleichen Verteilung des Reichtums in den USA ist mir dann doch der größte gemeinsame Teiler lieber als der kleinste gemeinsame Nenner.
Er gibt so vielen Menschen in der ganzen Welt Hoffnung
http://www.youtube.com/wa...
;-)
Gegenfrage: ist es schwer zu erobern, wenn keine Gegenwehr geleistet wird. Wo die Vernunft fehlt, regiert die Einfalt. Ist dies nun heilsamer Trank oder bittere Medizin die Europa zubereitet wird? Wir schlucken dieses Gebräu schon lange und es bekommt uns nicht. Das Ende der Geschichte sollte es werden, naja, auf eine Art ist dies schon so, aber auf welche.
Palin gelang es offensichtlich nicht, die sinkenden Umfrageziffern McCains zu retten. Soeben berichten die Zeitungen, dass er den für die Wahl kritischen Staat Michigan ab heute ganz aufgegeben hat. Es war wohl riskant, eine ihm vor einem Monat noch gänzlich unbekannte Person zu seiner Vizekandidatin auszuwählen, nur um das einfache Volk zu erreichen. Trotz intensivem Training durch politische Experten zeigte sich jedoch in der Debatte, dass sie zum Teil gar nicht über McCains politische Ansichten informiert war. Zu mehreren Themen äußerte sie sich deshalb für die von Obama vertretene Richtung entgegen McCain. Ihre Erklärung: "Was kann man nach 5 Wochen schon verlangen?"
Sarah Palin gelang es erneut, "eine von uns" zu sein, meint Kleine-Brockhoff bei einer der Gelegenheiten wo er mal nicht "Pahlin" geschrieben hat. Eine von ihrer konservativen Sorte wohl, K.-B.
Palin ist und bleibt eine unbelehrbare Müllproduzentin: "I'm not going to attribute all of man's activity to climate change', meinte sie in der Debatte, uind auch in Couric Interview. Sie begreifft also nicht einmal dass nicht alle ihrer auswendig gelernten Stanzas Sinn machen.
Dort wo eine gewisse Intelligenz und Ausbildung Anerkennung haben sollten Palins woh; als grössenwahsinnig einzuschätzenden, überdimensionierten Ambitionen Verachtung finden. Betcha!
und wie ist das mit männern, welche diese frau fördern? hoch-intellent?
... aber nicht klug.
... aber nicht klug.
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