CSU-Krise Es lebe die Anarchie!

Die CSU erlebt gerade die befreiende Wirkung, wenn überkommene Machtstrukturen zerbrechen. Die Basis entledigt sich ihrer alten Führung – und sucht sich eine neue

Die alten Könige sind tot, es lebe der neue Horst Seehofer!

Die alten Könige sind tot, es lebe der neue Horst Seehofer!

Bayern, das vergisst man gern, war nicht immer nur ein folkloristisches, irgendwie fremdes Land fern im Süden mit einer fast absolutistisch regierenden weißblauen Staatspartei. Es ist auch das Land, in dem im November 1918 die erste echte Revolution auf deutschem Boden ausbrach. Das Volk stürzte seinen König Ludwig III. und errichtete wenig später die kurzlebige Münchner Räterepublik. Der Beiname "Freistaat" erinnert bis heute daran.

Das Anarchische gehört nicht erst seitdem zum Wesenszug der Bayern. Sie folgen treu und ergeben ihren Potentaten, aber nur solange, wie die gut für sie sorgen. Wenn die Herrscher aber Schwäche zeigen und sich vom Volk entfernen, werden sie eiskalt erledigt.

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So ergeht es nun auch den Herrschern der CSU. Der Großkönig Edmund Stoiber wurde schon vor einem Jahr gestürzt, an einem kalten Wintertag. Nun müssen auch seine Vasallen und Thronfolger dran glauben. Erst wurde der Vorsitzende Erwin Huber nach der verheerenden Wahlniederlage der CSU seines Amtes enthoben. Einen Tag später musste sich jetzt auch der Regent Günther Beckstein dem Willen des aufbegehrenden Parteivolks beugen und zurücktreten. Weitere Höflinge und Unterführer dürften folgen.

In dieser so lange autoritär geführten und denkenden, monolithischen Partei eroberte sich jetzt also die Basis die Macht, wenigstens für einen kurzen revolutionären Augenblick. Denn es waren und sind nicht die alten Strippenzieher und Machtzirkel, die den Wechsel an der Spitze herbeiführen. Es sind die Bezirksverbände, die aufgebrachten Abgeordneten im Münchner Landtag und in Berlin und nicht zuletzt die zornigen Mitglieder und Anhänger in den Wahlkreisen, die in einem beispiellosen Aufstand die alte Führung hinwegfegen. Und die jetzt auch mitreden wollen, ob der designierte neue Parteichef Horst Seehofer auch Ministerpräsident werden soll, und sich dies nicht einfach von oben diktieren lassen wollen.

Der CSU, die am Sonntag so dramatisch abstürzte, könnte daraus neue Stärke erwachsen, wenn sie sich dieses Lebenselixier innerparteilicher Demokratie auf Dauer bewahrte. Wenn sie nicht zurückfiele in alte Machtstrukturen und in den vergeblichen Glauben, mit einer neuen Führung und einem neuen Vorsitzenden ließe sich die alte Pracht und Herrlichkeit ruck, zuck wieder herstellen.

Denn das echte Volk, das bayerische, ist dessen überdrüssig. Es will keine Restauration der alten Zustände, nur mit einem neuen König Horst Seehofer. Es will eine echte Demokratie nun auch in Bayern, in der nicht immer nur die eine Partei gewinnt, sondern die Bürger mittels Wahlen wirklich entscheiden können, wer sie wie mit wem regiert und führt, so sie es bei vielen Volksentscheiden schon vorgemacht haben.

Leser-Kommentare
  1. ...nur so als kleiner Nachtrag zum Thema und zur Definition der Anarchie.... Gerade diese sucht eben genau nicht nach einem "neuen" Führer das diese ja jegliches hirarchisches Führungssystem ablehnt...

    Anarchie hat auch nicht automatisch etwas mit Chaos zu tun wie das schon seit vielen Jahren suggeriert wird... "...das Plakat mit dem Anarchist und einer Bombe in der Hand..." ist per Definiton eine Falschaussage...

    my 5 cents

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
    a

  2. Schwer zu fassen, aber absolut beweisbar
    [url]http://www.findefux.de/forum/read.php?84,10158,10158#msg-10158[/url]

  3. Becksteins eiskalte Hand schützte Verbrecher:
    Schwer zu fassen, aber absolut beweisbar (Link: 2. Versuch)
    http://www.findefux.de/fo...

    [Anm.: Bitte seien Sie vorsichtig mit solchen Aussagen. Danke. /Die Redaktion pt.]

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • krshna
    • 02.10.2008 um 8:57 Uhr

    Troll!

    • krshna
    • 02.10.2008 um 8:57 Uhr

    Troll!

    • zetti
    • 01.10.2008 um 18:35 Uhr

    Ja mia san scho Hund, mia Bayern. Solangs uns bast, los ma de da drobern im Glaam, daß wos zum sagn ham. Und waan´s moanan, wos anders zu moana wia mia, dann zoagma dene scho, wo da Bartl an Most hoid. Des is nix anarchistisches, sondern unsare Sicht vo da Demograti.

    Zetti

    • krshna
    • 02.10.2008 um 8:57 Uhr

    Troll!

  4. Wie gross muss der Hass gegen die CSU und gegen Bayern sein, dass unsere links-liberalen Blätter dermaßen übertreiben?

    Das bürgerliche Lager ist gewachsen und die ROTEN und GRÜNEN konnten nicht profitieren. Das ist es, was anscheinend schmerzt.
    Warum konnten diesmal die profitieren?
    Sie sind für die Lockerung des Nichtraucherschutzgesetes, was der CSU schon bei der Kommunalwahl Stimmen gekostet hat.
    CSUler die zugleich Hotels, Restaurant u.ä. besitzen wechselten bereits im Februar die Partei. Sie gingen zu den FREIEN WÄHLERN.
    Das ist der Erfolg dieser rechtskonservativen Partei. Sie haben auch plakatiert: FREIHEIT STATT BEVORMUNDUNG !
    Nach der Kommunalwahl wurde der schwule-evangelische-junge Bürgermeister aus dem 3 000 Seelen Dorf Bodenmais im Bayerischen Wald durch die links-liberale Medienlandschaft gereicht.
    Die SPD hat Aufwind.
    Davon spricht auf einmal keiner mehr.
    18,60 % SPD in Bayern und in Bodenmais hatte die SPD nur 15,1 % bei der Landtagswahl erreicht.
    Wieder einmal ein gescheiterter Versuch der linksliberalen Medien eine Kommunalwahl (Personenwahl) als Anlauf für SPD-Lobhudelei in Bayern zu nehmen. Die Bayern - SPD sind die Amateure in einer Geisterbahn. Mehr aber nicht !

  5. [entfernt wegen Doppelposting/ Redaktion; svb]

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