US-Blogschau
Webkampagne gegen das Rettungspaket
Wütende amerikanische Bürger haben Tausende Mails an das US-Repräsentantenhaus geschickt und dessen Server damit lahmgelegt. Dem Senat droht das Gleiche

© Brendan Hoffman/Getty Images
Das Repräsentantenhaus in Washington
Im US-Repräsentantenhaus ist das Gesetz zur 700 Millarden-Dollar-Finanzspritze vorerst geplatzt – ein weiterer Tiefpunkt im Bankenskandal, mit gravierenden Auswirkungen auf die Schlussetappen im Wahlkampf. Auch wenn der Senat heute wahrscheinlich für das modifizierte Rettungspaket stimmen wird – womit lässt sich die Ablehnung der Abgeordneten erklären? Inzwischen fällt der Blick auf zornige Bürger, die sich mit Protesten und Drohungen an die Volksvertreter wendeten.
So berichten Stephen Power und Gary Fields für das Wall Street Journal : "Wähler überfluteten den Kapitolshügel mit Briefen, E-Mails, Anrufen und Briefen. Bei Bernie Sanders, einem unabhängigen Senator aus Vermont, stapelten sich Ende letzter Woche 23.000 Unterschriften auf dem Schreibtisch."
Sanders ist kein Einzelfall, im Gegenteil. Zeitweise setzte das Repräsentantenhaus die Feedback-Funktion der Website www.house.gov außer Funktion, da der Ansturm empörter Wähler den Server lahmzulegen drohte, berichtet Jordy Yager für The Hill : "Wir haben versucht, einen Weg zu finden, wie die Website des Repräsentantenhauses nicht vollkommen zusammenbricht", sagte Jeff Ventura, ein Sprecher der Verwaltungsleitung. Ventura verschickte einen Brief an die Kongressmitglieder, der über das ungewöhnliche Vorgehen informiert: "Aufgrund der Millionen von E-Mails, die uns derzeit erreichen, ist diese Maßnahme vorübergehend notwendig geworden, um das ordnungsgemäße Funktionieren der Online-Angebote des Kongresses zu gewährleisten."
Selbst wenn die Einschränkung vor allem der Erreichbarkeit der Kongressabgeordneten diente, schätzt Nancy Scola auf techpresident.com die Situation kritisch ein: "In einer Zeit, wenn das amerikanische Volk unmittelbar von seinen gewählten Vertretern wissen möchte, wie es weitergeht, ist es unglücklich und verunsichernd, dass wir einen Kommunikationskanal verloren haben. Die Leute sind heute ziemlich nervös, und das mit gutem Grund. Den Systemfehler '404 – Seite nicht gefunden' vom Kapitol zu erhalten, trägt nicht wirklich dazu bei, die Ängste zu zerstreuen."
Der Ansturm auf die Server in Washington war auch deshalb so heftig, weil der Protest gegen das "Bailout Bill" von zahlreichen Websites vorbereitet und koordiniert worden war – gewissermaßen als Echo des massiven Online-Wahlkampfs, mit dem Barack Obama und John McCain gerade ihre Wählerbasis zu verbreitern suchen.
Websites wie stopthehousingbailout.com , opposethisbailout.com , nationalbubble.com oder globaleconomicanalysis.blogspot.com hatten zur direkten Kontaktaufnahme mit den Kongressmitgliedern aufgerufen und dafür zahlreiche Hinweise geliefert: Neben den Kontaktdaten wie E-Mail-Adressen, Fax- und Telefonnummern boten die Websites auch vorgefertigte Protestschreiben sowie Sprechzettel für Telefonanrufe an. Die Online-Angebote sind inzwischen untereinander vernetzt und formen einen virtuellen Protestgürtel, der sich immer enger um das digitale Washington legt.
- Datum 4.5.2009 - 09:53 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"....für die Abgeordneten in Washington ist das im Augenblick nicht unbedingt die Version digitaler Demokratie, die sie sich immer vorgestellt hatten."
Aber hoffentlich die Version, um die sie nicht mehr herumkommen! Erfreulicherweise gewinnt dadurch die Demokratie etwas von ihrer Verankerung im stets hochgehaltenen und doch ausgeblendeten Volkswillen zurück.
Insbesondere hier ist die "Krise" eine Chance.
Oh ja, stimme zu...
Dagegen sprechen eigentlich nur die konstanten Zensurmassnahmen bzw. deren Versuche, gerade auch in der sogenannten "freien Welt", um das Internet Kommerzgerecht, aber nicht unbedingt Demokratiegerecht und Aufklärerisch, technisch und administrativ umzubauen...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
a
Oh ja, stimme zu...
Dagegen sprechen eigentlich nur die konstanten Zensurmassnahmen bzw. deren Versuche, gerade auch in der sogenannten "freien Welt", um das Internet Kommerzgerecht, aber nicht unbedingt Demokratiegerecht und Aufklärerisch, technisch und administrativ umzubauen...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
a
sollten wir auch mal in deutschland ausprobieren, vielleicht klappts ja,
... laut Roland Pabst von mehr-demokratie (war gerade in Brüssel), wird weiterhin am "Reformvertrag" (ala Lissabon-Vertrag) gewerkelt. Mal sehen, wie er beim nächsten Anlauf heißt. Elende korrupte und selbstgerechte Bande!
man muss nur mitmachen - zu vielen kritiskwuerdige EU (lobbisten) gestzesinitiativen zB gibt es entsprechende gegenaktionen - interessiert nur keinen , weils hier anscheinend keinem direkt an den kragen geht. die eu falle ist aber aufgestellt und schnappt nach langer und langsamer vorbereitung eines tages unbemerkt zu . dann wird eszu spaet sein fuer digitale demokratie - man sollte sich also jetzt schlau machen und nach entsprechenden aktionen forschen ( google) oder selber eine initiieren : ein blog auf blogspot com ist fuenfminutensache , wenn man was zu sagen hat . los gehts.
... laut Roland Pabst von mehr-demokratie (war gerade in Brüssel), wird weiterhin am "Reformvertrag" (ala Lissabon-Vertrag) gewerkelt. Mal sehen, wie er beim nächsten Anlauf heißt. Elende korrupte und selbstgerechte Bande!
man muss nur mitmachen - zu vielen kritiskwuerdige EU (lobbisten) gestzesinitiativen zB gibt es entsprechende gegenaktionen - interessiert nur keinen , weils hier anscheinend keinem direkt an den kragen geht. die eu falle ist aber aufgestellt und schnappt nach langer und langsamer vorbereitung eines tages unbemerkt zu . dann wird eszu spaet sein fuer digitale demokratie - man sollte sich also jetzt schlau machen und nach entsprechenden aktionen forschen ( google) oder selber eine initiieren : ein blog auf blogspot com ist fuenfminutensache , wenn man was zu sagen hat . los gehts.
welche Auswirkungen es für sie persönlich haben wird, wenn das Paket nicht verabschiedet wird.
Ich glaube zwar auch, dass es bereits keinen Unterschied mehr macht, da es längst zu spät ist. Trotzdem denke ich, dass genau dieselben Herrschaften bald Protest-Mails wegen des Verlusts ihres Jobs schreiben werden.
Zunächst kostet das Packet erstmal viel Geld. Ob und was es genau dann hilft kann niemand sagen. Im Übrigen muss man auch schauen, ob man wirklich die Verlierer raushauen will, das widerspricht ja fundamental der Idee des freien Wettbewerbs.
Insofern werden, anstatt das die Looser pleitegehen, diejenigen bestraft, die schlau genug waren jetzt nicht in undurchsichtige "Finanzinnovationen" zu investieren.
Der einzige Grund, warum ich nicht ins Kasino gehe, ist, dass ich da mein Geld höchstwahrscheinlich verlieren werde. Nimmt man mir dieses Risiko, indem ich nicht mein eigenes, sondern fremdes Geld riskiere und nur die Gewinne einstreiche, agiere ich möglicherweise, volkswirtschaftlich betrachtet, sehr ineffizient.
Also die Frage ist ja, ob das Packet dem einzelnen Bürger insgesamt, also unter Berücksichtigung aller Kosten, wirklich hilft. Und da reicht nicht die Behauptung, dass es so ist. Auch ein Verweis auf Pensionsfonds, Kreditmangel etc... ist zu wenig, weil die Kosten ausgeblendet werden.
Wie ich da grad so gelesen habe was für Massnahmen die EU gegen zukünftige Raffgier und Unfähigkeit in der Kategorie der Verbrieften Derivate für neue Regelungen einführen will...äh, da muss ich klar sagen, keine der invaliden Finanzinstitute sollte mit öffentlichen Geldern "gerettet" werden...
Lediglich ein paar kleine Pflästerlein um mal den ersten Wind aus den Segeln der Verbrieften Produkte zu nehmen. Aber sonst bleibt alles beim allten... vor allem die Kontrolle über die Fundamente der Produkte bleibt dem Käufer überlassen... mit wieviel geregelten und standardisierten Informationen sollen die das tun können... ?
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
a
Zunächst kostet das Packet erstmal viel Geld. Ob und was es genau dann hilft kann niemand sagen. Im Übrigen muss man auch schauen, ob man wirklich die Verlierer raushauen will, das widerspricht ja fundamental der Idee des freien Wettbewerbs.
Insofern werden, anstatt das die Looser pleitegehen, diejenigen bestraft, die schlau genug waren jetzt nicht in undurchsichtige "Finanzinnovationen" zu investieren.
Der einzige Grund, warum ich nicht ins Kasino gehe, ist, dass ich da mein Geld höchstwahrscheinlich verlieren werde. Nimmt man mir dieses Risiko, indem ich nicht mein eigenes, sondern fremdes Geld riskiere und nur die Gewinne einstreiche, agiere ich möglicherweise, volkswirtschaftlich betrachtet, sehr ineffizient.
Also die Frage ist ja, ob das Packet dem einzelnen Bürger insgesamt, also unter Berücksichtigung aller Kosten, wirklich hilft. Und da reicht nicht die Behauptung, dass es so ist. Auch ein Verweis auf Pensionsfonds, Kreditmangel etc... ist zu wenig, weil die Kosten ausgeblendet werden.
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